Bekämpfung der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina nigrithorax)
(2023.RRGR.331)- Speech
- SpeechFrancesco Marco Rappa(Die Mitte)Grosser RatPräsident. Sie haben die Ziff. 4 angenommen.
Wir stimmen noch über die Abschreibung ab: Wer die Ziff. 4 abschreiben will, stimmt Ja, wer sie nicht abschreiben will, stimmt Nein.
- SpeechFrancesco Marco Rappa(Die Mitte)Grosser RatPräsident. Sie haben die Ziff. 3 angenommen.
Wer die Ziff. 4 annehmen will, stimmt Ja, wer sie ablehnt, stimmt Nein.
- SpeechFrancesco Marco Rappa(Die Mitte)Grosser RatPräsident. Sie haben die Ziff. 2 angenommen.
Wer die Ziff. 3 annehmen will, stimmt ja, wer sie ablehnt, stimmt Nein.
- SpeechFrancesco Marco Rappa(Die Mitte)Grosser RatPräsident. Sie haben die Ziff. 1 angenommen.
Wer die Ziff. 2 als Motion annehmen will, stimmt Ja, wer sie ablehnt, stimmt Nein.
- SpeechFrancesco Marco Rappa(Die Mitte)Grosser RatPräsident. Habe ich richtig verstanden, dass du die Ziff. 4 nicht abschreiben willst? – Gut. Dann stimmen wir über eine Motion ab. Der Motionär hat nicht gewandelt. Wir stimmen ziffernweise ab.
Wer die Ziff. 1 als Motion annehmen will, stimmt Ja, wer sie ablehnt, stimmt Nein.
- SpeechAndré Roggli(Die Mitte)Grosser RatAndré Roggli, Rüschegg Heubach (Die Mitte), Motionär. Ich habe ja die Frage gestellt, was der behäbige Bär mit der Asiatischen Hornisse zu tun hat. Der Bär mag Honig. Er kann aber nur Honig haben, wenn es Bienen gibt. Die Asiatische Hornisse mag Bienen, und wenn diese Bienen gefressen werden, gibt es keinen Honig, und damit geht der Bär ein. Also, es braucht jetzt trotz der Behäbigkeit eine rasche Handlung. Wir müssen vorwärtsmachen können.
Wir haben es gehört: Wir brauchen auch Koordination. Wir sind als Motionärinnen und Motionäre völlig der Meinung, dass wir dies machen müssen, dass wir dort vorwärtsgehen müssen. Grossrat Vanoni und Frau Grossrätin Berger-Sturm haben darauf hingewiesen. Es ist uns auch klar, dass dies Kosten verursachen wird. Die Tiere sind eben auch im Siedlungsgebiet. Es kann also durchaus auch in den Städten, im Siedlungsgebiet plötzlich losgehen.
Wir haben vorhin gehört, dass die Regierung den Punkt 4 abschreiben lassen möchte, weil sie sagt, dass sie genug Information macht. Ich weiss nicht, ob jemand von Ihnen die Website kennt, auf der man diese Tiere melden kann. Auf der Website www.asiatischehornisse.ch kann man die Tiere melden. Die meisten werden diese nicht kennen, also haben wir diesbezüglich noch Bedarf.
Ich rufe Sie noch einmal dazu auf oder bitte Sie noch einmal, die Ziff. 1 bis 4 als Motion zu überweisen und die Abschreibung der Ziff. 4 abzulehnen, sodass wir entsprechend rasch handeln können, wirkungsvoll handeln können, sodass wir die Wertschöpfung der Bienen auch entsprechend würdigen können und vorwärtsmachen können. Merci vielmals.
- SpeechSpeechGrosser RatChristoph Ammann, WEU-Direktor. Ich danke, vor allem auch für die Würdigung der Antwort der Regierung. Es ist tatsächlich so, dass sich dem Regierungsrat die Gefahr vor Augen zeigt, die für die Bienenvölker vorliegt und auch immer grösser wird, ausgelöst durch die Asiatische Hornisse. Er teilt auch das Anliegen und damit die Einschätzung der Motion, des Vorstosses, wonach man geeignete Massnahmen möglichst schnell, möglichst wirkungsvoll einsetzen muss.
Jetzt ist es aber auch so, dass die Asiatische Hornisse – auch das wurde in der Debatte erwähnt – eine von verschiedenen gebietsfremden Arten ist, deren Zahl immer zunimmt und die bei uns – nicht nur im Kanton Bern, sondern überall, wo diese Arten hinkommen – die bekannte Flora und Fauna verändern. Dies stellen wir seit Jahren immer wieder fest und wir stellen auch immer wieder fest, dass es Probleme gibt. Wir haben die Debatte in diesem Saal geführt. Von Grossrat Vanoni wurde die Quagga-Muschel erwähnt. Es gibt in den Wäldern den asiatischen Laubbockkäfer. Die Tigermücke wurde erwähnt. Dies sind Beispiele, die zeigen, wie die Arten kommen und wie sie sich hier sesshaft machen und dass dies eine Wirkung hat, im Sinn von Problemen, die häufig entstehen.
Das ist ein weltweites Problem, geschätzte Grossrätinnen und Grossräte, und es ist ein Problem, bei dem es auch eine Ursache gibt, nämlich den globalen Handel, die Reisetätigkeit. Der Mensch sorgt also dafür, dass solche Veränderungen von Pflanzen und Tiergemeinschaften stattfinden. Häufig – und dies ist die schlechte Nachricht, die ich überbringe – stellt man eben auch fest, dass solche Tiere und Pflanzen nicht mehr ausgerottet werden können. Irgendwann – und bei verschiedenen Arten – wird man sich also mit dem Vorhandensein, mit dem Dasein abfinden müssen. Man muss Wege finden, wie man mit diesen Arten umgeht, wie man mit solchen Veränderungen umgeht.
Bei der Asiatischen Hornisse haben wir noch die Möglichkeit, darauf hinzuwirken, dass sie nicht sesshaft wird. In anderen Kantonen gibt es Programme, die laufen, gibt es Massnahmen, bei welchen man sieht, wie sie funktionieren und v. a. auch sieht, was sie kosten, also bspw. dort, wo man Nester wegnimmt und vernichtet. Wir haben einen Zahlenrahmen, was eine solche Nestervernichtung kostet. Es sind mehrere 1000 Franken, je nachdem, wo sich das Nest befindet, in der Regel nicht gerade neben dem nächsten Briefkasten.
Wir stellen aber auch fest, dass es eine Sorge gibt. Der Anlass, der am 10. Februar stattgefunden hat, wurde erwähnt – das ist eine der Sofortmassnahmen, die bei uns eingerichtet worden sind, nämlich Beratung und Information –: Mehr als 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen ins Inforama nach Zollikofen.
Die Regierung schlägt vor, dass man nicht «Pflästerlipolitik» betreibt – deshalb der Vorschlag der Koordinationsstelle Neobioten, wie es sie in vielen anderen Kantonen gibt, im Kanton Bern aber nicht. Wir schlagen vor, dass wir eine solche Stelle schaffen und damit den Gesamtblick bekommen auf alle die Arten, die es schon gibt und auf solche, die noch kommen werden. Was wir heute im Kanton haben, geschätzte Grossrätinnen und Grossräte, ist eine Person, angestellt im kantonalen Labor, die mit 10 Stellenprozenten – mit 10 Stellenprozenten – verantwortlich ist für sämtliche Fragen, die sich im Zusammenhang mit diesen Pflanzen und Lebenswesen stellen, die man nicht will, die aber kommen.
Also, die Idee der Regierung ist, dass man eine solche Koordinationsstelle schafft, dass man in einer Gesamtstrategie den Umgang mit solchen Pflanzen und Tierarten anschaut – in diesem Zusammenhang selbstverständlich auch den Umgang mit der Asiatischen Hornisse. So verstehen wir auch die 3 Punkte des Vorstosses. Diese gehen in diese Richtung. Im soeben beschriebenen Sinn wollen wir arbeiten. Wir brauchen Ressourcen für die Koordination, wir brauchen Ressourcen für die Beratung, Information und wir brauchen Ressourcen für die Bekämpfung. Mit anderen Worten – und damit wiederhole ich mich –, wie verschiedene Grossrätinnen und Grossräte in der Debatte gesagt haben, werden wir nicht darum herumkommen, einen Betrag im Budget und im Finanzplan der nächsten Jahre einzustellen, damit wir überhaupt etwas machen können.
Ich arbeite im Moment mit einem bescheidenen Notbudget. Wir haben ein paar Franken zusammengekratzt, mit welchen wir in einem sehr eingeschränkten Rahmen im laufenden Jahr einzelne Massnahmen realisieren können. Dies ist eine Überbrückungsmassnahme oder eine Überbrückungssituation. Dies funktioniert nicht dauerhaft und funktioniert auch in diesem Jahr nur sehr eingeschränkt.
Dies ist auch die Erklärung. In der Debatte wurde die Frage gestellt, weshalb man – wenn man ja seitens der Regierung alles auch so sieht, wie im Vorstoss beschrieben – nicht gerade die Annahme als Motion beantragt. Mit dem Postulat hält die Regierung den Zeigefinger auf und zeigt Richtung Budgetdebatte. Es braucht dann in diesem Rat die ehrliche Diskussion, wie viele Mittel man für welche Massnahmen bereitstellen will. Ich kann Ihnen jetzt schon ankündigen – einfach als Denkanstoss für die nächsten Wochen und Monate –, dass wir von einem Betrag im hohen sechsstelligen 1000-Franken-Bereich sprechen, also mehrere 100’000 Franken. Dies braucht es an Alimentierung, wenn man etwas machen will. Dies ist ein Betrag in einer Grössenordnung, wie er in anderen Kantonen, in Nachbarkantonen, in kleineren Kantonen im Moment eingesetzt wird.
Bei Punkt 4 ist die Regierung der Auffassung, dass wir dies tun, dass wir dies umfassend tun und man den Punkt deshalb abschreiben kann. Die ersten 3 Punkte beantragt Ihnen die Regierung zur Annahme als Postulat mit der Erklärung, wie ich Sie mitgeliefert habe. Ich danke.
- SpeechJohann Ulrich Grädel(Eidgenössisch-Demokratische Union)Grosser RatJohann Ulrich Grädel, Schwarzenbach BE/Huttwil (EDU), Fraktionssprecher. Es ist eigentlich schon alles lang und breit erklärt worden und wir könnten zur Abstimmung kommen und alle der Motion zustimmen. Als ich vor 40 Jahren mit der Imkerei begonnen habe, war es eigentlich noch ganz schön. Seit wir aber die Varroa haben, ist es viel aufwendiger. Wenn nun die Asiatische Hornisse die Bienen frisst, können wir aufhören, Honig zu essen. Deshalb ist es wichtig, dass der Kanton hilft, diese invasiven Viecher zu bekämpfen. Wir von der EDU stimmen der Motion zu. Danke, wenn Sie dies auch tun.
- SpeechBruno Vanoni(Die Grünen)Grosser RatBruno Vanoni, Zollikofen (GRÜNE), Fraktionssprecher. Die Motionäre und die Motionärin und auch der Vorredner haben die Forderung und die Dringlichkeit dieser Motion schon ausgiebig und fundiert dargelegt, sodass ich dies nicht alles wiederholen möchte und bei meinem Votum ein bisschen improvisieren muss. Die grüne Fraktion stimmt den Motionsforderungen auf jeden Fall vollumfänglich zu. Sie findet auch Teile der Antwort des Regierungsrates gut, aber nicht seine abschwächenden Anträge.
Positiv möchte ich insbesondere die Ankündigung würdigen, dass bereits für das Jahr 2024 innerhalb des Globalbudgets der WEU Finanzmittel eingesetzt werden sollen, um wenigstens die dringendsten Massnahmen zur Bekämpfung der asiatischen Hornisse rasch umzusetzen zu können. Ich danke dafür namentlich dem WEU-Direktor Christoph Ammann und ich schliesse daraus – ich vermute, dass es nicht bei ihm klemmt, wenn nicht mehr geht, sondern beim Gesamtregierungsrat.
Ich komme in der Antwort des Regierungsrates zu einem Punkt, der uns gefallen hat. Es ist zuerst einmal der Hinweis, dass es sich bei der Asiatischen Hornisse nicht um die erste, sondern um eine weitere invasive, gebietsfremde Art handelt, die sich im Kanton Bern ausbreitet. Wir haben vor einem Jahr eine Motion für Massnahmen gegen die Ausbreitung der schädlichen Quagga-Muschel gutgeheissen. In den Vorjahren wurde schon wegen der Tigermücke Alarm geschlagen, und vor bald 4 Jahren hat der Grosse Rat mit grosser Mehrheit auch eine Motion von Tom Gerber (M 247-2019) gutgeheissen, «Neophyten und unerwünschte Pflanzen wirksam bekämpfen».
Unter anderem als Reaktion auf diese Motion hat der Kanton einen Masterplan ausarbeiten lassen, wie man gegen alle gebietsfremden, invasiven Arten vorgehen kann. Dieser Masterplan liegt meines Wissens seit Ende 2022 vor. Es gibt etwa 20 Amts- und Fachstellen in fünf Direktionen, die in irgendeiner Form von invasiven, gebietsfremden Arten betroffen sind, und diese haben offenbar alle bei der Erarbeitung des Masterplans Stellung nehmen können. Sie waren sich fast alle einig, dass es dringend eine kantonale Koordinationsstelle braucht.
Auch der Regierungsrat – und das ist ein weiterer erfreulicher Punkt in seiner Antwort – findet eine solche Koordinationsstelle nötig. Er hat festgehalten, dass das Fehlen einer solchen Koordinationsstelle zu Ineffizienz bei allen involvierten kantonalen Akteuren, auch bei den Gemeinden und Verbänden, führt und dass ohne eine solche Koordinationsstelle mit den nötigen Ressourcen das Problem nicht ganzheitlich und effizient angegangen werden kann. Wir wissen also, was zu tun ist, um rasch und effizient gegen die Ausbreitung von invasiven, gebietsfremden Pflanzen und Tierarten vorgehen zu können.
Aber was sagt jetzt der Regierungsrat? Er kündigt an, dass er im nächsten Finanzplanungsprozess prüfen will, ob er dem Grossen Rat die nötigen Mittel beantragen soll. Wir finden, dass der Regierungsrat den Antrag schon hätte stellen können. Wir erwarten jetzt und möchten mit der Zustimmung zu dieser Motion auch ein Zeichen setzen, dass er die Anträge in der nächsten Budgetdebatte stellt. Dann wird es an uns hier im Grossen Rat liegen, die nötigen Mittel für eine kantonale Koordinationsstelle und die nötigen Massnahmen auch zu beschliessen. Ich appelliere jetzt schon an alle, die dieser Motion zustimmen, dann auch die Mittel für die Koordinationsstelle und die nötigen Massnahmen zu bewilligen. Danke vielmals.
- SpeechEtienne Klopfenstein(Schweizerische Volkspartei)Grosser RatEtienne Klopfenstein, Corgémont (UDC), porte-parole de groupe. Le projet qui nous préoccupe ici, c’est la lutte contre le frelon asiatique. Les motionnaires soulèvent un problème important lié à la survie des abeilles dans notre canton.
De plus en plus, les abeilles doivent faire face à des prédateurs. Le frelon asiatique risque rapidement de décimer les populations d’abeilles. Chez nous, les abeilles sont plus connues pour la douceur du miel qu’elles produisent ou pour leurs piqûres – moins agréables – qu’elles peuvent nous infliger. Mais les abeilles déploient d’autres activités importantes telles que la pollinisation des végétaux, celles des arbres fruitiers en particulier. La valeur de ces services à la nature est estimée à plusieurs centaines de millions de francs par année, elle avoisinerait le demi-milliard.
Au vu de l’évolution fulgurante des dégâts occasionnés par le frelon asiatique et leur augmentation annuelle exponentielle, il faut agir rapidement. Le Conseil-exécutif n’est pas très pressé d’agir : il n’a pas de stratégie, pas de ressources humaines, pas de moyens financiers pour les trois premiers points.
À situation urgente, solutions urgentes, et déjà en 2024. L’urgence a été demandée lors du dépôt de cette motion. Elle a été accordée et je pense que maintenant, elle doit aussi se traduire dans sa mise en œuvre.
Pas de postulat pour ces trois points, mais une motion. Pour le point 4, le Conseil-exécutif estime que la population, donc, les résidents de ce canton, est déjà suffisamment au courant. Ce n’est pas le cas aux yeux de notre groupe. C’est pour cela que le groupe UDC soutient les quatre points sous forme de motion. Merci d’en faire de même.
- SpeechKarin Berger-Sturm(Sozialdemokratische Partei)Grosser RatKarin Berger-Sturm, Grosshöchstetten (SP), Mitmotionärin und Fraktionssprecherin. Ich bin hier als Mitmotionärin, als Imkerin und als SP-Fraktionssprecherin. In seiner Antwort erkennt der Regierungsrat die Dringlichkeit, die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse einzudämmen, und unterstützt inhaltlich sämtliche Forderungen der Motion. Warum ist die Regierung dann nur bereit für ein Postulat und nicht für eine Motion?
Die Krux ist – und da bin ich ganz klar anderer Meinung als Kollege Matti – die Bereitstellung von Mitteln. Dafür sind wir hier im Grossen Rat verantwortlich. Die SP-JUSO-Fraktion ist überzeugt, dass eine Koordinationsstelle der richtige Weg ist. Sie muss mit den notwendigen Ressourcen ausgestattet sein, damit sie auch wirksam arbeiten kann, damit sie überhaupt arbeiten kann. Es braucht einen Gesamtblick, der mit den Nachbarkantonen und dem Bund abgestimmt werden muss. Die geplanten Sofortmassnahmen sind wichtig. Das Notbudget, das die WEU innerhalb der Direktion bereitstellen kann, ist ein guter erster Schritt. Ein Beispiel ist die sehr gut besuchte, ganztätige Informationsveranstaltung des Inforama, des Amts für Landwirtschaft und Natur (LANAT) und des VBBV im Februar im Inforama Rütti. Es bestand ein grosses Interesse und ein Bedürfnis bei Fachpersonen, Imkerinnen und Imkern sowie bei der Bevölkerung für die vermehrte Information.
Aber worauf wir hier wirklich drängen müssen, ist, dass der Grosse Rat auch Mittel und persönliche Ressourcen dafür zur Verfügung stellt und dass er die jetzt geäusserte Dringlichkeit gegenüber der Gefahr durch die Hornisse wirklich auch noch in der Budgetdebatte vertritt. Sonst sind die Forderungen nach Massnahmen wirklich nur substanzlose Lippenbekenntnisse. Nicht wie z. B. bei der Quagga-Muschel, bei der drei Direktionen beteiligt sind und der Stand der Aktivitäten nach anderthalb Jahren, gemäss meiner Anfrageantwort in der letzten Session, ein Merkblatt ist, das alle Bootsbesitzer informiert und dass Abklärungen laufen zu einer möglichen Zusammenarbeit mit anderen Kantonen. So können wir nicht arbeiten. Wenn wir jetzt noch für Tigermücken, aquatische Organismen, die Hornisse und auch noch alle invasiven Pflanzen einzeln mehrere Direktionen beschäftigen, können wir uns vorstellen, wann wie viel passiert.
Die Asiatische Hornisse ist keine Eintagsfliege. Wir müssen jetzt handeln und dranbleiben, und dafür braucht es ein koordiniertes Vorgehen und Mittel. Die SP unterstützt die Motion in allen Punkten und bestreitet die Abschreibung des Punkts 4. Besten Dank.
- SpeechHans Schär(FDP.Die Liberalen)Grosser RatHans Schär, Schönried (FDP), Mitmotionär, Fraktionssprecher. Vielleicht wissen Sie noch, wo wir verblieben sind. (Der Präsident bittet den Redner, näher am Mikrofon zu sprechen. / Le président demande à l’orateur de se rapprocher du micro.) Es geht um die aggressiven Wespen, die Hornissen sind, die von der Westschweiz her eine Invasion führen, die die Schweiz von Westen her angreifen. Trotz des Grenzschutzes der F/A 18 haben wir dies nicht ganz im Griff und müssen diese Invasion einschränken. Wir haben ein Problem mit den Asiatischen Hornissen in der Westschweiz.
Als ich mich mit dem Thema befasst habe, habe ich zuerst gesagt: Ja, die paar Hornissen, was kann da schon passieren? – Je mehr ich mich mit dem Thema abgegeben habe, desto klarer wurde, dass wir vom Kanton Unterstützung leisten müssen. Eine Hornissenbrut wird ausschliesslich von Insekten gefüttert. Besonders gefährdet sind v. a. Bienen aller Art. Ich habe letzte Woche mit einem Imker im Seeland gesprochen. Seine grössten Bedenken und seine Angst sind, dass ihm ein Volk weggefressen werden kann.
Wenn man sieht, wie viele Nester letztes Jahr im Kanton Genf gefunden wurden, ist es alarmierend. Wir wissen nicht, wie weit die Ausbreitung bereits fortgeschritten ist. Nebst den Kühen und Schweinen gehören Bienen zu den wichtigsten Nutztieren. Sie wissen alle, was Bienen und viele andere Insekten für unsere Natur tun. Wir müssen das Möglichste tun und vielleicht können wir die Plage noch stoppen. Mit einem Prüfauftrag als Postulat wäre dies viel zu träge. Es braucht einen Effort, und zwar jetzt und sofort. Wir von der FDP unterstützen diese Motion mehrheitlich in allen Punkten.
- SpeechFrancesco Marco Rappa(Die Mitte)Grosser Rat158 Grossrätinnen und Grossräte sind an der Nachmittagssitzung vom 7.3.2024 anwesend. / 158 députées et députés participent à la séance matinale/de l’après-midi /du soir du 7.3.2024.
Entschuldigt abwesend sind: / Excusé et excusée : Bösiger Beat, Marti Ursula
Präsident. (Der Präsident läutet die Glocke. / Le président agite sa cloche.) Geschätzte Grossrätinnen und Grossräte, ich hoffe, Sie haben gut gespeist. Nehmen Sie doch bitte Platz, reduzieren Sie Ihre Gespräche auf ein Minimum, sodass wir weitermachen können. Wir sind bei Traktandum 53 verblieben, bei der Motion, bei der es um die Bekämpfung der Asiatischen Hornisse geht. Wir haben jetzt noch zwei Mitmotionärinnen und Mitmotionäre, einerseits Karin Berger-Sturm und andererseits Hans Schär. Die beiden haben abgetauscht, deshalb wird jetzt als Erster als Mitmotionär und auch für die Fraktion Grossrat Hans Schär von der FDP sprechen. Ich wähle ihn ein.
- SpeechFrancesco Marco Rappa(Die Mitte)Grosser RatPräsident. So, da wir jetzt noch Mitmotionärinnen und Mitmotionäre haben und ihre Redezeit länger ist als die verbleibenden 3 Minuten, mache ich hier einen Schnitt. Wir gehen in die Mittagspause. Ich wünsche allen einen guten Appetit. Um 13.30 Uhr fahren wir weiter. (Der Präsident läutet die Glocke. / Le président agite sa cloche.)
- SpeechMatthias Matti(Die Mitte)Grosser RatMatthias Matti, Zweisimmen (Die Mitte), Mitmotionär, Fraktionssprecher. Schon vor der Eingabe dieser Motion haben mich verschiedene Bienenzüchter auf die Gefahr aufmerksam gemacht. Die Asiatische Hornisse ist auf dem Vormarsch und hat 2023 den Kanton Bern erreicht. Wenn wir jetzt nicht sofort reagieren, sind unsere Bienenvölker gefährdet. Was das bedeutet, haben uns verschiedene Filme, aber auch Reportagen in den letzten Jahren schon eindrücklich gezeigt.
Der Regierungsrat teilt die Ansicht, dass gegen die weitere Verbreitung geeignete Massnahmen ergriffen werden müssen, und dass er eine Strategie auch mit den Nachbarkantonen abgleichen und auf die Vorgaben des Bundes abstimmen muss. Das Vorgehen ist absolut richtig und wird von uns Motionären auch so gefordert.
Die Ausführungen betreffend die finanziellen Mittel und die Ressourcen verstehen wir aber nicht als lösungsorientiert. Wie in den vergangenen Jahren mehrmals bewiesen, muss man in ausserordentlichen Situationen auch ausserordentliche Massnahmen ergreifen. Hier müssen die bestehenden Mittel priorisiert werden, sodass die gesprochenen Mittel auch am richtigen Ort, im Ziel, eine Wirkung bringen. Diese Schwerpunkte sind jedes Jahr an einem anderen Ort und müssen nicht immer auf dieselbe Art, sondern jedes Jahr priorisiert werden, und wir können sie auch dem Parlament nicht so delegieren.
Auch beim Punkt bezüglich der Information sehen wir Differenzen. Oder wusste jeder von Ihnen vor dieser Session schon, dass es Asiatische Hornissen gibt, die unsere Bienenvölker gefährden? Ich glaube, auch diesbezüglich müssen wir noch ein bisschen weitermachen.
Bienen sind für unsere Existenz, aber auch für Flora und Fauna und eben für uns Menschen wichtig. Wir müssen sie jetzt schützen und ich bitte Sie, diese Motion – wie Die Mitte – anzunehmen und nichts abzuschreiben.
- SpeechMartin Egger(Grünliberale Partei)Grosser RatMartin Egger, Frutigen (GLP), Mitmotionär, Fraktionssprecher. Ich glaube, die Detailsachen haben meine Kollegen besser im Griff. Ich bin nicht Imker, aber ich bin sicher auch ein Fan der Bienen, darum vertrete ich das Geschäft hier auch für uns.
Die Asiatische Hornisse verbreitet sich rasch in der ganzen Schweiz. Auch im Kanton Bern hat sich die Hornisse sehr schnell verbreitet. Das Tierchen ist ein Fleischfresser und verzehrt kiloweise Insekten. Unsere Bierschwärme sind sonst schon gefährdet. Mit diesen Asiatischen Hornissen sind sie noch einmal mehr in Gefahr. Eine zusätzliche Belastung für unsere Bienen müssen wir unbedingt verhindern. Wie wichtig die Bienen sind, muss ich Ihnen wirklich nicht erzählen.
Es freut mich natürlich, dass die Regierung grundsätzlich der Meinung ist, gängige, verbreitete und gute Massnahmen zu ergreifen und sie auch umzusetzen. Es ist wichtig, dass die Bevölkerung, die Imker und die Politik offen eine gute Zusammenarbeit schaffen und möglichst schnell miteinander griffige Lösungen erarbeiten.
Aus diesen Gründen ist es klar, dass die GLP alle vier Punkte einstimmig als Motion unterstützt. Bei Punkt 4 könnte es sein, dass der eine oder der andere die Abschreibung unterstützt.
- SpeechHanspeter Steiner(Evangelische Volkspartei)Grosser RatHanspeter Steiner, Boll (EVP), Mitmotionär, Fraktionssprecher. Zuerst gerade meine Interessenbindung: Ich bin selbst Imker und wahrscheinlich früher oder später selbst betroffen.
Die Asiatische Hornisse breitet sich rasant in Europa aus und hat, wie man erwarten musste, mittlerweile auch den Kanton Bern erreicht. Als bedrohlicher Bienenschädling gefährdet sie nicht nur die Bienenpopulation, sondern stellt eine ernsthafte Bedrohung dar für die gesamte Bestäubungskette und die Nahrungssicherheit. Da geht es dann um mehr als vielleicht ein fehlendes Glas Honig.
Der Kanton Bern ist gemäss Bundesauftrag in der Pflicht, effektive Massnahmen zu ergreifen, um die Ausbreitung einzudämmen. Die Auswirkungen auf die Lebensgrundlage aller Bestäuber sind gravierend. Ein solches Hornissenvolk frisst unter optimalen Bedingungen ca. 11 Kilogramm Insekten pro Jahr. Die Asiatische Hornisse baut ihre Primärnester in der Nähe von Häusern und die Sekundärnester hoch oben in den Baumkronen, was eine grosse Herausforderung für die Bekämpfung ist. Angesichts dieser Bedrohung sind schnelle und koordinierte Massnahmen erforderlich, um Verluste in der Bestäubungskette zu verhindern und die Nahrungssicherheit zu gewährleisten.
Trotz dieser Dringlichkeit hat der Kanton Bern bisher nur zögerlich reagiert. Die Verantwortlichkeiten wurden hin- und hergeschoben und die Imkerschaft sah sich gezwungen, in Eigeninitiative eine kantonale Nest-Suchgruppe zu bilden. Die Gruppe hat bereits Erfolge erzielt, jedoch fehlen die notwendigen finanziellen Mittel und die personellen Fachressourcen. Die Verunsicherung in der Imkerschaft ist gross.
Wir müssen dringend allen vier Punkten als Motion zustimmen. Ein Postulat reicht hier nicht. Der Handlungsbedarf ist dringend. Die Fraktion der EVP stimmt dieser Motion einstimmig zu. Besten Dank, wenn Sie das auch tun können.
- SpeechFrancesco Marco Rappa(Die Mitte)Grosser RatPräsident. Das ist eine Variante. – Ich sehe hier verschiedene, die als Mitmotionäre am Vorstoss beteiligt sind. Ich gehe einmal davon aus, dass auch Hanspeter Steiner als Mitmotionär spricht, und gleichzeitig für die Fraktion. – Das ist so. Gut. Es geht mir nur darum, dass ich die Zeit im Griff habe. Dann hast du das Wort, Hanspeter.
- SpeechAndré Roggli(Die Mitte)Grosser RatAndré Roggli, Rüschegg Heubach (Die Mitte), Motionär. Was hat der behäbige, gemütliche Berner Bär mit der nervösen und aggressiven asiatischen Hornisse zu tun? (Der Präsident bittet den Redner, näher am Mikrofon zu sprechen. / Le président demande à l’orateur de se rapprocher du micro.) – Ich komme später darauf zu sprechen.
Die Asiatische Hornisse nimmt der Schweiz explosionsartig zu. Vor rund 20 Jahren wurde im Süden von Frankreich das erste dieser Tierchen gesehen. Mittlerweile sind diese Tiere in einem grossen Teil von Europa verbreitet. 2022 hatten wir in der Schweiz rund 16 Nester. Letztes Jahr waren es schon gegen 200 Nester, also eine explosionsartige Zunahme.
Die Nester sind oft auf den Bäumen oben und gar nicht so einfach zu finden. Die Augen aller Leute, die in Wald und Feld unterwegs sind, sind gefragt, um die Tiere zu sehen. Obschon die Nester eigentlich gross werden – sie haben einen Durchmesser von bis zu 60 Zentimetern und eine Länge von bis fast zu einem Meter, also eine relativ grosse Geschichte –, sieht man sie nicht, weil sie ganz hoch oben in den Bäumen platziert sind. Wie clever dieser Räuber oder auch Killer ist, sieht man eben auch an der Kunst, sich so hoch oben in den Bäumen zu verstecken.
Wenn man sie finden will, versucht man, die Hornissen einzufangen, ihnen einen Chip auf den Rücken zu kleben und dann mit Telemetrie zu schauen, wohin sie fliegen, um die Nester zu finden. Das ist eine ziemlich grosse Sache. Wenn man herausgefunden hat, wo sie etwa sein könnten, muss man mit Drohnen die Nester suchen und dann erst fängt der Abbau der Nester an. Im Moment machen die Bienenzüchter einen hervorragenden Job, sie haben in Fronarbeit sehr viele dieser Nester gefunden. Sie haben auch Scouts ausgebildet, die sich engagieren.
Die Asiatische Hornisse ist ein Fleischfresser, die sich von Insekten ernährt. Die Honigbiene macht etwa einen Drittel bis zwei Drittel ihrer Nahrung aus. Sie frisst diese nicht nur selbst, sondern füttert mit den Honigbienen auch ihre Brut. Gleichzeitig frisst dieser Killer aber auch Wildbienen und andere Insekten.
Wenn wir schauen, wie erfolgreich er ist, wenn er vor einem Nest ist ... Er ist unheimlich geschickt in seinen Flugkünsten. Er kann sogar rückwärts fliegen und er ist sehr effizient als Jäger. Er fliegt zu einer Biene hin und packt sie: Ein Angriff – eine Biene weg. Er reisst ihr den Kopf und das Hinterteil ab und verfüttert den Rumpf an seinen Nachwuchs oder frisst ihn selbst.
Die Bienen, die in den Kästen sitzen, schauen dem Treiben zu, das vor dem Bienenkasten passiert. Sie sehen, wie ihre Kollegen gekillt und gefressen werden. Vor lauter Angst bleiben sie im Bienenkasten und gehen nicht mehr hinaus. Das führt dazu, dass sie immer mehr Hunger haben und zu verhungern beginnen, was dann wieder einen Einfluss auf die Bestäubung hat. Und die Bestäubung ist wieder wichtig für uns. Wenn wir den volkswirtschaftlichen Nutzen der Bienen in der Schweiz betrachten, ist das gegen eine halbe Milliarde Schweizer Franken. Das zeigt auch, wie wichtig die Honigbienen für unsere Volkswirtschaft sind.
Die Regierung unterstützt die Anliegen dieser Motion. Sie sagt, dass sie bereit ist, die Ziff. 1 bis 3 als Postulat anzunehmen. Uns Motionärinnen und Motionären genügt das Postulat nicht. Wir brauchen eine Motion, wir brauchen ein klares Signal, weil verbindliches Handeln gefordert ist.
Die Regierung weist auch darauf hin, dass es eine Koordination zwischen den Kantonen und sogar mit dem Bund braucht. Gleichzeitig wurde in einem Bericht des Bundesamts für Umwelt (BAFU) erwähnt, dass die Bekämpfung der Asiatischen Hornissen Sache der Kantone sei. Andere Kantone haben dort vorwärtsgemacht, haben sich selbst organisiert in der Koordination und haben auch schon einiges an Geldern gesprochen. So wurde zum Beispiel im Kanton Aargau ein Betrag von rund 13 Mio. Schweizer Franken gesprochen, um Neobiota und Neophyten zu bekämpfen. Es gibt dort eine Stelle, die verschiedene dieser «Neo-Sachen» bekämpft.
Zu Ziff. 4: Zur Information und Sensibilisierung der Bevölkerung sagt die Regierung, das sei schon oft in den Medien gewesen, die Leute seien sich bewusst, dass es diese Asiatische Hornisse gebe, man brauche da nichts Zusätzliches mehr zu machen. Wenn ich mit den Leuten rede, sagen sie vielleicht, wenn es hoch kommt, ja, sie hätten schon gehört, dass es diese gebe ... (Der Präsident bittet den Redner, zum Schluss zu kommen. / Le président demande à l’orateur de conclure.) ... – aber sie wissen nicht, wie gross die Bedrohung ist.
Ich habe gefragt, was die Ähnlichkeit zwischen dem Bären und den Wespen sei. Eigentlich nichts, (Der Präsident bittet den Redner erneut, zum Schluss zu kommen. / Le président demande encore une fois à l’orateur de conclure.) Darum braucht es eine effiziente Bekämpfung dieser Tiere. Ich komme dann noch einmal.
Data: OpenParlData · CC BY 4.0