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Jetzt ist es aber auch so, dass die Asiatische Hornisse – auch das wurde in der Debatte erwähnt – eine von verschiedenen gebietsfremden Arten ist, deren Zahl immer zunimmt und die bei uns – nicht nur im Kanton Bern, sondern überall, wo diese Arten hinkommen – die bekannte Flora und Fauna verändern. Dies stellen wir seit Jahren immer wieder fest und wir stellen auch immer wieder fest, dass es Probleme gibt. Wir haben die Debatte in diesem Saal geführt. Von Grossrat Vanoni wurde die Quagga-Muschel erwähnt. Es gibt in den Wäldern den asiatischen Laubbockkäfer. Die Tigermücke wurde erwähnt. Dies sind Beispiele, die zeigen, wie die Arten kommen und wie sie sich hier sesshaft machen und dass dies eine Wirkung hat, im Sinn von Problemen, die häufig entstehen.
Das ist ein weltweites Problem, geschätzte Grossrätinnen und Grossräte, und es ist ein Problem, bei dem es auch eine Ursache gibt, nämlich den globalen Handel, die Reisetätigkeit. Der Mensch sorgt also dafür, dass solche Veränderungen von Pflanzen und Tiergemeinschaften stattfinden. Häufig – und dies ist die schlechte Nachricht, die ich überbringe – stellt man eben auch fest, dass solche Tiere und Pflanzen nicht mehr ausgerottet werden können. Irgendwann – und bei verschiedenen Arten – wird man sich also mit dem Vorhandensein, mit dem Dasein abfinden müssen. Man muss Wege finden, wie man mit diesen Arten umgeht, wie man mit solchen Veränderungen umgeht.
Bei der Asiatischen Hornisse haben wir noch die Möglichkeit, darauf hinzuwirken, dass sie nicht sesshaft wird. In anderen Kantonen gibt es Programme, die laufen, gibt es Massnahmen, bei welchen man sieht, wie sie funktionieren und v. a. auch sieht, was sie kosten, also bspw. dort, wo man Nester wegnimmt und vernichtet. Wir haben einen Zahlenrahmen, was eine solche Nestervernichtung kostet. Es sind mehrere 1000 Franken, je nachdem, wo sich das Nest befindet, in der Regel nicht gerade neben dem nächsten Briefkasten.
Wir stellen aber auch fest, dass es eine Sorge gibt. Der Anlass, der am 10. Februar stattgefunden hat, wurde erwähnt – das ist eine der Sofortmassnahmen, die bei uns eingerichtet worden sind, nämlich Beratung und Information –: Mehr als 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen ins Inforama nach Zollikofen.
Die Regierung schlägt vor, dass man nicht «Pflästerlipolitik» betreibt – deshalb der Vorschlag der Koordinationsstelle Neobioten, wie es sie in vielen anderen Kantonen gibt, im Kanton Bern aber nicht. Wir schlagen vor, dass wir eine solche Stelle schaffen und damit den Gesamtblick bekommen auf alle die Arten, die es schon gibt und auf solche, die noch kommen werden. Was wir heute im Kanton haben, geschätzte Grossrätinnen und Grossräte, ist eine Person, angestellt im kantonalen Labor, die mit 10 Stellenprozenten – mit 10 Stellenprozenten – verantwortlich ist für sämtliche Fragen, die sich im Zusammenhang mit diesen Pflanzen und Lebenswesen stellen, die man nicht will, die aber kommen.
Also, die Idee der Regierung ist, dass man eine solche Koordinationsstelle schafft, dass man in einer Gesamtstrategie den Umgang mit solchen Pflanzen und Tierarten anschaut – in diesem Zusammenhang selbstverständlich auch den Umgang mit der Asiatischen Hornisse. So verstehen wir auch die 3 Punkte des Vorstosses. Diese gehen in diese Richtung. Im soeben beschriebenen Sinn wollen wir arbeiten. Wir brauchen Ressourcen für die Koordination, wir brauchen Ressourcen für die Beratung, Information und wir brauchen Ressourcen für die Bekämpfung. Mit anderen Worten – und damit wiederhole ich mich –, wie verschiedene Grossrätinnen und Grossräte in der Debatte gesagt haben, werden wir nicht darum herumkommen, einen Betrag im Budget und im Finanzplan der nächsten Jahre einzustellen, damit wir überhaupt etwas machen können.
Ich arbeite im Moment mit einem bescheidenen Notbudget. Wir haben ein paar Franken zusammengekratzt, mit welchen wir in einem sehr eingeschränkten Rahmen im laufenden Jahr einzelne Massnahmen realisieren können. Dies ist eine Überbrückungsmassnahme oder eine Überbrückungssituation. Dies funktioniert nicht dauerhaft und funktioniert auch in diesem Jahr nur sehr eingeschränkt.
Dies ist auch die Erklärung. In der Debatte wurde die Frage gestellt, weshalb man – wenn man ja seitens der Regierung alles auch so sieht, wie im Vorstoss beschrieben – nicht gerade die Annahme als Motion beantragt. Mit dem Postulat hält die Regierung den Zeigefinger auf und zeigt Richtung Budgetdebatte. Es braucht dann in diesem Rat die ehrliche Diskussion, wie viele Mittel man für welche Massnahmen bereitstellen will. Ich kann Ihnen jetzt schon ankündigen – einfach als Denkanstoss für die nächsten Wochen und Monate –, dass wir von einem Betrag im hohen sechsstelligen 1000-Franken-Bereich sprechen, also mehrere 100’000 Franken. Dies braucht es an Alimentierung, wenn man etwas machen will. Dies ist ein Betrag in einer Grössenordnung, wie er in anderen Kantonen, in Nachbarkantonen, in kleineren Kantonen im Moment eingesetzt wird.
Bei Punkt 4 ist die Regierung der Auffassung, dass wir dies tun, dass wir dies umfassend tun und man den Punkt deshalb abschreiben kann. Die ersten 3 Punkte beantragt Ihnen die Regierung zur Annahme als Postulat mit der Erklärung, wie ich Sie mitgeliefert habe. Ich danke.