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André Roggli · Die Mitte

de
Grosser Rat (BE)07.03.2024
André Roggli, Rüschegg Heubach (Die Mitte), Motionär. Was hat der behäbige, gemütliche Berner Bär mit der nervösen und aggressiven asiatischen Hornisse zu tun? (Der Präsident bittet den Redner, näher am Mikrofon zu sprechen. / Le président demande à l’orateur de se rapprocher du micro.) – Ich komme später darauf zu sprechen.

Die Asiatische Hornisse nimmt der Schweiz explosionsartig zu. Vor rund 20 Jahren wurde im Süden von Frankreich das erste dieser Tierchen gesehen. Mittlerweile sind diese Tiere in einem grossen Teil von Europa verbreitet. 2022 hatten wir in der Schweiz rund 16 Nester. Letztes Jahr waren es schon gegen 200 Nester, also eine explosionsartige Zunahme.

Die Nester sind oft auf den Bäumen oben und gar nicht so einfach zu finden. Die Augen aller Leute, die in Wald und Feld unterwegs sind, sind gefragt, um die Tiere zu sehen. Obschon die Nester eigentlich gross werden – sie haben einen Durchmesser von bis zu 60 Zentimetern und eine Länge von bis fast zu einem Meter, also eine relativ grosse Geschichte –, sieht man sie nicht, weil sie ganz hoch oben in den Bäumen platziert sind. Wie clever dieser Räuber oder auch Killer ist, sieht man eben auch an der Kunst, sich so hoch oben in den Bäumen zu verstecken.

Wenn man sie finden will, versucht man, die Hornissen einzufangen, ihnen einen Chip auf den Rücken zu kleben und dann mit Telemetrie zu schauen, wohin sie fliegen, um die Nester zu finden. Das ist eine ziemlich grosse Sache. Wenn man herausgefunden hat, wo sie etwa sein könnten, muss man mit Drohnen die Nester suchen und dann erst fängt der Abbau der Nester an. Im Moment machen die Bienenzüchter einen hervorragenden Job, sie haben in Fronarbeit sehr viele dieser Nester gefunden. Sie haben auch Scouts ausgebildet, die sich engagieren.

Die Asiatische Hornisse ist ein Fleischfresser, die sich von Insekten ernährt. Die Honigbiene macht etwa einen Drittel bis zwei Drittel ihrer Nahrung aus. Sie frisst diese nicht nur selbst, sondern füttert mit den Honigbienen auch ihre Brut. Gleichzeitig frisst dieser Killer aber auch Wildbienen und andere Insekten.

Wenn wir schauen, wie erfolgreich er ist, wenn er vor einem Nest ist ... Er ist unheimlich geschickt in seinen Flugkünsten. Er kann sogar rückwärts fliegen und er ist sehr effizient als Jäger. Er fliegt zu einer Biene hin und packt sie: Ein Angriff – eine Biene weg. Er reisst ihr den Kopf und das Hinterteil ab und verfüttert den Rumpf an seinen Nachwuchs oder frisst ihn selbst.

Die Bienen, die in den Kästen sitzen, schauen dem Treiben zu, das vor dem Bienenkasten passiert. Sie sehen, wie ihre Kollegen gekillt und gefressen werden. Vor lauter Angst bleiben sie im Bienenkasten und gehen nicht mehr hinaus. Das führt dazu, dass sie immer mehr Hunger haben und zu verhungern beginnen, was dann wieder einen Einfluss auf die Bestäubung hat. Und die Bestäubung ist wieder wichtig für uns. Wenn wir den volkswirtschaftlichen Nutzen der Bienen in der Schweiz betrachten, ist das gegen eine halbe Milliarde Schweizer Franken. Das zeigt auch, wie wichtig die Honigbienen für unsere Volkswirtschaft sind.

Die Regierung unterstützt die Anliegen dieser Motion. Sie sagt, dass sie bereit ist, die Ziff. 1 bis 3 als Postulat anzunehmen. Uns Motionärinnen und Motionären genügt das Postulat nicht. Wir brauchen eine Motion, wir brauchen ein klares Signal, weil verbindliches Handeln gefordert ist.

Die Regierung weist auch darauf hin, dass es eine Koordination zwischen den Kantonen und sogar mit dem Bund braucht. Gleichzeitig wurde in einem Bericht des Bundesamts für Umwelt (BAFU) erwähnt, dass die Bekämpfung der Asiatischen Hornissen Sache der Kantone sei. Andere Kantone haben dort vorwärtsgemacht, haben sich selbst organisiert in der Koordination und haben auch schon einiges an Geldern gesprochen. So wurde zum Beispiel im Kanton Aargau ein Betrag von rund 13 Mio. Schweizer Franken gesprochen, um Neobiota und Neophyten zu bekämpfen. Es gibt dort eine Stelle, die verschiedene dieser «Neo-Sachen» bekämpft.

Zu Ziff. 4: Zur Information und Sensibilisierung der Bevölkerung sagt die Regierung, das sei schon oft in den Medien gewesen, die Leute seien sich bewusst, dass es diese Asiatische Hornisse gebe, man brauche da nichts Zusätzliches mehr zu machen. Wenn ich mit den Leuten rede, sagen sie vielleicht, wenn es hoch kommt, ja, sie hätten schon gehört, dass es diese gebe ... (Der Präsident bittet den Redner, zum Schluss zu kommen. / Le président demande à l’orateur de conclure.) ... – aber sie wissen nicht, wie gross die Bedrohung ist.

Ich habe gefragt, was die Ähnlichkeit zwischen dem Bären und den Wespen sei. Eigentlich nichts, (Der Präsident bittet den Redner erneut, zum Schluss zu kommen. / Le président demande encore une fois à l’orateur de conclure.) Darum braucht es eine effiziente Bekämpfung dieser Tiere. Ich komme dann noch einmal.

Institution
Grosser Rat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0