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Keine Bewilligungen mehr für Traktor-Pulling-Veranstaltungen und -Wettkämpfe im Kanton Bern aufgrund erheblicher Bodenbeeinträchtigungen

(2023.RRGR.288)MotionAblehnung
Grosser Rat Bern (BE)14.09.2023 – 05.06.2024
Speeches(24)
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24 Results
  • Speech
    Dominique Bühler(Die Grünen)
    Grosser Rat
    Präsidentin. Sie haben die Motion abgelehnt.

    Wir verabschieden uns von Regierungsrat Christoph Ammann und seinem Mitarbeiter und warten auf die BVD. (Kurze Pause / Courte pause)

  • Speech
    Dominique Bühler(Die Grünen)
    Grosser Rat
    Präsidentin. Wir kommen zur Abstimmung über das Traktandum 39: Wer die Motion annimmt, stimmt Ja, wer sie ablehnt, stimmt Nein.
  • Speech
    Sarah Gabi Schönenberger(Sozialdemokratische Partei)
    Grosser Rat
    Sarah Gabi Schönenberger, Schwarzenburg (SP), Motionärin. Mir war klar, dass es der Vorstoss sehr schwierig haben wird. Ich danke Ihnen aber trotzdem herzlich für Ihr engagiertes Mitdebattieren. Es war kein Wahlvorstoss. Ich habe auch nicht bei den Nationalratswahlen mitgemacht.

    Es ist noch zu erwähnen, dass das Traktor-Pulling auch in anderen Kantonen, beispielsweise in Luzern oder Solothurn, thematisiert wurde, und dies aus Gründen. Die Luzerner Regierung zum Beispiel hat auf einen Vorstoss im Jahr 2020 geantwortet: «Die Beanspruchung des fruchtbaren Landwirtschaftsbodens durch Traktor-Pulling ist eine nicht mit den bundesrechtlichen Vorgaben vereinbare Bodenbelastung.» Die Bewilligung solcher Anlässe müsse zeitnah kritisch überprüft werden, hat die Regierung geschrieben. Machen wir doch das jetzt auch.

    Auch für dieses Jahr sind wieder einige Anlässe vorgesehen. Man kann jetzt sagen – das wurde gesagt –, das seien kleine Fische, das seien Peanuts. Aber es werden mehr Veranstaltungen, nicht weniger, und sie sind eben völlig fehl am Platz, aus den vorher genannten Gründen. Sie sind aus der Zeit gefallen.

    Es geht mir nicht darum, diese Anlässe proaktiv zu bieten, sondern sie als Kanton zukünftig nicht mehr einfach durchzuwinken, ohne etwas zu überlegen. Sie sind einfach umwelt- und klimapolitisch nicht mehr zu vertreten, und wie gesagt: Kantonale wie nationale Gesetze stehen ihnen entgegen.

    Wandeln macht nicht wirklich Sinn; dann passiert nämlich gar nichts vonseiten der Regierung. Zum Teil kam die Rückmeldung: «Zieh das Zeug doch zurück, das wäre praktischer, und dann legt man sich nicht mit der Landwirtschaftslobby an bei diesem heikleren Thema.» Aber auch ein Zurückziehen macht nicht wirklich Sinn, nicht zum jetzigen Zeitpunkt. Die Diskussion ist nämlich entbrannt, auch medial, und ein Rückzug wäre ein bisschen unfair und feige gewesen: das Verweigern einer Diskussion. Und ich fand die Diskussion hier im Saal sehr spannend.

    Wir wollen uns heute hierzu positionieren müssen, Farbe bekennen. Ich bin sehr gespannt, insbesondere – ich habe auch gut zugehört –, wie ernst es uns mit umweltpolitischen Anpassungen für das Klima ist, wenn es konkret wird, auch wenn es um kleine Fische oder Peanuts geht – auch diese kumulieren sich, auch diese zählen –, und wie wir zur Bodengesundheit, zur Luftqualität und zur Biodiversität stehen.

    Die Böden, unsere Böden sind, wie eingangs erwähnt, ein hohes Gut. Sie sind Grundwasserspeicher und müssen auch in nassen Zeiten, wie wir jetzt gerade erlebt haben, helfen können, das Wasser aufzunehmen.

    In einem so grossen Kanton wie dem Kanton Bern haben wir auch eine gewisse Vorbildfunktion, auch umweltpolitisch. Es ist ein kleiner Schritt, aber immerhin ein Schritt für das Klima.

    Merci für die Diskussion und Ihre Aufmerksamkeit, und ich bitte doch um die Unterstützung von einigen. Merci.

  • Speech
    Dominique Bühler(Die Grünen)
    Grosser Rat
    Präsidentin. Dann hat die Motionärin noch einmal das Wort. Du hast 3 Minuten.
  • Speech
    Speech
    Grosser Rat
    Christoph Ammann, WEU-Direktor. Das wird jetzt ein bisschen nüchterner als beim epischen Feuerwerk des begnadeten Geschichtenerzählers Grossrat Müller, bei dem ich beim Zuhören nicht gemerkt habe, dass ich in Kindheitserinnerungen abschweife und plötzlich Trudi Gerster gehört habe. (Heiterkeit / Hilarité) Sie wissen wahrscheinlich auch, dass Trudi Gerster eben nicht nur Geschichten erzählt hat, sondern auch noch Grossrätin war, nämlich von 1968 bis 1980 im Kanton Basel, als eine der ersten Frauen in einem kantonalen Parlament.

    Ich komme zur Sache. Die Motion will, dass man einen Erlass oder einen Beschluss ausarbeitet, dass man Traktor-Pulling-Veranstaltungen und -Wettkämpfe nicht mehr bewilligen darf. Dazu ist zu sagen – und ich verweise auf die Antwort der Regierung –, dass man sie ja schon heute nicht einfach so durchführen kann. Es gibt ein Bewilligungsverfahren. Das SVSA ist zuständig für das Erteilen einer solchen Bewilligung, generell für sportliche Veranstaltungen mit Motorfahrzeugen. Darunter fällt eben auch das Traktor-Pulling.

    Ins Bewilligungsverfahren werden verschiedene Fachstellen einbezogen. Im Bereich des Bodenschutzes macht die Fachstelle Boden des LANAT eine Beurteilung. Dort haben wir auch unsere Fachleute, welche die Auswirkungen, also eben die Belastungen des Bodens, anschauen und allenfalls Auflagen machen; beispielsweise, dass man bei Niederschlägen Auflagen macht, beim Gewicht der Fahrzeuge oder beim Standort der Piste. Das passiert alles, ist also nicht einfach ungehemmt und ungedämmt.

    Wenn man aus der übergeordneten Perspektive auf das Thema schaut und einen Gesetzesauftrag entgegennehmen will oder eben vielleicht nicht, dann gibt es nicht nur Einzelfälle, die man im Auge hat, sondern dann müsste man sich, wie in verschiedenen Voten angesprochen wurde, auch die Frage stellen, welche anderen Freizeitveranstaltungen – eben Openairs, Schwing- oder Turnfeste – auch Auswirkungen auf den Boden und auf die Umwelt haben.

    Diese Aufgabenstellung will die Regierung eigentlich nicht. Wir sehen keine Notwendigkeit, einen Einzelfall zu regeln oder die Veranstaltungen im grossen Ganzen anzuschauen. Die Einschätzung der Regierung ist die, dass die geltenden Bewilligungsverfahren reichen, dass es nicht mehr braucht und dass es auch kein Verbot für Traktor-Pulling braucht.

    Deshalb beantragt Ihnen die Regierung, diesen Vorstoss abzulehnen.

  • Speech
    Dominique Bühler(Die Grünen)
    Grosser Rat
    Präsidentin. Möchte sich die Motionärin noch äussern? – Nach dem Regierungsrat. Dann hat Regierungsrat Christoph Ammann das Wort.
  • Speech
    André Roggli(Die Mitte)
    Grosser Rat
    André Roggli, Rüschegg Heubach (Die Mitte), Einzelsprecher. In einem Liedchen heisst es: «I chume chume nid drus.» Bei diesem Vorstoss ist es so: Ich verstehe nicht, was Frau Grossrätin Gabi Schönenberger mit diesem Vorstoss will. Will sie jetzt ein Verbot des Rauches, der hinausgelassen wird? Oder ein Verbot der Bodenverdichtung? Oder ein Verbot von importierten amerikanischen Aktivitäten? Oder geht es einfach um ein generelles Verbot, wenn Leute Freizeit- und Spassaktivitäten haben? Oder geht es einfach darum, dass man einen medienwirksamen Vorstoss generieren kann, dass man Lärm machen kann?

    Ich verstehe nicht, worum es geht. Auch nach der Märchenstunde von Grossrat Müller verstehe ich noch nicht, worum es geht. Ein bisschen aufgeklärt hat mich das, was Grossrätin de Quervain gesagt hat; das haben wir auch bei anderen gehört: der Rauch, der ausgestossen wird, dieser kräftige Rauch, der da rausgeht. Es geht eben bei einem Traktor-Pulling oder solchen Aktivitäten nicht nur um den Rauch. Es geht auch um Freundschaften. Es geht um das Zusammensein. Es geht darum, gemeinsam etwas zu machen.

    Wir haben heute in diesem Rat über die UEFA Women’s EURO 2025 (WEURO) gesprochen. Es war selbstverständlich, dass wir sie alle – fast alle – unterstützen. Dafür kommen Flieger von halb oder ganz Europa; das interessiert keinen Menschen, das ist alles in Ordnung. Aber hier geht es darum, dass es Rauch und Bodenverdichtung gibt. Ich verstehe es nicht.

    Ich bitte Sie nicht, das eine gegen das andere auszuspielen, sondern einfach diesen Antrag oder diese Motion kräftig abzulehnen. Merci vielmals.

  • Speech
    Martin Schlup(Schweizerische Volkspartei)
    Grosser Rat
    Martin Schlup, Schüpfen (SVP), Einzelsprecher. Irgendwo müssen wir einmal anfangen, hast du gesagt, Sarah. Ja, das müssen wir. Aber jeder sagt immer, an einem anderen Ort. Da gebe ich dir auch recht. Aber ich muss jetzt trotzdem sagen: Dieser Vorstoss ist für mich – sorry, wenn ich es so sage – ein bisschen ein Bünzli-Vorstoss. Vielleicht würde man «Bünzli» eher in Zürich sagen, aber wir brauchen das Wort manchmal auch in Bern.

    Denn wenn wir das hier verbieten wollen, dann können wir andere Anlässe – das Gurtenfestival, ein Turnfest – alle absagen, erstens wegen den Emissionen. Für das Gurtenfestival fahren hunderte von Lastwagen. Ich bin selber auch schon mit dem Lastwagen hinaufgefahren und habe Dinge auf den Gurten und wieder hinuntergebracht. Es fahren Stapler durch das Gelände, welche die Bühnen aufbauen. Es läuft genau auf dasselbe hinaus. Aber dort sehen wir ein Jahr später ebenfalls, auch wenn es nass war, wieder die schönen Frühlingsblumen und alles zusammen. Wenn man es richtig macht, hat auch dies Platz.

    Deshalb wäre es wirklich falsch, wenn wir anfangen würden, den anderen den Spass zu verbieten. Sonst müsste man auch einmal sagen: Kreuzfahrten lassen ganz anderen Rauch zum Loch hinaus, und nicht nur eine Stunde oder eine halbe Stunde oder eine Viertelstunde. Dann müsste man diese ja auch verbieten.

    Oder Ferienflüge. Reto Müller, du hast ein schönes Verslein geschrieben. Vielleicht könntest du auch einmal ein Verslein gegen die Flieger, die Ferienflieger schreiben. Du hast so schön gesagt: nutzlos. Ja, Ferien sind eigentlich auch nutzlos. Wenn du dem Anderen sein Traktor-Pulling verbieten willst, kannst du auch sagen: Wieso muss ein Jumbo nach Südamerika hinüberfliegen? Das brauchen wir definitiv nicht. Lassen wir uns doch unser Klima schön schützen.

    Dann kommt der Bodenschutz dort auch hinzu: Wir erweitern die Pisten. In Zürich erweitert man die Piste ebenfalls oder hat sie schon erweitert. Damit ist der Boden dann nicht einfach für ein paar Monate ein bisschen geschädigt; damit ist der Boden für ewig versiegelt, und fertig.

    Dann noch etwas, das mich ein wenig gestört hat: Irgendwie weiss man nicht, dass wir in der Landwirtschaft auch Abgasnormen haben. Wir haben bei den Maschinen seit 2019 Vorschriften – also schon vorher, aber seit 2019 haben wir recht strenge Vorschriften. Auch wir haben in den Dieselfahrzeugen Katalysatoren. Wir haben Abgaspartikelfilter. Mein Traktor, den ich vor zwei Jahren gekauft habe, erfüllt genau die gleichen Normen wie ein moderner Lastwagen. Du kannst das weisse Taschentüchlein an den Auspuff halten und es wird nicht mehr schwarz. Das wollte ich eigentlich sagen.

    Deswegen: Lehnen Sie diesen Vorstoss ab.

  • Speech
    Beat Bösiger(Schweizerische Volkspartei)
    Grosser Rat
    Beat Bösiger, Niederbipp (SVP), Einzelsprecher. Jetzt muss wohl doch noch einmal einer etwas sagen kommen, der selber gepullt hat. Ich weiss nicht, wer von Ihnen hier im Saal selbst gepullt hat, aber ich habe es früher gemacht. Dann war ich auch noch 5 Jahre als Bauchef im Organisationskomitee des Traktor-Pullings in Niederbipp. Ich war auch für die Piste verantwortlich und kann Ihnen sagen: Ich weiss eigentlich, wovon wir da reden.

    Die Motionärin hat viel gesagt – aber sie hat viel gesagt, das gar nicht in dieser Motion steht. Sie hat von Umweltbelastung und so weiter gesprochen. Es geht bei dieser Motion um den Bodenschutz.

    Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir haben beim Traktor-Pulling einen riesigen Auflagenkatalog. Die Piste muss Wochen vorher mit einer Blache abgedeckt sein. Wir reden von 100 mal 10 Metern, und nicht um das Gelände herum, denn den restlichen Teil des Geländes beurteilt man wie ein anderes Fest, wie ein Schwingfest, das genannt wurde, aber auch wie eine Springkonkurrenz usw. Dort kann man dann nichts dafür. Entweder ist es trocken oder es regnet. Aber eine Festhütte oder ein Ökonomiegebäude, das für die Verpflegung gebraucht wird usw., ist eine andere Sache.

    Wie gesagt, der Boden wird abgedeckt und gut begleitet. Ich kann Ihnen sagen, es ist nicht eine Bodenverdichtung, die dort entsteht. Das ist eine Ausbildung für Bäuerinnen und Bauern. Denn dort lernt man, mit der Physik umzugehen. Dort lernt man, mit wenig Luftdruck ein hohes Gewicht zu ziehen, weit zu ziehen, bei der Bodenbearbeitung, aber auch bei der Ernte. Das können wir im Alltag anwenden. Das hat grosse Auswirkungen, auch für die Zuschauer. Sie lernen dort, wie man mit diesen Traktoren nachhaltig umgeht und im Alltag diese Gewichte zieht. Also, es ist eigentlich das Gegenteil. Der Boden, der dort beansprucht wird, diese 10 Aren, sind abgedeckt, werden anschliessend wieder aufgelockert, wieder angesät, und das wächst wunderbar. Sie können dort auch Nüsslisalat oder Radieschen säen. Das würde super wachsen.

    Lassen wir die Landbevölkerung, die Bäuerinnen und Bauern, auch die Landmaschinen-Mechaniker, die das Pulling für ihre Freizeit brauchen, das doch machen. Lehnen wir diese Motion wuchtig ab, mit einem Full Pull. Merci vielmals.

  • Speech
    Roland Iseli(Schweizerische Volkspartei)
    Grosser Rat
    Roland Iseli, Rüschegg (SVP), Einzelsprecher. Ich fasse mich ziemlich kurz. Es wurde schon viel gesagt. Den Anlass Traktor-Pulling gibt es seit 25 Jahren. Also, dieses Jahr findet er zum 25. Mal statt. Ich glaube, ich war sogar schon beim ersten Mal dabei und habe zugeschaut. Es ist spannend.

    Wenn man das Ganze ein wenig betrachtet, ist es ein Familienfest. Es kommen Familien, ganze Familie mit den Kindern und dem Vater und dem Grossvater. Alle kommen mit und helfen und nehmen an diesem Wettkampf teil. Sie sammeln dort zum Teil wertvolle Erfahrungen, die sie danach auf dem Bauernhof umsetzen können.

    Ich sehe nicht ein, wieso man einen solchen Anlass verbieten sollte. Mir ist es lieber, wenn die jungen Leute an den Traktoren mitschrauben, als wenn sie zuhause vor dem Handy oder vor der Playstation sitzen und dadurch irgendeinen Hirnschaden erleiden.

    Ich bitte Sie, diese Motion abzulehnen, und dann lassen wir sie weiter pullen. Merci.

  • Speech
    Dominique Bühler(Die Grünen)
    Grosser Rat
    Präsidentin. Wir bleiben beim Thema Traktor-Pulling. Der nächste Einzelsprecher hat das Wort: Es ist Grossrat Roland Iseli von der SVP-Fraktion.
  • Speech
    Nils Fiechter(Schweizerische Volkspartei)
    Grosser Rat
    Nils Fiechter, Oberwil im Simmental (SVP), Einzelsprecher. Grossrat Müller, du hast vorhin in deinem Votum gesagt, irgendwo müsse man beginnen, die Welt zu verändern. Aber in Bezug auf das Traktor-Pulling lassen wir von der SVP das nicht zu. Dieser Vorstoss hier ist ein Angriff auf unsere ländliche Bevölkerung. Es ist ein Angriff auf unsere Kultur, auf unsere Traditionen. Es ist weit mehr als nur etwas Kleines, das man verändern will.

    An die Befürworter dieses freiheitsfeindlichen Vorstosses: Sie argumentieren mit Bodenbeeinträchtigungen. Ja, was kommt denn als nächstes? Der Grossrat und Sprecher unserer Fraktion hat es vorhin erwähnt. Wollen Sie auch Openairs, Schwingfeste und Turnfeste verbieten? Auch diese Veranstaltungen haben Auswirkungen auf den Boden und auf die Umwelt.

    Ihre sozialistische Ökopolitik greift Tag für Tag mehr und mehr in die Wirtschaftsfreiheit, in die persönliche Freiheit, in die Bewegungsfreiheit unseres Volks ein. Sie wollen das Fliegen übermässig besteuern, sodass es sich niemand mehr leisten kann. Sie wollen eine Pflicht zur Installation von teuren Photovoltaikanlagen auf allen bestehenden Gebäuden haben, auch wenn es sich der Eigentümer nicht leisten kann. Sie wollen immer höhere Motorfahrzeugsteuern einführen, sodass sich auch das Autofahren nicht mehr lohnt und es unbezahlbar und damit de facto verboten wird.

    Und jetzt haben wir hier einen weiteren Frontalangriff auf unsere Freiheit. Es ist nicht am Staat, hier aus politischen Gründen einzugreifen. Im Bewilligungsverfahren erfolgt immer eine Beurteilung durch die Fachstelle Boden des Amts für Landwirtschaft und Natur (LANAT). Die Bewilligungsbehörde, das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt (SVSA), berücksichtigt und prüft dann jeweils die entsprechenden Auflagen, und die Veranstalter halten sich dementsprechend auch daran.

    Was mir ebenfalls wichtig und ein Anliegen ist: Unsere Landbevölkerung ist ein Paradebeispiel von Umweltbewusstsein. Wir tragen Sorge zu unserer schönen Natur und wir wissen, wie damit umzugehen ist. Aber dieser Vorstoss hier impliziert einmal mehr, dass die Landbevölkerung rücksichtslos mit den natürlichen Ressourcen umgeht. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall: Die Bauern sind die wahren Grünen in diesem Land.

    Geschätzte Mitglieder des Grossen Rates, sagen wir Nein zu einer sozialistischen, scheinökologischen, planwirtschaftlichen Verbotskultur und stehen wir zur Freiheit unserer Bürgerinnen und Bürger. Traktor-Pulling soll auch künftig möglich sein im Kanton Bern. Merci vielmals.

  • Speech
    Dominique Bühler(Die Grünen)
    Grosser Rat
    Präsidentin. Wir wären jetzt bei den Einzelsprecherinnen und Einzelsprechern, und den Start macht Grossrat Nils Fiechter von der SVP-Fraktion. Du hast 3 Minuten.
  • Speech
    Anna de Quervain(Die Grünen)
    Grosser Rat
    Anna de Quervain, Bern (GRÜNE), Fraktionssprecherin. Es ist immer ein bisschen undankbar, nach Reto zu sprechen. Aber ich bin selber schuld, ich habe gewartet.

    Ich nehme es vorweg: Wir Grünen haben uns an diesem Vorstoss ziemlich die Zähne ausgebissen. Traktor-Pulling ist nichts, wofür unsere Fraktion irgendwelche Sympathien hegt, im Gegenteil. Traktor-Pulling-Veranstaltungen produzieren Lärm, Abgase und CO2-Ausstoss, und sie ziehen die Böden schwer in Mitleidenschaft.

    Es ist so: Bodenverdichtung ist tatsächlich ein grosses Problem für den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und den Schutz vor Erosion. Das ist nicht von der Hand zu weisen. Ausserdem ist es – dies einfach noch als persönliche Bemerkung – angesichts der Klimakrise wirklich nicht mehr zeitgemäss und nicht verantwortbar, zum puren Vergnügen Abgase in die Luft zu lassen, ganz grundsätzlich; sei es auf der Strasse, in der Luft, wie auch schon gesagt wurde, oder eben auf dem Feld.

    Wenn man die Fotos dieser Events anschaut – und ich muss auf Fotos zurückgreifen, denn ich war wirklich noch nie an einem solchen Anlass – und wenn man sieht, was für schwarze Wolken dabei aus den Traktoren kommen, dann erschrickt man schon ein bisschen.

    Trotzdem ist die Mehrheit unserer Fraktion der Ansicht, dass der Weg, eine einzelne Veranstaltungsart zu verbieten, der falsche ist. Wie in der Antwort des Regierungsrates steht, ist davon auszugehen, dass es verschiedene andere Veranstaltungsformate gibt, die ebenfalls erhebliche Schäden am Boden verursachen. Deshalb stellt sich hier einerseits die Frage der Gleichbehandlung mit anderen Anlässen. Andererseits finden wir es ganz grundsätzlich nicht zielführend, einfach einzelne Veranstaltungsarten zu verbieten, egal, wie problematisch wir sie finden.

    Ausserdem ist das Problem eigentlich ein viel Grundlegenderes: Wenn schon, dann muss man über Bodenschutz sprechen, und das ist selbstverständlich ganz in unserem Sinn. Aber das muss man umfassend angehen. Eine konsequente Beurteilungs- und Bewilligungspraxis des Kantons, die für alle gilt, ist sinnvoller als ein pauschales Verbot einer einzelnen Veranstaltungsart. Unser Ansatz wäre deshalb eher, eine vertiefte Abklärung vorzunehmen, ob die aktuellen Beurteilungs- und Bewilligungskriterien reichen, ob die Auflagen eingehalten werden oder ob es da Verschärfungen braucht und der Bodenschutz gestärkt werden muss. Wenn das der Fall ist, muss man dort ansetzen.

    Aufgrund der dargelegten Überlegungen wird sich die überwiegende Mehrheit unserer Fraktion bei einer Motion enthalten. Falls noch gewandelt würde, halten sich die Ja-Stimmen und die Enthaltungen bei uns in etwa die Waage. Merci für die Aufmerksamkeit.

  • Speech
    Reto Müller(Sozialdemokratische Partei)
    Grosser Rat
    Reto Müller, Langenthal (SP), Fraktionssprecher. (Grossrat Fiechter steht ebenfalls beim Rednerpult bereit. / Le député Fiechter se tient également prêt à prendre la parole à la tribune.) Sorry, Nils, du musst warten. – Werte Frau Grossratspräsidentin, sehr geehrter Herr Regierungsrat, liebe Freundinnen und Freunde des Motorsports, lasst uns doch heute auch einmal einen ehrlichen Blick auf unsere liebsten und doch umstrittenen Freizeitbeschäftigungen werfen, beispielhaft veranschaulicht durch ein Traktor-Pulling. Veranstaltungen, bei denen eben monströse Traktoren scheinbar gegen die Gesetze der Physik kämpfen und den Boden erzittern lassen: Das ist zweifellos ein Spektakel, wie wir jetzt gehört haben.

    Während man mit offenem Mund zuschaut, wie sich tonnenschwere Maschinen in den Boden graben, sollten wir uns aber hier im Parlament auch fragen: Ist das wirklich die beste Nutzung unserer Ressourcen in Zeiten des Klimawandels?

    Sie wissen, ich war einmal Lehrer. Deshalb erlaube ich mir heute eine kleine Geschichte. Stellen Sie sich vor, Sie sind, wie wir das hier im Saal oftmals hören, ein umweltbewusster Landwirt, eine umweltbewusste Landwirtin. Ihre Felder sind wie Ihre Kinder, die Sie liebevoll pflegen.

    Dann kommt der Traktor-Pulling-Event daher, und plötzlich ist Ihr Acker Schauplatz eines epischen Kräftemessens. Wie ein riesiger, auf Koffein getrimmter Maulwurf wühlt sich der Traktor durch den Boden, als gäbe es keine Zukunft. Der Boden, der normalerweise so sorgfältig gehegt und gepflegt wird, verwandelt sich in eine Kraterlandschaft, die selbst die NASA beeindrucken würde.

    Aber das ist noch nicht alles. Während die Motoren röhren und die Zuschauer jubeln, wird CO2 in die Luft geblasen. Jeder dieser Monstertraktoren schluckt Diesel; wir haben es vorhin gehört. Ich habe hier geschrieben: mehr Diesel als ein Schiff auf Weltreise. Ich habe nicht gesagt, wie gross das Schiff ist. (Heiterkeit / Hilarité)

    Es ist ungefähr so, als würde man während einer Diät beschliessen, dass man doch den ganzen Kuchen essen will. Das mag zwar Spass machen, aber es widerspricht absolut dem Ziel. Man könnte sagen, dass Traktor-Pulling eine Art umgekehrtes volkstümliches Bauerntheater ist. Einerseits wird sanft gesät und geerntet, und hier wird dann geräuschvoll zerstört und verpulvert.

    Und dann gibt es noch die Tierwelt. Während wir diese Show geniessen, flüchten die Feldmäuse panisch in alle Richtungen. Die Vögel erheben sich schockiert in die Luft, und sogar der erwähnte Mauerwurf, der sonst still und heimlich seine Gänge grabt, schaut fassungslos herum und sagt: «Was zur Hölle!» – Sorry. (Heiterkeit / Hilarité)

    Wir könnten Traktor-Pulling als modernen Tanz der technischen Giganten betrachten, so, wie es jetzt ein Teil hier im Rat beschrieben hat – beeindruckend anzuschauen, aber doch letztlich eine sinnlose Energieverschwendung, die nur dafür sorgt, dass unser ökologischer Fussabdruck zum riesigen Traktorreifenabdruck mutiert.

    Natürlich, jeder und jede braucht seinen oder ihren Spass, und niemand von unserer Fraktion verlangt, dass wir alle zu asketischen Umweltheiligen werden. Wahrscheinlich hören wir das dann noch in den Einzelvoten. Aber vielleicht sollten wir uns eben doch überlegen, ob wir gigantischen Anlässen oder eben auch gigantischen Maschinen wirklich auch in Zukunft so viel freie Bahn lassen wollen, während die Erde unter den Rädern oder unter den Füssen ächzt und stöhnt. Irgendwo müssen wir beginnen, die Welt zu verändern!

    In diesem Sinn: Lassen Sie uns den Spass am Leben nicht verlieren, aber vielleicht doch auch wieder überdenken, wie wir beginnen wollen, unsere Leidenschaften in der Freizeitgestaltung und in der Freizeitunterhaltung – hier beispielhaft der Motorsport mit Traktoren – mit einem vernünftigen und nachhaltigen Lebensstil in Einklang zu bringen. Denn die wahre Kraft, die wir feiern können, ist die des gesunden Bodens, eines blühenden Bodens, der uns alle nährt und der eine gesunde und intakte Welt hinterlässt, die wir dereinst auch unseren Kindern weitergeben wollen.

    Die SP-JUSO-Fraktion stimmt dem Vorstoss von Sarah Gabi Schönenberger zu. Merci, dass Sie mir bei der Geschichtsstunde zugehört haben.

  • Speech
    Bruno Riem(FDP.Die Liberalen)
    Grosser Rat
    Bruno Riem, Wichtrach (FDP), Fraktionssprecher. Es wurde schon sehr viel gesagt, deshalb möchte ich mich eher kurz halten. Man kann sicher über den Sinn und Unsinn solcher Veranstaltungen diskutieren. Aber gemäss uns kann es nicht sein, dass man, wenn man solche Anlässe doof findet, sie einfach verbieten will. Ich glaube, das ist nicht der richtige Weg. Auch die Begründung finden wir eher ein bisschen herangezogen. Denn es wurde ja gesagt: Diese Bodenverdichtung findet auch bei anderen Handlungen statt. Die FDP-Fraktion lehnt diese Motion einstimmig ab.
  • Speech
    Ernst Tanner(Eidgenössisch-Demokratische Union)
    Grosser Rat
    Ernst Tanner, Ranflüh (EDU), Fraktionssprecher. Die Motionärin fordert, dass wegen erheblichen Bodenbeeinträchtigungen für Traktor-Pulling-Veranstaltungen im Kanton Bern in Zukunft keine Bewilligungen mehr erteilt werden sollen. In der Begründung wird dann aber auch gut aufgezeigt, wie ein solcher Geschicklichkeitswettbewerb abläuft und wie eben die Natur und die Umwelt darunter leiden müssen.

    Aus unserer Sicht ist das eigentlich halb so wild. In der Bewilligung des Strassenverkehrsamts – wir haben es schon gehört – sind 18 Auflagen für den Bodenschutz enthalten, die aber von den Veranstaltern auch eingehalten werden.

    Noch zur erwähnten Abgasproblematik, von der Sarah schreibt: Dazu kann ich Ihnen sagen, wie viel Dieseltreibstoff ein solcher Pull-Traktor in der 8-Tonnen-Klasse für eine solche Veranstaltung verpufft, damit er in die vorderen Ränge fahren kann. Es sind sage und schreibe einfach etwa 5 bis 6 Liter.

    Aber die Motionärin hat recht: Es sind Freizeit- und Spassveranstaltungen. Diesbezüglich gebe ich ihr schon recht. Aber was ist denn mit den vielen Menschen, welche die Freizeit und den Spass in fernen Ländern mit dem Flugzeug erleben? Vergessen wir nicht: Ein Flugzeug muss vor der Landung zum Teil noch Treibstoff ablassen. Aber beim Pulling-Traktor bleibt der restliche Most nach dem Spass im Tank.

    Die EDU-Fraktion lehnt diesen Vorstoss ab.

  • Speech
    Grosser Rat
    Andreas Mühlemann, Grasswil (Die Mitte), Fraktionssprecher. «Keine Bewilligungen mehr für Traktor-Pulling-Veranstaltungen und -Wettkämpfe im Kanton Bern»: Die Antwort des Regierungsrates ist verständlich. Es wurde schon alles dazu gesagt. Aber trotzdem: Veranstaltungen mit Traktor-Pulling finden im Kanton Bern, wie schon gesagt wurde, drei statt. Das heisst: Es ist ein kleiner Fisch im ganzen Freizeitangebot, das wir haben.

    Die ausgewählten Standorte werden einer strengen Bewilligung unterzogen, wir haben es gehört: 28 normale Bewilligungen, 18 Bodenschutzpunkte müssen sie erfüllen. Wenn es regnet und nass ist, gilt ein striktes Fahrverbot, und das Fahrerlager darf auch nicht aufgebaut werden. Die Teilnehmenden und Besucher sind sehr sensibilisiert auf das Thema Bodenschutz. Bei keiner anderen Veranstaltung auf landwirtschaftlichen Nutzflächen (LN) sind die Vorschriften so vielfältig.

    Wir sind überzeugt, dass Traktor-Pulling nicht mehr Einfluss nimmt auf den Boden als andere Veranstaltungen wie Musikfeste oder Hornusserfeste und Festivals. Mit dem Gewicht, den abstimmten Reifen und dem Können der Fahrer ist das Ziel zu erreichen, dass es die beste Traktion ist. Die Mitte-Fraktion ist mit der Antwort des Regierungsrates – wie bereits gesagt – zufrieden, dies den Veranstaltern mit diesen Auflagen auf keinen Fall zu verbieten.

    Dann die Fahrer: Es sind bei diesen Pullings oft auch Jüngere. Für sie ist es eine Lehrstunde. Sie lernen den Boden verstehen, das Fahrzeug, die Pneus, die aufeinander abgestimmt sein müssen, damit das überhaupt funktioniert.

  • Speech
    Monika Stampfli(Grünliberale Partei)
    Grosser Rat
    Monika Stampfli, Nidau (GLP), Fraktionssprecherin. Traktor-Pulling-Veranstaltung: Ich danke der Motionärin, dass sie mir die Chance gegeben hat, mich mit einer Veranstaltung zu beschäftigen, die ich definitiv noch nicht auf dem Radar hatte. Beim Traktor-Pulling geht es darum, einen Bremswagen 100 Meter weit zu ziehen, ohne dass die Hinterräder durchdrehen oder es den Traktor hebt. Das braucht grosses Geschick und lässt anscheinend nicht nur junge Traktorfahrerherzen höherschlagen.

    Die bewegten Bilder auf YouTube erschrecken unser grünes Herz. Russwolken, schwarz, Lärm, verunstaltete beziehungsweise verdichtete Böden: sicher nicht ideal, um einen aktiven Umweltschutz zu leben. Die von der Motionärin eingebrachten Argumente, weshalb diese Veranstaltung verboten werden soll, können allerdings auf viele – wir haben es schon gehört – beim Volk beliebte Veranstaltungen angewendet werden. Was wir heute noch nicht gehört haben, ist beispielsweise auch ein Pfadilager.

    Genau da liegt die Krux. Die Fraktion der Grünliberalen kann sich nicht mit dem exklusiven Verbot eines bestimmten Anlasses identifizieren und lehnt die Motion trotz Umweltbedenken ab. Wir empfehlen den Veranstaltern von Traktor-Pulling-Anlässen ganz klar ein Einhalten und Beachten der gesetzlichen Auflagen, wenn sie beziehungsweise ihre Veranstaltungen weiterhin Bestand haben sollen.

    Ausserdem hätten wir einen Vorschlag: den Vorschlag, diese Veranstaltungen ein kleines bisschen grünliberaler auszugestalten. Warum organisieren Sie nicht einmal ein Elektrotraktor-Pulling? Auch landwirtschaftliche Fahrzeuge müssen früher oder später dekarbonisiert werden. Traktoren mit Elektromotoren gehört die Zukunft!

  • Speech
    Tom Gerber(Evangelische Volkspartei)
    Grosser Rat
    Grossrat Gerber, Reconvilier (PEV), porte-parole de groupe. Liebe Grossrätin Sarah Gabi, vielleicht wäre es noch interessant: Wenn man messen würde, fände man vielleicht mehr Bodendruckschäden aufgrund der parkierten Autos neben der Piste als auf der Piste selber. Das wäre noch ganz spannend.

    Je ne cache pas que même en tant qu’agriculteur, je ne suis pas du tout fan de tractor pulling. Dans ce sens-là, je ne suis pas si loin que ça de la motionnaire. Je peux même avouer ici, volontiers, être clairement contre les sports motorisés et surtout quand ils ont lieu sur de la surface agricole.

    Cependant, déjà aujourd’hui, le tractor pulling fait l’objet d’exigences assez élevées et surtout, il y a plein d’autres utilisations des terrains agricoles au moins aussi dommageables. Que dire alors du motocross ou des roulages, des différents festivals, des fêtes de lutte mais aussi et surtout de leur utilisation comme places de parc lors de nombreux, très nombreux foires et marchés ?

    Ce serait simplement complètement déplacé de créer une réglementation simplement sur la base de goût personnel. On peut très volontiers discuter ici de l’utilisation des terres agricoles à d’autres fins que la production et la biodiversité. Et je ne cache pas que je suis assez critique ou très critique par rapport à de nombreuses utilisations. Et en étant agriculteur à Reconvilier, j’ai aussi déjà mis des terrains à disposition comme places de parc pour la foire. Eh bien ! Je pense que le tractor pulling fait beaucoup moins de dégâts que le stationnement de voiture dans des conditions humides lors d’une foire.

    Mais il convient alors de discuter de manière générale de cette utilisation et de ne pas tirer à boulet rouge sur un sport, pour lequel on a plus ou moins, ou un peu moins de compréhension. Le groupe évangélique rejettera donc clairement, à l’unanimité, la présente motion. Je vous remercie.

Data: OpenParlData · CC BY 4.0