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Erhebung von Zahlen zur Privatverschuldung

(11.3465)MotionErledigt
Schweiz18.04.2011
Speeches(20)
Sorted by Speech date, Descending
20 Results
  • Redetext
    Hans Altherr(FDP.Die Liberalen)
    Schweiz
  • Redetext
    Didier Burkhalter(FDP.Die Liberalen)
    Schweiz

    Tout d'abord, nous traitons une initiative parlementaire et une motion.

    L'initiative parlementaire est au stade de l'examen préalable. Je vous remercie de nous avoir permis de rester, car normalement nous n'avons pas le droit de prendre la parole. Néanmoins, j'aimerais vous dire - suite aux propos enflammés de Monsieur Jenny et à l'intervention de Monsieur Janiak, beaucoup plus posée comme il se doit - qu'il ne faudrait pas pour autant perdre de vue l'importance de la responsabilité individuelle. On peut dire ce qu'on veut des nombreux rapports et des années qui passent sans beaucoup d'amélioration dans ce dossier, mais c'est un problème de société qui ne se résout pas très bien au moyen d'interdictions. La responsabilité individuelle conduit les familles à faire des efforts d'éducation importants, afin que les jeunes développent une conscience des risques d'un certain nombre d'actes, et également la conscience de gérer leur vie de la meilleure manière possible. La responsabilité individuelle est très vraisemblablement la solution, même si le but est difficile à atteindre - en tout cas de façon à toucher de larges couches de la population.

    J'aimerais faire une deuxième remarque sur l'initiative parlementaire. Si vous y donnez suite, il faudra tout de même poser la question de sa constitutionnalité. Vous pouvez poser la question à Monsieur Zanetti, qui est passionné comme moi-même par la Constitution. Il y a malgré tout dans ce dossier-là un problème constitutionnel qu'il faudra aborder.

    En ce qui concerne la motion, celle-ci nous charge d'effectuer une enquête et de déterminer le nombre de ménages qui ont des problèmes d'endettement, notamment les jeunes adultes. Cette motion est certes récente, mais elle est déjà vieille du moment qu'une enquête sur ce sujet a été publiée l'été dernier. Les principaux résultats du module spécifique d'une enquête coordonnée au niveau européen par Eurostat ont été publiés sur le site de l'Office fédéral de la statistique. Ces résultats sont disponibles et comparent la situation en Suisse avec celle de 30 autres pays européens; je vous passe les détails mais je relève quelques éléments sur les jeunes. On y voit qu'un jeune de moins de 18 ans sur quatre vit dans un ménage qui a contracté un crédit ou un emprunt - on ne compte pas dans ces enquêtes les crédits ou emprunts liés au logement principal - et qu'un enfant sur dix vit dans un ménage avec des arriérés de paiement critiques. 23 pour cent des jeunes adultes âgés de 18 à 24 ans - sans distinguer s'ils vivent chez les parents ou non - vivent dans un ménage ayant contracté un crédit ou un emprunt, ce qui représente 140 000 jeunes adultes; et presque 10 pour cent de ces jeunes âgés de 18 à 24 ans - soit 57 000 jeunes adultes - vivent dans un ménage avec des découverts ou arriérés de paiement critiques.

    En Suisse, ces chiffres sont un peu inférieurs à la moyenne européenne. Il y a de grandes différences dans certains domaines, je vous passe les détails. Cette enquête est intéressante. Sa fréquence n'est pas très claire. En principe, on attend une prochaine enquête en 2015 au niveau européen. Néanmoins, depuis la publication de ces chiffres qui datent déjà d'il y a quelque temps, l'évolution en Europe a été importante. Il serait donc bon que l'on puisse assurer une certaine fréquence de l'enquête. Si jamais l'enquête ne devait pas être renouvelée au plan européen, nous activerons ce module pour la Suisse. Les informations disponibles sur l'endettement seront ainsi actualisées et complétées. Par exemple, les raisons de l'endettement nous paraissent particulièrement importantes, ainsi que des questions individuelles aux personnes âgées de plus de 15 ans.

    Si l'on s'en tient au texte de la motion, on pourrait donc admettre qu'elle est réalisée. Néanmoins si vous l'acceptez, ce que nous vous proposons de faire, nous interpréterons cela dans le sens qu'il faut renouveler cette enquête à l'avenir, afin d'en actualiser les informations et de les développer.

    [VS]

  • Redetext
    Hannes Germann(Schweizerische Volkspartei)
    Schweiz

    Ich habe nach der gewalteten Diskussion noch zwei, drei Dinge zu präzisieren.

    Damit die Sache korrekt festgehalten wird, muss ich sagen: Dem Antrag Savary ist entgegenzuhalten, dass die WAK-NR, die Schwesterkommission, Folgegeben mit 13 zu 9 Stimmen abgelehnt hat. Darum ist das Geschäft in der ersten Phase, in der es sich befindet, überhaupt erst in den Nationalrat gegangen und jetzt zu uns gekommen. Damit ist das präzisiert.

    Jetzt muss ich zur Verschuldungssituation schon noch etwas ausführlicher werden: Das Bundesamt für Justiz hat, wie gesagt, am 18. Juni 2007 eine Studie in Auftrag gegeben. Die Fachhochschule Nordwestschweiz hat diese Studie zur Verschuldungssituation junger Erwachsener durchgeführt. Jetzt werden Sie staunen, Herr Jenny: Die Jugendlichen sind nur äusserst selten bei Kreditinstituten verschuldet, es sind dies weniger als 4 Prozent. Soweit Schulden existieren, bestehen diese meist gegenüber den Eltern, das sind natürlich auch Schulden, und gegenüber anderen Personen des nahen sozialen Umfeldes. Auch hier ist das Ausmass relativ gering; im Durchschnitt sind es 300 Franken. Nur um zu sagen: Man kann eine Statistik so oder anders auslegen. Ich will das Problem nicht negieren. Aber es soll doch auch einmal etwas Positives gesagt werden: 62 Prozent aller Jugendlichen haben überhaupt keine Schulden - überhaupt keine.

    Kollege Jenny, man kann dieses Werbeverbot machen, aber Sie müssen sich schon darüber Rechenschaft ablegen, was Sie damit erreichen. Ein Werbeverbot führt auch zu Intransparenz. Ein junger Mensch wird trotzdem einen Leasingvertrag machen, wenn er das Geld für sein Lieblingsauto nicht hat. Er wird seine erste Wohnungseinrichtung, die er vielleicht mit seiner Freundin zusammen einkauft, trotzdem in Raten bezahlen. Er sagt, er habe das Geld nicht, und dann erhält er logischerweise das Angebot, in Raten zu bezahlen. Schauen Sie doch einmal alle diese vielen "Heftli" an, dort steht das überall: Die Stereoanlage oder sogar den Kopfhörer für Fr. 37.90 kann man in sechs oder zwölf Monaten abzahlen. Da ist die Transparenz wesentlich kleiner als bei den Krediten, die gesprochen werden.

    Es gibt heute bereits strenge Vorschriften, was die Missbräuche in der Werbung für Konsumkredite anbetrifft. Sie sind in Artikel 3 Buchstaben k bis n des Bundesgesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb festgehalten. Missbräuche sind eigentlich ausgeschlossen. Der effektive Jahreszins muss angegeben werden, und die Gesamtkosten des Kredits müssen aufgeführt werden, mit einer Verdeutlichung durch ein Berechnungsbeispiel - das ist eben wichtig. Weiter schreibt das Gesetz auch noch vor, dass bei öffentlichen Auskündigungen über einen Konsumkredit darauf hingewiesen werden muss, "dass die Kreditvergabe verboten ist, falls sie zur Überschuldung der Konsumentin oder des Konsumenten führt" usw. Hier haben wir also bereits heute relativ strenge Bestimmungen.

    Nun frage ich: Was soll es denn bringen, wenn für diese Kredite nicht mehr geworben werden darf? Heute muss dabei wenigstens Transparenz hergestellt werden - immerhin das. Darum glaube ich, dass wirklich verstärkt beim positiven Element anzusetzen ist, nämlich bei der Prävention, und diese hat auf allen Ebenen stattzufinden, vielleicht wirksamer als bis heute, aber wir sollten die Situation auch nicht [PAGE 1219] allzu stark dramatisieren. Es gibt auch sehr viele Erwachsene, die nicht mit Geld umgehen können, und wie Figura zeigt, kann es die Mehrzahl der Staaten in Europa auch nicht. Dort erlässt man auch kein Werbeverbot.

    Ich bitte Sie also, Vernunft walten zu lassen. Einer parlamentarischen Initiative ist Folge gegeben worden, eine Motion ist angenommen worden; damit kommt das Problem so oder so wieder auf den Tisch. Der Nationalrat bzw. dessen WAK ist gefordert, mit dem Bundesrat und der Verwaltung zusammen etwas auszuarbeiten. Sie können diese zweite Initiative mit dem Werbeverbot auch noch hinterhersenden. Wir haben in der Kommission mehrheitlich gefunden, das sei unverhältnismässig.

  • Redetext
    This Jenny(Schweizerische Volkspartei)
    Schweiz

    Herr Kollege Germann: Hier kann man nicht geteilter Meinung sein. Werbung wird gemacht, weil sie etwas nützt. Herr Kollege Lombardi: Wenn Werbung nichts nützen würde, gäbe niemand nur einen Franken dafür aus. Dass diese Werbung für Kleinkredite wirkt, ist eine Tatsache, absolut. Ich erlebe im Geschäft, dass 50 Prozent der Leute, die Geldprobleme haben, mit Kleinkrediten angefangen haben. Das ist das Dümmste, was es überhaupt gibt; nur glaubt das niemand in seiner Not. Die Leute müssen zwar 12 bis 14 Prozent Zins bezahlen, unglaubliche Beträge, aber sie meinen, dass das für den Moment die Rettung sei.

    Jetzt sagt man, dass ein Verbot nichts nütze. Wenn es nichts nützt, dann schadet es wenigstens nicht. Es wird von zu grossen Eingriffen in die Wirtschaftsfreiheit gesprochen. Von welcher Wirtschaftsfreiheit sprechen wir? Es kann doch nicht die Wirtschaftsfreiheit sein, dass wir Jugendliche geradezu in die Verschuldung treiben und führen. Man kann sagen, es liege in der eigenen Verantwortung - sicher, aber die eigene Verantwortung täte auch an anderen Orten not und gut.

    Immer, wenn man etwas dagegen unternimmt - Kollege Janiak hat darauf hingewiesen -, sagt man, dass es in Planung sei und man es sowieso mache. Ich höre das nicht seit zwölf Jahren, ich höre es seit dreizehn Jahren; so lange bin ich nämlich im Rat. Passiert ist rein gar nichts. Werbung sei ein Bestandteil der freien Wirtschaft - ich bin weiss Gott für freie Wirtschaft; aber das ist nicht die Wirtschaft, die ich mir vorstelle. Wenn ich laufend Kollegen und Mitarbeitern den Lohn zedieren muss, dann schmerzt mich das, vor allem, weil sie erst nachher kommen und nicht, bevor sie den Blödsinn machen; von mir bekämen sie das Geld wesentlich günstiger. Man argumentiert, wir müssten die Selbstverantwortung erhöhen - ich bin sehr dafür, aber nicht in diesem Punkt.

    Tun Sie etwas für die Jugend, setzen Sie hier ein Zeichen, auch wenn es nur ein kleines Signal ist! Die Werber haben diesen Beitrag von uns weiss Gott nicht nötig.

  • Redetext
    Claude Janiak(Sozialdemokratische Partei)
    Schweiz

    Ich bin jetzt seit zwölf Jahren hier in Bern, und dieses Thema ist wirklich ein Dauerbrenner. Ich war am Anfang in der parlamentarischen Gruppe für Jugendfragen. Da wurden von den Jugendverbänden Vorschläge gemacht, es wurde interveniert, es wurde gesetzgeberischer Bedarf anerkannt. Ich weiss nicht, wie viele Berichte seither schon verfasst worden sind. Alle waren sich immer einig: Es ist ein riesiges Problem, Prävention muss sein. Aber alle paar Jahre fängt man wieder bei null an, weil sich offenbar an der Situation nichts geändert hat. Das Einzige, was ändert, sind die Prestigeprodukte, früher waren es vielleicht eher Kleider, heute sind es Handys usw.; das ändert sich. Aber letztlich müssen wir doch eingestehen, dass das Problem seit Jahren auch hier im Parlament immer wieder diskutiert worden ist. Das, was jetzt von dieser parlamentarischen Initiative Aubert verlangt wird, haben schon andere verlangt. Man war sich auch einig: Ja gut, wir müssen schauen, ob man mit Prävention etwas erreicht. Aber ich stelle einfach fest, dass wir irgendwie immer am gleichen Punkt sind. An der Situation, dass Jugendliche und junge Erwachsene zunehmend verschuldet sind, hat sich nichts geändert. Solange wir halt immer wieder nach den gleichen Rezepten vorgehen, die im Parlament bis jetzt vorgeschlagen worden sind, ändert sich offenbar nichts.

    Das ist für mich der Grund, weshalb ich der Initiative Folge geben werde.

  • Redetext
    Filippo Lombardi(Christlichdemokratische Volkspartei der Schweiz)
    Schweiz

    Das Anliegen ist sicherlich wichtig. Wenn es tatsächlich stimmt, dass viel zu viele Leute, besonders Jugendliche, über ihre Verhältnisse leben, muss man etwas tun. Das gilt übrigens auch für viele Staaten; da macht man nichts, aber das ist ein anderes Problem. Diese Situation muss ernsthaft analysiert und mit wirksamen Massnahmen bekämpft werden. Die Analyse und die Prüfung von Massnahmen sollen aufgrund der Motion der WAK des Nationalrates erfolgen; ich unterstütze sie. Ich erwarte eine objektive Analyse der Lage und eine Reihe von wirksamen Massnahmen, die es ermöglichen, das Problem anzupacken.

    Die parlamentarische Initiative Aubert kann ich hingegen nicht unterstützen, weil sie uns den üblichen Ausweg über ein Werbeverbot anbietet, um ein Problem zu lösen. Das ist eine typische Alibiübung der Politik: Wenn man nicht in der Lage ist, ein Problem anzupacken oder zu lösen, sagt man: Machen wir mal ein Werbeverbot! Damit ist unser Gewissen gerettet, wir haben etwas getan; wir haben das Problem zwar nicht gelöst, aber wenigstens werden wir diese Werbung nicht mehr sehen.

    Sie wissen, ich bin Präsident von Schweizer Werbung, dem Dachverband der kommerziellen Kommunikation in der Schweiz. Wir sind der Meinung, dass die freie kommerzielle Kommunikation ein Bestandteil der freien Kommunikation insgesamt und ein Bestandteil der Meinungsbildung sowie der freien Marktwirtschaft in unserer Gesellschaft ist.

    Werbeverbote sind in der Regel eben kein geeignetes Mittel, um Probleme anzupacken. Was grundsätzlich schädlich ist, muss bekämpft, verboten oder wenigstens eingeschränkt werden, mittels entsprechender gesetzlicher Massnahmen, [PAGE 1218] mittels Präventionskampagnen, allenfalls mittels Altersgrenzen, Begrenzung von Beiträgen, Begrenzung der Zinsen - was auch immer wir hier richtig finden. Was hingegen legal ist, soll eigentlich auch frei kommunizierbar bleiben. In diesem Sinne bitte ich Sie, zwar die Motion anzunehmen, der Initiative aber gemäss Empfehlung unserer Kommission keine Folge zu geben.

    Werbeverbote sind grundsätzlich nicht das geeignete Instrument, um Probleme zu lösen. Sie sind eher eine Alibiübung. Wir sollten uns hüten, solche Auswege zu bevorzugen. Hingegen sollten wir die Problematik analysieren, anpacken und allenfalls im Gesetz die Massnahmen treffen, mit denen das Problem gelöst werden kann. Im Internetzeitalter sind Werbeverbote immer weniger wirksam, denn die Jugendlichen sind besonders übers Internet zu erreichen. Da können Sie so viele Werbeverbote einführen, wie Sie wollen, das wird im Internet nicht wirken. Da werden die Leute persönlich von allen Seiten mit allen möglichen Vorschlägen angegangen.

    Ich glaube, wir müssen eher die Selbstverantwortung der Bevölkerung erhöhen, die Prävention in diesem Bereich sowie in vielen anderen Bereichen verstärken und dann allenfalls im Konsumkreditgesetz die konkreten Massnahmen treffen, um zu verhindern, dass die Überschuldung tatsächlich zum gesellschaftlichen Problem wird.

  • Redetext
    Géraldine Savary(Sozialdemokratische Partei)
    Schweiz

    Je vous demande de donner suite à l'initiative parlementaire Aubert, le Conseil national en ayant fait de même. Si l'autre conseil a donné suite à cette initiative, c'est parce qu'elle a été au préalable cosignée par des parlementaires de presque tous les groupes, de l'UDC aux Verts, en passant par bon nombre de PDC. Il y en a d'ailleurs quelques-uns qui siègent maintenant dans ce conseil et qui avaient cosigné cette initiative parlementaire à l'époque et qui, par la grâce des voix que leur ont données les électeurs, se retrouvent examiner cette initiative au Conseil des Etats.

    Mais, plus essentiellement, si cette initiative a été soutenue par le Conseil national, c'est parce qu'elle traite d'un vrai problème de notre société: l'endettement d'une partie de la population. Il y a assez peu de chiffres précis sur la question, mais des chiffres genevois par exemple montrent qu'on constate, entre 2003 et 2009, une augmentation de 53 pour cent de la population endettée. Ces chiffres montrent une vraie réalité, un vrai problème, de vrais enjeux pour notre société et notre population.

    Ces problèmes touchent à la fragilisation d'une partie de notre population face au petit crédit et à l'appauvrissement de ces personnes qui tombent dans le cercle infernal de l'endettement. Par sa motion 04.3640, "Loi sur le petit crédit. Améliorer la protection des jeunes adultes", Madame Meier-Schatz avait d'ailleurs déjà demandé au Conseil fédéral une modification de la loi fédérale sur le crédit à la consommation. Donc, vous voyez bien que ce problème est récurrent et que, de façon récurrente, il n'est pas résolu au Parlement fédéral.

    De nombreux rapports ont déjà fait état de la situation du petit crédit en Suisse. Ils montrent les difficultés qui découlent du petit crédit et arrivent à la même conclusion: oui, l'accès trop facile au petit crédit, en particulier pour les jeunes, est un facteur de pauvreté, et oui, la publicité en faveur du petit crédit précipite une certaine partie de notre population, en particulier les jeunes, dans des situations difficiles.

    Le développement de l'initiative parlementaire Aubert évoque le chiffre suivant: 80 pour cent des jeunes endettés l'ont déjà été avant l'âge de 25 ans - ce qui est assez impressionnant. Vous avez toutes et tous sans doute dans vos communes et dans vos cantons rencontré des jeunes de 20 à 25 ans qui se retrouvent avec des dettes de 30 000 ou 40 000 francs parce qu'ils ont été séduits par la publicité en faveur du petit crédit, qu'ils ont contracté de façon éhontée, parfois sans l'autorisation des parents. Ce sont des jeunes parfois un peu perdus, séduits très facilement par la société de consommation, qui plongent dans la spirale de l'endettement.

    Des cantons, des communes ont souhaité agir en décidant d'interdire la publicité en faveur du petit crédit - il s'agit en particulier de certaines communes vaudoises, si vous me permettez de citer mon canton en la matière. Mais le Tribunal administratif leur a dit qu'il leur était impossible de le faire, qu'il n'existait pas de base légale pour le faire et qu'il fallait donc intervenir au niveau du droit fédéral, en particulier de la loi fédérale sur le crédit à la consommation. C'est de cette problématique qu'il s'agit aujourd'hui: permettre aux communes et aux cantons d'interdire la publicité en faveur du petit crédit.

    Le petit crédit est une plaie pour la société. Il a des conséquences catastrophiques sur l'économie d'un pays, comme on l'a vu aux Etats-Unis. Il peut avoir des conséquences catastrophiques sur la vie des gens, en particulier pour les jeunes dont l'avenir peut être hypothéqué par les charmes illusoires du petit crédit. Cela aboutit à des situations humainement très difficiles. Alors, on peut bien sûr considérer que la liberté du commerce prime dans notre pays. Pour ma part, j'y souscris bien évidemment. Mais quand la liberté du commerce affaiblit celle des individus, en particulier dans le cas des personnes les plus fragiles, je crois que l'Etat doit réagir et agir. Les programmes de prévention sont très bien conçus, et j'y souscris évidemment, mais sont-ils suffisants? Je pense que ce n'est pas le cas.

    Le Conseil national a pris ce problème à bras-le-corps, et je trouve que c'est une décision forte. Je pense que, parce que nous sommes soucieux aussi dans cette chambre de l'avenir des jeunes, parce que nous voulons justement les soustraire aux attraits de cette société qui pousse trop facilement à la consommation - en particulier au moyen du petit crédit -, parce que nous voulons les protéger contre ces charmes illusoires, nous devrions aussi aller dans le sens du Conseil national en donnant suite à l'initiative parlementaire et en demandant au Conseil fédéral qu'il agisse en la matière.

    Je vous demande donc de donner suite à l'initiative parlementaire Aubert, comme le Conseil national l'a fait.

  • Redetext
    Hannes Germann(Schweizerische Volkspartei)
    Schweiz

    Die parlamentarische Initiative Aubert "Schuldenprävention. Keine Werbung für Kleinkredite" hängt, wie angetönt, mit der Motion der WAK-NR "Erhebung von Zahlen zur Privatverschuldung" zusammen. Ferner hängt sie mit der hier nicht mehr aufgeführten parlamentarischen Initiative Hiltpold 10.518, "Prävention der Jugendverschuldung", zusammen. Damit deute ich bereits an, warum es nicht mehr nötig ist, dieser parlamentarischen Initiative Folge zu geben: nicht weil das Problem nicht vorhanden wäre, sondern weil man dadurch, dass man der parlamentarischen Initiative Hiltpold Folge gegeben hat, die Weichenstellung eher in Richtung Prävention der Jugendverschuldung vorgenommen hat und nicht über ein Werbeverbot, wie es die hier vorliegende Initiative anstrebt. Dass die parlamentarische Initiative Hiltpold nicht in unserem Rat auftaucht, ist eine Frage des Verfahrens: Die Kommission gibt ihr in der Phase der Vorprüfung, in der wir uns befinden, Folge, womit der Nationalrat zu diesem Thema an die Arbeit gehen kann.

    Nun stellt sich die Frage, ob wir auch noch einer zweiten Initiative Folge geben wollen, die einen Teilaspekt des Themas aufnimmt. Die parlamentarische Initiative Aubert möchte, dass das Bundesgesetz über den Konsumkredit oder allenfalls das Bundesgesetz über den unlauteren Wettbewerb dergestalt geändert wird, dass es verboten wird, für Kleinkredite zu werben.

    Nun, die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrates, also die Schwesterkommission, hat ihrem Rat am 18. April 2011 mit 13 zu 9 Stimmen bei 1 Enthaltung beantragt, der parlamentarischen Initiative Aubert keine Folge zu geben. Im Rat ist dieser Entscheid dann allerdings umgekehrt worden: Der Nationalrat hat der Initiative am 27. September 2011 mit 93 zu 73 Stimmen Folge gegeben. Was dort sonst noch gelaufen ist, hat der Vorredner, Herr Zanetti, gesagt: Man hat dort die Motion 11.3465 angenommen, damit Zahlen zur Privatverschuldung erhoben werden respektive Licht in dieses Dunkel gebracht wird.

    Was bewegt Ihre Kommission nun dazu, Ihnen zu beantragen, die Motion anzunehmen und der Initiative keine Folge zu geben? Folgewirkungen wie unbezahlte Steuerrechnungen und Krankenkassenprämien oder steigende Sozialhilfeausgaben führen dazu, dass die Kosten der Privatverschuldung letztlich von der Allgemeinheit mitgetragen werden müssen. Das ist an sich unbestritten. Allerdings erachtet es die Kommission als zu grossen Eingriff, die Wirtschaftsfreiheit mit einem totalen Werbeverbot einzuschränken. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass Privatverschuldung nicht nur aufgrund der Werbung für Kleinkredite entsteht, sondern [PAGE 1217] generell durch Probleme im Konsumverhalten oder dadurch, dass jemand im sozialen Umfeld in einer schwierigen Situation ist. Oft sind eben eher derartige Probleme der Auslöser für die Verschuldung. Das hat übrigens auch eine Studie ergeben, die vom zuständigen Bundesamt für Justiz in Auftrag gegeben worden war.

    Die WAK ist überzeugt und räumt ein, dass es sinnvoll ist, insbesondere Jugendliche für die Problematik der Privatverschuldung und für die Gefahren von Kleinkrediten zu sensibilisieren. Darum unterstützen auch wir die parlamentarische Initiative Hiltpold 10.518, "Prävention der Jugendverschuldung". Diese parlamentarische Initiative verlangt eine Änderung des Konsumkreditgesetzes in dem Sinne, dass ein Teil des Umsatzes der Konsumkredit-, Leasing- und Kreditkarteninstitute für die Finanzierung nationaler Präventionsprogramme gegen die Verschuldung junger Menschen zu verwenden ist. Zur Begründung wird dort unter anderem auf die Tatsache verwiesen, dass die 18- bis 25-Jährigen fast die Hälfte aller Sozialhilfeempfänger stellen. Auch bei diesem Vorstoss kann man geteilter Meinung sein, aber so erhält der Nationalrat wenigstens den Auftrag, sich mit dieser Problematik zu befassen. Ich meine, eine parlamentarische Initiative reiche als Basis, um die Sache anzugehen; zusätzlich hat man die Motion, die wir jetzt auch angenommen haben.

    In diesem Sinn haben wir mit 5 zu 2 Stimmen bei 2 Enthaltungen entschieden, der parlamentarischen Initiative Aubert keine Folge zu geben. Ich bitte Sie, der Kommission zu folgen, um die Sache durch die parlamentarischen Initiativen nicht noch komplizierter zu machen, als sie es ohnehin schon ist.

  • Redetext
    Roberto Zanetti(Sozialdemokratische Partei)
    Schweiz

    Im Rahmen der Behandlung der parlamentarischen Initiative Aubert 10.467 hat die WAK des Nationalrates am 18. April dieses Jahres mit 15 zu 8 Stimmen bei 1 Enthaltung die Motion 11.3465 beschlossen. Der Nationalrat hat dann am 27. September in Übereinstimmung mit dem Bundesrat der Motion zugestimmt.

    Es wird von niemandem bestritten, dass die Verschuldung privater Haushalte und insbesondere die Verschuldung Jugendlicher und junger Erwachsener zu beträchtlichen Problemen führen kann. Irgendwann wird die private Verschuldung dazu führen, dass Steuern nicht mehr bezahlt werden können, Krankenkassenprämien ausstehend bleiben usw. Spätestens dann wird die private Verschuldung zu einem öffentlichen Thema.

    Dass dies ein Problem ist, wird von niemandem bestritten. Über die Brisanz des Problems und allfällige Gegenmassnahmen gehen die Meinungen allerdings auseinander. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass ausreichende, erhärtete Informationen zum Thema Verschuldung von Privathaushalten und insbesondere Verschuldung Jugendlicher und junger Erwachsener fehlen. Genau hier will die Motion ansetzen. Eine in diesem Zusammenhang publizierte europäische Untersuchung vom August dieses Jahres soll allenfalls wiederholt, verfeinert und vertieft werden. So soll in erster Linie den Gründen nachgegangen werden, wieso es zu Verschuldung kommt. Dies sollte gemäss Stellungnahme des Bundesrates ohne zusätzliche Ressourcen und ohne zusätzlichen Aufwand - im Sinne von zusätzlichen Stellen usw. - möglich sein.

    Deshalb hat der Bundesrat nicht gegen diese Motion opponiert, und deshalb beantragt Ihnen die WAK mit 8 zu 0 Stimmen bei 1 Enthaltung, die Motion anzunehmen.

  • Redetext
    Hans Altherr(FDP.Die Liberalen)
    Schweiz
  • Redetext
    Jean-René Germanier(FDP.Die Liberalen)
    Schweiz
  • Abstimmung
    Speech
    Schweiz

    10.467

    [VS]

    Le président (Germanier Jean-René, président): Vous avez reçu un rapport écrit de la commission. La commission propose de ne pas donner suite à l'initiative. Une minorité propose de donner suite à l'initiative.

    [VS]

    Abstimmung - Vote

    [NAM]

    Für Folgegeben ... 93 Stimmen

    Dagegen ... 73 Stimmen

    [VS]

  • Redetext
    Didier Burkhalter(FDP.Die Liberalen)
    Schweiz

    Très franchement, je ne peux pas vous donner les détails de l'opération. Ce que je sais, c'est que cette enquête donne de bons ordres de grandeur; certainement qu'il serait toutefois utile de les préciser encore.

    Comme je vous l'ai dit tout à l'heure, j'ai un peu l'impression en lisant les résultats de l'enquête que ce ne sont pas tellement les résultats en eux-mêmes qui ne seraient pas assez représentatifs; je pense qu'ils sont assez justes; peut-être qu'on peut encore les préciser. Ce qui m'intéresserait, à titre personnel, ce serait de poser des questions supplémentaires. Evidemment on a des chiffres, des ordres de grandeur - ce ne sera peut-être pas 18, mais 20 ou 16, mais on voit à peu près ce qu'il en est; ce qui serait évidemment très intéressant, ce serait d'avoir des précisions sur les raisons, sur ce qui a amené à l'endettement, et de savoir quels sont les problèmes. Objectivement, j'ai l'impression que dans bien des cas c'est aussi un problème d'éducation qui amène les jeunes, dans la société moderne, à tomber dans la spirale de l'endettement pour des éléments qui ne sont pas forcément si indispensables. Tout cela devrait être vérifié. Pour cela, ce n'est pas l'enquête qui peut nous donner des réponses.

    Maintenant, pour répondre exactement à votre question liée à la représentativité de cette enquête, on vient de me donner une feuille. Comme je n'ai pas le temps de la lire, je vous propose de vous répondre dans quelques minutes, quand j'aurai eu le temps de prendre connaissance de ces excellentes informations.

    [VS]

  • Redetext
    Lucrezia Meier-Schatz(Christlichdemokratische Volkspartei der Schweiz)
    Schweiz

    Monsieur le conseiller fédéral, est-ce que vous pouvez nous dire quelque chose sur la représentativité de cette enquête pour la Suisse? A ma connaissance, 500 ménages ont été pris en compte dans le module de l'enquête Eurostat et, comme vous le savez probablement aussi, avec un chiffre de 500, nous n'établissons pas une donnée statistique. Ce que nous voulons au moyen de la motion, ce sont des données beaucoup plus cohérentes sur le plan national. J'aimerais simplement savoir quelle est votre appréciation s'agissant de la représentativité pour la Suisse.

  • Redetext
    Didier Burkhalter(FDP.Die Liberalen)
    Schweiz

    C'est un peu spécial, car le Conseil fédéral ne s'exprime normalement pas sur les initiatives parlementaires lors de l'examen préalable. Mais il y a une motion et il peut donc s'exprimer à son sujet. Néanmoins, le débat va largement au-delà de la thématique qui est celle de la motion. Donc nous ne nous exprimons pas sur l'initiative parlementaire, si ce n'est pour dire que nous estimons très important que des mesures de prévention, d'information et d'éducation soient aussi encouragées.

    Pour ce qui concerne la motion, elle demande au Conseil fédéral d'effectuer une enquête afin de déterminer le nombre de ménages, plus particulièrement le nombre de jeunes adultes, endettés. La motion est relativement nouvelle puisqu'elle a été déposée en avril dernier, mais elle est déjà un peu dépassée car en août, il y a quelques semaines, l'Office fédéral de la statistique a publié les principaux résultats du module spécifique d'une enquête qui s'appelle "Statistics on Income and Living Conditions". Ce n'est pas qu'on veuille parler anglais, mais c'est une étude internationale et coordonnée au niveau européen par Eurostat. Les résultats de ce module ont donc déjà été diffusés - vous les trouvez sur Internet.

    Ces résultats permettent de faire le point sur l'endettement en Suisse et de comparer l'importance du phénomène avec trente autres pays européens. En 2008, 18 pour cent de la population résidente en Suisse vivait dans un ménage qui avait contracté au moins un crédit ou un emprunt. Il s'agit d'un crédit ou d'un emprunt de consommation, mais pas de crédits hypothécaires pour le logement principal. Ce taux de 18 pour cent est relativement bas: il est dans les plus bas en comparaison internationale. La moyenne pour les 27 pays de l'Union européenne se monte quant à elle à 28 pour cent.

    En Suisse, près de 8 pour cent de la population, soit 570 000 personnes, vit dans un ménage avec des découverts ou arriérés de paiement critiques, donc dans une situation plus délicate encore. Dans l'Union européenne c'est 9,3 pour cent, mais les différences sont très grandes selon les pays. Par exemple, en Suède, c'est seulement 1,1 pour cent et en Allemagne, c'est 18,9 pour cent de la population qui se trouve dans une situation critique. Les différences qu'il y a entre les pays sont assez impressionnantes.

    Les groupes les plus touchés sont sans surprise tout d'abord les classes de revenu inférieures: les familles avec enfants, en particulier les familles monoparentales, les chômeurs, les chômeuses, ainsi que les personnes de nationalité étrangère. Un enfant de moins de 18 ans sur quatre vit dans un ménage qui a contracté un crédit ou un emprunt - toujours sans compter les crédits ou emprunts liés au logement principal - et un enfant sur dix vit dans un ménage avec des arriérés de paiement critiques. 23 pour cent des jeunes adultes âgés de 18 à 24 ans, sans distinguer s'ils vivent chez [PAGE 1685] leurs parents ou non, sont dans un ménage ayant contracté un crédit ou un emprunt, ce qui représente 140 000 jeunes adultes. En outre, presque 10 pour cent des jeunes de 18 à 24 ans, soit 57 000 jeunes adultes, vivent dans un ménage avec des découverts ou arriérés de paiement critiques. Ces chiffres sont toujours un peu ou nettement inférieurs à la moyenne de l'Union européenne. Depuis quelques semaines, vous trouvez tous ces éléments sur Internet, dans le cadre des publications de l'Office fédéral de la statistique.

    Un renouvellement du module sur l'endettement n'est pas prévu au niveau européen avant 2014. Nous estimons qu'une périodicité d'enquête de cinq à huit ans est suffisante pour cette thématique. Si Eurostat devait ne pas renouveler ce module sur l'endettement d'ici 2015, nous ferions en sorte que l'Office fédéral de la statistique active ce module pour la Suisse. Néanmoins, il serait bon de poser quelques questions supplémentaires intéressantes, en particulier celle de savoir quelles sont les raisons de cet endettement. Il y a évidemment des raisons liées aux difficultés réelles et parfois aussi des raisons différentes. Il serait bon que nous ayons davantage d'informations, ce qui n'est pas le cas dans le cadre de ce module.

    Concrètement, si l'on s'en tient au texte de la motion, ses buts sont en fait déjà réalisés. Nous proposions de l'accepter, mais dans l'intervalle nous avons déjà fait le travail. On peut imaginer, si vous l'acceptez, que ce soit dans l'esprit de poursuivre ces enquêtes statistiques à l'avenir, pour les actualiser, pour développer peut-être ici ou là, comme je l'ai dit, l'analyse des raisons de l'endettement. Néanmoins, on peut considérer que les buts de cette motion sont réalisés et que, si elle était acceptée, elle devrait être classée dans le cadre du prochain rapport de gestion.

  • Redetext
    Lucrezia Meier-Schatz(Christlichdemokratische Volkspartei der Schweiz)
    Schweiz

    Gestatten Sie, dass ich mit Zitaten aus der Zeitung "20 Minuten" beginne: "i-Phone und Co. treiben Teenager in die Schuldenfalle" und "Bei Leasing, Krediten oder Ratenzahlungen drohen den Jugendlichen Fallen". Das sind Erkenntnisse, die wir in diesem Rat seit Jahren immer wieder thematisieren, und doch wurde bis anhin überhaupt nichts gegen diese Entwicklung unternommen.

    Es muss deshalb die Frage erlaubt sein, ob wir dem aggressiven Werben für Kleinkredite einfach untätig zuschauen können. Können wir zuschauen, wenn wir wissen, dass die Schuldenspirale die Leute bis ins Sozialamt führt? Können wir zuschauen, wenn wir wissen, dass der Verband schweizerischer Inkassotreuhandinstitute seit einiger Zeit mehr als nur beunruhigt ist? Noch nie gab es in der Schweiz mehr säumige Schuldner als heute. Das Gesamtvolumen pendenter Forderungen von Inkassoaufträgen belief sich letztes Jahr auf 1,5 Milliarden Franken. Wenn man den Betreibungsämtern glaubt, so ist die Erfolgsquote sinkend und beträgt heute weniger als 50 Prozent. Das heisst konkret, dass 750 Millionen Franken nie eingetrieben werden können.

    Selbstverständlich kann man die Zahlungsmoral anprangern und eine Erhöhung der gesetzlichen Verzugszinsen als präventives Element verlangen, doch damit ist das Problem der Verschuldung noch längst nicht gelöst. Heute sind Jugendliche und junge Erwachsene besonders gefährdet. Die Werbung ist verlockend: "In 30 Minuten zum gewünschten Ferienkredit", so die diesjährige Sommerwerbung einzelner Kleinkreditunternehmen. Für diese Firmen sind die jungen Erwachsenen eine begehrte Klientele. Hätte das anders gelautet, zum Beispiel "Achtung: Geld aufnehmen kostet Geld", wie in Belgien, hätte man eine Erziehungswirkung erzielen können, ähnlich wie bei den Zigarettenpackungen.

    Ob Verbot oder Teilverbot der Werbung, das muss in der zweiten Phase der Behandlung dieser Initiative ausgehandelt werden. Das ist heute weit weniger relevant als die Schaffung einer kohärenten Grundlage, damit die Gemeinden, die die Folgen der Verschuldung direkt spüren, selber bestimmen können, was sie in ihrem öffentlichen Raum zulassen und was nicht.

    Alle anerkennen heute den Handlungsbedarf, auch die Mehrheit der Kommission, doch will man, wenn überhaupt, nur beschränkt handeln. Es wäre wünschenswert, wenn zumindest die Gemeinden bestimmen dürften, was in ihrem öffentlichen Raum zulässig ist und was nicht. Das Verwaltungsgericht des Kantons Waadt hat in einem Urteil festgestellt, dass Gemeinden kein Recht hätten, Kleinkreditplakate auf ihrem Boden zu verbieten, wie dies die Städte Lausanne, Morges, Renens, La Tour-de-Peilz oder Vevey verlangten. Es brauche eine gesetzliche Regelung, urteilte das Gericht, obschon zuvor das Bundesamt für Justiz in einem Kommentar festgehalten hatte, es liege in der Kompetenz der Gemeinden zu bestimmen, was im öffentlichen Raum zugelassen sei und was nicht.

    Handeln müssen wir auch, weil sich der Staat, indem er dem Laisser-faire zu viel Raum lässt, selber straft. Denn die Folgen des Untätigbleibens tragen nicht nur die geschädigten Unternehmen, sondern sehr oft die Gemeinden - spätestens dann, wenn die Schuldner im Sozialamt angekommen sind. Da greift die parlamentarische Initiative Aubert Josiane. Fakt ist, dass 40 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen über ihre Verhältnisse leben und Schulden haben, zuerst bei ihren Eltern, dann bei Kreditgebern. Laut der Inkassofirma Intrum Justitia stellen Jugendliche und junge Erwachsene ein drastisch erhöhtes Kreditrisiko dar - ein Trend, der sich leider fortsetzen wird, denn das ausgeprägte Markenbewusstsein und die sehr hohe Konsumbereitschaft bleiben ein Kennzeichen dieser sehr umworbenen Generation.

    Die Abwehrhaltung der Mehrheit der Kommission ist unverständlich. Sie anerkennt das Problem und will dennoch nicht Hand bieten für eine Änderung der Gesetzgebung, die es mindestens den Gemeinden, die das Problem der Jugendverschuldung nicht nur mit Erziehungsprogrammen in den Schulen, sondern auch mit Massnahmen im öffentlichen Raum angehen wollen, ermöglichen würde, selber zu bestimmen, ob sie Werbung für Kleinkredite im öffentlichen Raum zulassen oder nicht. Es sind Lösungen gefragt. Nicht nur die Gemeinden oder die Konsumentenorganisationen orten hier dringenden Handlungsbedarf, sondern auch die Eidgenössische Kommission für Jugendfragen ist alarmiert und verlangt, dass wir handeln und effiziente Massnahmen zur Schuldenprävention treffen.

    Im Namen der Minderheit bitte ich Sie daher, der Initiative Aubert Josiane Folge zu geben. Machen wir einen ersten Schritt, damit wir uns danach darüber unterhalten können, wie wir diese Präventionsarbeit umsetzen wollen, ob wir ein Teilverbot erlassen möchten, damit die Gemeinden handeln können.

  • Redetext
    Jean-René Germanier(FDP.Die Liberalen)
    Schweiz
  • Redetext
    Josiane Aubert(Sozialdemokratische Partei)
    Schweiz

    La publicité pour les petits crédits qui fleurit sur les murs de nos villes incite à la consommation immédiate, avec des affiches accrocheuses qui ciblent clairement le public jeune: argent facile, déconnecté de l'effort nécessaire pour le gagner, plaisir immédiat et sans contrainte. C'est l'inverse de ce que vous souhaitez, de ce que nous souhaitons, pour la jeunesse de ce pays!

    La Commission de l'économie et des redevances, lors de l'examen de cette initiative, a considéré que l'endettement privé, et spécialement celui des jeunes, n'était pas uniquement un problème d'ordre privé, mais qu'il concernait les collectivités publiques, car ce sont elles qui doivent, en dernier recours, venir en aide aux personnes surendettées. Pourtant, la majorité de la commission refuse d'agir à la source!

    Cependant les signaux ne manquent pas depuis quelques années déjà. Le 1er février 2005, la Commission fédérale de la consommation recommandait au Conseil fédéral l'examen approfondi du cadre législatif actuel, entre autres du Code civil, du Code des obligations, de la loi sur le crédit à la consommation, de la loi contre la concurrence déloyale, pour lutter efficacement contre l'endettement des jeunes.

    Le rapport de la Commission fédérale pour l'enfance et la jeunesse, publié en août 2007, "Jeune et pauvre, un tabou à briser!", édictait huit recommandations, dont la recommandation 7.7, intitulée "Interdire la publicité pour les crédits à la consommation". Ces recommandations s'adressent entre autres aux cantons, à la CDIP, à la Confédération: rien n'a été entrepris à ce jour au niveau de cette dernière.

    Une étude révélée dans la "Sonntagszeitung" du 11 septembre, soit à la veille de cette session, met en évidence que la moitié des personnes adultes surendettées ont contracté leurs premières dettes entre 18 et 25 ans. Leur nombre va en augmentant. Les associations qui viennent en aide aux personnes surendettées sont submergées de cas difficiles et ne peuvent plus assumer de prévention, faute de temps et de moyens.

    En Suisse romande, des autorités démocratiquement élues ont tenté d'intervenir à la source. Vu les problèmes que leur ville rencontre face aux nombreuses personnes surendettées et émargeant à l'aide sociale, six villes vaudoises ont pris la décision, dans l'intérêt de leur population, d'interdire la publicité en faveur des petits crédits. Elles ont été confortées dans leur décision par un avis de l'Office fédéral de la justice. Dans son avis, l'office estimait que rien n'empêchait les cantons d'interdire la publicité sur leur domaine public et dans leurs locaux. Suite au recours de la Société générale d'affichage, elles ont été déboutées par l'arrêt de la Cour de droit administratif et public du Tribunal cantonal vaudois, qui juge que la loi fédérale ne permet pas ce que l'Office fédéral de la justice même estimait possible! Il faut donc modifier cette loi fédérale et combler cette lacune!

    Je vous demande d'entendre les législatifs des villes qui souhaitent interdire l'affichage de ces publicités sur leurs murs. Refuser d'étudier une interdiction de la publicité en faveur des petits crédits, ne pas entendre les villes alors qu'elles en assument les conséquences lorsqu'elles doivent venir en aide aux victimes, c'est une incohérence et une hypocrisie difficilement supportables. Jusqu'où la liberté du commerce est-elle défendable? Les valeurs qui font la Suisse, telles que travailler pour gagner de l'argent, ne sont-elles pas aussi dignes d'être promues que la sacro-sainte liberté du commerce, lorsqu'il s'agit de protéger la jeunesse?

    Les dettes à tous niveaux gangrènent notre société. La crise des crédits subprime, l'effondrement des banques que les Etats ont sauvées avec l'argent des contribuables, des pays entiers endettés à tel point que l'on parle de faillite possible, tout cela doit nous interpeller: il est temps de réagir et de ne pas laisser notre jeunesse vivre elle aussi à crédit dès 18 ans; il est surtout temps de mettre un frein à l'hypocrisie qui consiste à encourager la prévention et à laisser simultanément une publicité agressive se développer sur les murs de nos villes sans fixer un cadre minimal.

    Nombre d'entre vous sont spécialement attachés à la rigueur budgétaire: c'est tout à leur honneur. Entreprenez donc quelque chose pour que les jeunes de notre pays [PAGE 1684] apprennent à vivre autrement qu'à crédit et largement au-dessus de leurs moyens, au risque de s'enfoncer dans la spirale de l'endettement pour longtemps.

    Agissons dès maintenant à la source, en faveur de notre jeunesse; c'est notre devoir de la protéger! Merci de donner suite à mon initiative parlementaire que de nombreux parlementaires du groupe PDC/PEV/PVL et du groupe UDC ont d'ailleurs cosignée.

  • Redetext
    Hansjörg Walter(Schweizerische Volkspartei)
    Schweiz

    Wir beschäftigen uns mit der Problematik der Privatverschuldung durch Kleinkredite. Dazu liegen uns eine parlamentarische Initiative Aubert "Schuldenprävention. Keine Werbung für Kleinkredite" sowie eine Motion der WAK-NR "Erhebung von Zahlen zur Privatverschuldung" vor.

    Die Kommission hat an ihrer Sitzung vom 18. April dieses Jahres die parlamentarische Initiative Aubert Josiane beraten. Die Initiative war ein Jahr zuvor, am 18. Juni 2010, eingereicht worden. Sie sieht als Prävention gegen die Überschuldung mit Privatkrediten ein Werbeverbot für Kleinkredite vor. Sie lässt offen, ob ein allfälliges Werbeverbot in das Bundesgesetz über den Konsumkredit oder in das Bundesgesetz über den unlauteren Wettbewerb aufgenommen werden soll.

    Die Kommission hat die parlamentarische Initiative ausführlich und kontrovers diskutiert. Sie stellt fest: In der Werbung, die zum Teil sehr intensiv ist, sind vor allem jüngere Konsumenten die Zielgruppe. Das Konsumverhalten junger Konsumenten hat sich im Verlaufe der Jahre geändert. Es ist leider zum Statussymbol geworden, möglichst früh ein Auto oder eine modern eingerichtete Wohnung zu besitzen. Diese Investitionen übersteigen die Ersparnisse jugendlicher Konsumenten. Deshalb erfolgt die Finanzierung vielfach über Kleinkredite oder Konsumkredite, die attraktiv angeboten werden. Die finanzielle Belastung übersteigt dann in der Regel das zur Verfügung stehende Budget, und die Rückzahlung wird zum Problem.

    Die Kreditinstitute sind verpflichtet, eine sorgfältige Kreditfähigkeitsprüfung vorzunehmen. Sie geben an, in nur 0,6 Prozent aller Fälle Betreibungen einleiten zu müssen. In Tat und Wahrheit ist das Bild aber ein anderes: Andere Verpflichtungen wie Krankenkassenprämien, Steuern oder Mieten bleiben geschuldet, während Schulden bei den Banken respektiert und privilegiert bezahlt werden.

    Die WAK-Mitglieder anerkennen, dass die Verschuldung mit Konsum- und Kleinkrediten zu Problemen führen kann. Leider ist dieses Phänomen zu wenig untersucht, und es fehlt an verlässlichen statistischen Grundlagen. Die Kommission lehnt ein Werbeverbot für Kleinkredite dennoch ab. Privatverschuldung entsteht nicht allein wegen Kleinkrediten. Ein generelles Werbeverbot vermag das Problem nicht zu lösen, und es käme auch zu Abgrenzungsproblemen bezüglich der Werbung bei Leasingangeboten. Ein Werbeverbot unterbindet auch die Transparenz und den Wettbewerb aufseiten der Anbieter - es wäre ja nicht verboten, Kleinkredite zu gewähren. Grundsätzlich aber anerkennt die Kommission die Problematik der Verschuldung über Kleinkredite. Sie hat der parlamentarischen Initiative Hiltpold 10.518, "Prävention der Jugendverschuldung", Folge gegeben.

    Die WAK beantragt mit 13 zu 9 Stimmen bei 1 Enthaltung, der parlamentarischen Initiative Aubert keine Folge zu geben. Hingegen beantragt sie mit 15 zu 8 Stimmen bei 1 Enthaltung, ihrer eigenen Motion "Erhebung von Zahlen zur Privatverschuldung" zuzustimmen. Damit bekämen wir die nötigen Grundlagen für das weitere Vorgehen in dieser Problematik.

  • Redetext
    Charles Favre(FDP.Die Liberalen)
    Schweiz

    L'initiative parlementaire 10.467 prévoit une modification de la loi sur le crédit à la consommation ou de la loi contre la concurrence déloyale dans le but d'interdire la publicité en faveur des petits crédits.

    Les arguments de l'auteure de l'initiative s'appuient sur la volonté de lutte contre la pauvreté. Celle-ci a pour cause l'endettement, lequel commence parfois à l'adolescence. Il est facilité par un accès trop simple aux petits crédits, ceux-ci faisant l'objet d'une publicité particulièrement importante. L'auteure de l'initiative propose donc une mesure préventive, à savoir l'interdiction de la publicité pour les petits crédits.

    Je ferai quelques considérations générales pour commencer. La commission est bien entendu sensible à la problématique de l'endettement et du cercle vicieux qu'engendre l'endettement. Cela est particulièrement marqué chez les jeunes qui se trouvent ainsi au début de leur existence professionnelle et familiale avec des difficultés financières extrêmement importantes et des difficultés de s'en sortir vu, notamment, les multiples tentations de notre société de consommation. C'est la raison pour laquelle la commission, par sa motion 11.3465, demande une enquête sur l'endettement privé, pour savoir qui sont ces personnes endettées et quelle est la cause de leur endettement.

    Je dirai que sur le diagnostic de la situation, il y a un sentiment partagé par la commission. Cependant, par rapport au traitement proposé, il y a divergence avec la majorité, qui propose de ne pas donner suite à l'initiative. En effet, la majorité considère que la législation actuelle est étoffée et supérieure à la législation des pays voisins. Nous avons la loi contre la concurrence déloyale qui, à son article 3, prévoit la nécessité d'indiquer clairement en matière de crédit le coût total et les intérêts. D'autres éléments indiquent que l'octroi d'un crédit est interdit lorsqu'il occasionne le surendettement.

    Nous avons la loi sur le crédit à la consommation qui, à son article 28, demande l'examen de la capacité de contracter un crédit. Ce sont des instruments forts. Sont-ils suffisamment utilisés? C'est une autre question, mais nous pensons qu'avant de proposer un interdit, il faut d'abord s'assurer que les lois précitées sont appliquées.

    La majorité de la commission considère aussi que la majorité des personnes qui recourent au petit crédit le font en connaissance de cause et qu'elles sont capables de l'assumer. Donc, pourquoi vouloir interdire à tout le monde de faire de la publicité sur le petit crédit? Pour nous, l'endettement a de multiples causes: la situation sociale, la pression sociale - le fait qu'il faut avoir le meilleur iPhone ou ce genre de choses pour améliorer son image -, tous les éléments de la société de consommation.

    La publicité qui est faite oblige quand même ceux qui la font à se montrer transparent sur l'offre et à bien décrire celle-ci. Si nous interdisons la publicité en faveur du petit crédit, les offres se feront de bouche à oreille, sans contrôle, et c'est justement ainsi que nous allons vers les difficultés. La mesure proposée contre la publicité en faveur du petit crédit est [PAGE 1683] pour nous disproportionnée et probablement inefficace. Il faut, au contraire, sensibiliser les jeunes par rapport à la publicité en général, savoir être critique par rapport à celle-ci, notamment lorsqu'elle a des incidences fortes, comme le fait de contracter un petit crédit.

    La minorité, quant à elle, estime qu'il faut renforcer la prévention et que ces efforts, malheureusement, sont contrecarrés par une publicité qui est parfois agressive, particulièrement alléchante et qui minimise les effets secondaires pourtant bien présents de l'utilisation du petit crédit.

    En définitive, la commission, par 13 voix contre 9 et 1 abstention, vous propose de ne pas donner suite à l'initiative parlementaire Aubert. Par contre, elle vous propose, par 15 voix contre 8 et 1 abstention, de soutenir une motion qui demande une enquête sur l'endettement privé.

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