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Lernort Schulgarten fördern

(2024.RRGR.192)PostulatAnnahme als Postulat und gleichzeitige Abschreibung
Grosser Rat Bern (BE)06.06.2024 – 11.03.2025
Speeches(18)
Sorted by Speech date, Descending
18 Results
  • Speech
    Dominique Bühler(Die Grünen)
    Grosser Rat
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    Dominique Bühler(Die Grünen)
    Grosser Rat
    Präsidentin. Sie haben das Postulat abgeschrieben.
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    Dominique Bühler(Die Grünen)
    Grosser Rat
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    Dominique Bühler(Die Grünen)
    Grosser Rat
    Präsidentin. Sie haben das Postulat angenommen.

    Wir kommen somit zur Abschreibung: Wer der Abschreibung zustimmt, stimmt Ja, wer dies ablehnt, stimmt Nein.

  • Speech
    Dominique Bühler(Die Grünen)
    Grosser Rat
    Präsidentin. Wir kommen zur Abstimmung: Wer das Postulat annimmt, stimmt Ja, wer es ablehnt, stimmt Nein.
  • Speech
    Speech
    Grosser Rat
    Christine Häsler, BKD-Direktorin. Merci für die Diskussion zu diesem Postulat. Unsere Schulen spielen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, den jungen Menschen, den Kindern schon früh die Natur näher zu bringen und sie für ein nachhaltiges Handeln zu sensibilisieren. Es ist unbestritten, dass Erfahrungen draussen in der Natur selbstverständlich für Kinder wichtig und wertvoll sind. Das ist gar keine Frage.

    Im Garten, im Wald oder in all diesen vielen, vielen anderen ausserschulischen Lernorten, die wir Ihnen in der Antwort zu Ziffer 7 aufgeführt haben, können Sie sehen, was der Kanton Bern heute alles macht, welche Möglichkeiten wir schon alles haben, dass wir diese auch unterstützen, und dass es uns wichtig ist, dass Kinder eben das Verständnis für die Natur entwickeln, sich in der Natur aufhalten und sich mit all diesen Fragen befassen können. Es ist uns wichtig, deshalb engagieren wir uns sehr im Bereich der ausserschulischen Lernorte. Wir haben Ihnen in der Antwort zu Ziffer 7 aufgeführt, was das heute alles ist, und das ist nicht abschliessend, da kann immer noch mehr hinzukommen.

    Aber wenn wir jetzt von schuleigenen Schulgärten reden, dann verstehe ich schon, wie wertvoll es sein könnte, wenn man mit den Kindern gerade jetzt schon anfangen würde, das irgendwie vorzubereiten und nachher etwas zu säen und nachher zu schauen, wie das keimt, und wie das wächst, und wie man dann im Herbst ernten kann. Das ist selbstverständlich wunderbar, dort, wo das funktioniert. Es haben doch einige Schulen einen Schulgarten, pflegen ihn gut, haben Freude daran, und die Kinder können das erlernen und erfahren.

    Aber der Betrieb eines solchen Schulgartens ist auch mit Aufwand und Pflege verbunden und das nicht mit wenig. Dessen müssen wir uns schon bewusst sein, das ist nicht einfach so: Jetzt haben wir einen und nachher schaut dann schon jemand. Nein, wahrscheinlich schaut dann von Anfang Juli bis Anfang August eben fast niemand. Und ich möchte nicht, dass wir hier die Haltung vertreten, es müsse so sein.

    Es darf sein, darum nimmt die Regierung das Postulat an. Wir machen schon sehr, sehr, sehr viel. Sie sehen es unter Ziffer 7. Wir möchten, dass jede Gemeinde auch weiterhin selber abschätzen soll, ob sie einen solchen Schulgarten führen will und führen kann, ob sie das leisten kann. Deshalb sind wir der Meinung, dass gerade angesichts dieser vielen Alternativen, die wir für die Schulen bieten, das durchaus reicht, wenn wir die Offenheit haben zu sagen: «Das nehmen wir als Postulat an». Es ist wunderbar dort, wo es das gibt. Es soll bestehen können, aber wir machen heute schon sehr viel. Wir sind Ihnen deshalb dankbar, wenn sie dieses Postulat annehmen und anschliessend gleich abschreiben. Merci vielmals.

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    Regina Fuhrer-Wyss(Sozialdemokratische Partei)
    Grosser Rat
    Regina Fuhrer-Wyss, Burgistein (SP), Einzelsprecherin. Wir hatten auf unserem Bauernhof jahrelang ETH-Praktikantinnen. Das war damals, als die Agronomiestudentinnen noch ein halbes Jahr auf einem Bauernhof ein Praktikum machen mussten. Eine dieser vielen Praktikantinnen, die wir hatten, hat nach zwei Wochen gesagt: «Ist gut? Jetzt kann ich melken. Jetzt weiss ich, wie es geht.» Da habe ich gesagt: «Super, jetzt musst du noch erleben, erfahren, dass man 7 Tage in der Woche, zweimal am Tag, 365 Tage im Jahr melken muss, und nachher weisst du, wie melken geht.»

    Das Gleiche gilt bei den Pflanzen. Es reicht eben nicht einmal ein Besuch auf einem Weltacker oder auf einem Hof. Um die Zusammenhänge zu begreifen, muss man beim Säen, beim Pflegen und beim Ernten dabei sein, muss sehen, was es heisst, dass Schrauben zu produzieren nicht dasselbe ist wie Rüebli, die wachsen, bei denen nicht jedes Rüebli gleich lang oder gleich gerade ist.

    Das kann man nur erleben, erfahren, wenn man einen Schulgarten durch das ganze Jahr hindurch begleitet. Das ist die Verantwortung sicher der Lehrpersonen, aber auch dort kann man die Schüler, Schülerinnen in die Verantwortung miteinbeziehen, dass sie nämlich nachher wissen: Wenn du eine Bohne willst, oder wenn du nicht willst, dass der Salat aufschiesst, musst du vielleicht halt auch mal in den Sommerferien ernten helfen und ablesen. Also das ist für mich der Sinn der Schulgärten, dass man lernt, wie es wächst und nicht einfach einen Besuch hat, dass man lernt, was es heisst, eben Verantwortung auch für eine Pflanze zu übernehmen, dass man lernt, dass die Natur anders funktioniert als Schrauben zu produzieren.

    Die Verbundenheit der Schülerinnen mit der Natur wird durch das Postulat, durch die Schulgärten gefördert, und an die Landwirtschaft möchte ich auch sagen: Denken Sie daran, das sind unsere zukünftigen Konsumentinnen und Konsumenten, und dort lernen sie, was es heisst, ein Schweizer Rüebli zu pflegen, zu säen, zu ernten und nachher zu essen. Ich danke Ihnen, wenn Sie dieses Postulat nicht ablehnen.

  • Speech
    Ruedi Fischer(Schweizerische Volkspartei)
    Grosser Rat
    Ruedi Fischer, Bätterkinden (SVP), Einzelsprecher. Sehr verehrte Frau Grossratspräsidentin, sehr verehrte Frau Regierungsrätin, sehr verehrte Gäste – es freut mich sehr, dass mein Berufsschullehrer oben auf der Tribüne sitzt –, sehr verehrte Kolleginnen und Kollegen: Ich kann es gleich vorwegnehmen, ich werde dem Postulat nicht zustimmen, obschon alles, was jetzt gesagt wurde, richtig ist. Es stimmt. Aber ich kann Ihnen sagen: Das läuft.

    Ich bin einer von denen, die unter Punkt 7 erwähnt sind. Ich wohne 200 Meter von Schule in Bätterkinden weg, und ich habe, ich übertreibe nicht, einmal im Monat eine Schulklasse bei mir auf dem Hof, und das sind fantastische Erlebnisse. Die Schule Untere Emme weiss: Es darf kein Kind aus der Schule kommen, ohne dass sie einmal beim Fischer auf dem Hof gewesen sind.

    Es läuft, und wir müssen nicht noch zusätzliche Sachen machen. Der Kanton muss nicht noch eine zusätzliche Arbeit machen. Es gibt seit 40 Jahren Schule auf dem Bauernhof, wo junge Bauern in die Schulen gehen, die Kinder unterrichten, und das alles besteht. Deswegen bitte ich Sie, das Postulat abzulehnen, denn: Es steht schon alles. Merci.

  • Speech
    Alain Pichard(Grünliberale Partei)
    Grosser Rat
    Alain Pichard, Biel/Bienne (GLP), Fraktionssprecher. Vor Ihnen steht einer, der in seiner wechselhaften Karriere als Lehrer ein Feuchtbiotop und drei Schulgärten gemacht hat. Und was ist passiert? Als ich nach diesem Feuchtbiotop gegangen bin, ist es einfach verlandet und die Stadtgärtnerei hat sich mokiert und hat gesagt: «Ja, typisch Lehrer, die machen da etwas, und wenn sie gehen, wird nicht dazu geschaut.»

    Heute sind wir ein bisschen weiter. Warum ist das so, Bruno? Weil das Anlegen und die Pflege eines Schulgartens eben doch eine Belastung ist und eine erhebliche Belastung. Schon alleine das Gründen eines Schulgartens ist eine hochkomplexe pädagogische Aufgabe in einer Schule. Das habe ich selber erlebt.

    Der letzte Schulgarten – im Oberstufenzentrum Orpund, Sie können ihn anschauen, dort sind wir ein bisschen bescheidener gewesen und haben Hochbeete gemacht –, der funktioniert. Warum funktioniert er? Erstens, weil das Kollegium diese Sache integriert hat, und zweitens, weil wir mit der Gemeinde und der dortigen – wie sagt man – Infrastruktur der Gemeinde, Bau und Unterhalt, einen Deal gemacht haben. Und weil wir diese Sachen mit ihnen zusammen kreieren konnten, helfen sie uns jetzt, den Schulgarten zu machen. So kann man es machen, das ist die Gemeinde.

    Daher: Unsere Fraktion wird dem Postulat selbstverständlich zustimmen – es ist sinnvoll –, aber selbstverständlich auch abschreiben, weil die Antworten überzeugend sind.

  • Speech
    Alfons Bichsel(Die Mitte)
    Grosser Rat
    Alfons Bichsel, Merligen (Die Mitte), Fraktionssprecher. Wenn Sie, wie ich, mit einem 150 m² grossen Garten gross geworden sind, die Milch und den Käse und das Fleisch noch direkt beim Bauern bezogen haben, dann wissen Sie, wie viel Arbeit hinter unseren Nahrungsmitteln steckt. Und ja, mir ist natürlich selbstverständlich bewusst, dass nicht alle Kinder das Glück haben, auf dem Land aufgewachsen zu sein, aber auch bei uns auf dem Land, Bruno hat es gesagt, vielleicht sogar im Seeland, ist es heute eben keine Selbstverständlichkeit mehr, dass wir selber als Familie einen Garten haben, verdichtetes Bauen lässt grüssen.

    Deswegen haben wir auch, und auch bei uns in den Schulen auf dem Land, angefangen, Bauernhöfe zu besuchen. Gärtnereien werden besucht. Wir gehen auf die Alpen, unterhalten dort noch Weiden. Der Regierungsrat schreibt in seiner Antwort, dass es bereits heute eine grosse Vielzahl von Hilfsmitteln, Unterlagen, Angeboten gibt, die unseren Schulen zur Verfügung stehen. Sie grenzen sich eben ab bei der Regierung, wenn es um die finanzielle Unterstützung und vor allem auch um Infrastrukturthemen geht, denn das ist eben Sache der Gemeinde.

    Damit ist für uns von Die Mitte klar: Wenn das Thema bei den Schulen, inklusive Erfüllung des Lehrplans, eine so eine grosse Bedeutung hat, dass es ohne Schulgarten nicht geht, dann sollen doch die Schulen selber zu den Gemeinden gehen, einen solchen Schulgarten beantragen, und dann werden die Gemeinden, die Schulleitungen, die Kommissionen entscheiden, ob das eine gute Sache sei. Daher werden wir von Die Mitte das Postulat wie die Regierung annehmen, aber gleichzeitig auch abschreiben.

  • Speech
    Hans-Peter Kohler(FDP.Die Liberalen)
    Grosser Rat
    Hans-Peter Kohler, Spiegel b. Bern (FDP), Fraktionssprecher. Die FDP-Fraktion ist für die Annahme und dann auch gerade für die Abschreibung. Die Kommunen sind wirklich dafür zuständig. Da brauchen wir nichts vom Kanton, der den Kommunen sagt, wie man es machen soll. Grossrat Vanoni hat gesagt, ja, das sei so, aber es brauche Rahmenbedingungen. Aber für diese Gärten brauchen wir auch keine Rahmenbedingungen, und ich schaue zu Grossrätin Streiff: In Köniz können wir das doch gut, da brauchen wir doch keine Rahmenbedingungen des Kantons. Die Schulgärten wachsen, und es hat Pflanzen, und wir können das sehr gut selber regeln.

    Und auch noch persönliche Bemerkung: Ich habe natürlich zumindest für mich – oder nicht nur für mich – noch ein paar andere Baustellen an der Volksschule, und die Schulgärten sind jetzt auch nicht ganz zuoberst auf der Prioritätenliste, das gebe ich zu. Aber es läuft auch, es funktioniert, und wir brauchen da keine Rahmenbedingungen – bitte annehmen und abschreiben.

  • Speech
    Bernhard Brügger(Schweizerische Volkspartei)
    Grosser Rat
    Bernhard Brügger, Höfen bei Thun (SVP), Fraktionssprecher. Auch wir von der SVP erachten die ausserschulischen Lernorte als wertvolles Instrument im Schulbetrieb. Ein Schulgarten bietet dazu zahlreiche Möglichkeiten im Bereich Ernährung, Natur, Botanik, Biodiversität und so weiter. Er bringt aber auch viele Herausforderungen mit sich. Ein gut angelegter Schulgarten ist sehr zeitintensiv, was zum jetzigen Zeitpunkt von anhaltendem Fachkräftemangel doch einen bedeutenden Mehraufwand mit sich bringen würde.

    Ausserschulische Lernorte stehen den Lehrpersonen bereits heute zahlreich zur Verfügung und werden zudem finanziell unterstützt. Zudem liegt die Schulinfrastruktur immer noch in der Kompetenz der Gemeinden. Einen Prüfauftrag erachten wir dafür nicht als notwendig. Die SVP lehnt das Postulat ab, und bei einer Annahme schreiben wir ab. Merci für das Zuhören.

  • Speech
    Daniel André Wildhaber(Sozialdemokratische Partei)
    Grosser Rat
    Daniel André Wildhaber, Rubigen (SP), Fraktionssprecher. Liebe Freundinnen und Freunde von Schulgärten und anderen ausserschulischen Lernorten, wir danken der BKD für die Antwort. Auch für die SP-JUSO-Fraktion ist absolut klar, dass Schulgärten einen Mehrwert für Schulen darstellen können. Bruno Vanoni, Katja Streiff und Bruno Martin haben ausführlich darüber berichtet, deshalb kann ich mich an dieser Stelle kurzhalten.

    Insgesamt schliesst sich eine grosse Mehrheit der Fraktion voll und ganz der Antwort der Regierung an. Die Schulen sollen für die Umsetzung und Erfüllung der Ziele des Lehrplans solche Angebote frei wählen können entsprechend ihrem Profil, den Ressourcen und auch den Interessen und Neigungen der Lehrpersonen. Es können aber auch andere ausserschulische Lernorte genutzt werden, beispielsweise eine Kiesgrube.

    Eine kantonal vorgeschriebene oder institutionalisierte Förderung von Schulgärten ist für die Mehrheit der Fraktion aber nicht nötig, da die Entscheidung klar in die operative Zuständigkeit der Schulen bzw. der Schulleitungen gehöre. Wir betrachten die Anliegen dieses sinnvollen Postulats als erfüllt. Ein paar in der Fraktion möchten aber eine kantonal verbindliche Regelung. Fazit: Eine grosse Mehrheit der SP-JUSO nimmt das Postulat mit der Abschreibung an. Eine Minderheit der Fraktion nimmt das Postulat an und lehnt die Abschreibung ab. Merci fürs Zuhören.

  • Speech
    Bruno Martin(Eidgenössisch-Demokratische Union)
    Grosser Rat
    Bruno Martin, Gerolfingen-Täuffelen (EDU), Mitpostulant, Fraktionssprecher. Kommt doch noch ein Bauer nach vorne, Bruno Vanoni. Ja, warum habe ich da unterschrieben? Das erste Bild, das ich vor mir hatte, ist 2560, das ist die Postleitzahl von La Neuveville. Dort gibt es einen solchen Schulgarten. Und ein weiterer Grund: Ich habe sechs Grosskinder, und diese werden höchstwahrscheinlich nicht als Normschüler auf direktem Weg durch das Gymnasium hindurchgehen.

    Darum finde ich es wichtig, dass Kindergärtler im Waldkindergarten positive Erfahrungen machen können, aber dass sie auch Schüler in so einem Schulgarten erlangen und auch Freude und Faszination gewinnen können in ihrem zarten Alter. Es ist mir auch wichtig, dass das Verständnis für die Natur gefördert werden, man die Zusammenhänge verstehen kann. Wenn man in grösseren Agglomerationen schon nicht mehr weiss, woher ein Nahrungsmittel kommt, finde ich auch sehr positiv, was in diesem Postulat gefordert wird oder beschrieben ist.

    Der Bezug zum Boden, zu den natürlichen Kreisläufen gehört auch dazu, zum Wetter, dass die Kinder das miterleben können. Was aber auch wichtig ist, ist der Bezug: Das sind immer Helfer. Es sind Eltern, die mitmachen, es ist ein Bauer, der das Land zur Verfügung stellt oder sogar auch Aufgaben übernimmt, das Zusammenarbeiten mit Leuten, die nicht gerade Lehrer sind und nicht gerade Eltern, die fordern oder zu viel fördern, das finde ich sehr positiv in diesem Vorstoss.

    Sie lernen auch ein bisschen Zeit und Geduld und lernen, dass, wenn man etwas pflanzt, es nicht gerade am nächsten Tag bereit ist. Sie lernen auch, zu organisieren und Verantwortung zu übernehmen in den Schulferien, dass jemand giessen muss. Alles das hat mich dazu bewogen, mitzumachen.

    Auch unsere Fraktion ist dem gegenüber positiv gestimmt und stimmt eigentlich wie die Regierung dem Postulat zu. Aber bei uns in der Fraktion wird es so sein, dass wir es abschreiben. Ich danke für das Zuhören, danke.

  • Speech
    Dominique Bühler(Die Grünen)
    Grosser Rat
    Präsidentin. Auf der Zuschauertribüne möchte ich ganz herzlich die SVP Madiswil begrüssen ... Entschuldigen Sie, jetzt kann ich nicht lesen, was das hier heisst. Sie ist auf Einladung von Grossrat Andreas Schüpbach da. Ich heisse Sie herzlich willkommen hier im Ratssaal. (Applaus / Applaudissements)

    Dann kommen wir zu einem weiteren Mitpostulanten und Fraktionssprecher für die Fraktion der EDU: Grossrat Bruno Martin.

  • Speech
    Katja Streiff(Evangelische Volkspartei)
    Grosser Rat
    Katja Streiff, Oberwangen (EVP), Mitpostulantin, Fraktionssprecherin. Die EVP-Fraktion nimmt die Argumentation des Regierungsrates zur Kenntnis und teilt die Einschätzung, dass Schulen eine wichtige Rolle in der Förderung einer nachhaltigen Entwicklung spielen. Die Möglichkeit, die Natur direkt zu erleben, ist in unseren Augen für Schülerinnen und Schüler von grossem Wert. Es ist wichtig, dass Schülerinnen und Schüler praxisnahe Umweltbildung kennenlernen können. In diesem Zusammenhang sind Schulgärten eine sinnvolle Ergänzung zum Unterricht.

    Der Regierungsrat macht deutlich, dass die Verantwortung für die Errichtung und den Unterhalt von Schulgärten bei den Gemeinden liegt. Das ist korrekt. Schulbauten und die konkrete Ausgestaltung der Bildungsangebote gehören grundsätzlich in die Zuständigkeit der Gemeinden. Gleichzeitig wird auch anerkannt, dass die Umsetzung eines Schulgartens mit erheblichem Aufwand verbunden ist. Daher begrüssen wir das Engagement des Kantons, Lehrpersonen über den Bildungsgarten der PH Bern in gartenpädagogischen Methoden weiterzubilden und bestehende ausserschulische Lernorte auch zu unterstützen.

    Hier gilt aber zu erwähnen, wir haben es schon vom Kollegen Vanoni gehört, dass das Projekt auf zwei Jahre befristet ist. Auch die EVP-Fraktion nimmt es wunder, wie der Regierungsrat sieht, wie das Projekt weitergeführt werden soll, und wie das Projekt auch auf Dauer gesichert werden kann.

    Wir sehen auch, dass der Regierungsrat eine pragmatische Haltung einnimmt. Einerseits befürwortet er das Konzept von Schulgärten, andererseits verweist er auf bereits vorhandene Alternativen für Schulen, die keine eigenen Gärten realisieren können. Das erscheint uns von der EVP als ausgewogener Ansatz, der den Gemeinden weiterhin ermöglicht, je nach ihren Ressourcen und auch Bedürfnissen eigene Entscheidungen treffen zu können und Projekte nach ihren Möglichkeiten auch anzugehen.

    Die EVP-Fraktion folgt deshalb dem Regierungsrat mit der Annahme des Postulats. Bei der Abschreibung stimmen wir aus den erwähnten Gründen nicht einheitlich. Gewisse werden der Abschreibung zustimmen, andere lehnen sie ab. Merci für die Aufmerksamkeit.

  • Speech
    Bruno Vanoni(Die Grünen)
    Grosser Rat
    Bruno Vanoni, Zollikofen (GRÜNE), für die Postulantin, Fraktionssprecher. Ich habe die Ehre, wie gesagt, hier einen Vorstoss von Nora Soder zu vertreten, die wir ja in der vorletzten Session verabschieden mussten, weil ihre Aufgaben als schulische Heilpädagogin, als engagierte Lehrperson und junge Mutter zeitlich nicht mehr mit den Präsenzverpflichtungen eines Grossratsmandats zusammengepasst haben.

    Nora Soder ist es aber gelungen, aus fast allen Fraktionen Miturheberinnen und Miturheber zu gewinnen, auch aus der FDP. Leider kann Miturheber Peter Bohnenblust aus gesundheitlichen Gründen an dieser Session nicht bei uns sein. Ich wünsche ihm, sicher im Namen von uns allen, eine gute Genesung und rasche Erholung.

    An die Adresse der beiden Fraktionen, die im Kreis der Urheberinnen und Urheber nicht vertreten sind, und besonders an die bäuerlichen Vertreter in deren Reihen möchte ich kurz auf die Entstehung dieses Vorstosses hinweisen. Er ist aus verschiedenen Arbeitsgruppen der Grünen Seeland hervorgekommen. Diese haben sich vertieft mit den Themen Bildung und Biodiversität befasst und dabei festgestellt, dass Lehrpersonen wie auch Schülerinnen und Schülern das Wissen fehlt, wie Lebensmittel produziert werden, wie Gemüse angepflanzt wird und wie viel Arbeit es bis zu einer Ernte braucht. Wenn das Wissen, wo unsere Ernährung herkommt, schon im Seeland fehlt, in der Gemüsekammer der Schweiz, dann fehlt es vermutlich auch an anderen Orten, insbesondere in städtischen Gebieten, noch vielmehr.

    Eine Möglichkeit, um das Wissen zum Anbau unserer Ernährung in den Schulen zu vermitteln, sind eben Schulgärten. Dort können Schülerinnen und Schüler ganz praktisch und durch eigene Tätigkeit erfahren, was es braucht, um gesunde Lebensmittel auf den Teller zu bekommen. Und vermutlich bleibt die Erfahrung länger hängen, als wenn das Wissen nur theoretisch mit Arbeitsblättern und zunehmend auch am Computer im Schulzimmer vermittelt wird.

    In der Begründung des Postulats wird am Beispiel des Kantons Luzern ausführlich dargelegt, wie ein Kanton den Lernort Schulgarten fördern kann und wie eine verstärkte Förderung im Kanton Bern bestens zum Lehrplan und zu den Strategien zur nachhaltigen Entwicklung und zur Gesundheitsförderung passt. Das steht auch schon in der Begründung. Das wird vom Regierungsrat auch anerkannt. In seiner Antwort schreibt er, Schulgärten seien wertvoll und gesundheitsfördernd und er begrüsse, wenn sich die Schulen diesbezüglich engagierten.

    Für diese Anerkennung und Würdigung möchte ich mich beim Regierungsrat bedanken. Bedanken möchte ich mich auch für die eindrückliche Aufzählung der ausserschulischen Lernorte in der Antwort zu Ziffer 7 des Postulats und für die finanzielle Unterstützung, welche die Bildungs- und Kulturdirektion für die Lernorte ausserhalb von Schularealen leistet.

    Mit den Antworten zum Lernort innerhalb der Schulareale, die in den Ziffern 1 bis 6 angesprochen werden, sind wir weniger zufrieden. Zur Förderung von Schulgärten, dem zentralen Anliegen dieses Postulats, nimmt der Regierungsrat nur ganz kurz und knapp Stellung. Bei Ziffer 6 verweist er nur darauf, dass für die Schulinfrastruktur der Regelschulen die Gemeinden zuständig sind, und ergänzend schreibt er in den Schlussbemerkungen, jede Gemeinde müsse massgeschneidert selber entscheiden, ob sie einen Schulgarten schaffen wolle.

    Beides wird durch das Postulat nicht infrage gestellt. Es geht mit dem Postulat nicht um ein Schulgartenobligatorium, weder für alle Gemeinden noch für einzelne Schulen oder gar Lehrpersonen. Die Zuständigkeit der Gemeinden für die Infrastruktur und die Autonomie der Schulen, die in Ziffer 5 angesprochen werden; beides schliesst nicht aus, dass der Kanton Rahmenbedingungen setzt, Empfehlungen formuliert, beratende Unterstützung leistet. Dies tut er bspw. mit seinen Vorgaben für genügend grosse und ausreichend ausgestattete Schulräume oder mit seinen Empfehlungen für Gemeinden und Schulleitungen für die Informatikinfrastruktur.

    Ähnliche Empfehlungen oder auch Hilfestellungen könnte der Kanton bzw. das zuständige Amt für Volksschulen, auch für Schulgärten herausgeben und damit das Anliegen von Schulgärten fördern. Und dort, wo die benötigte Grünfläche für Schulgärten nicht zur Verfügung steht, liessen sich, wie Beispiele zeigen, auch analoge Lernorte z. B. mittels Hochbeete schaffen. Aber wie gesagt, mit diesem Postulat geht es nicht darum, Schulgärten allen Gemeinden oder allen Schulen vorzuschreiben, sondern sie dort, wo es sie gibt, und wo es sie künftig vermehrt geben soll, als wertvollen Lernort im alltäglichen Schulunterricht zu verankern und unterstützend zu fördern, gerade auch als sinnvolle Ergänzung zum zunehmenden Gewicht der vorhin erwähnten Informatik in den Schulzimmern. Der handlungs- und erfahrungsorientierte Unterricht draussen in einem Schulgarten ist eine wertvolle und nötige Ergänzung des zunehmenden Schulunterrichts drinnen am Bildschirm.

    Es ist erfreulich, dass der Regierungsrat gemäss Antwort zu Ziffer 5 prüfen will, ob er den Schulen zusätzliche Mittel für den Pool für Spezialaufgaben zur Verfügung stellen will. Das würde den Schulleitungen zusätzliche Möglichkeiten zur Entlohnung von Lehrpersonen geben, die sich um Schulgärten kümmern. Aber diese Prüfung ist offensichtlich noch nicht abgeschlossen, ein Grund mehr, weshalb wir dieses Postulat noch nicht abschreiben möchten. Unserem Antrag auf Nicht-Abschreiben schliesst sich übrigens auch eine – allerdings knappe – Mehrheit der grünen Fraktion an.

    Der Hauptgrund für den Antrag auf Nicht-Abschreiben ist jedoch die sehr knappe und aus unserer Sicht unvollständige Information in den Antworten zu den Ziffern 1 bis 4. Das erwähnte Angebot der PH Bern, der Bildungsgarten, ist nämlich nur ein befristetes Projekt, vorläufig nur für zwei Jahre beschlossen und gerade mal mit einer 20-Prozent-Stelle dotiert. Das Projekt wäre nicht möglich, wenn sich der zuständige Dozent nicht über seine Anstellung hinaus sehr stark engagieren würde, und wenn es dafür nicht auch externe Unterstützung gäbe, namentlich von der OGG Bern, der Ökonomischen Gemeinnützigen Gesellschaft. Diese setzt sich seit mehr als 260 Jahren für die Landwirtschaft ein und in letzter Zeit vor allem auch für innovative Projekte für ein nachhaltiges Ernährungssystem.

    Damit bin ich wieder bei dem Thema, welches ich am Anfang an die Adresse insbesondere auch der Bäuerinnen und Bauern in diesem Saal angesprochen habe. Was im Kanton Bern und im Bildungsgarten der PH Bern zur Förderung von Schulgärten läuft, ist nur befristet, auf Dauer nicht gesichert und zu schwach dotiert, um eine volle Wirkung entfalten zu können, nicht nur in der Weiterbildung, sondern auch in der Grundausbildung der Lehrpersonen. Gemäss der Antwort des Regierungsrates ist das Angebot der PH Bern das einzige Angebot, welches gemäss den Ziffern 1 bis 4 zur Förderung von Schulgärten, zur Information darüber, zur Beratung der Schulen und zur Vernetzung besteht. Solange das Angebot nicht gesichert und mit ausreichenden Mitteln ausgestattet ist, sollten wir dieses Postulat noch nicht abschreiben.

    Und noch an die Adresse all jener, die eine zusätzliche Belastung der schon belasteten Lehrpersonen befürchten: Es geht nicht um eine zusätzliche Belastung, sondern es geht um eine Entlastung derjenigen Lehrpersonen, die sich für den Unterricht in den Schulgärten engagieren wollen, um eine Unterstützung beim Aufbau von neuen Schulgärten und vor allem um die Anerkennung der wertvollen Arbeit für den und mit dem Lernort Schulgarten. Ich danke allen, die der Abschreibung nicht zustimmen wollen.

  • Speech
    Dominique Bühler(Die Grünen)
    Grosser Rat
    Präsidentin. Wir kommen zu Traktandum 63. Das ist ein Postulat von Alt-Grossrätin Nora Soder, übernommen von Grossrat Bruno Vanoni: «Lernort Schulgarten fördern». Der Regierungsrat beantragt Annahme und gleichzeitige Abschreibung. Wir führen eine freie Debatte, und ich übergebe das Wort Grossrat Bruno Vanoni, der auch für die Fraktion spricht.

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