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Sinkende Grundkompetenzen bei Lehreintretenden. Wie sichern wir Qualität und Erfolg der Berufslehre?

(26.4599)PostulatEingereicht
Schweiz02.10.2026
Profile
Type
Postulat
State
Eingereicht
Parliament
Schweiz
Number
26.4599
Start
02.10.2026
References & source
Official record
Official profile
External ID
20264599
Contributions(32)
Timeline(1)
  • Eingereicht
Texts(3)
  • Titel des GeschäftesTEXT
    Sinkende Grundkompetenzen bei Lehreintretenden. Wie sichern wir Qualität und Erfolg der Berufslehre?
  • Eingereichter TextTEXT

    Der Bundesrat wird beauftragt, gestützt auf die Befunde des Bildungsberichts Schweiz 2026 und in Zusammenarbeit mit den Kantonen und den Organisationen der Arbeitswelt einen Bericht vorzulegen. Dieser soll aufzeigen:

    1. wie sich der Rückgang der Grundkompetenzen in Schulsprache und Mathematik bei Jugendlichen, die in eine zwei- oder dreijährige berufliche Grundbildung eintreten, auf Lehrvertragsauflösungen, Erfolgsquoten in den Qualifikationsverfahren und die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe auswirkt;
    2. wie wirksam die bestehenden Instrumente sind, namentlich Stützkurse an den Berufsfachschulen, die fachkundige individuelle Begleitung und Case Management Berufsbildung, und ob die Bundesbeiträge an die Kantone gezielter für diese Förderung eingesetzt werden können;
    3. wie die Nahtstelle zwischen obligatorischer Schule und Berufsbildung, insbesondere die berufliche Orientierung, gestärkt werden kann.
    4. wie der Trend, dass in den letzten 10 Jahren 6000 Lehrbetriebe weniger angeboten wurden, umzukehren ist. 
    5. Inwiefern der Einfluss von KI auf die Arbeitswelt verantwortlich ist für die sinkende Zahl der Lehrstellen.

    Alle Massnahmen sind so zu prüfen, dass die Anforderungen und der Wert der eidgenössischen Abschlüsse nicht gesenkt werden.

  • BegründungTEXT

    Der Bildungsbericht zeigt, dass die Grundkompetenzen der Jugendlichen in den letzten zehn Jahren deutlich gesunken sind. Bei Lernenden in zwei- und dreijährigen Lehren (2/3 der Lehren) beträgt der Rückgang in Sprache und Mathematik durchschnittlich 40 PISA-Punkte, was etwa einem ganzen Schuljahr entspricht. An den Gymnasien blieb das Niveau dagegen stabil. Die Anforderungen der Lehren sind unverändert geblieben, die Voraussetzungen, die die Lernenden mitbringen, sind aber gesunken. 

    Die Folgen zeigen sich bereits. Rund ein Viertel der EFZ- und EBA-Lehrverträge wird vorzeitig aufgelöst.  

    Ob ein Zusammenhang zwischen den sinkenden Sprach- und Mathematik-Kompetenzen und der Tatsache, dass in den letzten zehn Jahren mehr als 6000 Lehrbetriebe aufgehört haben, Lernende auszubilden, ist ebenfalls zu klären. 

    Die Berufsbildung ist eine Verbundaufgabe, bei der der Bund Mitverantwortung und Steuerungsinstrumente hat. Der Bericht soll eine gemeinsame Faktenbasis schaffen und aufzeigen, wo gezielte Förderung am meisten bewirkt. Ziel muss sein, die Jugendlichen zu diesen Abschlüssen hinzuführen.

Data: OpenParlData · CC BY 4.0