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Zweisprachige Klassen im ganzen Kanton Bern / Des classes bilingues dans tout le canton de Berne

(2025.GRPARL.325)MotionAnnahme
Grosser Rat Bern (BE)04.06.2025 – 03.03.2026
Speeches(32)
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32 Results
  • Speech
    Anne Speiser-Niess(Schweizerische Volkspartei)
    Grosser Rat
    Vizepräsidentin. Sie haben dieser Motion zugestimmt.

    Somit beenden wir die heutige Debatte. Ich wünsche Ihnen allen eine gute Heimkehr. Bis morgen Vormittag. (Die Vizepräsidentin läutet die Glocke. / La vice-présidente agite sa cloche.)

  • Speech
    Anne Speiser-Niess(Schweizerische Volkspartei)
    Grosser Rat
    Vizepräsidentin. Danke vielmals, wir kommen zur Abstimmung. Wir stimmen über die Motion ab: Wer diesem Vorstoss in Form einer Motion zustimmen kann, stimmt Ja, wer dies ablehnt, stimmt Nein.
  • Speech
    Speech
    Grosser Rat
    Christine Häsler, BKD-Direktorin. Merci beaucoup, Madame la Vice-présidente. C’est impressionnant, chers Députés bilingues, de vous écouter. Vous parlez couramment les deux langues. Et vous avez raison. Vous avez raison : le bilinguisme est une richesse. Et c’est pourquoi nous le soutenons de toutes nos forces.

    Die Förderung der Zweisprachigkeit hat einen grossen Stellenwert im Kanton Bern, auch wenn man jetzt in den vergangenen 20 bis 30 Minuten hätte meinen können, es passiere nichts. Es passiert sehr, sehr viel. Und ich erlaube mir, noch einmal schnell den Blick darauf zu werfen und Sie daran teilhaben zu lassen.

    Zur Unterstützung von zweisprachigen Bildungsprojekten auf allen Bildungsstufen stellt der Regierungsrat seit 2020 gezielt finanzielle Mittel zur Verfügung. Diese Mittel haben unter anderem dazu beigetragen, dass Projekte wie die «Filière Bilingue» in Biel und die «Classes bilingues» in der Stadt Bern realisiert werden konnten. Die BKD als zuständige Direktion in der Bildung – ich sage es absichtlich so: in der Bildung – erweitert ihre Angebote laufend und prüft sie auch immer wieder in den Schulen. Sie stellt immer wieder neue Angebote zur Verfügung für den Austausch und für die Verstärkung der Schulen, die verschiedene Bedürfnisse abdecken müssen, gerade für die Schulen, die es nicht so einfach haben, weil sie bereits mit ganz vielen Sprachen in der Klasse konfrontiert sind, und dann kommt noch dazu, dass sie Französisch und Deutsch gleichbehandeln sollen. Trotzdem unterstützen wir sie sehr.

    Wir unterstützen auch die bekannten und bereits erwähnten Projekte VABENE, «Immersion autrement», «En route für den bilingualen Unterricht», und in all diesen Projekten werden die Schulen gezielt mit Know-how zur Umsetzung von zweisprachigem Unterricht unterstützt. Es werden Materialien für den zweisprachigen Unterricht hergestellt, Lehrpersonen werden weitergebildet, damit sie ihre Sprachkompetenzen noch verbessern können, und so weiter und so fort.

    Die Motionärinnen und Motionäre möchten, dass zweisprachige Klassen in allen Gemeinden des Kantons Bern möglich sind. Das sind sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, das sind sie. Wenn etwas Schulversuch heisst, ist es nicht immer a priori gerade ein Problem. Im Gegenteil, ich möchte Sie unbedingt auffordern, liebe Gemeinden: Wenn Sie interessiert sind, dann melden Sie sich bei der BKD. Wir sind sehr daran interessiert, Sie zu unterstützen, damit man das auch in Ihrer Gemeinde machen kann. Wir sind interessiert daran, dass zweisprachige Klassen in den Gemeinden geführt werden können, und die BKD und damit auch die Regierung unterstützen dies auch.

    Wir sind also in ganz vielen Dingen auf dem Weg, und Sie wissen auch und konnten der Antwort der Regierung entnehmen, dass wir uns mit diesem Sprachengesetz befassen. Es wird selbstverständlich die Möglichkeit geben, dass wir auch diese Frage ganz konkret aufnehmen können. Ob wir das heute als Postulat oder als Motion überweisen – wir können das auf jeden Fall im Zuge dieser Sprachengesetzdiskussion ebenfalls aufnehmen. Aber nehmen Sie heute bitte mit, dass die BKD sehr daran interessiert ist, dass die Gemeinden, die das machen wollen, es machen können, und dass man nicht davon ausgehen muss, wir wollten das nicht und wir organisierten das absichtlich irgendwie kompliziert. Das ist überhaupt nicht der Fall, ganz im Gegenteil. Die Unterstützung ist da, wenn sie abgeholt wird.

    Und noch etwas möchte ich Ihnen mitgeben. Das Sprachengesetz wird etwas ganz Wichtiges sein, auch bezüglich dieser Fragen, aber ich glaube, das Sprachengesetz, das geschaffen werden soll, soll sehr viel breiter werden. Denken Sie daran, wenn Sie dann hier darüber abstimmen, wenn Sie dann hier darüber beraten, dass Sie nicht alles auf die Schulen und auf die Bildung überwälzen, sondern denken Sie auch an die anderen Bereiche. Wenn wir Zweisprachigkeit im Kanton Bern wollen und sie wirklich überall fördern wollen, dann haben wir in anderen Bereichen auch noch einen grossen Nachholbedarf, und nicht nur in den Schulen. Es müssen nicht alles immer die Schulen regeln. Dann kommen wir vielleicht auch ein bisschen von diesem Druck weg.

    Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen einen guten Abend. Bis morgen.

  • Speech
    Anne Speiser-Niess(Schweizerische Volkspartei)
    Grosser Rat
  • Speech
    Madeleine Deckert(FDP.Die Liberalen)
    Grosser Rat
    Madeleine Deckert, Evilard (FDP), Einzelsprecherin. Ich habe mich vorhin halt auch ein bisschen angesprochen gefühlt. Ich weiss, es ist einfach für mich, zu sagen, die Zweisprachigkeit sei top, denn wir leben sie ja jeden Tag bei uns. C’est comme ça et c’est une normalité. Aber ich habe auch ein grosses Verständnis dafür, dass es Angst machen kann oder dass man vielleicht auch Befürchtungen hat, wenn man weiter weg von diesem Sprachbad ist, um es so zu sagen.

    Aber es ist doch so: Sprachen sind das Tor zur Welt. Wir öffnen unseren Kindern wirklich ein Tor, das man nachher ein Leben lang hat. Und es ist auch bewiesen, dass man, wenn man mit dieser Sprache früh konfrontiert wird, einfach lernt, anders damit umzugehen. Es fördert auch die Toleranz, und man hat ein offenes Ohr. Es geht weit über die Sprache hinaus.

    Ce sujet comporte aussi une dimension culturelle et notre canton, en tant que canton pont, a un rôle au niveau national. On peut donner des signes, en tant que canton de Berne, qui vont beaucoup plus loin – et ça concerne justement beaucoup d’autres choses qui se passent ein bisschen mehr im Osten des Landes, wo man sogar das Frühfranzösisch – hier soll das ja anscheinend auch der Fall werden – abschaffen möchte.

    Also, es ist wirklich etwas, das wir den jungen Leuten mitgeben können, etwas, das sie das Leben lang haben. Und es wird auch einfacher, weitere Sprachen zu lernen. Chez nous haben wir beide Sprachen unter einem Dach. Wir machen Austausch unter den Schülern. Wir hatten einen bilingualen Kindergarten, den wir nicht mehr weiterführen konnten, weil die Lehrpläne bis in den Kindergarten hinunterreichten. Wir mussten ihn schliessen – ein Pilotprojekt. Wenn das verankert wird, dann ist das einfach auch eine grössere Normalität, und man traut sich als Gemeinde auch mehr und kann Hilfe holen und schauen, dass wir diesbezüglich auch ein bisschen vorwärtsmachen können.

    Es ist wirklich eine tolle Sache. Wir leben es jeden Tag, und ich wünsche es allen Kindern, dass sie das ein bisschen mehr leben können. Merci vielmals, merci beaucoup.

  • Speech
    Anne Speiser-Niess(Schweizerische Volkspartei)
    Grosser Rat
  • Speech
    Daniel André Wildhaber(Sozialdemokratische Partei)
    Grosser Rat
    Daniel André Wildhaber, Rubigen (SP), Einzelsprecher. Ich danke der Regierung für die ausführliche, substanzielle Antwort. Besonders wegweisend ist das Projekt «En route für den bilingualen Unterricht», das ab 2026 die deutschsprachigen Schulen auf dem Weg zur Immersion begleiten kann. Das zeigt mir: Der Wille ist da.

    Aber die Kernforderung dieser Motion geht einen entscheidenden Schritt weiter. Der Vorstösser will, dass bilinguale Klassen künftig in allen Gemeinden als reguläres Schulangebot möglich sind. Damit bilinguale Züge zum Grundangebot gehören, braucht es aber eine Anpassung der gesetzlichen Grundlagen. Ich sage es offen: Eine Annahme als verbindliche Motion wäre mir deutlich lieber. Weil die BKD aber bereits wichtige Schritte eingeleitet hat, kann ich auch mit einer Annahme als Postulat leben.

    Lassen Sie uns diese Chance nutzen, den Kanton als Brückenkanton zwischen den Sprachregionen zu stärken. Danke für Ihre Unterstützung für den bilingualen Kanton Bern und einen guten Abend.

  • Speech
    Anne Speiser-Niess(Schweizerische Volkspartei)
    Grosser Rat
  • Speech
    Christoph Grupp(Die Grünen)
    Grosser Rat
    Christoph Grupp, Biel/Bienne (GRÜNE), Einzelsprecher. En tant que Biennois bilingue, je ne peux – bien sûr – pas me retenir de vous adresser quelques mots au sujet du bilinguisme et de sa mise en valeur dans le canton de Berne ainsi que de sa mise en œuvre.

    Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit auf ein Phänomen richten, das wir im Seeland jetzt schon sehr stark beobachten können. Das ist, dass es immer mehr frankophone Anteile in den Gemeinden des Seelands gibt, auch an anderen Orten im Kanton Bern, aber exemplarisch im westlichen Seeland, wo es z. B. in Gampelen bereits einen frankophonen Anteil gibt, der höher ist als derjenige der Stadt Biel: 45 Prozent.

    Biel und Leubringen sind bis jetzt verfassungsgemäss, also gemäss unserer Kantonsverfassung, die einzigen bilingualen Gemeinden des Kantons. Die Gemeindepräsidentin von Leubringen haben wir auch unter uns: Madeleine Deckert. Sie weiss, wie der Bilinguismus in den Alltag hineinspielt, und dass tatsächlich auch Bildungsmassnahmen wie eine «classe bilingue» möglich sind, ohne dass man explizit eine bilinguale Gemeinde ist. Aber es würde es vereinfachen, wenn solche Initiativen wie eben z. B. die «Filière Bilingue», die wir in Biel haben, oder auch das Projekt «Clabi» in Bern, das jetzt am Auslaufen ist, nicht mehr einfach nur Pilotprojekte wären.

    Pilotprojekte heisst, dass es eigentlich immer noch ein Ausnahmezustand ist. Es bedeutet ein hohes Engagement der Gemeinde. Es braucht auch ein spezifisches Engagement des Kantons, der kantonalen Verwaltung, damit so etwas zustande kommt. Und wenn wir gemäss der Motion sagen würden, dass wir das normalisieren und es im Rahmen dieses neuen Gesetzes anpacken, dass man überall im Kanton Bern relativ einfach, zumindest von der administrativen Hürde her, bilinguale Klassen schaffen kann, dann gewinnen wir viel.

    Ich muss auch betonen: Gerade im Bildungsbereich, habe ich den Eindruck, macht der Kanton Bern bezüglich des Bilinguismus fast am meisten. Man sieht das immer wieder in Berichterstattungen der Regierung – entweder zum Bilinguismus oder zur Aussenpolitik des Kantons Bern – oder auch in den Regierungsrichtlinien. Dort sieht man immer wieder, dass solche Projekte spezifisch gefördert werden, aber vor allem einfach im Bereich der Bildung.

    Hier könnten wir jetzt noch ein bisschen weitergehen und es im Rahmen dieses Gesetzes zur Zweisprachigkeit, das in Erarbeitung ist, erleichtern, dass die Gemeinden überall im Kanton Bern, also z. B. auch vielleicht im Saanenland, wenn es gegen das Pays-d’Enhaut geht oder so, solche bilingualen Klassen schaffen könnten. (Die Vizepräsidentin bittet den Redner, zum Schluss zu kommen. / La vice-présidente demande à l’orateur de conclure.) Darum: Unterstützen Sie doch bitte diese Motion. Es ist, glaube ich, wirklich ein grosser Trumpf für den Kanton Bern, wenn wir das schaffen. Merci.

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    Anne Speiser-Niess(Schweizerische Volkspartei)
    Grosser Rat
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    Alain Pichard(Grünliberale Partei)
    Grosser Rat
    Alain Pichard, Biel/Bienne (GLP), Einzelsprecher. Ich bin bei diesem Vorstoss gespalten. Ich bin in einem Dilemma. Als gebürtiger Waadtländer, als langjähriger Französischlehrer, als einer, der die französische Sprache liebt, bin ich natürlich erfreut, dass Sie sich so einsetzen für die französische Sprache und dass die Zweisprachigkeit für Sie ein Anliegen ist. Aber als Ex-Linker habe ich halt immer noch altmarxistische Reflexe. Und diese altmarxistischen Reflexe sagen mir: Es gibt einfach Leute, die in solchen bilingualen Strukturen völlig überfordert sind. Sie gehören dort nicht hin, und das sind genau diejenigen, die z. B. in einem Flüchtlingsparlament sitzen würden. Es nähme mich wunder, was sie zu diesem Thema sagen würden

    Je te dis une chose, Monsieur Karim : nous avons à Mâche (Mett) ..., c’est un exemple : J’ai un collègue qui a deux filles. La première est scolarisée dans une classe de 22 élèves. Dans cette classe, trois élèves parlent le français au sein de leur famille. La seconde fréquente une classe de 20 élèves, parmi ces élèves deux parlent le français à la maison. Leur père voulait bien sûr que ses deux filles bifurquent vers la filière bilingue, c’est clair. Celle qui était dans la première classe, elle a pu le faire. Qu’est-ce que ça signifie ? Ça signifie que maintenant, dans cette classe, il n’y a plus qu’un enfant francophone, les autres, des immigrés, ont d’autres langues maternelles.

    Meine Damen und Herren, es braucht keinen Mut, Tom, es braucht keinen Mut, heute in dieser Welle, in diesem Mittelstandsgremium für die bilingualen Klassen zu sein. Es braucht mehr Mut, sich heute für die Leute einzusetzen, die in solchen Strukturen einfach überfordert sind. Ich wundere mich einfach, dass Ihnen offensichtlich dieser Bilinguismus wichtiger ist als die 25 Prozent unserer Schüler, die die Schule einfach verlassen. Und das ist Ihre Klientel.

    Ich bin nicht gegen die bilingualen Klassen, gar nicht, aber dieses Dilemma haben wir. Vor allem in den Städten haben wir dieses Dilemma. Deshalb noch eine Bemerkung: Es gibt tatsächlich Gemeinden wie z. B. Pieterlen; ich hatte dort acht Leute ... (Die Vizepräsidentin bittet den Redner, zum Schluss zu kommen. / La vice-présidente demande à l’orateur de conclure.) ..., acht Leute, die Französisch redeten. Das bietet sich an. Ich kann also ... (Die Vizepräsidentin bittet den Redner erneut, zum Schluss zu kommen. / La vice-présidente demande encore une fois à l’orateur de conclure.) ... einem Postulat zustimmen.

  • Speech
    Anne Speiser-Niess(Schweizerische Volkspartei)
    Grosser Rat
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    Samuel Kullmann(Eidgenössisch-Demokratische Union)
    Grosser Rat
    Samuel Kullmann, Thun (EDU), Fraktionssprecher. Zweisprachigkeit ist ein Geschenk, vor allem, wenn man schon in der Familie damit aufwachsen kann. Dann bekommt man sozusagen eine Sprache geschenkt. Wenn man in der Schule einen gewissen Teil des Unterrichts zweisprachig besuchen kann, ist das auch schon viel mehr, als wenn man einfach, wie im Fall von uns Deutschsprachigen, ein Schulfach Französisch hat. Ich konnte 2003 in das Gymnasium in Thun eintreten, und damals war es, glaube ich, ziemlich neu, dass es eine zweisprachige Maturität gab, und ich schätzte das sehr. Ich konnte Mathematik und Geografie auf Englisch besuchen. In der gleichen Klasse gab es einige, die eine zweisprachige Maturität Deutsch-Französisch machten, und das schien mir eine super Sache.

    Insofern habe ich Sympathie für dieses Anliegen, und auch die EDU-Fraktion hat Sympathie für das Anliegen. Der Regierungsrat gibt jetzt ein bestimmtes Tempo vor. Er sagt, bestimmte Sachen würden bereits geprüft, gerade mit einem Gesetz für die Zweisprachigkeit. Die Motionäre fordern ein schnelleres Tempo und wollen eine verbindlichere Umsetzung. Wir vertrauen aber dem Regierungsrat, dass das Tempo stimmt, das der Regierungsrat angeschlagen hat, und wir würden diesem Vorstoss deshalb in Form eines Postulats zustimmen.

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    Anne Speiser-Niess(Schweizerische Volkspartei)
    Grosser Rat
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    Hans-Peter Kohler(FDP.Die Liberalen)
    Grosser Rat
    Hans-Peter Kohler, Spiegel b. Bern (FDP), Fraktionssprecher. Die FDP-Fraktion ist gespalten, richtig gespalten. Nicht gespalten betreffend das Thema, sondern gespalten wegen der Art des Vorstosses: Postulat versus Motion. Jetzt kann man sagen: Wieso zanken wir uns diesbezüglich so ein bisschen? – Es ist eben keine Richtlinienmotion. Wir haben ja sehr viele Richtlinienmotionen, wenn es um Bildung im Kanton Bern geht. Das ist jetzt eben keine Richtlinienmotion.

    Wieso sage ich das? Die Forderung, so wie sie geschrieben ist, ist halt schon relativ sec und hart geschrieben, z. B., wenn es heisst: «wenn in einer Gemeinde gewünscht». Ja, wer ist jetzt das in einer Gemeinde? Ist es die Exekutive? Ist es die Schulkommission als strategisches Organ? Für die Gemeinden kann das einiges bedeuten, wenn es jetzt als Motion durchgeht.

    Deswegen sind wir hier gespalten. Die Mehrheit der Fraktion will es als Postulat überweisen, und die Minderheit eben aus den Gründen, die ich genannt habe, als Motion. Der Vorstoss von vorhin war als Postulat perfekt, aber hier ist es keine Richtlinie. An diejenigen, die in Exekutiven sitzen: Also, das ist dann relativ scharf geschrieben. Deswegen verstehen wir auch, wieso die Regierung dies nicht einfach als Motion möchte. Merci.

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    Anne Speiser-Niess(Schweizerische Volkspartei)
    Grosser Rat
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    Nadja Günthör(Schweizerische Volkspartei)
    Grosser Rat
    Nadja Günthör, Erlach (SVP), Fraktionssprecherin. Wir alle anerkennen, dass die Zweisprachigkeit im Kanton Bern ein wertvolles Gut ist. Sie stärkt den Zusammenhalt zwischen der deutsch- und französischsprachigen Schweiz, fördert Austausch und kulturelle Vielfalt und kann auch für unsere Wirtschaft ein Standstandortvorteil sein. Grundsätzlich teile ich das Anliegen des Motionärs. Bilinguale Klassen sind wichtig. Die Erfolge in Biel mit der «Filière Bilingue» seit 2010 oder das Projekt «Classes bilingues» («Clabi») in der Stadt Bern zeigen, dass zweisprachiger Unterricht funktioniert, wenn er gefördert wird.

    Der Regierungsrat hat in seiner Antwort aufgezeigt, dass er die Zweisprachigkeit aktiv fördert. Seit 2020 stehen kantonale Mittel für bilinguale Projekte bereit. Zahlreiche Projekte wie VABENE oder «Immersion autrement» liefern Unterrichtsmaterial und begleiten die Schulen beim Aufbau von bilingualem Angebot. Ab 2026 begleitet das Projekt «En route für den bilingualen Unterricht» deutschsprachige Schulen drei Jahre lang auf dem Weg zu immersivem Unterricht. Auch die Bundes- und Kantonsbeiträge fördern bestehende Projekte auf allen Stufen: von der Volksschule über die Berufsschule bis zur Hochschule.

    Mit anderen Worten: Die Strukturen und Ressourcen für bilinguales Angebot existieren. Die Gemeinden können heute zweisprachige Klassen einführen. Es braucht keinen Vorstoss. Deshalb ist dieser Vorstoss nicht notwendig. Wir stehen vor einem Bildungssystem, das zunehmend komplexer wird, mit vielen parallelen Programmen, Pilotprojekten und Förderungsinstrumenten. Statt neue Rahmenbedingungen und zusätzliche Verpflichtungen zu fordern, ist es jetzt sinnvoll, aufzuräumen und Klarheit zu schaffen. Wir haben genügend Instrumente, um bilingualen Unterricht zu fördern, ohne den Kanton zusätzlich zu belasten.

    Die Förderung der Zweisprachigkeit wird unterstützt. Wir begrüssen die bisherigen kantonalen Projekte und Mittel. Wir haben keinen Bedarf für einen neuen Vorstoss, der nur zusätzliche Bürokratie und neue Anforderungen schafft. Wer bilingualen Unterricht will, kann ihn mit den bestehenden Mitteln realisieren. Die SVP-Fraktion lehnt die Motion geschlossen ab. Bei einem Postulat gibt es vielleicht den einen oder anderen, der ihm zustimmen kann. Merci vielmals.

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    Anne Speiser-Niess(Schweizerische Volkspartei)
    Grosser Rat
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    Claude Grosjean(Grünliberale)
    Grosser Rat
    Claude Grosjean, Bern (GLP), Mitmotionär, Fraktionssprecher. Der Regierungsrat will diese Motion bloss als Postulat überweisen. Wir haben es gehört. Ich frage mich aber, warum. Der Regierungsrat schreibt selbst: «Damit ganze bilinguale Klassenzüge zum Grundangebot der Volksschule gehören könnten, bedürfte es einer Änderung der Rechtsgrundlagen.» – Darum eine Motion. Weiter sagt der Regierungsrat, dass die Staatskanzlei bereits beauftragt worden sei, «die Erarbeitung eines kantonalen Sprachen- und Zweisprachigkeitsgesetzes an die Hand zu nehmen». – Darum eine Motion.

    Der Regierungsrat listet zahlreiche Projekte auf, die er unterstützt, von VABENE bis «Immersion autrement». Projekte sind gut, aber sie ersetzen keine strukturelle kantonale Lösung. Für ein besseres Angebot braucht es die Gesetzgebung. – Darum eine Motion. Der Regierungsrat betont selbst, dass die Zweisprachigkeit ein strategisches Ziel in den Regierungsrichtlinien 2026–2029 ist. Strategische Ziele sollte man gesetzlich absichern. – Darum eine Motion. Der Regierungsrat schreibt, er werde «eine mögliche sprachgesetzliche Umsetzung von bilingualen Klassen angehen». – Darum eine Motion.

    Wir als Grosser Rat sollten darum klar sagen: Ja, wir wollen das. Eine Motion verpflichtet den Regierungsrat zur Umsetzung. Die GLP-Fraktion unterstützt das darum mehrheitlich als Motion. Merci vielmals.

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    Anne Speiser-Niess(Schweizerische Volkspartei)
    Grosser Rat

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