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Christoph Grupp · GRÜNE

de
Grosser Rat (BE)03.03.2026
Christoph Grupp, Biel/Bienne (GRÜNE), Einzelsprecher. En tant que Biennois bilingue, je ne peux – bien sûr – pas me retenir de vous adresser quelques mots au sujet du bilinguisme et de sa mise en valeur dans le canton de Berne ainsi que de sa mise en œuvre.

Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit auf ein Phänomen richten, das wir im Seeland jetzt schon sehr stark beobachten können. Das ist, dass es immer mehr frankophone Anteile in den Gemeinden des Seelands gibt, auch an anderen Orten im Kanton Bern, aber exemplarisch im westlichen Seeland, wo es z. B. in Gampelen bereits einen frankophonen Anteil gibt, der höher ist als derjenige der Stadt Biel: 45 Prozent.

Biel und Leubringen sind bis jetzt verfassungsgemäss, also gemäss unserer Kantonsverfassung, die einzigen bilingualen Gemeinden des Kantons. Die Gemeindepräsidentin von Leubringen haben wir auch unter uns: Madeleine Deckert. Sie weiss, wie der Bilinguismus in den Alltag hineinspielt, und dass tatsächlich auch Bildungsmassnahmen wie eine «classe bilingue» möglich sind, ohne dass man explizit eine bilinguale Gemeinde ist. Aber es würde es vereinfachen, wenn solche Initiativen wie eben z. B. die «Filière Bilingue», die wir in Biel haben, oder auch das Projekt «Clabi» in Bern, das jetzt am Auslaufen ist, nicht mehr einfach nur Pilotprojekte wären.

Pilotprojekte heisst, dass es eigentlich immer noch ein Ausnahmezustand ist. Es bedeutet ein hohes Engagement der Gemeinde. Es braucht auch ein spezifisches Engagement des Kantons, der kantonalen Verwaltung, damit so etwas zustande kommt. Und wenn wir gemäss der Motion sagen würden, dass wir das normalisieren und es im Rahmen dieses neuen Gesetzes anpacken, dass man überall im Kanton Bern relativ einfach, zumindest von der administrativen Hürde her, bilinguale Klassen schaffen kann, dann gewinnen wir viel.

Ich muss auch betonen: Gerade im Bildungsbereich, habe ich den Eindruck, macht der Kanton Bern bezüglich des Bilinguismus fast am meisten. Man sieht das immer wieder in Berichterstattungen der Regierung – entweder zum Bilinguismus oder zur Aussenpolitik des Kantons Bern – oder auch in den Regierungsrichtlinien. Dort sieht man immer wieder, dass solche Projekte spezifisch gefördert werden, aber vor allem einfach im Bereich der Bildung.

Hier könnten wir jetzt noch ein bisschen weitergehen und es im Rahmen dieses Gesetzes zur Zweisprachigkeit, das in Erarbeitung ist, erleichtern, dass die Gemeinden überall im Kanton Bern, also z. B. auch vielleicht im Saanenland, wenn es gegen das Pays-d’Enhaut geht oder so, solche bilingualen Klassen schaffen könnten. (Die Vizepräsidentin bittet den Redner, zum Schluss zu kommen. / La vice-présidente demande à l’orateur de conclure.) Darum: Unterstützen Sie doch bitte diese Motion. Es ist, glaube ich, wirklich ein grosser Trumpf für den Kanton Bern, wenn wir das schaffen. Merci.

Institution
Grosser Rat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0