Speech
Die Förderung der Zweisprachigkeit hat einen grossen Stellenwert im Kanton Bern, auch wenn man jetzt in den vergangenen 20 bis 30 Minuten hätte meinen können, es passiere nichts. Es passiert sehr, sehr viel. Und ich erlaube mir, noch einmal schnell den Blick darauf zu werfen und Sie daran teilhaben zu lassen.
Zur Unterstützung von zweisprachigen Bildungsprojekten auf allen Bildungsstufen stellt der Regierungsrat seit 2020 gezielt finanzielle Mittel zur Verfügung. Diese Mittel haben unter anderem dazu beigetragen, dass Projekte wie die «Filière Bilingue» in Biel und die «Classes bilingues» in der Stadt Bern realisiert werden konnten. Die BKD als zuständige Direktion in der Bildung – ich sage es absichtlich so: in der Bildung – erweitert ihre Angebote laufend und prüft sie auch immer wieder in den Schulen. Sie stellt immer wieder neue Angebote zur Verfügung für den Austausch und für die Verstärkung der Schulen, die verschiedene Bedürfnisse abdecken müssen, gerade für die Schulen, die es nicht so einfach haben, weil sie bereits mit ganz vielen Sprachen in der Klasse konfrontiert sind, und dann kommt noch dazu, dass sie Französisch und Deutsch gleichbehandeln sollen. Trotzdem unterstützen wir sie sehr.
Wir unterstützen auch die bekannten und bereits erwähnten Projekte VABENE, «Immersion autrement», «En route für den bilingualen Unterricht», und in all diesen Projekten werden die Schulen gezielt mit Know-how zur Umsetzung von zweisprachigem Unterricht unterstützt. Es werden Materialien für den zweisprachigen Unterricht hergestellt, Lehrpersonen werden weitergebildet, damit sie ihre Sprachkompetenzen noch verbessern können, und so weiter und so fort.
Die Motionärinnen und Motionäre möchten, dass zweisprachige Klassen in allen Gemeinden des Kantons Bern möglich sind. Das sind sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, das sind sie. Wenn etwas Schulversuch heisst, ist es nicht immer a priori gerade ein Problem. Im Gegenteil, ich möchte Sie unbedingt auffordern, liebe Gemeinden: Wenn Sie interessiert sind, dann melden Sie sich bei der BKD. Wir sind sehr daran interessiert, Sie zu unterstützen, damit man das auch in Ihrer Gemeinde machen kann. Wir sind interessiert daran, dass zweisprachige Klassen in den Gemeinden geführt werden können, und die BKD und damit auch die Regierung unterstützen dies auch.
Wir sind also in ganz vielen Dingen auf dem Weg, und Sie wissen auch und konnten der Antwort der Regierung entnehmen, dass wir uns mit diesem Sprachengesetz befassen. Es wird selbstverständlich die Möglichkeit geben, dass wir auch diese Frage ganz konkret aufnehmen können. Ob wir das heute als Postulat oder als Motion überweisen – wir können das auf jeden Fall im Zuge dieser Sprachengesetzdiskussion ebenfalls aufnehmen. Aber nehmen Sie heute bitte mit, dass die BKD sehr daran interessiert ist, dass die Gemeinden, die das machen wollen, es machen können, und dass man nicht davon ausgehen muss, wir wollten das nicht und wir organisierten das absichtlich irgendwie kompliziert. Das ist überhaupt nicht der Fall, ganz im Gegenteil. Die Unterstützung ist da, wenn sie abgeholt wird.
Und noch etwas möchte ich Ihnen mitgeben. Das Sprachengesetz wird etwas ganz Wichtiges sein, auch bezüglich dieser Fragen, aber ich glaube, das Sprachengesetz, das geschaffen werden soll, soll sehr viel breiter werden. Denken Sie daran, wenn Sie dann hier darüber abstimmen, wenn Sie dann hier darüber beraten, dass Sie nicht alles auf die Schulen und auf die Bildung überwälzen, sondern denken Sie auch an die anderen Bereiche. Wenn wir Zweisprachigkeit im Kanton Bern wollen und sie wirklich überall fördern wollen, dann haben wir in anderen Bereichen auch noch einen grossen Nachholbedarf, und nicht nur in den Schulen. Es müssen nicht alles immer die Schulen regeln. Dann kommen wir vielleicht auch ein bisschen von diesem Druck weg.
Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen einen guten Abend. Bis morgen.