Das Vorsorgeprinzip anwenden und den Zugang zu irreversiblen Eingriffen zur Geschlechtsumwandlung nur Personen vorbehalten, die nach schweizerischem Zivilgesetzbuch volljährig sind
(2023.RRGR.210)- Speech
- SpeechFrancesco Marco Rappa(Die Mitte)Grosser RatPräsident. Sie haben die Ziff. 1 angenommen.
Wir kommen zu Ziff. 2. Wer die Ziff. 2 annimmt, stimmt Ja, wer sie ablehnt, stimmt Nein.
- SpeechFrancesco Marco Rappa(Die Mitte)Grosser RatPräsident. Wir kommen zur Abstimmung. Wir stimmen ziffernweise über diese Motion ab. Wer die Ziff. 1 annehmen will, stimmt Ja, wer sie ablehnt, stimmt Nein.
- SpeechSpeechGrosser RatPierre Alain Schnegg, directeur de la DSSI. Le Conseil-exécutif reconnaît que les interventions irréversibles destinées à un changement de sexe doivent être limitées, notamment chez les enfants et les adolescents. C’est pourquoi nous vous proposons d’accepter le point 1 qui nous permettra de rappeler aux hôpitaux du canton de renoncer à réaliser de telles interventions irréversibles pour cette catégorie de personnes.
Le Conseil-exécutif s’engage également à renforcer les offres de consultation et les réseaux de prise en charge spécialisés destinés aux enfants et aux jeunes transgenres. Bien entendu, cette offre se devra d’être neutre et non trans-affirmative. N’allons pas générer un problème pour les générations futures ! Nous avons, dans le passé, pris un certain nombre de décisions que nous sommes aujourd’hui encore en train de corriger. Je pense, par exemple, aux tests de médicaments en psychiatrie, au don de sperme à l’Inselspital aux enfants placés à une certaine époque. Le principe de précaution nous pousse à faire attention dans ce genre de situation.
Nous voulons protéger nos enfants et nos jeunes et c’est très bien ainsi. L’accès au tabac est limité, l’accès à l’alcool est limité. Nous avons même interdit la publicité sur le tabac de manière à les protéger.
Il est donc important de les protéger également des pressions qu’ils peuvent subir durant une période très troublée de leur développement, de les accompagner, mais de leur éviter des décisions irréversibles pour leur vie entière. C’est la raison pour laquelle nous vous invitons à soutenir cette motion comme le Conseil-exécutif le mentionne. Merci de votre attention.
- SpeechTabea Bossard-Jenni(Evangelische Volkspartei)Grosser RatTabea Bossard-Jenni, Oberburg (EVP), Fraktionssprecherin. Die Pubertät ist eine Phase der Selbstfindung. Jugendliche setzen sich mit der Frage auseinander, wer sie sind, und wo sie hinwollen. In diesem Alter sind Jugendliche sehr formbar, aber auch leicht beeinflussbar. Befeuert durch die sozialen Medien und Influencer steigt die Zahl von Jugendlichen, die sich in ihrem biologischen Geschlecht nicht oder nicht mehr wohlfühlen; die Beratungsanfragen dazu steigen.
In meiner Schulzeit wollte ich Konditorin werden, Modedesignerin, Schauspielerin oder Pharmaassistentin. Kurz gesagt, ich hatte keinen Plan, was ich eigentlich will, aber ich wusste sehr genau, was ich nicht will. Ich wollte nicht ein Bürogummi werden. Heute bin ich sehr froh, dass die Berufswahl nicht eine abschliessende Entscheidung ist, weil ich sehr häufig in einem Büro anzutreffen bin.
Ziemlich final ist aber die Entscheidung für einen irreversiblen Eingriff für eine Geschlechtsumwandlung. Die Motionäre möchten, dass irreversible Eingriffe erst nach Erreichung der Volljährigkeit durchgeführt werden können, und sie möchten zugleich das Beratungsangebot ausbauen, bei dem nicht-medizinische und reversible Ansätze bevorzugt werden. Heute fehlen Studien über den langfristigen Nutzen für die Lebensqualität nach irreversiblen Eingriffen. Aus diesem Grund will sich ja auch der Regierungsrat dafür einsetzen, dass solche Eingriffe erst nach Erreichen der Volljährigkeit durchgeführt werden können.
Der Regierungsrat empfiehlt Ihnen diese Richtlinienmotion zur Annahme. Er erklärt uns auch, was er zu unternehmen gedenkt. Er appelliert an die Spitäler des Kantons, dass Kinder und Jugendliche bei solchen Eingriffen zurückhaltend beraten werden. (Der Präsident bittet die Rednerin, zum Schluss zu kommen. / Le président demande à l’oratrice de conclure.) Bei der Umsetzung dieser Motion liegt der Schwerpunkt auch auf der Beratung.
Für die EVP-Fraktion ist der Schutz von Jugendlichen und Prävention von grosser Bedeutung. Wichtig ist für uns, dass die Beratung durch medizinisches und psychotherapeutisches Fachpersonal stattfindet, ... (Der Präsident bittet die Rednerin erneut, zum Schluss zu kommen. / Le président demande encore une fois à l’oratrice de conclure.) ... bspw. die Sprechstunde in der Kinderklinik. In diesem Sinn stimmen wir der Richtlinienmotion grossmehrheitlich zu.
- SpeechSibyl Eigenmann(Die Mitte)Grosser RatSibyl Eigenmann, Bern (Die Mitte), Fraktionssprecherin. Zuerst möchte ich vorausschicken, dass es sich hier um höchst persönliche Entscheidungen einer sehr kleinen Minderheit handelt. Wir tun gut daran, dieses Thema nicht zu verpolitisieren. Die Entscheidung über die Zugehörigkeit zu einem Geschlecht ist ein absolut höchstpersönliches Recht, und das ist auch so im Zivilgesetzbuch geregelt.
Die Eltern können deshalb dem Kind die Entscheidung nicht abnehmen. Sie können einem Eingriff nicht gültig zustimmen. Das wäre sonst eine Körperverletzung und würde gemäss Strafrecht behandelt. Vorbehalte bleiben Fälle, in denen Massnahmen zur Rettung des Lebens ergriffen werden müssen – zur Abwendung von schweren Schäden an Körper und Psyche, also der Gesundheit. Dann ist es keine Körperverletzung, wenn die Eltern für die Kinder entscheiden, und dann ahndet dies das Strafrecht auch nicht. Das ist ein Grund, weshalb die Mitte Punkt 1 ablehnt.
Barbara Stucki hat es sehr schön gesagt: Punkt 1 hat eigentlich nur eine Signalwirkung. Wir würden mit Annahme vom Punkt 1 die Signale aussenden, dass wir verbieten wollen, und dass keine irreversiblen Eingriffe mehr möglich sind. Wir wollen verbieten, obwohl ein Kind oder eine jugendliche Person unter grossen psychischen Schäden leidet. Wir als Politiker wollen dem Kind und dem Jugendlichen sagen können: «Nein, da musst du jetzt durch, du musst das jetzt durchstehen, bis du 18-jährig bist.» Wir von der Mitte-Fraktion wollen uns diese Entscheidung nicht anmassen.
Ein strafrechtliches Verbot jeglicher chirurgischen und hormonellen Behandlung, so wie das in Punkt 1 eigentlich gefordert wird, würde eine adäquate individualmedizinische Versorgung eines Kindes verunmöglichen. Es ist nicht in unserer Kompetenz. (Der Präsident bittet die Rednerin, zum Schluss zu kommen. / Le président demande à l’oratrice de conclure.) Das soll national geregelt werden, und es wird auch national geregelt. Der Ständerat behandelt das in dieser Wintersession, am 18. Dezember. Es wird national geregelt, und deshalb ist es nicht an uns, das hier auch noch zu regeln. Besten Dank, dass wir den Punkt 1 ablehnen. Den Punkt 2 nehmen wir an, das ist selbstverständlich.
- SpeechMichael Elsaesser(FDP.Die Liberalen)Grosser RatMichael Elsaesser, Kirchberg (FDP), Fraktionssprecher. Ich halte mich kurz, das meiste wurde gesagt. Die FDP steht dem Thema irreversible Geschlechtsumwandlung bei Kindern und Jugendlichen kritisch gegenüber. Insbesondere bei einer kürzlichen Studie der medizinischen Fakultät des renommierten schwedischen Karolinska-Instituts wurden wir hellhörig. Die Studie kam zum Schluss, dass die Behandlung von Kindern mit Pubertätsblockern experimentell und irreversibel sei.
Die FDP ist klar der Meinung, dass bei Kindern und Jugendlichen mit Geschlechtsinkongruenz der Fokus nicht auf irreversiblen Massnahmen liegen soll, sondern auf der sozialen Transition. Entsprechend befürworten wir auch die in der Motion erwähnten Begleit- und Beratungsangebote. Die FDP wird dieser Motion einstimmig zustimmen.
- SpeechRahel Ruch(Die Grünen)Grosser RatRahel Ruch, Bern (GRÜNE), Fraktionssprecherin. Es gibt, wir haben es gehört, Kinder und Jugendliche, die schon früh wissen, dass sie sich mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde, nicht identifizieren können. Im letzten Mai gab es im «Magazin» eine gute Reportage mit dem Titel «Alina heisst Lino», die aufzeigt, wie klar es für Lino ist, wer er eigentlich ist und welches Geschlecht er hat.
Man kann in dieser Reportage auch lesen, wie es dieser Familie geht, die sich mit dieser Tatsache anfreundet. Man kann auch sehen, dass die Leute und ihre Familien nicht am Trans-Sein an sich leiden, sondern vor allem an der Diskriminierung, die sie dadurch erfahren. Mit «in» zu sein und cool, dass man ein bisschen Trans ist, hat das wirklich nichts zu tun. Das Leid, das die Leute erfahren, ist sehr gross.
Bei der Lektüre der Antwort des Regierungsrates wird klar, dass das Vorsorgeprinzip, das der Vorstoss fordert, im Kanton Bern schon lange angewendet wird. Individuell werden Jugendliche und Kinder begleitet. Das ist auch richtig, und individuell ist auch die Urteilsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen. Darum haben wir im Schweizer Gesetz auch festgeschrieben, dass Jugendliche dann über medizinische Behandlungen entscheiden können, wenn sie urteilsfähig sind, auch wenn sie minderjährig sind.
Da kann der Kanton Bern kein Sonderrecht einführen, und es würde auch gar keinen Sinn machen. Erstens geht es ja um sehr wenige Jugendliche und Kinder, die betroffen wären, und zweitens wäre ein Verbot auch nicht sinnvoll, weil das dazu führen würde, dass es eben andere irreversible Probleme und schlimme Folgen geben kann, an denen Kinder und Jugendliche leiden. Die grüne Fraktion lehnt darum den Punkt 1 klar ab. (Der Präsident bittet die Rednerin, zum Schluss zu kommen. / Le président demande à l’oratrice de conclure.)
Den Punkt 2, der auf eine Stärkung der betroffenen Jugendlichen abzielt und Beratungsangebote ausbauen will, nehmen wir an.
- SpeechBarbara Stucki(Grünliberale Partei)Grosser RatBarbara Stucki, Stettlen (GLP), Fraktionssprecherin. Ich gebe vorab meine Interessenbindung bekannt: Ich bin Vizepräsidentin der Aidshilfe Bern. Zu unserer Organisation gehört auch der «Checkpoint», der unter anderem auch Beratung für Transmenschen im Bereich der sexuellen Gesundheit anbietet.
Ich spreche hier als Vertreterin der GLP-Fraktion. Es ist mir in dieser Funktion wichtig festzuhalten, dass in Punkt 1 ein Problem adressiert wird, das erstens im Kanton Bern gar keins ist. Es wurden in der Vergangenheit keine irreversiblen Eingriffe an nicht volljährigen Transmenschen vorgenommen. Das bestätigt auch der Regierungsrat in seiner Antwort.
Und zweitens bin ich mit meiner Vorrednerin nicht einig. Wir haben in diesem Bereich eben gar keinen Auftrag, weil diese gesetzliche Regelung nicht in unserer Kompetenz liegt. Das ist das Bundesrecht. Auf nationaler Ebene beschäftigen sich unsere Kolleginnen und Kollegen bereits seit längerem mit verschiedenen Fragen bezüglich Trans- und Intergeschlechtlichkeit, und genau dort gehört die rechtliche Diskussion hin. Deshalb lehnen wir Punkt 1 ab.
Bei Punkt 2 haben wir keine Differenz zur Regierung. Die Nachfrage nach Beratung und Information zum Thema Trans ist wachsend, das merken wir auch bei der Aidshilfe sehr deutlich. Das liegt daran, dass im Vergleich zu früher vielmehr Information zu dieser Thematik frei im Internet verfügbar ist, und auch daran, dass sich die Gesellschaft geöffnet hat. Vielen ist heute bekannt und auch bewusst, dass die Welt und damit auch das Geschlecht eben nicht immer nur entweder schwarz oder weiss sind. Das ist schön. Es ist entlastend für alle betroffenen Menschen und auch deren Nächsten, wenn man so leben kann, wie es für einen stimmt, wie es einen erfüllt, und wenn man sich nicht verleugnen muss. (Der Präsident bittet die Rednerin, zum Schluss zu kommen. / Le président demande à l’oratrice de conclure.)
Die GSI hat erkannt, dass die aktuell verfügbaren Ressourcen nicht ausreichen, und deshalb möchte man das Beratungsangebot ausweiten. Das befürworten auch wir sehr, und deshalb werden wir den Punkt 2 annehmen und beantragen Ihnen das auch so. Merci.
- SpeechAnne Speiser-Niess(Schweizerische Volkspartei)Grosser RatAnne Speiser-Niess, Zweisimmen (SVP), Fraktionssprecherin. Was wollen die Motionäre mit dem Vorstoss? Nicht mehr und nicht weniger, als dass der Zugang zu irreversiblen Eingriffen zur Geschlechtsumwandlung nur denjenigen Personen vorbehalten sein darf, die nach schweizerischem Zivilgesetzgesetzbuch volljährig sind.
Man muss sich schon ernsthaft fragen: Wann ist ein Jugendlicher, ein Kind, ein Teenager in der Lage, einzuschätzen, welches Geschlecht er hat – im Wissen darum, dass auch Wissenschaftler Alarm schlagen, dass es eigentlich nicht evidenzbasiert sei, dass das richtig erfolgen kann. Es gibt keine gesicherten Erkenntnisse, dass man das machen kann, ohne dass man nachher Konsequenzen hat, die natürlich die Direktbetroffenen am ehesten ausbaden müssen.
Die Motionäre bestreiten ja gar nicht, dass das Thema Geschlechtsumwandlung ein aktuelles Thema ist. Ich glaube aber, dass wir hier in diesem Saal einen sehr wichtigen Auftrag haben, den sogenannten Vorsorgeprinzipauftrag – und zwar, dass wir nicht mehr machen als nötig und nicht früher als nötig.
Wir als SVP-Fraktion stimmen dieser Motion einstimmig zu, mit der Überzeugung, dass das eine Hilfeleistung ist, um einen wichtigen Entscheid mindestens so weit hinauszuzögern, bis die Person volljährig ist ... (Der Präsident bittet den die Rednerin, zum Schluss zu kommen. / Le président demande à l’oratrice de conclure.) ... und dann wirklich in der Lage ist zu entscheiden, ob sie das will oder nicht. Ich bitte Sie, diese Motion ebenfalls zu unterstützen. Ich danke für die Aufmerksamkeit.
- SpeechSamantha Dunning(Sozialdemokratische Partei)Grosser RatSamantha Dunning, Biel/Bienne (PS), porte-parole de groupe. Avec cette motion, nous pourrions imaginer que les changements de sexe sont à la mode et qu’ils sont menés à tout-va. Les enfants et les adolescents sont effectivement influençables. Nous ne le nions pas. Et c’est pourquoi il est important de travailler sur la prévention, tous types de prévention. Les changements de sexe augmentent, c’est un fait. Ils augmentent grâce à une meilleure ouverture et connaissance de la population, des familles et du corps médical autour de l’identité de genre.
Ceci est positif, car nous parlons de personnes qui se sentent très mal en raison du sexe qui ne correspond pas à leur identité. Ces personnes connaissent généralement très jeunes leur identité de genre, avant même l’adolescence. Elles doivent être entourées et conseillées au mieux. Il est important de vérifier qu’elles soient sûres de ce qu’elles souhaitent, d’autant plus pour les mineurs. Le processus actuel permet cela, nous en sommes convaincus.
Retarder des interventions irréversibles à l’âge adulte peut provoquer beaucoup plus de dégâts, comme des problèmes psychiques ou des risques de suicide. Le groupe socialiste rejette le premier point de la motion, d’autant plus que le droit fédéral ne permet pas aux cantons de réglementer en la matière.
Concernant le second point, le groupe socialiste soutient unanimement le fait de renforcer l’accompagnement des jeunes et de leurs familles et donc des moyens financiers. Comme décrit dans la réponse du Conseil-exécutif, l’accompagnement se doit d’être le plus neutre possible et orienté au cas par cas. Pourtant, la formulation de la motion demande un accompagnement favorisant des approches non médicales et réversibles, ce qui va à l’encontre du principe de neutralité et de soutien... (Der Präsident bittet die Rednerin, zum Schluss zu kommen. / Le président demande à l’oratrice de conclure.) – oui, ...orienté selon le besoin, ce qui nous rend plus que dubitatifs.
Le groupe socialiste soutiendra toutefois en majorité le point 2 tel que décrit par le Conseil-exécutif et quelques personnes s’abstiendront, ... (Der Präsident bittet die Rednerin erneut, zum Schluss zu kommen. / Le président demande encore une fois à l’oratrice de conclure.) ...voire rejetteront le point 2, car la formulation n’est pas adéquate. Je vous remercie de votre attention.
- SpeechKorab Rashiti(Schweizerische Volkspartei)Grosser RatKorab Rashiti, Gerolfingen (UDC), comotionnaire. Mes collègues motionnaires et comotionnaires ont déjà tout dit, j’aimerais peut-être affiner encore le sujet. La dysphorie de genre, reconnue dans le passé comme trouble de la sexualité, est restée assez constante statistiquement. On observe actuellement, selon les chiffres et les faits, une évolution, donc, une augmentation soudaine et historique de ce trouble.
C’est la raison pour laquelle, je pense qu’il faut prendre des précautions, qu’il faut avoir plus de recherches, plus d’analyses sur les sources de ce qui nous amène à cette situation. Et pour cela, je vous demande d’adopter cette motion. Premièrement, pour élaborer des mesures de prévention ainsi qu’un meilleur suivi des cas et, deuxièmement, pour s’assurer de réserver ce genre de chirurgie – irréversible – à des majeurs, puisqu’on le sait, les personnes atteintes de dysphorie de genre étaient historiquement plus âgées qu’aujourd’hui, et que l’âge auquel ces interventions sont souhaitées baisse de plus en plus et, en tant que parlementaires de ce canton nous devons y être sensibilisés. Merci.
- SpeechSamuel Kullmann(Eidgenössisch-Demokratische Union)Grosser RatSamuel Kullmann, Thun (EDU), Mitmotionär, Fraktionssprecher. Der Körper eines Jugendlichen setzt sich aus etwa 20 Millionen Zellen zusammen. In jedem Zellkern sind normalerweise 22 Chromosomenpaare vorhanden – zusätzlich zwei X-Chromosomen oder die Kombination XY. Diese Chromosomen sind unveränderbar.
Pubertätsblocker, Hormonbehandlungen oder Operationen zur Geschlechtsumwandlung tragen weitreichende Folgen mit sich und stellen einen extremen Eingriff in die Natur dar. Ein in der Regel perfekt funktionierender und wunderbarer Körper eines Jugendlichen wird künstlich stark verändert. Ich habe mir die Information des John-Hopkins-Hospitals zu Phalloplastik, Vaginoplastik und Mastektomie durchgelesen, und mir die entsprechenden Fotos von Operationen angeschaut. Googlen Sie einmal diese Begriffe; einfach, damit wir alle hier wissen, worüber wir abstimmen.
Diese Operationen sind sehr riskant. Die Gesamtrate an Komplikationen liegt bei 33 Prozent. Es gibt keine klinischen Langzeitstudien über die langfristigen Auswirkungen von Pubertätsblockern auf Kinder und Jugendliche. Wenn sich ein Jugendlicher auf eine Geschlechtsumwandlung einlässt, bedeutet das ... (Der Präsident bittet um Ruhe im Saal. / Le président réclame le silence dans l’assemblée.) ... das bedeutet Unfruchtbarkeit für den Rest des Lebens. Kinder und Jugendliche können die Folgen eines solchen Entscheids für sich noch nicht abschätzen. Eigentlich ist das Hirn erst mit 25 Jahren voll ausgebildet, um solche lebenslangen Folgen adäquat abschätzen zu können. Aus diesem Grund kennen wir auch vernünftige Altersgrenzen in Bereichen wie Verkehr, Alkohol und Sexualität.
Wie wir wissen, leiden aktuell viele Jugendliche an psychischen Problemen. Besonders Mädchen erleben in der Pubertät Gefühle von zum Teil sehr starker Ablehnung ihres eigenen Körpers. Viele Jugendliche, die sich in ihrem Körper unwohl fühlen, leiden unter Problemen von komorbiden psychischen Gesundheits- und neurologischen Entwicklungsstörungen. Durch neue Medien wie TikTok werden Jugendliche schnell einmal mit der Idee konfrontiert, dass sie im falschen Körper geboren sein könnten. Dazu kommt, dass es in manchen Peer-Gruppen besonders in ist, trans zu sein. Der Weg zur Geschlechtsumwandlung erscheint als Lösung für sämtliche Probleme. Die Gefahren davon werden je nach Umfeld ausgeblendet.
Doch es gibt Alternativen: Watchful-Waiting-Therapien, die darin bestehen, einem Kind einen psychotherapeutischen Rahmen zu bieten, der hilft, die Ursachen der Beschwerde zu entdecken. Der Ansatz berücksichtigt auch die Tatsache, dass sich etwa 80 Prozent der Kinder mit Geschlechtsdysphorie nach der Pubertät mit ihrem biologischen Geschlecht versöhnen.
Die renommierten Ärzte Dr. Haller und Dr. Halperin haben die wissenschaftliche Literatur analysiert und zusammengefasst: Sie empfehlen, dass man aufhören sollte, den Zugang zu medizinischen oder chirurgischen Eingriffen bei jungen Menschen zu fördern und dies nur im Zusammenhang mit ethisch ordnungsgemäss validierten klinischen Studien in Betracht zu ziehen. Sie empfehlen auch, zur weisen Haltung «primum non nocere» zurückzukehren, indem man ein vorsichtigeres und geduldiges Vorgehen fördert, das sich für die in dieser Bevölkerungsgruppe so häufige Komorbidität interessiert und die Ursprünge der Geschlechtsdysphorie durch ein aufmerksames, empathisches Zuhören erforscht, das offen ist für eine Zeit des Reifens.
Ich komme bald zum Schluss. Als EDU-Fraktion anerkennen wir, dass es im Durchschnitt biologisch bedingte Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Gleichzeitig ist es sehr wichtig, dass Schule und Gesellschaft den Jugendlichen keine Geschlechtsstereotypen aufdrücken. Lassen wir keine riskanten Experimente bei Jugendlichen zu. Merci, wenn Sie dieser Motion zustimmen.
- SpeechFrancesco Marco Rappa(Die Mitte)Grosser RatPräsident. Stimmt meine Annahme, Grossrat Kullmann, dass du für die Fraktion redest? (Grossrat Kullmann erwidert, dass er als Mitmotionär und Fraktionssprecher sprechen werde. / Le député Kullmann répond qu’il interviendra en tant que comotionnaire et porte-parole de groupe.) Okay. Das ist eben das, was ich heute Morgen gemeint habe. Wir werden das im Büro diskutieren. Nicht wegen dir, sondern grundsätzlich bei der reduzierten Debatte. Aber ich öffne dir jetzt das Mikrofon – als Mitmotionär und für die Fraktion.
- SpeechTom Gerber(Evangelische Volkspartei)Grosser RatTom Gerber, Reconvilier (PEV), motionnaire. Parfois, il est des thèmes que la facilité nous commanderait de laisser de côté, mais que la conscience nous impose. Je tiens à dire ce que cette motion n’est en aucun cas : cette motion n’est en aucun cas une motion « anti- quelqu’un » quel qu’il soit. De même, cette motion ne s’applique pas à des enfants qui n’auraient pas une assignation claire à la naissance et dont une intervention pour une assignation claire aurait été différée.
Le nombre de jeunes consultant pour un sentiment de non-conformité avec leur sexe biologique a augmenté de manière exponentielle, et pas seulement en Suisse. On observe particulièrement dans les écoles de véritables effets de contagion. La dysphorie de genre donne lieu aujourd’hui à des traitements médicaux, bloqueurs de puberté, traitements hormonaux et chirurgicaux – mastectomie, notamment –, mettant en jeu sans évaluation suffisamment approfondie l’intégrité corporelle d’adolescentes et d’adolescents. Les jeunes de moins de 18 ans sans antécédent significatif de dysphorie de genre dans l’enfance se sont ainsi vu délivrer un certificat les autorisant à prendre des hormones antagonistes et à se soumettre à une mastectomie après moins de cinq séances chez un psychiatre habilité à décerner ce sésame.
Ces pratiques qui s’inscrivent dans une approche dite « affirmative », sont souvent devenues la norme dans de nombreux services pédiatriques en Suisse. Et cela en dépit de leur caractère controversé. Sur la base d’études récentes démontrant les conséquences négatives potentiellement importantes et irréversibles des traitements hormonaux antagonistes et le manque de certitude quant à leurs bienfaits à long terme sur la qualité de vie, plusieurs pays ont récemment décidé d’imposer un moratoire sur leurs prescriptions aux jeunes de moins de 18 ans. Cette mise en question concerne aussi les bloqueurs de puberté, bien que présentés comme réversibles.
Aujourd’hui, de nombreux spécialistes dont certains qui ont mis en place les protocoles dits « trans-affirmatifs » tirent la sonnette d’alarme... (Der Präsident bittet den Redner, zum Schluss zu kommen. / Le président demande à l’orateur de conclure.) ...et appellent à l’instar de cette motion au principe de précaution primum non nocere : « d’abord, ne pas nuire ». Et la conséquence directe correspond à l’exigence de notre motion, soit : de réserver ces interventions aux personnes de plus de 18 ans. Je vous remercie de votre attention.
- SpeechFrancesco Marco Rappa(Die Mitte)Grosser RatPräsident. Wir kommen zu Traktandum 65. Das ist eine Motion von Grossrat Gerber: «Das Vorsorgeprinzip anwenden und den Zugang zu irreversiblen Eingriffen zur Geschlechtsumwandlung nur Personen vorbehalten, die nach schweizerischem Zivilgesetzbuch volljährig sind». Der Regierungsrat schlägt Annahme vor. Ist das bestritten? – Das ist bestritten. Der Motionär, Grossrat Tom Gerber, hat das Wort. Wir führen eine reduzierte Debatte, das heisst: 2 Minuten.
Data: OpenParlData · CC BY 4.0