Rahel Ruch · GRÜNE
Man kann in dieser Reportage auch lesen, wie es dieser Familie geht, die sich mit dieser Tatsache anfreundet. Man kann auch sehen, dass die Leute und ihre Familien nicht am Trans-Sein an sich leiden, sondern vor allem an der Diskriminierung, die sie dadurch erfahren. Mit «in» zu sein und cool, dass man ein bisschen Trans ist, hat das wirklich nichts zu tun. Das Leid, das die Leute erfahren, ist sehr gross.
Bei der Lektüre der Antwort des Regierungsrates wird klar, dass das Vorsorgeprinzip, das der Vorstoss fordert, im Kanton Bern schon lange angewendet wird. Individuell werden Jugendliche und Kinder begleitet. Das ist auch richtig, und individuell ist auch die Urteilsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen. Darum haben wir im Schweizer Gesetz auch festgeschrieben, dass Jugendliche dann über medizinische Behandlungen entscheiden können, wenn sie urteilsfähig sind, auch wenn sie minderjährig sind.
Da kann der Kanton Bern kein Sonderrecht einführen, und es würde auch gar keinen Sinn machen. Erstens geht es ja um sehr wenige Jugendliche und Kinder, die betroffen wären, und zweitens wäre ein Verbot auch nicht sinnvoll, weil das dazu führen würde, dass es eben andere irreversible Probleme und schlimme Folgen geben kann, an denen Kinder und Jugendliche leiden. Die grüne Fraktion lehnt darum den Punkt 1 klar ab. (Der Präsident bittet die Rednerin, zum Schluss zu kommen. / Le président demande à l’oratrice de conclure.)
Den Punkt 2, der auf eine Stärkung der betroffenen Jugendlichen abzielt und Beratungsangebote ausbauen will, nehmen wir an.