Vermittlung von einheimischen Traditionen, Werten und kulturellem Erbe in der bernischen Volksschule stärken
(2025.GRPARL.287)- SpeechEdith Siegenthaler(Sozialdemokratische Partei)Grosser RatPräsidentin. Vous avez refusé le classement.
- SpeechEdith Siegenthaler(Sozialdemokratische Partei)Grosser RatPräsidentin. Vous avez accepté la motion.
Nous passons au classement : celles et ceux qui approuvent le classement votent oui, celles et ceux qui le refusent votent non.
- SpeechEdith Siegenthaler(Sozialdemokratische Partei)Grosser RatPräsidentin. Nous passons au vote : celles et ceux qui acceptent la motion votent oui, celles et ceux qui la refusent votent non.
- SpeechSpeechGrosser RatChristine Häsler, BKD-Direktorin. Madame la Présidente, Mesdames et Messieurs les Députés, la transmission des connaissances à l’école implique également que les enfants et les jeunes se penchent sur les traditions locales et les valeurs de notre société afin de devenir des citoyens responsables. Au milieu des incertitudes géopolitiques actuelles nous constatons à nouveau combien il est important que nous réfléchissions en tant que société aux valeurs qui nous guident réellement.
Ja, tatsächlich ist es so: Wenn wir um uns herum schauen, dann merken wir alle, wie wichtig es ist, uns darauf zurückzubesinnen, wer wir sind, welche Traditionen wir haben, welche Wert wir haben und wie wir zusammenleben wollen. Und das ist etwas, das im Lehrplan 21 und im PER, im Plan d’études romands, stark aufgenommen wird, in Form von Werten, und es wird in den Schulen ernstgenommen.
Ich höre Sie aber sehr wohl, dass es Ihnen ein Anliegen ist, das haben wir schon dem Vorstoss entnommen. Darum nehmen wir ihn auch sehr gern an, wir sehen, dass Ihnen diese Sachen wichtig sind. Die fächerübergreifenden Themen wie Politik, Demokratie, Menschenrechte, aber auch kulturelle Identitäten, interkulturelle Verständigung – diese Anliegen nehmen wir direkt auf: In diesen Bereichen befassen sich die Lernenden mit der Schweizer Demokratie, mit der kulturellen Vielfalt und auch mit der Position der Schweiz.
Die Schulen können aber auch Feste und Bräuche in ihrer Gemeinde respektive in ihrer Region aufnehmen, sie zu einem Unterrichtsthema oder gar zu einem Schulanlass machen. Wir haben via Amt für Kultur eine ganze Liste von lebendigen Traditionen, die im Kanton Bern noch gepflegt werden. Diese sind auch den Schulen zugänglich. Es ist enorm wichtig, dass sie diese nutzen.
Ich beginne jetzt angesichts der fortgeschrittenen Zeit nicht vorzulesen, was alles auf der Liste der lebendigen Traditionen steht. Es gibt sie in allen – allen – Regionen des Kantons, vom Berner Jura bis ins Oberland, in den Städten und in den ländlichen Regionen. Überall gibt es diese Möglichkeiten. Und die Lehrpersonen können für die Vermittlung dieses kulturellen Erbes auch auf ein breites Angebot an Ressourcen zurückgreifen. Die BKD unterstützt z. B. Besuche an ausserschulischen Lernorten. So war ich z. B. auch schon selber mit der Schule auf dem Bauernhof, dort habe ich mit einer Klasse zusammen erlebt, was sie dort machen. Wir haben die Schule auf der Alp, diese wurde auch von der BKD, von unserem Abteilungsleiter Schulaufsicht besucht, und wir haben sehr, sehr vieles mehr. Ich war gerade kürzlich im Lernort Kiesgrube an der Jubiläumsveranstaltung.
Uns sind all diese Sachen enorm wichtig. Für die Klosterruine Rüeggisberg z. B. wurden im Rahmen des Projekts «Archäologische Lernorte im Kanton Bern» sogar eigene Unterrichtsunterrichtsmaterialien entwickelt. Es gibt eben auch da sehr viel mehr, als man vielleicht auf den ersten Blick sieht. Und damit wollen wir Ihnen aufzeigen, liebe Grossrätinnen und Grossräte: Es gibt keine Differenz zwischen uns. Wir finden das auch sehr wichtig. Die Regierung findet es wichtig, die BKD findet es wichtig, ich finde es wichtig, und wir setzen es um. Wir wollen, dass die Schule diese Sachen nutzen kann und sich auch auf unsere Kulturen und Traditionen besinnen kann. Ich glaube, der Motionär weiss das auch von mir ganz persönlich. Wir begegnen uns ab und zu am einen oder anderen sehr traditionellen Anlass. Wir versuchen, dies in der Arbeit so umzusetzen.
In diesem Sinn ist die Regierung halt der Meinung, dass sie das macht, was Sie verlangen, aber so oder so: Auch wenn Sie jetzt nicht abschreiben wollen, hören ja morgen nicht auf zu arbeiten, nur weil der Vorstoss dann erledigt wäre, sondern das bleibt ja. Das ist etwas, das bleibt. Dem muss man sich immer wieder widmen, weil sich auch die Gesellschaft immer wieder wandelt, weil sich die Vorstellungen wandeln und weil man das auch immer wieder ein bisschen einfordern muss im Moment. Wir haben diese Werte und auf diese setzen wir. Sie sind uns wichtig und sie werden im Unterricht umgesetzt. In diesem Sinn: Wir beantragen Ihnen die Abschreibung, und wenn Sie nicht abschreiben wollen: Wir werden so oder so am Thema weiterarbeiten. Merci vielmals.
- SpeechEdith Siegenthaler(Sozialdemokratische Partei)Grosser RatPräsidentin. Donc, tous les groupes se sont exprimés et la parole est à Madame la Conseillère d’État Christine Häsler.
- Speech
- SpeechWalter Schilt(Schweizerische Volkspartei)Grosser RatWalter Schilt, Utzigen (SVP), Fraktionssprecher. Ich verschone Sie mit meinem Französisch, sonst sind wir am Freitag noch da. Um es vorwegzunehmen: Die SVP unterstützt den Vorstoss und ist auch gegen die Abschreibung.
Etwas scheint mir wichtig: Der Motionär hat ja geschrieben, so beispielhaft, an was man alles denken könnte. Und was mir noch ein bisschen fehlt, und das nimmt man eigentlich nicht so gern in den Mund: Das sind unsere christlichen Werte, wir leben, ob wir es wahrhaben wollen oder nicht, in einem christlichen Abendland. Wir pflegen die Werte mit den Kirchen, ohne einander auszuspielen.
Und ich habe den Eindruck, auch dort könnte man noch ein bisschen mehr machen, denn irgendwann könnte es sein, dass nicht mehr das Parlament hier im Saal sagt, was geht, sondern andere Leute. Ich habe das Gefühl, auch dort dürfen wir ein bisschen mehr dazustehen, und deshalb bin ich ganz klar auch dafür, dass man die Abschreibung bestreitet. Danke, wenn Sie das auch machen.
- Speech
- SpeechRoland Lüthi(Grünliberale Partei)Grosser RatRoland Lüthi, Moosseedorf (GLP), Fraktionssprecher. Auch der GLP sind unsere Traditionen, unsere Werte, unser kulturelles Erbe wichtig, und unsere Werte haben das Land respektive den Kanton stark gemacht. Das ist unsere Geschichte. Wir haben eine jüdisch-christliche Vergangenheit, und diese Werte sollen gelebt und den Kindern auch gelehrt werden, ungeachtet ihrer eigenen Religion. Aber ich glaube, es ist wichtig, dass man den kulturellen Hintergrund kennt, um sich bei uns zurechtzufinden.
Gerade in einem vielfältigen und auch zweisprachigen Kanton ist es wirklich wichtig, dass wir die Identität pflegen und im Schulunterricht bewusst machen. Unserer Meinung nach hat der Regierungsrat gut erläutert, was alles gemacht wird, was alles gemacht werden kann. Es liegt nachher an der Umsetzung. Dementsprechend unterstützen wir die Motion. Wir sind aber gleichzeitig auch für die Abschreibung, weil wir dem Regierungsrat glauben, dass er in die richtige Richtung vorwärtsmacht. Danke vielmals.
- Speech
- SpeechJohann Ulrich Grädel(Eidgenössisch-Demokratische Union)Grosser RatJohann Ulrich Grädel, Schwarzenbach BE/Huttwil (EDU), Fraktionssprecher. Wir danken dem Regierungsrat, dass er diese Motion annehmen will. Leider will er sie gleich abschreiben, und wir von der EDU wollen ein Zeichen setzen und sie nicht abschreiben und bitten die Lehrerinnen und Lehrer, die guten Traditionen und das Demokratieverständnis und das friedliche Zusammenleben zu vermitteln. Wir sind ein christliches Land und möchten auch die christliche Kultur weitervermitteln. Deshalb: die Motion annehmen und nicht abschreiben.
- Speech
- SpeechAlfons Bichsel(Die Mitte)Grosser RatAlfons Bichsel, Merligen (Die Mitte), Fraktionssprecher. Die Motion will ja eigentlich unsere Kultur stärken. Wir sind ein sehr kultureller, verwurzelter Kanton mit hoher Priorität in Bezug zu unserer Kultur und unserem Brauchtum.
Wir werden natürlich jetzt als Motionäre entsprechend dort hingetrieben, dass wir jetzt in den Lehrplan hineinreden würden und vor allem den Lehrpersonen sagen wollten, was sie zu tun haben. Ich habe mir die Mühe genommen, im Lehrplan 21 nur schon das Wort Kultur zu suchen, wie oft es vorkommt. Das kommt 33-mal vor und etwa 30-mal wird es im Zusammenhang mit fremden Kulturen und solchen Themen abgebildet. Und genau das ist auch so ein bisschen der Ansatz, wir jetzt sagen: Würdigt das, was wir vor der Haustüre haben, das, was uns ausmacht als Kanton Bern. Und ich gehe auch davon aus, dass es wirklich in sehr vielen Orten auch gemacht wird.
Die Regierung bestätigt ja, dass das Anliegen auch korrekt ist und dass es verschiedenste Möglichkeiten gibt, damit die Lehrpersonen das auch machen können. Es soll angewendet werden, und das hat unsere Fraktion ganz klar festgehalten. Und wir werden diese Motion annehmen und nicht abschreiben.
- Speech
- SpeechBrigitte Hilty Haller(Die Grünen)Grosser RatBrigitte Hilty Haller, Bern (GRÜNE), Fraktionssprecherin. Ce que cette motion demande est une pratique courante dans de nombreuses écoles, voire dans la plupart des écoles du canton de Berne – qu’il s’agisse de coutumes ou de fêtes spécifiques de la région ou de la commune concernées. Les exemples sont innombrables. Je connais maintenant plusieurs écoles du canton et je ne peux ni confirmer ni comprendre la crainte d’une attention insuffisante pour les coutumes et les traditions.
Ce que l’on entend exactement par l’inclusion structurée ne me paraît pas très clair. Les cours suivent toujours une structure méthodologique et didactique. Les enseignants choisissent les structures en fonction du sujet et de la classe et décident s’il est préférable de traiter un sujet en présentiel, en groupe ou lors d’une excursion.
Et ici, je voudrais revenir brièvement sur le Musée des Beaux-Arts dont on a discuté précédemment : visiter des musées, une fromagerie ou visiter le Ballenberg est aussi une façon de découvrir les coutumes et les traditions et une partie de notre culture. Le Lehrplan 21 fournit le cadre pédagogique à suivre. Les écoles et les enseignants disposent d’une grande liberté quant à la mise en pratique. Le matériel pédagogique recommandé par le canton est utilisé dans de nombreuses écoles et constitue une source d’inspiration supplémentaire.
Je n’ai pas besoin d’en dire plus. Le cadre est mis en place, beaucoup de choses sont déjà en cours, il n’est pas nécessaire de les déterminer, car cela porterait atteinte à l’autonomie des communes. Les Verts rejettent clairement cette motion. Merci.
- Speech
- SpeechHans-Peter Kohler(FDP.Die Liberalen)Grosser RatHans-Peter Kohler, Spiegel b. Bern (FDP), Fraktionssprecher. Die FDP-Fraktion wird, wie die Regierung es vorschlägt, den Vorstoss annehmen und gleichzeitig abschreiben. Die Begründungen he stimmen für uns, so wie die Regierung es geschrieben hat.
Mir fällt vielleicht nicht alles auf, aber in den jetzt dann fast acht Jahren als Bildungsvorsteher in Köniz habe ich nie etwas gehört, woher auch immer – älteren Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrer –, dass wir irgendwie ein Defizit hätten. Und es gibt auch sehr viel ausserschulische Angebote, also ausserhalb des Schulareals, die man besuchen kann. Wir haben den Lehrplan und wir sind überzeugt, dass man da jetzt nichts Zusätzliches machen muss, weil kein zusätzlicher Bedarf besteht. Deshalb: annehmen und abschreiben.
- Speech
- SpeechKarim Saïd(Sozialdemokratische Partei)Grosser RatKarim Saïd, Biel/Bienne (PS), porte-parole de groupe. Je précise en préambule que ce n’était pas moi qui devais vous présenter cette affaire mais ma collègue qui est absente ce soir, et je me contente de lire sa prise de parole – qui respecte le thème du bilinguisme.
Le groupe PS-JS va rejeter cette motion. Pourquoi ? Malgré notre sympathie pour cette cause, deux arguments contraires nous semblent essentiels. Premièrement, rien ne nous indique que la transmission des traditions dans l’enseignement pose des problèmes. Dans de nombreuses communes, les écoles participent aux manifestations locales et sont donc bien intégrées.
Lorsque cela n’est pas nécessaire, le Grand Conseil ne doit pas intervenir : c’est ce que nous avons souvent entendu ici dans cette salle.
Zweitens stimmt für uns die Flughöhe nicht. Traditionen und Bräuche sind regional verschieden. Entsprechend finden wir eine kantonale Regelung nicht zielführend. Wenn, dann bräuchte es entsprechende Absprachen mit den Gemeinden. Wir finden es zudem schwierig, wenn sich der Grosse Rat zu sehr in die Lehrpläne einmischen will. Diese sind in der Zuständigkeit der Regierung, und das ist auch richtig so.
Pour ces raisons, notre groupe dit non et vous invite à faire la même chose. Merci pour votre attention.
- Speech
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