Frauengesundheit in der Lebensmitte. Handlungsbedarf bei Menopause und Perimenopause für bessere Gesundheit und weniger Absenzen am Arbeitsplatz
(26.3959)- Type
- Postulat
- State
- Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Parliament
- Schweiz
- Number
- 26.3959
- Start
- 19.06.2026
- Official record
- Official profile
- External ID
- 20263959
- Miriam LocherSozialdemokratische Partei
- Jessica JaccoudSozialdemokratische Partei
- Anna-Béatrice SchmaltzDie Grünen
- Departement des Innern
- Michèle Dünki-BättigSozialdemokratische Partei
- Annahme (teilweise)Bundesrat
- Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Eingereicht
- Titel des GeschäftesFrauengesundheit in der Lebensmitte. Handlungsbedarf bei Menopause und Perimenopause für bessere Gesundheit und weniger Absenzen am Arbeitsplatz
- Antwort BR / Büro
Der Bundesrat ist sich bewusst, dass die Meno- und die Perimenopause für Frauen generell und für erwerbstätige Frauen zusätzlich belastend sein können. Er ist deshalb gerne bereit, einen Bericht zu den in den Punkten 4 bis 7 aufgebrachten Fragestellungen zu verfassen. Der konkrete Handlungsspielraum des Bundes bezüglich der Erarbeitung und Umsetzung von Massnahmen in Erfüllung der in den Punkten 4 und 5 genannten Anliegen ist allerdings aufgrund der verfassungsmässigen Kompetenzteilung zwischen Bund und Kantonen beschränkt. Zudem fehlen auf Bundesebene finanzielle Mittel. Deshalb wird es vor allem das Engagement weiterer Akteure wie z.B. der Kantone, der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz oder auch der Arbeitgeber und ihrer Verbände brauchen.
Der Bundesrat sieht hingegen keine Notwendigkeit, in Ergänzung zum Bericht vom 15. Mai 2024 in Erfüllung des Postulates 19.3910 Fehlmann-Rielle «Gesundheit der Frauen. Bessere Berücksichtigung ihrer Eigenheiten» einen weiteren Bericht über die bessere Berücksichtigung der biologischen Bedürfnisse von Frauen in Forschung, Prävention, Gesundheitsversorgung sowie Bildung von Gesundheitspersonal zu erstellen. Es gibt keine Hinweise, dass die im erwähnten Bericht gemachten Aussagen nicht auch für die Themen Meno- und Perimenopause zutreffen. In diesem Sinne lehnt er die Erfüllung der Punkte 1 und 2 ab. Die aktuelle finanzielle Lage des Bundes lässt keine zusätzlichen Investitionen im Bereich statistische Datengrundlagen oder in zweckgebunde Forschungsmittel zu, weshalb er auch die Erfüllung von Punkt 3 ablehnt. Forschungsvorhaben zu diesem Thema werden jedoch bereits heute im Rahmen bestehender Förderinstrumente des Schweizerischen Nationalfonds gefördert.
Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Punkte 1 bis 3 und die Annahme der Punkte 4 bis 7 des Postulates.
- Eingereichter Text
Der Bundesrat prüft, mit welchen Massnahmen die Gesundheit der Frauen in der Lebesmitte verbessert werden und Absenzen am Arbeitsplatz reduziert werden können.
Zu klären sind wie:
- Meno- und Perimenopause in Forschung, Prävention und Gesundheitsförderung, Diagnostik, Behandlung u. Versorgung besser berücksichtigt werden können
- Aus-, Weiter- und Fortbildung von Grundversorger:innen sowie weiteren Gesundheitsfachpersonen im Bereich Meno- und Perimenopause gestärkt werden kann
- Datengrundlage und Forschung zu gesundheitlichen, gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Auswirkungen verbessert werden können
- evidenzbasierte Information und Aufklärung für Bevölkerung, Arbeitgebende und Arbeitnehmende gefördert werden können
- welche Massnahmen geeignet sind, Frauen im Erwerbsleben während der Menopause zu unterstützen, insb. im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung
- wie bestehende Arbeiten des Bundes zur Frauengesundheit mit spezifischen Massnahmen zur Menopause koordiniert werden können
- welche internationalen Erfahrungen und Best Practices (insb. GB, AU, JP), für die Schweiz relevant sind
- Begründung
Der Bundesrat hält im Postulatsbericht 19.3910 fest, dass geschlechterspezifische Unterschiede in Forschung, Prävention und Gesundheitsversorgung in der Schweiz noch ungenügend berücksichtigt werden. Er ortet Handlungsbedarf namentlich in Forschung, Bildung, Prävention, Gesundheitsversorgung und den Arbeitsbedingungen.
Meno- und Perimenopause sind in diesem Kontext relevant und bislang wenig sichtbar. Die hormonellen Veränderungen können mit Beschwerden wie Schlafstörungen, Hitzewallungen, Erschöpfung, Konzentrationsproblemen oder Stimmungsschwankungen einhergehen und die Lebensqualität sowie die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigen. Werden Beschwerden nicht erkannt oder nicht angemessen behandelt, können die gesundheitlichen Probleme zu Fehlzeiten, Reduktionen des Arbeitspensums oder vorzeitigem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben führen, was angesichts des Fachkräftemangels auch volkswirtschaftlich relevant ist. Vor diesem Hintergrund soll dargelegt werden, wie die Folgen von Meno- und Perimenopause im Rahmen der angekündigten Arbeiten zur Frauengesundheit gezielt berücksichtigt und mit konkreten, evidenzbasierten Massnahmen gelindert werden können.
Der Bericht soll zusammen mit den betroffenen ärztlichen Fachgesellschaften und Gesellschaften der Gesundheitsfachpersonen erarbeitet werden.
Data: OpenParlData · CC BY 4.0