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Beitrag aus dem Lotteriefonds und dem Kulturförderungsfonds an die Sanierung und Neuausrichtung von Schloss Aarwangen

(2023.SIDGS.214)Kreditgeschäft GRAnnahme
Grosser Rat Bern (BE)05.03.2024
Speeches(12)
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12 Results
  • Speech
    Grosser Rat
    Präsident. Sie haben dem Kredit zugestimmt.
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    Grosser Rat
    Präsident. Dann stimmen wir ab: Wer dem Antrag des Regierungsrates zum vorliegenden Kredit zustimmen will, stimmt Ja, wer diesen ablehnt, stimmt Nein.
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    Speech
    Grosser Rat
    Philippe Müller, SID-Direktor. Das Schloss Aarwangen war für den Kanton Bern lange Zeit Sitz der Staatsgewalt. Seit 2012 ist das Schloss aber leer. Es stand zum Verkauf. Jetzt soll es mit neuem Leben gefüllt werden. 2020 widmete der Kanton das Schloss der Stiftung Schloss Aarwangen, er sprach gleichzeitig einen Beitrag für die Altlasten und die Schadstoffsanierung, den angestauten Unterhalt und den Einbau eines Lifts.

    Die Stiftung will dem Schloss neues Leben einhauchen und hat dafür ein Konzept für eine vielfältige Nutzung entwickelt. Aus dem Schloss soll ein Begegnungsort mit Angeboten für Bildung, Freizeit und Wirtschaft werden. Gastronomie, Escape Rooms, Ausstellungsräume, Veranstaltungen und mehr sollen Besucherinnen und Besucher anziehen. Das Schloss wird dazu saniert und umgestaltet. Die Beiträge können aus dem Lotteriefonds, der Denkmalpflege über den Lotteriefonds und den Kulturförderungsfonds gewährt werden.

    Der Regierungsrat beantragt Ihnen einen Betrag von 1,856 Mio. Franken aus dem Lotteriefonds, inklusive Denkmalpflege, und 60’000 Franken aus dem Kulturförderungsfonds. Ein Bundesdarlehen im Rahmen der neuen Regionalpolitik (NRP) in der Höhe von 1,5 Mio. Franken wurde bereits im Oktober 2023 gewährt. Besten Dank für Ihre Unterstützung.

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    Martin Lerch(Schweizerische Volkspartei)
    Grosser Rat
    Martin Lerch, Langenthal (SVP), Einzelsprecher. Mir ging es wie Thomas Hiltpold. Ich war als Rechtspraktikant im Schloss und bin seither von diesem Gebäude fasziniert. Ich war beim gleichen Chef, Marcel Cavin, der jetzt auch die Stiftung präsidiert.

    Ich habe sehr viel Herzblut für dieses Objekt und möchte es Ihnen darum sehr ans Herz legen. Es ist auch heute noch das Wahrzeichen im Oberaargau. Ich kann das festmachen: Wir haben in Langenthal und Melchnau in diesem Jahr ein Eidgenössisches Schützenfest und erwarten gegen 10’000 Teilnehmende. Wieso sage ich das? Auf der Einladung und der Werbung für das Schützenfest der Veteranen ist nicht ein Objekt von Langenthal oder Melchnau, es ist natürlich das Schloss Aarwangen. Das zeigt, dass es eigentlich die Landmarke Nummer 1 bei uns im Oberaargau ist.

    Das Geschichtliche wurde erwähnt. Ich konnte effektiv als Statthalter dort nur das Praktikum machen, aber nachher meine Funktion nicht ausüben. Aber ich habe eine sehr lange Ahnengalerie von Vorgängern: Zwischen 1432 und 1798 wirkten dort 75 Landvögte von Aarwangen, nachher Distriktsstatthalter, nachher Oberamtmänner, nachher gewisse Statthalter. Irgendwann schickte man diese dann nach Langenthal. Unter ihnen war unter anderem Hieronymus von Erlach, nachmaliger Schultheiss von Bern mit europäischer Ausstrahlung. Also, auch aus geschichtlicher Sicht ist das ein Kulturgut erster Güte. Es wurde schon gesagt, es ist jetzt eine gute Crew an der Arbeit, die das hervorragend vorbereitet hat, die Wirtschaft ist eingebunden.

    Wir freuen uns auf das Objekt, und ich danke Ihnen für die Unterstützung.

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    Andreas Hegg(FDP.Die Liberalen)
    Grosser Rat
    Andreas Hegg, Lyss (FDP), Fraktionssprecher. Wir von der FDP-Fraktion unterstützen den Kredit und freuen uns, wenn wieder Leben ins Schloss Aarwangen kommt und wir dort einen Begegnungsort für Gross und Klein, Alt und Jung mit einem vielseitigen Angebot haben. Merci vielmal.
  • Speech
    Grosser Rat
    Andreas Mühlemann, Grasswil (Die Mitte), Fraktionssprecher. Das Schloss Aarwangen wieder zum Leben erwecken und der Bevölkerung zugänglich machen: Das findet die Mitte-Fraktion richtig. Die Geschichte wurde Ihnen bereits von Thomas Hiltpold erläutert, ich gehe nicht mehr näher darauf ein.

    Die Sanierung eines solchen Wahrzeichens bei uns im Oberaargau ist wichtig. Natürlich kostet das viel Geld. Aber es kann über den Lotteriefonds und Kulturförderungsfonds und die Widmung finanziert werden, die Sie alle im Beschluss des Regierungsrates sehen konnten. Wir sind überzeugt, dass es im Oberaargau ein solches Wahrzeichen vertragen kann. Die Mitte stimmt diesem Kredit zu.

  • Speech
    Beat Bösiger(Schweizerische Volkspartei)
    Grosser Rat
    Beat Bösiger, Niederbipp (SVP), Fraktionssprecher. Nach jahrelangem Leerstand wird das historische Schloss Aarwangen aus dem 13. Jahrhundert jetzt saniert. Das Schloss Aarwangen kommt seinem Ziel, ein neuer, erlebnisreicher Treffpunkt im Oberaargau zu werden, laufend einen Schritt näher. Ende August erfolgte der Startschuss für die Umbauarbeiten zur neuen Nutzung des Schlosses Aarwangen; verantwortlich ist die Stiftung Schloss Aarwangen. Die Bauweise, die jahrhundertealte Geschichte will man erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich machen. Wir im Oberaargau freuen uns extrem auf diesen neuen Begegnungspunkt. Die Projektkosten belaufen sich gemäss Kostenvoranschlag auf 9,9 Mio. Franken.

    Zur Unterstützung dieser Sanierung wird ein Beitrag aus dem Lotteriefonds beantragt. Es wird ein Beitrag aus dem Lotteriefonds selbst beantragt, aus der Denkmalpflege über den Lotteriefonds und aus dem Kulturförderungsfonds. Der Betrag beträgt insgesamt 1,856 Mio. Franken. Die finanzielle Situation des Lotteriefonds lässt diesen Beitrag zu, auch die Voraussetzungen für die Unterstützung sind gegeben. Die SVP-Fraktion unterstützt die Beiträge aus dem Lotteriefonds für die Neuausrichtung und die Sanierung des Schlosses Aarwangen einstimmig.

  • Speech
    Thomas Hiltpold(Die Grünen)
    Grosser Rat
    Thomas Hiltpold, Thun (GRÜNE), Fraktionssprecher. Ich habe ein bisschen gezögert, weil ich als Oberländer hier vorne stehe und nicht als Oberaargauer. Ich wollte den Oberaargauern eigentlich den Vortritt lassen. Aber jetzt beginne ich.

    Es ist ein persönlicher Grund, ein einfacher Grund, warum ich hier vorne stehe. Ich habe nämlich genau vor 40 Jahren mein Gerichtspraktikum am damaligen Amtsgericht von Aarwangen in eben genau diesem Schloss absolviert. Ich wurde vom ersten Tag an von diesem mystisch-historischen Geist dieses Schlosses in den Bann gezogen. Von den Gerichtssälen, dem kleinen Gefängnis, das schon längst keiner Norm mehr entsprach, den alten Mauern, den Schiessscharten, dem Aktenarchiv mit all seinen Lebens- und Leidensgeschichten in Dutzenden von Laufmetern, fein säuberlich gebündelt und verschnürt, aber verstaubt, und die Deliktsgut- und Tatwerkzeug-Asservatensammlung im dunklen Estrich. Ein Ort, ein Schloss zum Verweilen, zum Träumen, aber auch zum Nachdenken. Es lädt geradezu dazu ein.

    Nachdem der von der Berner Regierung geplante einträgliche Verkauf aller Gerichtsschlösser nach der Justizreform 2 nicht oder nur vereinzelt stattgefunden hat, liegt jetzt endlich ein Plan vor, das Schloss Aarwangen, das seit über zehn Jahren leer steht, wiederum einer nachhaltigen und helleren Zukunft zuzuführen. Das Schloss soll zu einem vielseitigen, gesellschaftlichen Treffpunkt für die Region werden. Dafür sorgt das Engagement einer Stiftung, die personell sehr breit aufgestellt und professionell organisiert ist. Die Stiftung steht im Übrigen unter der Leitung meines damaligen Lehrmeisters, dem Alt-Gerichtspräsidenten Marcel Cavin, der sich gefühlt schon seit ewigen Zeiten und unermüdlich für den Erhalt dieses historischen Schlosses engagiert hat. Er macht das immer noch und engagiert sich jetzt endlich für die Überführung der Nutzung zu einer vielseitigen und eben kulturellen und wirtschaftlichen Nutzung. Eine Nutzung, die in erster Linie den Menschen und den vielen Ansprechgruppen in der Region Oberaargau und Umgebung zu Gute kommen soll.

    Mit einem Ja zu dieser Vorlage kommen wir diesem wichtigen Ziel einen Schritt näher. Die Fraktion der Grünen macht heute diesen Schritt mit und stimmt geschlossen zu. Merci.

  • Speech
    Speech
    Grosser Rat
    Thomas Hiltpold, Thun (GRÜNE), Fraktionssprecher. Ich habe ein bisschen gezögert, weil ich als Oberländer hier vorne stehe und nicht als Oberaargauer. Ich wollte den Oberaargauern eigentlich den Vortritt lassen. Aber jetzt beginne ich.

    Es ist ein persönlicher Grund, ein einfacher Grund, warum ich hier vorne stehe. Ich habe nämlich genau vor 40 Jahren mein Gerichtspraktikum am damaligen Amtsgericht von Aarwangen in eben genau diesem Schloss absolviert. Ich wurde vom ersten Tag an von diesem mystisch-historischen Geist dieses Schlosses in den Bann gezogen. Von den Gerichtssälen, dem kleinen Gefängnis, das schon längst keiner Norm mehr entsprach, den alten Mauern, den Schiessscharten, dem Aktenarchiv mit all seinen Lebens- und Leidensgeschichten in Dutzenden von Laufmetern, fein säuberlich gebündelt und verschnürt, aber verstaubt, und die Deliktsgut- und Tatwerkzeug-Asservatensammlung im dunklen Estrich. Ein Ort, ein Schloss zum Verweilen, zum Träumen, aber auch zum Nachdenken. Es lädt geradezu dazu ein.

    Nachdem der von der Berner Regierung geplante einträgliche Verkauf aller Gerichtsschlösser nach der Justizreform 2 nicht oder nur vereinzelt stattgefunden hat, liegt jetzt endlich ein Plan vor, das Schloss Aarwangen, das seit über zehn Jahren leer steht, wiederum einer nachhaltigen und helleren Zukunft zuzuführen. Das Schloss soll zu einem vielseitigen, gesellschaftlichen Treffpunkt für die Region werden. Dafür sorgt das Engagement einer Stiftung, die personell sehr breit aufgestellt und professionell organisiert ist. Die Stiftung steht im Übrigen unter der Leitung meines damaligen Lehrmeisters, dem Alt-Gerichtspräsidenten Marcel Cavin, der sich gefühlt schon seit ewigen Zeiten und unermüdlich für den Erhalt dieses historischen Schlosses engagiert hat. Er macht das immer noch und engagiert sich jetzt endlich für die Überführung der Nutzung zu einer vielseitigen und eben kulturellen und wirtschaftlichen Nutzung. Eine Nutzung, die in erster Linie den Menschen und den vielen Ansprechgruppen in der Region Oberaargau und Umgebung zu Gute kommen soll.

    Mit einem Ja zu dieser Vorlage kommen wir diesem wichtigen Ziel einen Schritt näher. Die Fraktion der Grünen macht heute diesen Schritt mit und stimmt geschlossen zu. Merci.

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    Grosser Rat
    Präsident. Die Liste ist offen. Fraktionssprecherinnen, Fraktionssprecher? Das scheint nicht gewünscht. – Doch, es ist gewünscht.
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    Maya Weber Hadorn(Sozialdemokratische Partei)
    Grosser Rat
    Maya Weber Hadorn, Ostermundigen (SP), SiK-Sprecherin, Fraktionssprecherin. Das Schloss Aarwangen, das altehrwürdige Schloss Aarwangen aus dem 12. Jahrhundert war rund 800 Jahre lang «bewohnt», in Anführungszeichen. Seit 2012, nachdem das Regionalgericht ausgezogen war, gibt es dort vielleicht noch ein paar Geister, die umhergeistern. 2020 übergab der Kanton Bern das Schloss der Stiftung Schloss Aarwangen, und diese soll daraus einen Begegnungsort für Jung und Alt machen, etwas für die ganze Region.

    Es soll ein Schloss mit interaktiven Ausstellungen geben, mit einer schönen Terrasse, einem sogenannten Aare-Bistro. Es soll in der Gruft – im alten Gefängnis – sogenannte Escape Rooms und im Obergeschoss ein Kinderschloss geben. Ein wunderbares Programm, das ein Begegnungsort für die ganze Region werden wird, das die ganze Region aufwertet. Dafür beauftragt uns die Regierung – oder sie probiert es –, einen Ausführungskredit zu geben oder zu genehmigen, und das haben wir in der SiK einstimmig so genehmigt und unterstützen das. Wir haben den Eindruck, dass das eine ganz gute Sache ist, es tut der Region gut und wird dem Schloss sicher auch noch ein bisschen mehr Leben einhauchen, als es jetzt schon hat.

    Der Regierungsrat hat uns zusammen mit der Leiterin des Lotteriefonds, Irene Steinegger, das Projekt vorgestellt. Sie haben uns auch zugesichert, dass die ganze Finanzierung nachhaltig organisiert ist. Es gibt potente Spender, aber auch ein Sponsoring, das vorgesehen ist. Wir sind in der SiK einstimmig der Meinung, dass es eine gute Sache wird, und wir unterstützen das Geschäft.

    Und jetzt spreche ich noch als Sprecherin der SP-JUSO-Fraktion: Auch wir unterstützen das Geschäft einstimmig und freuen uns doch sehr, wenn das altehrwürdige Schloss im Frühling in etwa einem Jahr, im Frühling 2025, aus dem Dornröschenschlaf erwacht, damit dort nur noch schöne oder gute oder perfekte Geister herumgeistern und wir dort vielleicht einmal eine Fraktionsretraite machen können.

  • Speech
    Grosser Rat
    Präsident. Wir gehen weiter zu Traktandum Nummer 14. Hier geht es um einen Beitrag aus dem Lotterie- und Kulturförderungsfonds an die Sanierung und die Neuausrichtung des Schlosses Aarwangen. Wir haben ein fakultatives Finanzreferendum. Wir führen eine freie Debatte. Sprecher für die SiK ... – gibt es einen Sprecher für die SiK? Bitte anmelden. – Sprecherin, excusez. Grossrätin Maya Weber Hadorn wird, wenn ich es richtig verstanden habe, gleichzeitig auch für die Fraktion der SP-JUSO sprechen. Das Mikrofon ist offen.

Data: OpenParlData · CC BY 4.0