Rabatte und Vergünstigungen in der OKP: Transparenz, Kontrolle und Weitergabe an die Versicherten
(26.4711)- Type
- Motion
- State
- Eingereicht
- Parliament
- Schweiz
- Number
- 26.4711
- Start
- 29.10.2026
- Official record
- Official profile
- External ID
- 20264711
- Sarah WyssSozialdemokratische Partei
- Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit NR
- Departement des Innern
- Céline AmaudruzSchweizerische Volkspartei
- Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit SR
- Eingereicht
- Angemeldet
- Titel des GeschäftesRabatte und Vergünstigungen in der OKP: Transparenz, Kontrolle und Weitergabe an die Versicherten
- Eingereichter Text
Der Bundesrat wird beauftragt, auf der Grundlage der Empfehlungen der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) und unter Berücksichtigung der bisherigen parlamentarischen Arbeiten in diesem Bereich die erforderlichen Massnahmen zu ergreifen – und falls nötig – die rechtlichen Anpassungen zu unterbreiten, die erforderlich sind, um für ein umfassendes und kohärentes Dispositiv in Sachen Rabatte, Preisnachlässe, Rückvergütungen und sonstige Vergünstigungen im Zusammenhang mit den Leistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) zu sorgen.
Dieses Dispositiv soll die folgenden Kriterien erfüllen:
- Transparenz und Daten
Es ist regelmässig – soweit möglich auf der Grundlage aktueller Primärdaten – eine Übersicht zu erstellen über die direkten oder indirekten Rabatte, Preisnachlässe, Rückvergütungen und sonstigen Vergünstigungen auf allen relevanten Stufen der Kette, insbesondere zwischen Herstellern, Grosshändlern und Zwischenhändlern, Ärzteschaft, Apotheken, Spitälern, anderen Leistungserbringern und Versicherern, auch innerhalb integrierter Strukturen, unter Angabe von deren Höhe oder Grössenordnung, Herkunft, Empfängern, Verwendungszweck und des tatsächlich weitergegebenen Anteils. - Berücksichtigung der parlamentarischen Arbeiten
Bei dieser Analyse und den daraus abgeleiteten Massnahmen sind die Fragen zu berücksichtigen, die von den in diesem Bereich eingereichten oder angenommenen parlamentarischen Vorstössen aufgeworfen werden. Dies gilt auch für diejenigen Aspekte, die vom EFK-Bericht nicht oder nur teilweise abgedeckt werden. Auf diese Weise soll eine umfassende und kohärente Übersicht entstehen und keine zerstückelte Behandlung der verschiedenen Rabatt- und Weitergabemechanismen. - Nachverfolgung, Kontrolle und Evaluation
Die Umsetzung der EFK-Empfehlungen und die getroffenen Massnahmen der Bundesverwaltung – namentlich des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) – sind zu überprüfen. Die durchgeführten Kontrollen, deren Ergebnisse und – soweit es die verfügbaren Daten zulassen – die Beträge oder Schätzungen der erkannten Vergünstigungen, deren Entwicklung, Verwendung und Weitergabe sind regelmässig zu dokumentieren, damit die erzielten Verbesserungen und die bestehenden Rechtslücken erkannt und die allenfalls nötigen rechtlichen Anpassungen vorgenommen werden können. - Weitergabe an die Versicherten
Es ist sicherzustellen, dass die gemäss KVG weiterzugebenden Vergünstigungen tatsächlich und überprüfbar an die Versicherer und Versicherten weitergegeben werden und so der OKP zugutekommen. Wenn Vergünstigungen auf der Grundlage einer Vereinbarung nach Artikel 56 Absatz 3bis KVG nicht vollumfänglich weitergegeben werden, ist sicherzustellen, dass die rechtlichen Vorgaben eingehalten werden und der einbehaltene Teil überprüfbar zur Verbesserung der Behandlungsqualität verwendet wird. Wenn die gesetzeskonforme Weitergabe oder Verwendung nicht nachgewiesen werden kann, sind die erforderlichen Massnahmen zu ergreifen. - Rechtslücken
Es ist zu prüfen, ob die aktuellen Transparenz- und Weitergabepflichten alle Stufen der Kette, insbesondere die Beziehungen zwischen Herstellern und Grosshändlern, die integrierten Strukturen sowie die Behandlung von Skonti, Mengenrabatten, Rabatten für Online-Bestellungen und sonstigen Leistungen, die als gleichwertige Gegenleistungen dargestellt werden, ausreichend abdecken. Allfällige Rechtslücken sind zu beseitigen.
- Transparenz und Daten
- Développement
Les travaux du Contrôle fédéral des finances constituent une étape importante pour améliorer la transparence concernant les rabais et autres avantages dans le système de santé. Le rapport CDF-25604, publié le 12 août 2026, estime qu'en 2024 l'industrie pharmaceutique a accordé jusqu'à 743 millions de francs par an de réductions et d'autres avantages matériels aux cabinets médicaux, pharmacies et hôpitaux. Selon cette estimation, 88 millions de francs, soit 12 %, ont été répercutés sur les assureurs ou les assurés. Le CDF souligne toutefois les incertitudes de ces données et l'absence d'informations chiffrées sur les avantages accordés aux grossistes.
Ils doivent maintenant être complétés par les travaux déjà entrepris au Parlement afin d'obtenir une vision globale du système. Le CDF recommande notamment de disposer régulièrement de données primaires actuelles, de renforcer les contrôles portant sur les relations entre grossistes et fournisseurs de prestations, d'examiner l'extension de l'obligation de transparence aux grossistes et de clarifier la répercussion de certaines formes de rabais ou d'escomptes.
Plusieurs interventions parlementaires ont en effet soulevé des problématiques concernant les rabais, leur montant, leur destination et leur répercussion qui ne sont pas nécessairement comprises dans le périmètre des évaluations réalisées par le CDF. C'est notamment le cas de l'interpellation 23.3973 et de la motion 24.3060 Bläsi, cette dernière ayant été adoptée par les deux Chambres, ainsi que des interventions de la série « Maîtrise des primes (AOS) » déposées en 2026 sur les rabais des grossistes, la RBP V, la propharmacie et la mise sous blister des médicaments.
La commission souhaite réunir ces travaux, assurer le suivi du CDF et garantir une vision cohérente de la chaîne afin d'identifier d'éventuelles lacunes et d'assurer la répercussion effective des avantages au bénéfice des assurés.
Data: OpenParlData · CC BY 4.0