Transparente Gefahr: Vögel vor tödlichen Glasflächen schützen
(2025.GRPARL.538)- SpeechEdith Siegenthaler(Sozialdemokratische Partei)Grosser RatPräsidentin. Sie haben die Motion als Postulat angenommen.
- SpeechEdith Siegenthaler(Sozialdemokratische Partei)Grosser RatPräsidentin. Gut, wir kommen zur Abstimmung. Der Motionär hat in ein Postulat gewandelt. Wer diese Motion als Postulat annimmt, stimmt Ja, wer dies ablehnt, stimmt Nein.
- SpeechSimon Buri(Grünliberale Partei)Grosser RatSimon Buri, Konolfingen (GLP), Motionär. Merci vielmals für die angeregte Diskussion. Ganz im Sinn von «lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach» wandle ich gerne in ein Postulat. Ich spüre weiten Konsens: einerseits, dass allen der Vogelschutz wichtig ist – das freut mich sehr –, aber ich spüre auch breiten Konsens, dass wir dieses Thema angehen wollen und versuchen, mit einfachen Mitteln den Vogelschutz zu stärken und zu schauen, was wir da tun können. Ich gehe gerne noch auf den einen oder anderen Punkt ein.
Grossrat Bösiger, Thema Gewächshäuser: Ich finde es sehr wichtig und es ist sicher richtig und wichtig, wenn man das bei den Postulatsarbeiten mitnimmt. Man muss da eine gute Lösung finden können. Ich finde es auch sehr spannend, dass du gesagt hast, dass der Kontakt zum Teil zwischen Birdlife vermutlich und den Eigentümern stattfindet. Ich kann mir gut vorstellen, dass das sogar ein Beispiel ist, bei dem die Eigentümer sensibilisiert sind und wo man schon sehr gute Lösungen gefunden hat, damit es eben genau dort nicht zu Vogelschlag kommt. Dementsprechend könnte das auch eine Vorbildbranche sein.
Grossrätin Gartenmann: Ja, vielen ist es nicht bewusst. Im Moment, in dem man dies nicht weiss, denkt man, dass es gottgegeben ist, dass die Vögel in eine Scheibe reinknallen. Und dann merkt man: «Ah nein, stimmt, man könnte etwas tun.» Ich selber habe jetzt auch Vogelschutzfolien bestellt. Ich glaube, ich ermuntere alle, die davon mitbekommen haben, dies auch zu tun. Das können wir tun, aber als Parlament können wir eben noch ein bisschen mehr.
Dann zum Schluss, werter Grossrat Schori: Ja, die Katzen – ganz ehrlich, ich hätte grossen Respekt davor, mich mit den Katzenbesitzern anzulegen. (Heiterkeit / Hilarité) Aber losgelöst davon muss ich sagen, dass wir als Kanton nicht zuständig sind, die Katze zu regulieren. Das ist vielleicht auch gut. Aber beim Bauen können wir etwas tun. Deshalb bin ich Ihnen dankbar, wenn Sie dieses Postulat unterstützen. Merci vielmals.
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- SpeechSpeechGrosser RatChristoph Neuhaus, BVD-Direktor. Mit dieser Motion ist ein wichtiges Thema auf die Agenda gekommen. Das Bundesrecht und unsere Kantonsverfassung verpflichten uns klar: Die Lebensräume von wildlebenden Tiere müssen geschützt werden. Vor diesem Hintergrund stimmen wir den Motionärinnen und Motionären zu.
Vogelschlag tönt so harmlos und ist ein Problem im Siedlungsraum. Wir sind als Kanton bereits dort aktiv geworden, wo wir selber Bauherr sind. In der Projektierungsphase schaut man z. B., wo man vogelschlaghemmendes Glas einplanen kann. Im Kanton Bern gibt es bisher keine konkreten, für alle geltenden Vorgaben zum Vogelschlag. Im Baubewilligungsverfahren ist dies meistens gar kein Thema. Also prüft man es auch nicht. Vor diesem Hintergrund unterstützt der Regierungsrat das Anliegen. Wir wollen Neubauten so machen, dass sie möglichst ungefährlich sind für Vögel. Man muss schauen, dass man die Bauherrschaften besser informieren kann.
Aber nicht jede Glasfläche ist gleich gefährlich. Es gibt unterschiedliche technische Möglichkeiten, dieses Risiko zu reduzieren, indem man z. B. um die Treibhäuser herum Büsche pflanzt. Nicht wahr, Beat Bösiger? Oder man kann sich melden bei der Vogelwarte Sempach: livio.rey@vogelwarte.ch – ein Berner, der Mediensprecher der Vogelwarte Sempach ist.
Es macht aber Sinn, zuerst abzuklären, was am meisten bringt und wie man schauen kann, dass man die Rechte der Bauherrschaften nicht beschneidet. Es ist nicht immer ein Problem der Bewilligung, dass das Ganze verzögert wird, sondern die Einsprachen. Wir wollen aber keinen unverhältnismässig hohen Aufwand für Massnahmen, die den Vögeln vielleicht am Schluss nichts bringen, sondern wir wollen möglichst einfache Lösungen mit möglichst viel Wirkung.
Vor diesem Hintergrund gibt es guten Grund in ein Postulat zu wandeln und als Postulat anzunehmen. In der nächsten Legislatur gibt es – dies ist so sicher wie das Amen in der Kirche – eine Revision des BauG zwischen der DIJ und der BVD. Ich mache Ihnen beliebt, das Ganze als Postulat anzunehmen, damit man in der BauG-Revision schauen kann, was für sinnvolle, was für praktikable Massnahmen man identifizieren und umsetzen kann. Danke.
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- SpeechHans Schori(Schweizerische Volkspartei)Grosser RatHans Schori, Wiler bei Seedorf (SVP), Einzelsprecher. Ohne Wahlkampfabsicht, nur eine kurze Überlegung: Wir haben gesagt, dass Hunderttausende Vögel durch die Scheiben umkommen. Das ist dramatisch. Wir haben Zahlen aus Deutschland gehört wegen den Windturbinen. Aber wissen Sie, wo in der Schweiz das Hauptproblem liegt? Bei den Hauskatzen: 30 Mio. pro Jahr, und wir sprechen von Zehntausenden. Simon, ehrenwert der Vorstoss, aber die falsche Kategorie angesprochen. Merci.
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- SpeechStephanie-Marion Gartenmann(Schweizerische Volkspartei)Grosser RatStephanie-Marion Gartenmann, Lauterbrunnen (SVP), Einzelsprecherin. Es hat mich erstaunt beim Zuhören: Viele der Mitvorstösser und Mitvorstösserinnen haben gesagt, dass bei ihnen zu Hause Vögel in die Scheibe fliegen, und gleichzeitig haben sie auch gesagt, was für eine tolle Sache die Vogelwarte Sempach ist. Die Vogelwarte Sempach hat eine Telefonnummer. Man kann sie anrufen und fragen, was man tun könnte, wenn genau das zu Hause passiert. Sie gibt wirklich gute Tipps. Wir haben dies zu Hause nämlich getan und es fliegen bei uns keine Vögel in die Scheibe.
Ich glaube, die Vögel würden Mut zur Selbsthilfe ein bisschen besser finden, weil ihnen das mehr helfen würde, als wenn wir einen weiteren Papiertiger erlassen, der nachher sowieso den Vögeln gar nichts bringt. Deshalb: Mut zur Selbsthilfe und Nein zu diesem Vorstoss.
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- SpeechCasimir von Arx(Grünliberale Partei)Grosser RatCasimir von Arx, Spiegel b. Bern (GLP), Mitmotionär, Fraktionssprecher. Merci, Frau Präsidentin, Herr Vogelschutzdirektor, liebe Kolleginnen und Kollegen. Die GLP unterstützt den Vorstoss selbstverständlich einstimmig. Mit diesen Massnahmen, die der Motionär vorschlägt, bekommen wir mehr Tierschutz ohne Abstriche bei der Wohnqualität oder bei der Arbeitsplatzqualität. Vogelschutz ist der GLP wichtig. Vögel sind ohnehin unter Druck, sei es wegen Katzen oder wie vorliegend wegen Fensterscheiben. Entsprechend haben wir auch unsere Regierungskandidatur gewählt.
Dann noch eine kurze Replik zu Beat Bösiger: Ja, freiwillig ist immer besser. Das ist so. Freiwillig kann man alles machen. Selbstverständlich verbieten die heutigen Regulierungen nicht, dass man freiwillig Vogelschutz macht. Aber wenn das nicht funktioniert, wie wir eben sehen, kann man Massnahmen ergreifen. Als Erstes ergreift man natürlich weiche Massnahmen wie Sensibilisierung, Information. Das ist klar. Wenn das auch nicht reichen sollte, ja, dann braucht es vielleicht eben trotzdem Erlasse. Das wissen wir heute noch nicht.
Ich habe noch schnell im Internet nachgeschaut, weil du noch die Windräder erwähnt hast, die natürlich für Vögel auch eine Gefahr sind. Ich habe mich aber von der Menge her trotzdem ein bisschen gefragt, ob es Whataboutism ist und ich habe folgende Zahlen für Deutschland gefunden, wo es bedeutend mehr Windräder gibt oder eine höhere Dichte an Windrädern gibt als in der Schweiz. In Deutschland schätzt man, dass etwa 100’000 Vögel pro Jahr von Windkraftanlagen getötet werden und – Achtung – 100 Mio. pro Jahr durch Glasscheiben und Fenster. Das ist Faktor 1000. So viel dazu.
Dann habe ich noch eine Frage an Christoph Neuhaus. Christoph, du bist ja auch Tierfreund. Das sieht man häufig auf Facebook – ich weiss nicht, ob du jetzt auch gerade online bist. (Heiterkeit / Hilarité) Wenn du hier zusagen würdest, dass du bei diesem Vorstoss, auch wenn er in Form eines Postulats überwiesen wird, nicht nur prüfst, sondern nachher auch dafür sorgst, dass die entsprechenden Schlussfolgerungen in konkrete Massnahmen umgemünzt werden, dann wäre für uns ein Postulat selbstverständlich auch gut. Merci vielmals.
Die GLP unterstützt diesen Vorstoss.
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- SpeechWilly Schranz(Eidgenössisch-Demokratische Union)Grosser RatWilly Schranz, Adelboden (EDU), Fraktionssprecher. Wir haben es schon mehrmals gehört: Die Motion verlangt, die Grundlage anzupassen, damit bei Neu- und Umbauten Fenster und Fassadenglasflächen so zu gestalten sind, dass sie von Vögeln als Hindernis erkannt werden. Wir haben auch gehört, dass hunderttausende Vögel beim Aufprall getötet werden. Auch bei meinem Arbeitsplatz kommt es sehr häufig vor, dass ein Vogel in die Scheibe fliegt und ich habe noch keinen gesehen, der das überlebt hat. Namentlich Siedlungsraum mit vermehrten Glasbauten ist für die Vogelwelt zunehmend ein Problem. Wir wissen, dass es immer mehr Bauten gibt und dafür haben die Vögel wenig Verständnis.
Wir von der EDU-Fraktion haben durchaus Sympathien für die Sensibilisierung bei privaten Bauherrschaften. Beim Kanton berücksichtigen wir ja bei Umbauten, bei Sanierungen die Problematik bereits. Aber den Vögeln ist das eben eigentlich gleich, weil sie nicht wissen, wem das Gebäude gehört. Sie können es einfach schlichtweg nicht erkennen.
Ich glaube auch, dass es den Bauerherrschaften nicht bewusst ist. Ich glaube, sie würden schon mehr tun, wenn sie wüssten, was sie tun müssten. Deshalb sehen wir in der Sensibilisierung den richtigen Weg, den richtigen Ansatz zur Reduzierung dieses Problems. Weil der Kanton schon ausgearbeitet hat, was man tun muss, sind wir der Meinung, dass es kein grosser Aufwand ist, die Privaten zu sensibilisieren. Wir von der EDU-Fraktion unterstützen daher den Vorstoss mehrheitlich in Form eines Postulats.
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- SpeechAnita Herren-Brauen(Die Mitte)Grosser RatAnita Herren-Brauen, Rosshäusern (Die Mitte), Fraktionssprecherin. Auch für die Mitte-Fraktion ist Vogelschutz ein wichtiges Thema. Auch wir wollen, wenn und wo möglich, vorsorgen, damit keine Vögel zu Tode kommen. Die Forderung auf rechtliche Grundlagen führt aber doch sehr weit. Deshalb lehnen wir von Die Mitte diese Motion klar ab. Als Postulat zu prüfen und Empfehlungen zu geben, ist etwa für die Hälfte unterstützenswert. Für die andere Hälfte reichen die bestehenden Instrumente. Wir haben ja bereits ein Bundesgesetz, das den Rahmen gibt.
Sie sehen, dass die Mitte-Fraktion, wenn nicht gewandelt wird, diese Motion ablehnen wird. Als Postulat sind wir geteilt, ob der Status quo reicht oder – wie vom Regierungsrat empfohlen – geprüft werden soll. Merci vielmals für die Aufmerksamkeit.
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- SpeechMoussia von Wattenwyl(Die Grünen)Grosser RatMoussia von Wattenwyl, Tramelan (Les VERT-E-S), porte-parole de groupe. Les Verts soutiennent cette intervention comme motion et, si jamais, aussi comme postulat, bien évidemment. Chaque année, selon la Station ornithologique suisse de Sempach, des centaines de milliers d’oiseaux meurent en Suisse après une collision avec des surfaces vitrées. Ce phénomène n’a rien de théorique. Il constitue un problème majeur de protection animal largement documenté et pourtant encore insuffisamment pris en compte.
Les surfaces vitrées représentent de véritables pièges invisibles. Or, dans de nombreux cas, ces collisions pourraient être évitées grâce à des mesures simples et peu coûteuses : choix d’un verre adapté, films anticollision, conception architecturale préventive – en lisant les directives, j’étais étonnée de voir toutes les possibilités qui existent.
Dès lors, intégrées dès la phase de projets ces solutions sont faciles à mettre en œuvre et nettement moins coûteuses que des adaptations ultérieures. Et je ne pense pas que ça freinerait les projets de construction. Il est dès lors logique d’agir au moment de la construction. C’est à ce stade que l’on décide si une façade... (Die Präsidentin bittet um Ruhe im Saal. / La présidente réclame le silence dans l’assemblée.) ... où est-ce que j’en étais : ... que l’on décide si une façade restera pendant des décennies un piège mortel ou si elle intégrera des protections efficaces.
La protection des oiseaux ne se fait pas au détriment de la qualité de vie, il faut quand même le dire. Les surfaces particulièrement exposées ne correspondent pas toujours aux espaces essentiels pour la vue ou le confort des habitants. Et lorsqu’une protection est nécessaire, des solutions esthétiques et bien tolérées existent aujourd’hui.
Sur le plan juridique, il ne s’agit pas d’introduire une nouvelle philosophie, mais de rendre efficace des protections déjà prévues dans la législation en matière de faune et de biodiversité.
Sur le plan économique, la prévention représente un choix rationnel et responsable. Sur le plan environnemental, la biodiversité ne se protège pas uniquement dans les zones naturelles mais aussi au cœur des espaces construits. On l’a vu, d’autres cantons mettent déjà certaines règles en œuvre. Il ne s’agit donc pas d’un excès réglementaire mais d’un alignement sur une évolution nationale.
Réfléchir est nécessaire, mais fixer un cadre juridique minimal dès maintenant donne une direction claire. La protection de la biodiversité ne peut pas dépendre uniquement de la bonne volonté des acteurs de la construction, car ce secteur répond d’abord à des normes contraignantes. Il ne s’agit pas d’alourdir inutilement la réglementation, mais d’éviter des morts d’animaux facilement évitables grâce à une planification intelligente. La protection des oiseaux doit être pensée au moment où le bâtiment est conçu et non lorsque la collision a déjà eu lieu.
Ce dossier est écologiquement solide, juridiquement cohérent et politiquement défendable, pour autant qu’il reste proportionné. Merci au gouvernement d’entrouvrir la porte au postulat, nous avons une nette préférence pour la motion. Merci aussi à l’Office des immeubles et des constructions (OIC) de tenir déjà compte des possibilités de protéger les oiseaux, impliquons donc à présent les privés. Merci pour votre attention. Les Verts soutiennent une sécurité accrue pour nos oiseaux pour que tous se sentent «vögeliwohl».
- SpeechEdith Siegenthaler(Sozialdemokratische Partei)Grosser RatPräsidentin. Bevor wir zur nächsten Sprecherin kommen, möchte ich auf der Tribüne angehende Zimmerleute im 4. Lehrjahr vom Bildungszentrum Emme unter der Leitung von Fabienne Fuchser begrüssen. Herzlich willkommen hier im Ratssaal! (Applaus / Applaudissements)
Wir kommen zur Fraktionssprecherin der Grünen, Grossrätin Moussia von Wattenwyl.
- SpeechBeat Bösiger(Schweizerische Volkspartei)Grosser RatBeat Bösiger, Niederbipp (SVP), Fraktionssprecher. Ich nehme es vorweg: Die SVP-Fraktion wird den vorliegenden Vorstoss sowohl als Motion wie auch als Postulat einstimmig ablehnen. Wir unterstützen und anerkennen das Ziel der Motionäre zur Bekämpfung des Vogelschlags, verfolgen dabei aber einen anderen Weg ins Ziel.
Wir kennen im Kanton Bern bis jetzt keine gesetzlichen Vorgaben zum Schutz des Vogelschutzes bei normalen Bauprojekten. Mögliche Lösungen zum Anliegen werden aber in den Normen von Minergie-Eco und der SIA 329 aufgezeigt. Aus Sicht der SVP-Fraktion sind die Sensibilisierung für dieses Thema und freiwillige Lösungen einem Erlass mit neuen gesetzlichen Vorschriften klar vorzuziehen.
Der Regierungsrat hält in seinem Bericht fest, dass der Kanton bei eigenen Bauten schon heute Massnahmen prüft und teilweise auch schon umgesetzt hat. Das zeigt, dass es also auf der Basis der bestehenden Empfehlungen möglich ist, für dieses Anliegen in der Freiwilligkeit zu Lösungen zu kommen.
Die SVP-Fraktion spricht sich deshalb gegen zusätzliche gesetzliche Vorgaben und Vorschriften im Zusammenhang mit dem Vogelschlag aus. Wir befürchten insbesondere negative Auswirkungen auf den Bau von Gewächshäusern für den ökologischen und regionalen Garten- und Gemüsebau. Gewächshäuser sind heute für den Gartenbau und die Landwirtschaft unverzichtbar und eine wichtige Voraussetzung, damit im Bereich Nährstoff, Pflanzenschutz und Ressourceneffizienz die steigenden Anforderungen eingehalten werden können. Sie sind besonders wichtig für die Versorgungssicherheit in unserem Land.
Im Kanton Bern gibt es aktuell ca. 60 Hektaren Glasgewächshäuser. Wenn man ein Baugesuch eingibt, sind die ersten, die Einsprache machen die Naturschutzorganisationen. Mit ihnen findet man immer Lösungen in Sachen Biodiversitätsförderung und Bepflanzungen rund um die Gewächshäuser und somit für einen Vogelschutz. Ich habe in den letzten 32 Jahren seit ich selber Gewächshäuser habe, noch nie einen toten Vogel gesehen, weil er in eine Glasscheibe geflogen wäre. Vorschriften zu Glasflächen könnten solche Projekte stark verteuern und bei der Realisierung im Rahmen der Baubewilligungsverfahren zeitlich verzögern.
Hinzu kommt, dass wir mit der Annahme des Vorstosses eine weitere Regulierung im Baubereich einführen würden, in einem Bereich, in dem wir wohl alle merken, dass Überregulierungen vorhanden sind und die Entwicklung in eine andere Richtung gehen muss. Wir haben in der letzten Session eine Motion von Martin Lerch zur Beschleunigung der Baubewilligungsverfahren überwiesen. Mit dem vorliegenden Vorstoss würde man gerade wieder das Gegenteil bewirken. Die Motion greift stark in die Eigenverantwortung und in die Eigentumsfreiheit der Liegenschaftsbesitzer ein. Nicht jede Glasfläche stellt eine Gefahr für Vögel dar. Viel gefährlicher sind die Windräder für die Stromproduktion, in die Vögel hineinfliegen und sterben. Pauschalvorschriften sind deshalb aus unserer Sicht unverhältnismässig.
Wie gesagt: Die SVP lehnt eine Motion und ein Postulat einstimmig ab. Besten Dank.
- SpeechEdith Siegenthaler(Sozialdemokratische Partei)Grosser RatPräsidentin. Nun habe ich noch einen weiteren Mitvorstösser auf der Liste, Grossrat Casimir von Arx. – Normalerweise kommen die Mitvorstösser am Anfang an die Reihe. Das würde eigentlich für alle gelten. Wenn Sie erst am Schluss sprechen wollen, müssen Sie sich austragen. Es ist für mich sonst recht schwierig, die Debatte sauber zu strukturieren. Merci.
Für die nächste Fraktion, die SVP-Fraktion, ist Grossrat Beat Bösiger an der Reihe.
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