Skip to main content

Freiwilliger Zivildienst für Frauen

(13.308)StandesinitiativeErledigt
Schweiz12.06.2013
Speeches(14)
Sorted by Speech date, Descending
14 Results
  • Abstimmung
    Speech
    Schweiz
  • Redetext
    David Zuberbühler(Schweizerische Volkspartei)
    Schweiz

    Die Initiative des Kantons Waadt verlangt eine Änderung der Bundesverfassung und des Zivildienstgesetzes, damit Frauen unabhängig von einer Militärdienstpflicht direkt Zivildienst leisten können. Begründet wird dies damit, dass Männer seit der Revision des Zivildienstgesetzes von 2009 praktisch frei zwischen Militär- und Zivildienst wählen können. Frauen hingegen können nicht direkt in den Zivildienst eintreten. Sie können zwar freiwillig Militärdienst leisten, doch wenn sie diesen abbrechen, müssen sie ein Gesuch stellen, um die restliche Dienstpflicht im Zivildienst zu erfüllen. Dies wird als Ungleichbehandlung betrachtet. Die Standesinitiative geht davon aus, dass Frauen ebenso wie Männer in allen Einsatzbereichen des Zivildienstes einen wertvollen Beitrag leisten können. Ein freiwilliger Zivildienst würde ihnen zudem die Möglichkeit bieten, gesellschaftlich Verantwortung zu übernehmen und Kompetenzen für das Berufsleben zu erwerben.

    Die Standesinitiative wurde vom Ständerat erstmals im Dezember 2013 und vom Nationalrat im März 2014 behandelt. Beide Räte kamen damals auf Antrag ihrer vorberatenden Kommissionen überein, die Beratung mit dem Argument zu sistieren, dass eine solche Frage nicht isoliert behandelt werden kann. Vielmehr müsse sie im Gesamtkontext der umfassenden Diskussion über die Zukunft der Dienstpflicht betrachtet werden, um mögliche Auswirkungen auf das gesamte Dienstpflichtsystem sorgfältig prüfen zu können.

    In den Folgejahren hat der Bundesrat verschiedene Modelle zur Weiterentwicklung der Dienstpflicht geprüft, darunter die Sicherheitsdienstpflicht, die bedarfsorientierte Dienstpflicht und weitere Modelle. Einen definitiven Entscheid hat er aber bis heute nicht gefällt, und er wird einen solchen auch nicht so schnell fällen. Der politische Prozess hingegen ist weitergegangen. Beide Räte haben jüngst die Einführung einer Sicherheitsdienstpflicht beschlossen, die den Zivilschutz und den Zivildienst im Katastrophenschutz zusammenführen will.

    Vor diesem Hintergrund hat der Ständerat im vergangenen Juni entschieden, der Standesinitiative keine Folge zu geben.

    Ihre Kommission hat die Standesinitiative im vergangenen Juni vorgeprüft und beantragt Ihnen mit 16 zu 9 Stimmen, ebenfalls keine Folge zu geben. Die Mehrheit stützt sich dabei auf drei zentrale Argumente.

    1.[NB]Der Zivildienst ist ein Ersatzdienst und kein freiwilliger Dienst. Das Zivildienstgesetz definiert den Zivildienst als Ersatz für Wehrpflichtige, die aus Gewissensgründen keinen Militärdienst leisten wollen oder können. Dieses Prinzip bildet die Grundlage unseres Systems. Öffnet man den Zivildienst für Frauen ohne Wehrpflicht, geht dieser Zusammenhang verloren. Der Zivildienst erfüllt dann nicht mehr seine Funktion als Ersatzdienst, sondern würde zu einem allgemeinen freiwilligen Programm, was nicht seinem ursprünglichen Zweck entspricht.

    2.[NB]Eine Öffnung würde zu neuen Ungleichheiten führen. Männer sind heute dienstpflichtig, Frauen nicht. Würde man Frauen zusätzlich einen freiwilligen Zugang zum Zivildienst ermöglichen, hätten Männer eine Verpflichtung zu leisten, während Frauen frei entscheiden könnten. Das entspricht nicht dem Prinzip der Gleichstellung, sondern stellt eine Bevorzugung dar.

    3.[NB]Wir stehen mitten in einer grundlegenden Reform, weil, wie bereits vorhin ausgeführt, beide Räte der Einführung der Sicherheitsdienstpflicht zugestimmt haben. Ständerat und Nationalrat haben ausserdem die Service-citoyen-Initiative zur Ablehnung empfohlen. Genau jetzt ein freiwilliges Element zusätzlich einzuführen, erscheint weder sinnvoll noch zweckmässig. Es würde neue Abgrenzungsfragen schaffen, die Umsetzung erschweren und zu erheblicher Verwirrung im System führen.

    Die Minderheit unserer Kommission sieht das natürlich anders. Sie argumentiert, dass die Öffnung des Zivildienstes für Frauen einen wichtigen Schritt zur Gleichstellung [PAGE 1839] darstelle. Der Zivildienst sei eine etablierte Institution, die in vielen Bereichen der Gesellschaft - etwa in der Pflege, im Naturschutz oder in Schulen - Sinn stifte und jungen Menschen die Möglichkeit gebe, sich gesellschaftlich einzubringen.

    Abschliessend lässt sich festhalten, dass eine Öffnung des Zivildienstes für Frauen ohne Wehrpflicht die Grundprinzipien des Ersatzdienstes untergräbt, neue Ungleichheiten schafft und die laufende Reform der Sicherheitsdienstpflicht komplizieren würde. Gleichzeitig wäre ein solcher Schritt mit erheblichen Mehrkosten für die Allgemeinheit verbunden, da Verwaltung, Ausbildung und Infrastruktur an die Aufnahme freiwilliger Dienstleistender angepasst werden müssten, ohne dass dies dem ursprünglichen Zweck des Zivildienstes entsprechen würde.

    Im Namen der Kommissionsmehrheit bitte ich Sie daher, der Standesinitiative keine Folge zu geben.

  • Redetext
    Clarence Chollet(Die Grünen)
    Schweiz

    Nous examinons aujourd'hui une initiative du canton de Vaud, déposée il y a déjà douze ans, qui vise à ouvrir le service civil aux femmes sur une base volontaire. Douze ans[NB]! Cela paraît une éternité pour traiter une proposition issue d'un processus démocratique, alors que les attaques contre le service civil trouvent, elles, un chemin bien plus rapide.

    Pourquoi cette ouverture du service civil aux femmes est-elle utile et pertinente[NB]? Parce que la situation est aujourd'hui incohérente. Une femme qui s'engage volontairement dans l'armée peut, si elle développe une objection de conscience, être transférée au service civil. En revanche, elle n'a pas le droit d'y accéder directement. Un jeune homme, lui, peut entrer au service civil sans passer par l'armée. C'est une inégalité évidente et injustifiée. Ouvrir le service civil aux femmes, c'est simplement garantir une égalité de traitement.

    Au-delà de la question de l'égalité, il faut rappeler l'importance du service civil dans notre société. Malgré les attaques qu'il subit au Parlement, il joue un rôle central dans des domaines aussi essentiels que la santé, le soutien aux personnes âgées, l'éducation, l'agriculture de montagne ou encore la protection de l'environnement. Les besoins de notre société dans ces domaines ne vont pas diminuer. Avec le vieillissement de la population, la crise écologique et les nouveaux enjeux sociaux auxquels nous faisons face, nous aurons au contraire besoin de davantage de bras et d'engagement. Refuser à des femmes motivées de contribuer directement à ces missions est un non-sens.

    Ouvrir le service civil aux femmes ne crée pas d'obligations supplémentaires. Il ne s'agit pas d'imposer, mais de permettre. C'est un droit en plus et non un devoir en plus. C'est offrir aux jeunes femmes une opportunité de s'engager, de vivre une expérience enrichissante, de développer des compétences sociales, professionnelles et linguistiques dont elles tireront profit tout au long de leur parcours. Le fait que les femmes et les hommes s'engagent ensemble dans cette tâche citoyenne renforcerait non seulement leur solidarité mutuelle, mais aussi les liens avec les milieux professionnels qu'ils côtoient.

    Un tel engagement contribuerait ainsi directement à la cohésion sociale de notre pays. Les pays autour de nous nous montrent la voie. En Italie, un service civil national volontaire a été instauré en 2001, ouvert aux femmes et aux personnes non aptes au service militaire. En Allemagne, le volontariat social ou écologique attire depuis des décennies de très nombreux jeunes adultes. Partout, l'intérêt est grand et les institutions bénéficiaires témoignent de l'utilité de ces engagements. La Suisse, qui valorise tant le bénévolat et l'engagement citoyen, ne doit pas rester à la traîne.

    Enfin, soulignons que les besoins en main-d'oeuvre dans le service civil sont aujourd'hui réels. Les institutions d'accueil, hôpitaux, EMS, écoles, exploitations agricoles, organismes environnementaux tirent la sonnette d'alarme. Ces institutions ont besoin de chaque personne motivée. Pourquoi fermer la porte aux femmes[NB]? Aujourd'hui même, les conditions d'accès au service civil ont été restreintes pour les hommes. Cette décision entraînera une baisse de 40 pour cent des admissions.

    Dans ce contexte, donner suite à cette initiative enverrait un signal fort, cohérent et positif aux institutions qui ont besoin de soutien. Ne les en privons pas. En soutenant cette initiative, nous envoyons un message clair[NB]: l'engagement citoyen volontaire doit être encouragé, reconnu et accessible à toutes et tous. Il ne s'agit pas d'imposer une obligation générale, mais bien de renforcer l'égalité, la cohésion sociale et l'apport concret du service civil à notre société.

    C'est pourquoi je vous invite à suivre la minorité et à donner suite à cette initiative déposée par un canton.

  • Redetext
    Maja Riniker(FDP.Die Liberalen)
    Schweiz
  • Redetext
    Andrea Caroni(FDP.Die Liberalen)
    Schweiz
  • Redetext
    Werner Salzmann(Schweizerische Volkspartei)
    Schweiz

    Die vorliegende Initiative 13.308 wurde, wie geschrieben, 2013 durch den Kanton Waadt eingereicht. Ihre Kommission hat die Standesinitiative am 31.[NB]März und am 2.[NB]Mai 2025 im Rahmen der Beratung der Service-citoyen-Initiative und des Dienstleistungsmodells beraten.

    Die Standesinitiative will das Parlament beauftragen, Bundesverfassung und Gesetz so zu ändern, dass Frauen einen freiwilligen Zivildienst absolvieren können. Bereits im November 2013, also vor rund zwölf Jahren, wurde dazu in der SiK-S eine Vertretung des Kantons Waadt angehört. Nach einer ersten Beratung beschloss die SiK-S, die Behandlung der Standesinitiative so lange auszusetzen, bis die Entscheide des Bundesrates zur langfristigen Entwicklung des Dienstleistungssystems und zur Zivildienstrevision gefallen sind. Schon damals hat man dies also besprochen. Die Schwesterkommission wie auch beide Räte folgten diesem Beschluss.

    Beim Zivildienst handelt es sich um einen zivilen Ersatzdienst zum Militärdienst, zu dem man verpflichtet ist. Dieser Konnex ist zwingend. Mit der Initiative würde dieses System gebrochen. Es würde eine grosse Ungleichheit geschaffen. Für die einen wäre es ein Ersatz für eine Pflicht, während die anderen freiwillig und selbstständig entscheiden dürften, ob sie den Dienst leisten möchten. Ferner ist eine weitere Auflockerung des Zivildienstes in der heutigen sicherheitspolitischen Situation, in der immer mehr Länder in Europa ihre Personalbestände aufstocken, nicht mehr angezeigt - im Gegenteil, wir haben uns ja vorhin mit dem neuen Dienstleistungssystem, dem Sicherheitsdienst, befasst.

    Der Bund hat auch grosse Bedenken betreffend Herausforderungen im Vollzug. Die Einsätze des freiwilligen Zivildienstes dürfen weder den gewinnorientierten Arbeitsmarkt noch den Freiwilligensektor konkurrenzieren. Es darf nicht sein, dass freiwillige Zivildienstleistende gegenüber anderen Freiwilligen bessergestellt sind, weil sie Erwerbsersatz beziehen und militärversichert sind.

    Die Frauen können heute freiwillig Militärdienst leisten. Was der Anreiz für einen freiwilligen Zivildienst für Frauen sein soll, erschliesst sich der Mehrheit der Kommission nicht - ausser allenfalls ein bezahltes Praktikum zu erhalten oder gewisse Mitnahmeeffekte zu generieren.

    Aus diesen Gründen beantragt Ihnen die Kommission mit 6 zu 1 Stimmen, die Standesinitiative Waadt abzulehnen.

  • Redetext
    Andrea Caroni(FDP.Die Liberalen)
    Schweiz
  • Redetext
    Dominique de Buman(Christlichdemokratische Volkspartei der Schweiz)
    Schweiz
  • Redetext
    Karin Keller-Sutter(FDP.Die Liberalen)
    Schweiz
  • Redetext
    Géraldine Savary(Sozialdemokratische Partei)
    Schweiz

    L'initiative du canton de Vaud charge l'Assemblée fédérale d'ouvrir la possibilité aux femmes de suivre le service civil, ce qui nécessite une modification des bases légales, y compris de la Constitution.

    Réunie le 11 janvier de cette année, la Commission de la politique de sécurité du Conseil des Etats vous propose de suspendre pour plus d'une année le traitement de cette initiative cantonale.

    Rappelons qu'en 2013, le Conseil des Etats avait décidé d'ajourner le traitement de l'initiative pour des raisons assez évidentes: à l'époque, il nous semblait qu'un certain nombre de questions restaient encore ouvertes en matière de service civil. En outre, un groupe de travail planchait sur l'avenir du service civil.

    En 2016, ce groupe de travail a rendu ses conclusions et émis un certain nombre de recommandations, et c'est sur la base de ce rapport et de ces recommandations que le Conseil fédéral a décidé de lancer une révision partielle de la loi fédérale sur le service civil. La révision sera vraisemblablement présentée au Parlement l'année prochaine, en mars 2019.

    En outre, le Conseil fédéral a décidé de réfléchir à la manière d'intégrer plus fortement les femmes dans l'armée, et il est du coup évidemment impossible d'imaginer une augmentation des femmes dans l'armée sans que leur soit offerte la possibilité, comme pour les hommes, de pouvoir faire le service civil. Le Conseil fédéral a entamé des réflexions à ce sujet. Des conclusions et des recommandations sont attendues à partir de 2020.

    Cela montre que le calendrier est extrêmement chargé en ce qui concerne le service civil ainsi que la question de l'intégration plus forte des femmes dans l'armée. Les travaux sur ces questions suivent leur cours et, par conséquent, il serait totalement contre-productif que nous nous prononcions aujourd'hui sur cette initiative cantonale puisque nous avons devant nous un programme assez important dans lequel est prévu le traitement de ces questions.

    Au nom de la commission, je vous invite à suspendre pour plus d'une année le traitement de cette initiative cantonale.

    [VS]

  • Redetext
    Karin Keller-Sutter(FDP.Die Liberalen)
    Schweiz
  • Redetext
    Hannes Germann(Schweizerische Volkspartei)
    Schweiz
  • Redetext
    Hans Hess(FDP.Die Liberalen)
    Schweiz

    Unsere Kommission hörte am 12. November 2013 eine Waadtländer Delegation an. Die Vertreterinnen und Vertreter des Kantons Waadt erklärten, es gehe ihnen darum, die Palette der Freiwilligenleistungen für Frauen auf den Zivildienst auszuweiten.

    Die Kommission ist der Ansicht, dass man das Initiativanliegen nicht behandeln kann, ohne zugleich verschiedene weitere Aspekte zu prüfen. Als Beispiel erwähne ich die Möglichkeit, den Zivildienst auch für wehrdienstuntaugliche Personen zu öffnen. Hier geht es somit ganz allgemein um die Frage nach der künftigen Ausgestaltung der Dienstpflicht.

    Am 22. September 2013 haben Volk und Stände mit 73,2 Prozent Neinstimmen die Volksinitiative "Ja zur Aufhebung der Wehrpflicht" abgelehnt. Im Vorfeld dieser Volksabstimmung hatte der Bundesrat angekündigt, er wolle die Ausgestaltung der allgemeinen Wehrpflicht überprüfen und nötigenfalls optimieren. In seiner Stellungnahme zu der am 26. September 2013 von der grünen Fraktion eingereichten Motion 13.3865 bekräftigte der Bundesrat diese Ansicht. Er kündigte an, zu diesem Zweck eine Studiengruppe einzusetzen, welche die verschiedenen Möglichkeiten, das Dienstpflichtsystem weiterzuentwickeln, ganzheitlich analysieren solle; gestützt darauf könnten Vorschläge erarbeitet und auch die Frage eines freiwilligen Dienstes für Frauen beantwortet werden.

    Die Kommission ist der Meinung, dass mit dem Entscheid zur Standesinitiative zugewartet werden soll, bis die Ergebnisse dieser Studiengruppe vorliegen. Derzeit ist noch nicht klar, wann es so weit sein wird. Aber angesichts der Komplexität des Themas dürfte dies nicht vor Jahresfrist der Fall sein. Die Kommission hat den Bundesrat mittels Brief gebeten, diese Arbeitsgruppe baldmöglichst zu konstituieren und sicherzustellen, dass die Arbeiten zügig an die Hand genommen werden.

    Vor diesem Hintergrund beantragt Ihnen die SiK einstimmig, gemäss Artikel 87 Absatz 3 unseres Parlamentsgesetzes die Behandlung der Standesinitiative Waadt zu sistieren, bis die Ergebnisse der Studiengruppe vorliegen.

  • Redetext
    Hannes Germann(Schweizerische Volkspartei)
    Schweiz

Data: OpenParlData · CC BY 4.0