Wissenschaftliche Begleitung von Long-Covid-Fällen
(21.3453)- Redetext
- Redetext
- RedetextHannes Germann(Schweizerische Volkspartei)Schweiz
Mit dieser Motion sollte der Bundesrat zum einen beauftragt werden, dafür zu sorgen, dass ausreichend finanzielle Mittel für eine systematische Erforschung und Begleitung der Long-Covid-Fälle zur Verfügung stehen, zum anderen sollten entsprechende Programme in die Wege geleitet werden. Der Bundesrat hat in seinem Bericht aus dem Jahr 2024 die Motion als erfüllt erklärt und die Abschreibung beantragt. Diese wurde von uns zunächst befürwortet, vom Nationalrat dann allerdings abgelehnt. Wir haben uns dann angeschlossen.
2025 beantragte der Bundesrat im Bericht zum Geschäft 25.006 ein zweites Mal die Abschreibung der Motion. Er machte geltend, dass der Bund nicht über die erforderlichen Kompetenzen für die vollständige Umsetzung der Motion verfüge und dass die Förderung einer gezielten Forschung zur Post-Covid-19-Erkrankung aufgrund der angespannten Haushaltslage des Bundes nicht möglich sei. Die beiden Räte beschlossen damals gleichwohl, die Motion nicht abzuschreiben, da sie die verfügbaren Daten zur Post-Covid-19-Erkrankung als noch nicht ausreichend vorhanden erachteten. Wir sahen auch nach wie vor Mängel bei der Diagnose.
Inzwischen hat sich aber einiges getan. Wieder war ein Jahr vorbei, und wir standen vor der Frage, ob wir noch einmal eine Fristverlängerung oder eine Abschreibung beantragen wollen. Die Kommission hat dann von der Motion Hess Lorenz Nr. 24.4452, "Nationale Strategie zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation von Menschen mit ME/CFS und Long Covid", Kenntnis genommen. Diese wurde verabschiedet und beauftragt den Bundesrat, eine nationale Strategie zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation von Menschen mit myalgischer Enzephalomyelitis - dem chronischen Müdigkeitssyndrom - und mit einer Post-Covid-19-Erkrankung zu erarbeiten.
Die Kommission stellte fest, dass die Arbeiten zur Umsetzung der Motion und zur Entwicklung der nationalen Strategie zügig vorangetrieben werden. Das Anliegen der Motion 21.3453, die Förderung der Forschung und der Datenerhebung, wird in diesem Prozess berücksichtigt werden. Somit können wir uns damit einverstanden erklären, von einer Fristverlängerung abzusehen. Wir beantragen Ihnen einstimmig, die Motion direkt abzuschreiben.
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- Abstimmung
- RedetextAlain Berset(Sozialdemokratische Partei)Schweiz
J'aimerais vous inviter, au nom du Conseil fédéral, à accepter cette motion, comme le propose votre commission. On sait qu'il y a pas mal de travail à faire dans ce cadre. Il ne s'agit pas de faire de l'activisme, mais de se rendre compte qu'une personne sur quatre qui est infectée par le virus présente encore des symptômes longtemps après l'infection. Sachant que c'est un virus qui a déjà donné lieu à plus de 1 million de cas positifs dans notre pays, cela fait passablement de monde, et on peut imaginer que pas mal de personnes seront touchées à l'avenir.
Le Conseil national a déjà accepté cette motion. Il s'agit de pouvoir agir, mais j'aimerais vous rappeler qu'en plus de ce que la Confédération fait déjà, notamment la participation au financement de cinq projets de recherche et les efforts que nous réalisons, nous souhaitons évidemment faire ces efforts dans le cadre légal et constitutionnel existant. Par exemple, la motion demande la mise en place de programmes. Je reconnais qu'il faut bien sûr agir pour les personnes atteintes des effets à long terme du Covid-19, mais, en l'absence de base constitutionnelle, nous n'avons par exemple pas la possibilité d'assurer le suivi individuel des cas de Covid long. Là, il faudra aussi trouver des solutions. De notre point de vue, il faut plutôt travailler avec les canaux et les structures qui existent et qui sont déjà en place.
Je ne prolongerai pas la discussion, beaucoup de choses ayant été dites. Nous partageons la direction exprimée dans la motion et je vous invite à la soutenir.
- RedetextHannes Germann(Schweizerische Volkspartei)Schweiz
In Anbetracht der "Wahnsinnspräsenz" hier im Saal versuche ich, mit meinem Votum nun noch die Nichtanwesenden davon zu überzeugen, dass sie der Minderheit folgen sollen. Spass beiseite!
Ich glaube, eigentlich sind wir uns alle einig; auch die Sprecherin der Mehrheit hat es gesagt. Selbstverständlich ist sich die Minderheit der Tragweite der Langzeitfolgen von Covid-19 bewusst. Man anerkennt auch den Bedarf, die Auswirkungen auf die Patienten zu untersuchen. Ich glaube zudem, dass wir die Tragweite der ganzen Covid-19-Situation gerade für die Langzeitpatienten ernst nehmen müssen. Das wird auch gemacht.
Nun ist die Frage: Braucht es diese Motion überhaupt noch? Das war im Grunde genommen die Differenz, die wir gehabt haben. In unserer Kommission haben wir nämlich das Postulat 21.3014, "Sicherstellung einer angemessenen Behandlung und Rehabilitation für Menschen mit Long Covid", eingereicht, durch das der Bundesrat aufgefordert wird, aufzuzeigen, inwiefern zusätzlicher Handlungsbedarf besteht.
Die Stellungnahme des Bundesrates ist eigentlich erstaunlich: Einerseits weiss er um die anderen Vorstösse, ist auch bereit, sie zu behandeln, und wird einen Bericht vorlegen. Andererseits verweist er darauf, dass für die Begleitung von sogenannten Long-Covid-Fällen durch den Bund eine verfassungsmässige Grundlage notwendig wäre. Eine solche haben wir offenbar nicht, was ich einigermassen erstaunlich finde. Der Bundesrat verweist ausserdem auf die Zuständigkeit der Kantone ebenso wie darauf, dass in den Kantonen bereits entsprechende Gefässe existieren. Besonders erwähnt er die in den Kantonen bereits vorhandenen Anlaufstellen, beispielsweise im Kanton Zürich das Netzwerk Altea oder spezielle Sprechstunden in verschiedenen Spitälern.
In Erfüllung unseres Postulates 21.3014, "Sicherstellung einer angemessenen Behandlung und Rehabilitation für Menschen mit Long Covid", wird der Bundesrat dann darlegen, welche Massnahmen erforderlich sind, um die Behandlung und Therapie von Patientinnen und Patienten mit Long Covid sowie die Finanzierung von Behandlungs- und Therapieprogrammen für Betroffene sicherzustellen. Genau daran arbeitet der Bundesrat derzeit.
Mit Verweis auf die Forschung sei auch gesagt, dass es das Nationale Forschungsprogramm "Covid-19" gibt. Dort laufen seit August bereits drei Projekte zu diesem Thema.
Es ist also alles aufgegleist, läuft in die richtige Richtung, und trotzdem wollen Sie nochmals eine Motion an den Bundesrat weiterleiten. Er soll dasselbe dann noch einmal tun, obwohl keine Verfassungsgrundlage dafür besteht. Das finde ich etwas erstaunlich.
Die Minderheit macht Ihnen deshalb beliebt, nicht in Aktivismus zu verfallen, sondern bei den bewährten angesprochenen Instrumenten zu bleiben - wir haben alles, was es braucht - und dann, gemeinsam mit dem Bundesrat, rasch Lösungen zu entwickeln. Dafür braucht es aber diese Motion nicht mehr. Darum hat eine Minderheit sich entschieden, sie abzulehnen.
- RedetextMarina Carobbio Guscetti(Sozialdemokratische Partei)Schweiz
Die nationalrätliche Kommission hat am 26. März 2021 die Motion 21.3453, "Wissenschaftliche Begleitung von Long-Covid-Fällen", angenommen. Die Motion wurde dann vom Nationalrat mit 126 zu 51 Stimmen bei 2 Enthaltungen angenommen. Der Bundesrat soll damit beauftragt werden, genügend finanzielle Mittel zur Erforschung des Post-Covid-19-Syndroms, kurz "Long Covid", zur Verfügung zu stellen. Dazu halte ich im Namen der Kommission Folgendes fest:
Das Virus Covid-19 beschäftigt uns schon seit fast zwei Jahren. Ein Teil der Erkrankten kann mit einer guten Genesung rechnen, doch bei Weitem nicht alle. Viele leiden noch Monate an den Spätfolgen der Krankheit. Während die hospitalisierten Krankheitsfälle erfasst werden, sind Patientinnen und Patienten, die zuhause bleiben, auf sich allein gestellt; dies auch, wenn sie von lang anhaltenden Symptomen betroffen sind. Alle Betroffenen sind im Alltag beeinträchtigt und leiden teilweise massiv.
Studien des Robert-Koch-Instituts zeigen, dass rund 40 Prozent der klinisch behandelten Personen wochen- oder monatelang über anhaltende Symptome klagen. Dazu gehören zum Beispiel Kurzatmigkeit, Gelenkschmerzen, anhaltender Husten, Ohnmacht, starke Übelkeit, "fatigue", Nerven- und Muskelschwäche, Depressionen. Mittlerweile sind sämtliche Altersgruppen betroffen. Die Ergebnisse einer Studie vom Juli dieses Jahres von Professor Milo Puhan mit dem Projekt "Corona Immunitas" zeigen Folgendes auf: Mehr als ein Viertel der 433 Teilnehmenden hat sich selbst nach sechs bis acht Monaten nicht vollständig erholt. 55 Prozent klagten über anhaltende Müdigkeit und ein Viertel über Kurzatmigkeit und Anzeichen einer Depression.
Die Zahlen sind besorgniserregend. Diese Patientinnen und Patienten müssen ernst genommen werden. Die Notwendigkeit, Ressourcen für die Nachsorge von Covid-19-Erkrankten als auch für die Forschung bereitzustellen, ist evident.
Auf wissenschaftlicher Ebene gibt es mehrere laufende nationale und internationale Studien zu Long Covid. Dazu gehört das nationale Projekt "Corona Immunitas". Auch die WBK-S befasste sich schon vor einigen Monaten mit der Frage der [PAGE 1163] wissenschaftlichen Erforschung von Covid-19 und traf sich mit Forschenden und Mitgliedern der Taskforce des Bundes.
Es ist wichtig, dass die Forschung zu den Long-Covid-Fällen auch auf politischer Ebene begleitet und unterstützt wird. Die Kommission ist sich einig, dass die Langzeitfolgen von Covid-19-Erkrankungen weiter erforscht werden müssen; die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu solchen Langzeitfolgen würden zwar laufend erweitert, trotzdem seien aber noch viele Fragen ungeklärt.
Im Rahmen der Beratung der vorliegenden Motion hat die Kommission auch die Petition 21.2012, "Eine nationale Strategie der Schweiz für Long-Covid- und ME/CFS-Patientinnen und -Patienten", behandelt. Die Myalgische Enzephalomyelitis, auch bekannt als chronisches Fatigue-Syndrom, und Long Covid sind ähnlich in ihrem Krankheitsbild, da chronische Müdigkeit und Erschöpfung bei beiden Erkrankungen auftreten. Gemäss der Mehrheit der Kommission, die Ihnen beantragt, die Motion anzunehmen, soll dieses Krankheitsbild bei den Arbeiten infolge der Motion deshalb besonders berücksichtigt werden - wenn die Motion angenommen wird.
Ich erinnere daran, dass die nationalrätliche Kommission zusammen mit der Motion ein Postulat eingereicht hat. Das Postulat 21.3454 verlangt vom Bundesrat einen Bericht über die finanziellen Auswirkungen von Long Covid auf Betroffene und auf die Sozialversicherungen. Diese beiden Vorstösse ergänzen das vom Ständerat angenommene Postulat 21.3014, "Sicherstellung einer angemessenen Behandlung und Rehabilitation für Menschen mit Long Covid".
Wie ich schon gesagt habe, wurde die Motion, die wir jetzt diskutieren, vom Nationalrat angenommen. Die SGK-S stimmte der Motion mit 10 zu 3 Stimmen zu. Der Bundesrat beantragt ebenfalls die Annahme der Motion.
Eine Minderheit beantragt, die Motion abzulehnen. Sie anerkennt zwar den Bedarf, die Langzeitfolgen von Covid-19-Erkrankungen weiter zu erforschen. In ihren Augen ist die vorliegende Motion aber nicht notwendig, um die in der Antwort des Bundesrates beschriebene ergänzende Unterstützung des Bundes zu gewährleisten.
Ich bitte Sie, der Mehrheit der Kommission zu folgen und die Motion anzunehmen.
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- RedetextAlain Berset(Sozialdemokratische Partei)Schweiz
Je n'oserais pas me prononcer sur la question de savoir si cette proposition est utile ou inutile. La question, qui est une question de fond, est la suivante: faut-il faire quelque chose dans ce domaine? De l'avis du Conseil fédéral, c'est clair: la réponse est oui, et c'est aussi pour cela que nous proposons l'adoption de la motion. Si déjà le Parlement s'occupe de cette question, alors nous préférons agir avec le soutien du Parlement, plutôt que sans.
Les conséquences de ce qu'on appelle le "Covid long" sont aujourd'hui une des préoccupations majeures des médecins et des chercheurs. C'est un sujet sur lequel il existe encore beaucoup d'incertitudes, notamment en ce qui concerne la définition du phénomène, mais également les possibilités de traitement. Il est clair que nous devons investir de l'argent dans les recherches et les travaux réalisés à ce sujet, et ce de manière à pouvoir observer et suivre avec systématique les cas de "Covid long". Or, la motion demande aussi de mettre sur pied des programmes adéquats à cet égard.
La Confédération ne peut pas tout faire. Nous n'avons pas de base constitutionnelle pour faire tout le travail, mais nous pouvons en faire une partie parce que nous estimons que les demandes présentées dans la motion sont justifiées, et nous reconnaissons la nécessité d'étudier les effets à long terme du Covid-19.
Il y a beaucoup d'études, beaucoup de travaux qui se déroulent actuellement en Suisse mais également à l'étranger. Ils sont menés dans des institutions de recherche soit privées, soit publiques. De nombreuses activités liées à la recherche sont également organisées. Des consultations spécifiques existent et des plateformes d'entraide ont été développées. Cela dit, il faut quand même noter que, malgré le nombre croissant d'initiatives indépendantes de la Confédération, eh bien nous estimons être tenus de nous assurer que la recherche sur cette thématique importante ne soit pas entravée par un manque de moyens financiers.
C'est pour cela que la Confédération a déjà participé à ce jour au financement de quatre projets de recherche sur le "Covid long", dont une étude de cohorte menée dans le cadre du programme de recherche "Corona Immunitas".
J'aimerais rappeler également le rapport en réponse au postulat 21.3014 de la commission, "Garantir aux personnes atteintes du "Covid long" un traitement et une réadaptation appropriés". Dans ce cadre, le Conseil fédéral présentera les mesures nécessaires pour assurer traitement et thérapie aux patients atteints de "Covid long" ainsi que le financement des programmes de traitement et de thérapie pour les personnes concernées.
Cela dit, et je le mentionnais tout à l'heure, nous n'avons pas de base constitutionnelle pour assurer un suivi individuel des cas de "Covid long". La création des structures de soins correspondantes relève, pour cette partie de la réflexion, de la compétence des cantons. Par conséquent, les mesures concernant le traitement et les consultations s'inscriront dans le cadre des canaux existants et doivent être aussi mises en oeuvre en étroite collaboration avec les institutions de santé et avec les cantons.
Pour terminer, la Confédération est consciente de l'importance des conséquences à long terme du Covid-19 pour les personnes touchées par cette maladie. Nous souhaitons que la recherche et que les études autour de cette thématique puissent être systématiques et que cela nous permette d'acquérir de plus en plus d'informations et de connaissances, de manière à garantir aux personnes touchées de recevoir un traitement adéquat.
C'est avec cette argumentation que je vous invite à soutenir la motion.
- RedetextThomas de Courten(Schweizerische Volkspartei)Schweiz
Nein, im Gegenteil. Ich möchte Ihre Frage noch dazu nutzen zu betonen, dass wir ausdrücklich anerkennen, dass diese Forschung notwendig ist und dass es langfristige Folgen für betroffene Patienten gibt. Das möchten wir ausdrücklich anerkennen, das habe ich in meiner Argumentation auch deutlich betont.
Aber mein Anliegen ist, dass wir das Rad nicht immer wieder von Neuem antreiben und immer wieder etwas Neues beginnen sollten. Wir haben diese Studien, sie sind bereits angestossen. Wir haben die Ressourcen, wir haben sie zur Verfügung gestellt. Der Bundesrat ist bereit, die Arbeit weiterzuführen. Wir müssen nicht mehr von vorn beginnen. Es geht auch darum, das Zeichen zu setzen, dass in diesem Parlament die beiden Ratskammern zusammenarbeiten und die eine Kammer die Beschlüsse der anderen Kammer zur Kenntnis nimmt und unterstützt, statt mit eigenen neuen, zusätzlichen, unnötigen Vorstössen dasselbe nochmals zu bekräftigen.
- RedetextPierre-Alain Fridez(Sozialdemokratische Partei)Schweiz
Cher collègue, peut-être que vous avez raison et que tout cela est inutile, mais nous vivons quand même des temps particuliers où des milliers de personnes ont été atteintes dans leur santé. Il y a beaucoup de peur, il y a beaucoup de craintes et il existe clairement la volonté de donner des réponses à tout cela.
Pensez-vous qu'il soit vraiment sage que notre conseil refuse une motion qui, justement, vise à prendre en compte les craintes exprimées actuellement et cette demande des gens? On constate partout dans les médias que c'est un thème qui devient important. Ne craignez-vous pas que l'on envoie un signal politique négatif en refusant d'écouter ces gens?
- RedetextThomas de Courten(Schweizerische Volkspartei)Schweiz
Ich darf Ihnen zu diesem Thema aus der Stellungnahme des Bundesrates zitieren: "Der Bundesrat ist sich der Tragweite der Langzeitfolgen für Personen, die an Covid-19 erkrankt sind, bewusst." Wir als Minderheit sind uns dessen ebenfalls bewusst. Der Bundesrat "anerkennt den Bedarf, die langfristigen Auswirkungen von Covid-19 auf die Patientinnen und Patienten zu untersuchen". Das tut die Minderheit auch. "Es ist darauf hinzuweisen, dass zum Thema 'Long Covid' bereits zahlreiche nationale und internationale Studien laufen." Diese sind auch bereits finanziert. Falls notwendig, auch das ein Argument des Bundesrates, ist er auch bereit, zur Intensivierung der Forschung entsprechende zusätzliche Finanzierungen zu prüfen.
Zudem wird der Bundesrat in Erfüllung des Postulates 21.3014, "Sicherstellung einer angemessenen Behandlung und Rehabilitation für Menschen mit Long Covid", das der Ständerat bereits angenommen hat, darlegen, "welche Massnahmen erforderlich sind, damit die Behandlung und Therapie von Patientinnen und Patienten mit Long Covid sowie die Finanzierung von Behandlungs- und [PAGE 1402] Therapieprogrammen für die Betroffenen sichergestellt wird". Das tut der Bundesrat bereits.
Ich darf Ihnen aus seiner ablehnenden Stellungnahme zum Postulat 21.3014 zitieren: "Die Finanzierung der Krankheitsbehandlung und Rehabilitation von Long-Covid-Patientinnen und -Patienten ist bereits sichergestellt. Die Kosten werden von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung übernommen. Verschiedene Gesundheitsinstitutionen bieten bereits spezifische Behandlungs- und Rehabilitationsangebote für Betroffene an. Zum Thema Long Covid laufen zahlreiche nationale und internationale Studien. Unter anderem wurden bereits im August drei Forschungsprojekte im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms 'Covid-19' zum Thema lanciert."
Ein Bericht des Bundesrates würde basierend auf verschiedenen Studien erarbeitet und würde in diesem Sinne lediglich eine Momentaufnahme oder eine Zusammenfassung dieser Studien darstellen. In einem Gebiet, in welchem vieles noch nicht bekannt ist und laufend neue Erkenntnisse gewonnen werden, beurteilt der Bundesrat die Erstellung eines solchen Berichtes als wenig zielführend. Genau das ist der Punkt, bei dem ich auch jetzt sage: Das, was hier gefordert ist, ist erstens bereits im Gang, wir haben bereits die entsprechenden Studien, wir verfügen über die Ressourcen, wir müssen sie nicht mehr zusätzlich verlangen, wie diese Motion es will. Wir erwarten einen Ergebnisbericht des Bundesrates, in dem er Studienresultate für uns zusammenfasst und nochmals darlegt.
Im Grunde kommen wir mit dieser Motion hinterher wie die alte Fasnacht. Deshalb bitte ich Sie, diese Motion abzulehnen.
- RedetextSpeechSchweiz
Der Mensch ist ein sehr belastbares Wesen, vor allem dann, wenn er abschätzen kann, wie gross die Belastung ist; dann ist er zu Unglaublichem fähig. Eines der Probleme der Corona-Pandemie ist aber, dass ihre Auswirkungen auf den Einzelnen schwer abschätzbar sind. Die möglichen Krankheitsverläufe für den einzelnen Betroffenen können von asymptomatisch bis hin zu tödlich reichen. Und ja, ältere, vorbelastete Personen haben es in der Regel schwerer. Aber trotzdem: Ein absolut fitter Mittdreissiger kann von dieser Krankheit schwer getroffen werden, während ein fünfzigjähriger "Fernsehsportler" überhaupt nichts oder fast gar nichts spürt. Diese extreme Bandbreite ist aber nicht nur während des akuten Krankheitsverlaufs, also in der Anfangsphase, vorhanden, sondern auch bei den Langzeitfolgen. Das ist schon seit Längerem bekannt und in den letzten Monaten immer mehr klar geworden, das müssen wir klar anerkennen.
Sehr viele Leute, die im Spital waren, können komplett genesen, und darüber sind wir froh. Es gibt aber durchaus auch zahlreiche Leute, die einen relativ leichten Verlauf haben, der nicht enden will, die stark unter Langzeitfolgen leiden. Mehrere medizinische Studien zeigen das: Es handelt sich um Probleme der Konzentration, Müdigkeit, Atemstörungen usw. Entsprechend wichtig ist es, dass wir auch diese Leute unterstützen. Hier besteht eben das Problem dieser grossen Spannbreite: Im Vergleich zu anderen Krankheitsbildern reicht es hier nicht, ein paar wenige typische Fälle zu analysieren und daraus auf alle anderen Betroffenen zu schliessen und ihnen Empfehlungen abzugeben. Es braucht hier einen viel breiteren Ansatz.
Uns ist bewusst, dass die Wissenschaft bereits an diesem Thema dran ist. Aus Sicht der Kommissionsmehrheit möchten wir aber ein ganz klares Signal vonseiten der Politik senden, indem wir die wissenschaftliche Begleitung unterstützen und eher mehr als weniger fordern. Wir sind in der Mehrheit entsprechend auch froh, dass der Bundesrat dieses Anliegen unterstützt. Uns ist auch bewusst, und der Bundesrat hat das in seiner Antwort geschrieben, dass in gewissen Bereichen die Kantone im Lead sind. Ich bitte Sie aber, Herr Bundesrat, und ich bitte auch alle Kantonsvertreter, die hier zuhören: Bedenken Sie auch hier wieder die sehr grosse Spannbreite an möglichen Krankheitsverläufen, vor allem im langfristigen Bereich. Dann ist halt die Stichprobengrösse, die in einem einzelnen Kanton anfallen kann, vielleicht sehr, sehr klein bis komplett nicht aussagekräftig.
Bei dieser Krankheit ist es speziell wichtig, dass das koordiniert funktioniert. Ich fordere daher Herrn Bundesrat Berset auf, hier wirklich die Bundesverwaltung ihre Rolle etwas stärker wahrnehmen zu lassen. Ich hoffe, dass die Kantone den Föderalismus nicht über jedes gesunde Mass hinaus leben wollen.
Wie gesagt, die Kommission möchte das klare Signal senden, dass hier mehr getan werden muss. Insbesondere sollen möglichst auch Leute gefunden werden, die wieder genesen sind. Unter Umständen haben ja gewisse Verhaltensweisen, die sie an den Tag gelegt haben, dazu geführt, dass der Krankheitsverlauf milder gewesen ist. Genau diese Breite an möglichen Verläufen macht es schwierig und verlangt nach einem breiteren Ansatz.
In diesem Sinne möchte ich Sie herzlich dazu auffordern, Ja zu stimmen, die Motion anzunehmen und die Leute, die diese Krankheit nun über mehrere Monate mit sich tragen, nicht alleinzulassen.
- Redetext
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