Tobias Sennhauser
- Party
- Tier im Fokus
- Parliament
- Stadtrat
- Electoral district
- IV - Kirchenfeld-Schosshalde
- Seat number
- 174
- Parliament page
- Official profile
- Gender
- Male
- Born
- 1984
- Occupation
- Tierschützer
- Language
- German
- Website
- tierimfokus.ch
- Source body
- 351
- Record updated
- 04.07.2026
- First imported
- 14.08.2025
- JaStadtratPilotprojekt hindernisfreies und inklusives Bauen (Motion als Richtlinie)Stadtrat (SR) · 02.07.2026Result: 43 Yes · 5 No · 13 Abst. · 18 Absent
- JaStadtratSchutz vor Diskriminierung und Förderung der Teilhabe (Motion)Stadtrat (SR) · 02.07.2026Result: 43 Yes · 20 No · 1 Abst. · 15 Absent
- NeinStadtratSchutz vor Diskriminierung und Förderung der Teilhabe (Motion)Stadtrat (SR) · 02.07.2026Result: 9 Yes · 48 No · 1 Abst. · 21 Absent
- JaStadtratSchutz vor Diskriminierung und Förderung der Teilhabe (Motion)Stadtrat (SR) · 02.07.2026Result: 52 Yes · 6 No · 2 Abst. · 19 Absent
- NeinStadtratSchutz vor Diskriminierung und Förderung der Teilhabe (Motion)Stadtrat (SR) · 02.07.2026Result: 13 Yes · 38 No · 5 Abst. · 23 Absent
- —Berufliche Tätigkeiten (Anstellung; eigenes Unternehmen)Stadtrat
- —Tätigkeiten in Führungs- und Aufsichts-Gremien in- und ausländischer Unternehmen, Körperschaften Anstalten und Stiftungen des privaten und des öffentlichen Rechtes einschliesslich solche, die von der Stadt subventioniert werdenStadtrat
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- SpeechNeue Friedhofsgesetzgebung: Totalrevision Friedhofreglement vom 13. August 1998 der Stadt BernNo. 2025.TVS.0028MitgliedStadtratAgenda item 9: Neue Friedhofsgesetzgebung: Friedhofreglement vom 13. August 1998 der Stadt Bern (Friedhofreglement; FHR; SSSB 556.5); Totalrevision, Reglement vom 21. Mai 2000 über die Gebührenerhebung durch die Stadtverwaltung Bern (Gebührenreglement; GebR; SSSB 154.11), Anhang V (Gebührentarif der Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün), Ziffer 4.1 (Friedhof- und Bestattungsgebühren); Teilrevision
Tobias Sennhauser (TIF) für die Fraktion: Bei uns ist dieses Reglement gut angekommen. Wir werden dem auch zustimmen. Ich möchte namentlich noch darauf eingehen, was das für die Tiere bedeutet. Auch hier freuen wir uns natürlich, dass es jetzt möglich sein soll, auch seine Haustiere mit einem Verstorbenen bestatten zu lassen. Das ist eine schöne Entwicklung und trägt auch der Entwicklung Rechnung, dass wir unsere Haustiere schon länger, glaube ich, als Familienmitglieder anerkennen und behandeln und insofern eben auch bis über den Tod hinaus mit ihnen verbunden bleiben wollen. Es ist schön, dass diese gesellschaftliche Entwicklung, die es ja schon länger gibt, jetzt auch im Recht so ersichtlich sein soll.
Zu unserem Antrag: Wir haben bei uns bei Tier im Fokus ein bisschen Erfahrung, was den Tierschutz anbelangt. Und ich muss euch leider sagen: Es gibt nichts, was es nicht gibt. Und so ist uns zum Beispiel auch ein Fall bekannt, in dem tatsächlich eben ein gesundes Tier getötet wurde, nur um es dann gemeinsam bestatten zu können. Das war natürlich in einer anderen Gemeinde, weil es in Bern noch nicht möglich ist. Aber es kann schon sein, dass ein solches Reglement eben auch einen Anreiz darstellt, um völlig gesunde Tiere vorzeitig zu töten.Und deshalb haben wir diesen Antrag zu Artikel 4 Absatz 3 eingereicht, der besagt: Die Beisetzung von Tierurnen ist ausgeschlossen, wenn ein Tier gezielt getötet wurde, um eine gemeinsame Bestattung mit einer verstorbenen Person zu ermöglichen. Jetzt haben wir schon gehört und auch schon beim Gemeinderat gelesen – wir haben das ja auch schon im Rahmen der Vernehmlassung so kommuniziert – dass das Hauptargument dagegen wahrscheinlich ist, dass es schwierig zu prüfen ist. Und das verstehe ich auch. Aber keine Kontrolle bedeutet ja nicht, dass es keine Wirkung hat. Ich glaube, dass eine solche Ergänzung eben auch präventiv wirken könnte. Das heisst also, dass beispielsweise die Behörden dies auf ihrer Webseite kommunizieren könnten. Wenn sich eine Person dafür interessiert, also für eine Bestattung mit Tieren, könnte sie das googeln und würde so vielleicht erfahren: Moment – in Bern ist das gar nicht erlaubt. Oder die Tierärzt*innen könnten das auch erfahren, wenn es öffentlich kommuniziert würde, und würden dann vielleicht einen solchen Eingriff gar nicht erst vornehmen, wenn sie wüssten, dass es verboten ist. Und wenn es tatsächlich stimmt, last but not least, dass nicht kontrolliert werden kann, bedeutet das doch immerhin auch, dass keine Kosten entstehen. Und somit sehe ich auch nicht wirklich, was das Problem ist. Denn auf der anderen Seite kann es doch immerhin dazu führen, dass vielleicht das eine oder andere Tier gerettet wird.
- SpeechLärm, Stress und Schadstoffe reduzieren: Einschränkung von Feuerwerk zum Schutz von Mensch, Tier und UmweltNo. 2025.SR.0052MitgliedStadtratAgenda item 3: Motion: Lärm, Stress und Schadstoffe reduzieren: Einschränkung von Feuerwerk zum Schutz von Mensch, Tier und Umwelt; Ablehnung/Annahme als Postulat/Prüfungsbericht
Tobias Sennhauser (TIF), Einzelvotum: Ganz kurz zu den Hunden an der Demo, nachdem sie jetzt doch ein paar Mal angesprochen worden sind. Wir machen manchmal auch Demos. Und wir machen es so, dass wir den Leuten mitteilen: Lasst eure Hunde zu Hause, denn eine Demo ist kein Ort für Hunde. Und vielleicht wäre das auch ein guter Rat für die Polizei.
Ich möchte eigentlich über die nationale Volksinitiative sprechen, die schon ein paar Mal angesprochen wurde. Und ihr habt es schon gehört: Eine Mehrheit hat damals bei dieser GFS-Bern-Umfrage deutlich zugestimmt. Vielleicht noch zwei, drei spannende Zahlen aus dieser Studie. Zum Beispiel haben sie auch gefragt, wer sich denn überhaupt Feuerwerke kauft. 72% haben gesagt, nie, 1% monatlich, 2% mehrmals pro Jahr und 9% – ich glaube, ich habe es vertauscht: 2% mehrmals im Jahr und 9% einmal pro Jahr. Also: Es ist eine Minderheit, die hier eine Mehrheit beeinträchtigt, würde ich sagen. Und dann, es wurde auch schon ein bisschen angesprochen, aber ich möchte das gerne noch vertiefen: Diese Umfrage hat auch die Parteizugehörigkeit abgefragt. Insofern können wir gewisse Rückschlüsse ziehen, was die Sympathisant*innen von Parteien und eben diese Vorlage anbelangt. Bei den Grünen, das ist wenig überraschend, sind es 91%, die der Feuerwerksinitiative damals zugestimmt hätten. Bei der SP, das ist insofern überraschend, wenn man hier die Voten hört, sind es immerhin auch 79% der Parteiinteressent*innen, die der Initiative zustimmen würden. Bei der GLP, auch bemerkenswert, sind es 88%, die bei der Initiative Ja oder eher Ja stimmen würden. Auch bei der Mitte ist es eine Mehrheit. Die FDP ist die einzige Partei, deren Wählerbasis die Initiative ablehnen würde. Und sogar auch bei der SVP gibt es eine knappe Mehrheit, was vielleicht damit zusammenhängt, dass diese Feuerwerkskörper nicht nur rauffliegen, sondern irgendwann auch wieder runterfallen und so vielleicht auch die Bauern oder vor allem ihre sogenannten Nutztiere beeinträchtigen. Insofern freut es mich zu sehen, dass zumindest in der Bevölkerung über alle Parteigrenzen hinweg, diese Initiative Unterstützung findet.
Dann habe ich noch einen zweiten Link mitgebracht. Das ist die Webseite tierschutz-helfer.ch. Und die haben eine ziemlich interessante Übersicht gemacht über die ganze Schweiz, über alle Gemeinden, die das schon gemacht haben, worüber wir heute befinden. Vielleicht noch als Vorbemerkung dazu: Der Bundesrat hat eine, wie ich finde, ganz ordentliche Stellungnahme zur nationalen Feuerwerksinitiative verfasst; deshalb ordentlich, weil er durchaus die Probleme, die Feuerwerke mit sich bringen, anerkannt hat. Und seine Meinung war dann, dass eben die Kantone und auch die Gemeinden aktiv werden sollen. Das tun sie jetzt in Hülle und Fülle. Ich mache es kurz. Es sind aus dem Kanton Aargau sieben Gemeinden, Baselland drei Gemeinden, Graubünden 37 Gemeinden, Kanton Luzern eine Gemeinde, St. Gallen zwei Gemeinden und im Kanton Zürich sind es 28 Gemeinden. Und auf dieser Webseite hat es einen Button. Dort steht: Neue Gemeinde melden. Und wenn es für euch okay ist, würde ich das nachher übernehmen.
- SpeechLärm, Stress und Schadstoffe reduzieren: Einschränkung von Feuerwerk zum Schutz von Mensch, Tier und UmweltNo. 2025.SR.0052MitgliedStadtratAgenda item 3: Motion: Lärm, Stress und Schadstoffe reduzieren: Einschränkung von Feuerwerk zum Schutz von Mensch, Tier und Umwelt; Ablehnung/Annahme als Postulat/Prüfungsbericht
Tobias Sennhauser (TIF) für die Fraktion: Ich möchte euch eine Geschichte erzählen, und zwar jene von Wasabi. Wasabi hatte früher kein Problem mit Feuerwerk. Erst im Alter wurde es schlimm. Er hört und sieht heute etwas schlechter und vielleicht ist es deshalb, dass ihn heute diese lauten und grellen Reize umso mehr überfordern. Wasabi ist ein Hund. Er ist elf Jahre alt und kommt ursprünglich aus Rumänien. Für ihn sind laute Feuerwerke eine Tortur. Besonders schlimm war es 2024 an Silvester. Eigentlich hatte Wasabi wie immer ein Beruhigungsmittel erhalten. Und trotzdem zitterte er stundenlang. Um vor dem Feuerwerk zu entkommen, flüchtete er quer durch die Wohnung an die hinterste Wand und drückte seinen Kopf dagegen, um sich möglichst abzulenken. Das ist der Ort, der am weitesten von dort entfernt ist, wo die Raketen explodierten. Seine Halterin war bei ihm. Aber sie konnte nichts tun, ausser die ganze Nacht bei ihm zu sein. Und dieser Silvester 2024 hat bei Wasabi Spuren hinterlassen. Seither erschrickt Wasabi auch bei Gewittern und auch bei Autoscheinwerfern, die durchs Fenster flackern. Im vergangenen Sommer, kurz vor dem 1. August, drohte dann ein neuerliches Drama. Um Wasabi zu schützen, verreiste seine Halterin nach Frankreich. Dort war es zwar ruhiger, aber die Fahrt und auch der fremde Ort waren für Wasabi anstrengend. Und jedes Jahr eine Ferienwohnung zu mieten, ein Auto zu organisieren, Benzin zu zahlen, all das bringt die Halterin finanziell ans Limit.
Und Wasabi ist kein Einzelfall. Ich habe im Vorfeld viele weitere Geschichten gehört, zum Beispiel jene von Bao, den ich kürzlich kennenlernen durfte. Er ist ein Hund, sechs Jahre alt. Und auch bei ihm ist es so: Wenn die Knallerei beginnt, beginnt er, am ganzen Körper zu zittern. Er hechelt, findet keine Ruhe, stundenlang. Vor lauter Angst versucht er zu flüchten und man kann ihn kaum festhalten. Ähnlich ging es auch einem Freund von Bao aus der Nachbarschaft. Nur: Er schaffte es leider zu flüchten. Er rannte panisch davon, bis er schliesslich auf den Gleisen von einem Zug erfasst wurde und tödlich verunfallte.
Und auch Bao ist kein Einzelfall und auch nicht sein Nachbarhund. Da wäre noch Aaron. Dieser Hund wurde damals in einem griechischen Militärbunker gefunden, abgemagert, verängstigt und in einem erbärmlichen Zustand. Heute sind fünf Jahre vergangen, aber sein Trauma bleibt ungeheilt. Schon beim ersten Knall flüchtet Aaron ins Badezimmer und dort in die Dusche. Das ist sein Rückzugsort. Seine Halterin verbringt dort jeden Silvester mit ihm und hüllt ihn in Decken, damit er vielleicht ein bisschen schallgeschützt ist. Für die Halterin ist es am 1. Januar vorbei. Aaron hingegen braucht jeweils Wochen, bis er sich wieder davon erholt hat.
Und auch Aaron ist kein Einzelfall. Ich hatte kürzlich mit der Mitarbeiterin der Tierapotheke in Bern Kontakt. Dort verkaufen sie ein Mittel, das Haustiere beruhigen soll. In einem normalen Monat verkauft die Tierapotheke davon vielleicht 20 Stück. Im Juli, also vor dem 1. August, waren es über 300. Das ist das 15-fache. Die Tierapotheke wurde also regelrecht überrannt von Menschen, die für ihre Haustiere verzweifelt nach Rat suchten. Immer wieder hörten sie dieselbe Geschichte. Wer es sich leisten kann, verreist ins Ausland. Und alle anderen versuchen so gut es geht, ihren Tieren zu Hause beizustehen.
All diese Geschichten zeigen also: Für Tiere bedeutet Feuerwerk nichts als Stress und Panik: Und ich glaube: Niemand von uns will das. Niemand von uns will, dass Hunde stundenlang zittern oder panisch fliehen und dabei vielleicht vom Zug erfasst werden. Wenn wir Feuerwerke abbrennen, dann tun wir das, um uns zu unterhalten und nicht, um Tiere zu quälen. Und genau das will die Motion – dass wir weiterhin feiern können, aber so, dass kein Tier zu Schaden kommt.
Ich habe grundsätzlich Verständnis dafür, dass man Feuerwerk nicht generell verbieten will. Denn tatsächlich ist es schön. Es birgt eine gewisse Ästhetik und vielleicht auch einen Nervenkitzel beim Anzünden. Ich habe das früher auch sehr regelmässig, um nicht zu sagen, intensiv, getan. Ich habe dafür vor allem als Kind auch wirklich viel Geld investiert. Insofern kann ich all das nachvollziehen. Und trotzdem sehe ich heute die Dinge anders, weil ich eben auch die Tiere sehe, die dabei leiden, manchmal tagelang, manchmal wochenlang. Und deshalb ist für mich diese Motion kein Verzicht auf lautes Feuerwerk, sondern eben ein Kompromiss, der beiden Seiten Rechnung trägt, also jenen, die gerne Feuerwerke haben, aber auch den Tieren. Letztendlich geht es ja um die persönliche Freiheit. Ich glaube, unsere Freiheit geht halt nur so weit, bis andere darunter leiden. Und deshalb geht es für mich auch um Verantwortung. Und dazu gehört, Rücksicht zu nehmen auf jene, die mit uns diesen Planeten teilen. Tiere teilen nicht nur den Planeten mit uns, sondern auch diese Stadt. Sie leben mit uns, gehören zu unseren Familien oder leben in unseren Quartieren. Für mich ist es selbstverständlich, dass wir Tieren mit Respekt und Mitgefühl begegnen. Und ich bin sicher, für euch ist es auch so.
- SpeechTierpark DählhölzliNo. 2024.PRD.0065MitgliedStadtratAgenda item 8: Dählhölzli: Änderung des Zonenplans mit Plan Nr. 1487 vom 28. Mai 2025 und Teilrevision der Bauordnung vom 24. September 2006 (Abstimmungsbotschaft)
Tobias Sennhauser (TIF) für die Fraktion: Ich möchte die Gelegenheit nutzen und dieses Votum Sam Nüesch widmen. Er sass für uns in der Tierparkkommission und hat uns bei Tier im Fokus jahrelang begleitet, als Stratege, als guter Freund auch, und er war massgeblich daran beteiligt, dass wir überhaupt diesen realpolitischen Weg eingeschlagen haben und schliesslich auch für den Stadtrat kandidierten. Nun hat sich herausgestellt, dass er nicht an einer, sondern an zwei seltenen Krankheiten gelitten hat. Diese haben dann in aller Härte zugeschlagen, weshalb er vor ungefähr zwei Wochen verstorben ist. Jetzt ist Sam nicht mehr da und wir merken schon, wie er uns fehlt, nicht nur menschlich, sondern eben auch als Experte oder als Stratege. Es fiel uns also generell schwer, uns für eine Position hier in diesem Rat zu entscheiden. Wir hätten wirklich auch die Expertise von Sam gebrauchen können.
Was uns schwerfiel, ist, dass wir einerseits natürlich verstehen und gutheissen, dass der Tierpark barrierefrei werden soll. Und genauso finden wir auch, dass es dringend ein neues Ökonomiegebäude braucht. Wir haben es auch einmal besuchen können und es leuchtet uns zu 100% ein. Und gleichzeitig sind wir der Meinung, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist – vielleicht sogar der letzte – um im Parlament über die Zonenplanänderung und die damit verbundenen Entwicklungen im Perimeter an der Aare zu entscheiden. Und da glauben wir, dass es eben um mehr geht als um etwas Infrastruktur, sondern es geht um das Erscheinungsbild des Tierparks und auch um neue Formen der Tiergefangenschaft. Und genau hier beginnt unser Problem.
Der Stadtrat hat vor zwei Jahren unterdessen diese Gesamtplanung 2023 bis 2033 positiv zur Kenntnis genommen. Darin ist festgehalten, dass der Kinderzoo aufgehoben werden soll. Das war hier im Rat, aber auch ausserhalb ein riesiges Thema, ihr habt es mitbekommen. Ich selber habe diese Argumentation des Tierparks übernommen und mich hier im Rat gegen den Kinderzoo ausgesprochen. Das alles ist kaum ein Jahr her, aber politisch gesehen ist die Welt eine andere. Neuerdings ist die Rede von einem Familienzoo und ich finde es toll, dass mit dem Familienzoo nun doch eine gewisse kontrollierte Interaktion zwischen Menschen und Tier möglich sein soll. Das Problem ist, dass wir mit dem Familienzoo weitere Tierhaltungen begrüssen sollen, hinter denen wir nicht stehen können. Besonders stören wir uns an dem neu angekündigten "Erlebnis-Aquarium", zu dem wir in der Gesamtplanung nichts finden. Das Einzige, was wir dazu wissen, ist, dass es offenbar 18 Meter gross werden soll. Wir wissen nicht, welche Arten dort gehalten werden sollen oder woher die Fische stammen, ob aus einer Zucht oder aus Wildfang. Über all das können wir nur spekulieren.
Bis vor wenigen Jahren meinte man tatsächlich, dass Fische keine Schmerzen empfinden würden und heute zeigen zum Glück Studien, dass Fische empfindungsfähige Lebewesen sind, die nicht nur Schmerzen, sondern auch Angst und Stress empfinden können sowie soziale und kognitive Fähigkeiten besitzen. Aus unserer Sicht haben Fische deshalb in diesen künstlichen Aquarien nichts verloren. Sie dort zur Schau zu stellen, stellt für uns einen massiven Eingriff in ihre Gesundheit und in ihr Wohlbefinden dar. Hinzu kommt, dass die zoologische Forschung systematisch verzerrt ist. Besonders beliebte Tierarten wie beispielsweise Primaten oder Grossraubtiere werden deutlich häufiger untersucht als eben Fische. Und gerade bei Fischen bestehen eben im Vergleich zu vielen Landtieren weiterhin massive Wissenslücken. Diese Schieflage prägt unser Wissen und auch unsere politischen Prioritäten. Vor dem Hintergrund, dass wir über Fische einfach noch zu wenig wissen, lehnen wir das neue Aquarium gemäss dem Grundsatz "in dubio pro animale" ab.
Aber zurück zur Gesamtplanung. Wir fragen uns, welchen Sinn diese 10-Jahres-Strategie hat und warum der Stadtrat überhaupt darüber urteilt, wenn sie kurzerhand wieder geändert werden kann.
Wir sind der Meinung, dass der Stadtrat über den neuen Familienzoo mitbestimmen können sollte. Aus unserer Sicht sollte deshalb auch die Gesamtplanung erneut dem Stadtrat vorgelegt werden. Wir haben dazu einen Vorstoss eingereicht. Im Vortrag zu dieser Zonenplanänderung steht: "Damit der Tierpark den Bedürfnissen der Tiere, der Besucherinnen und Besucher sowie den Mitarbeitenden gerecht wird, soll er sich in den in den kommenden Jahren weiterentwickeln können." Das ist der allererste Satz im Dokument und es freut mich natürlich, wenn man den Bedürfnissen der Tiere nachkommen will. Aber ich finde es hier in diesem Kontext stossend, wenn man von den Bedürfnissen der Tiere spricht und gleichzeitig ein neues Aquarium geplant ist. Für mich geht das nicht zusammen.
Ich habe den Eindruck, dass es bei dieser Zonenplanänderung im Kern um etwas ganz anderes geht. Ich glaube, dass der neue Eingang dazu führen soll, dass der Tierpark attraktiver wird und mehr Menschen den kostenpflichtigen Teil besuchen. Kurz, bei dieser Zonenplanänderung geht es um die Aufwertung des Tierparks als Institution und nicht um die Tiere. Ich beschäftige mich selber seit vielen Jahren mit Zoos und ich finde es wichtig, darauf hinzuweisen, dass sich Zoos in einem ständigen gegenseitigen Wettbewerb untereinander befinden. Sie müssen sich mit neuen Anlagen, neuen Attraktionen und neuen Erlebnisangeboten überbieten. Es ist ein Wettrüsten, nicht zugunsten der Tiere, sondern der Zoos. Der Tierpark Bern ist aus unserer Sicht in erster Linie den Tieren und dem Artenschutz verpflichtet. Dazu braucht es weder neue Tieranlagen noch einen neuen Eingang. Wir lehnen die Zonenplanänderung deshalb ab und wir tun dies auch in der Hoffnung, dass Sam dies auch so sehen würde. Rest in Peace.
- SpeechSchutz von Wildtieren: Ein ausgewogener Lösungsansatz für BernNo. 2025.SR.0134MitgliedStadtrat
Tobias Sennhauser (TIF) für die Einreichenden: Ich weiss nicht, wie es euch geht, aber ich habe in den letzten Tagen ein bisschen den Frühling gespürt. Und ja, auch in der Natur hat sich das Leben ein bisschen zurückgemeldet. Das ist schön. Und genauso ist es auch in den Wäldern von Bern, die ja immerhin rund ein Drittel der Stadtfläche ausmachen, und für viele von uns ein wichtiger Rückzugsort sind – und auch für unsere Hunde. Die sind dort gerne unterwegs. Und genau hier setzt auch unser Vorstoss an, denn im Wald leben auch noch Wildtiere. Wir haben im Vorfeld mit verschiedenen Wald- und Wildtierexpert*innen gesprochen, und so ist dieses Postulat entstanden. Es umfasst drei Massnahmen, die auf den Schutz der Wildtiere abzielen.
Die erste Massnahme betrifft die sogenannte Brut- und Setzzeit. Das ist die Phase von ungefähr April bis Juli, die unglaublich wichtig ist für viele Wildtierarten, weil sie sich um den Nachwuchs kümmern. Das Problem ist, dass viele dieser Tierarten, die sich in diesem Zeitraum um den Nachwuchs kümmern, am Boden brüten. Dazu gehört etwa die Feldlerche, die Waldschnepfe, der Baumpieper oder auch das Rotkehlchen, die ihre Nester oft im Unterholz anlegen. Auch beim Reh werden die Jungtiere im hohen Gras oder im Unterholz abgelegt und verharren dort regungslos. Sie verlassen sich darauf, nicht entdeckt zu werden. Freilaufende Hunde jedoch können für diese Tiere ein Problem werden. Sie stöbern sie auf. Dadurch geraten Jungtiere und brütende Tiere unter erheblichen Stress – oder sogar Schlimmeres –, was die Populationen unter Druck bringen kann. Mit diesem Vorstoss bitten wir den Gemeinderat deshalb darum, eine Sensibilisierungskampagne zu lancieren, so dass wir während der Brut- und Setzzeit unsere Hunde freiwillig an die Leine nehmen. Manche Expert*innen, mit denen wir gesprochen haben, haben uns übrigens sogar eine Leinenpflicht empfohlen. Und tatsächlich hat zum Beispiel der Kanton Zürich eine solche saisonale Leinenpflicht während der Brut- und Setzzeit eingeführt. So weit gehen wir jedoch nicht. Wir bitten den Gemeinderat jedoch, sich mit dem Kanton Zürich auszutauschen und auch von seinen Erfahrungen zu profitieren.
Der zweite dieser drei Punkte bezieht sich auf Biketrails, von denen es offenbar mehrere gibt im Raum Bern, und zwar teilweise legale oder auch illegale. Jedenfalls haben uns die angesprochenen Expert*innen empfohlen, dies aufzunehmen, weil es offenbar zu einem Zielkonflikt kommt zwischen eben diesen Biker*innen und den Wildtieren. Auf der Grundlage unseres Vorstosses soll der Gemeinderat jetzt die aktuelle Situation bezüglich legaler und illegaler Biketrails in den Wäldern untersuchen und insbesondere auch die Auswirkungen auf die Wildtiere analysieren. Der Gemeinderat ist auch eingeladen, Massnahmen zu prüfen zur Aufklärung der Biker*innen, um deren Bewusstsein für die Bedürfnisse der Wildtiere zu stärken
Der dritte Punkt bezieht sich auf die Waldpädagogik. Da bitten wir den Gemeinderat, auch die Kinder zu sensibilisieren für die Interessen der Wildtiere. Es gibt ja in Bern bereits verschiedene waldpädagogische Angebote wie Waldkindergärten, Waldspielgruppen oder auch das sogenannte Grüne Klassenzimmer. Dort soll der Gemeinderat das Potenzial zur Sensibilisierung der Kinder prüfen.
Ausserdem soll der Gemeinderat bereits bestehende Bemühungen zum Schutz der Wildtiere, die es ja schon gibt, von der Stadt, von der Burgergemeinde oder auch vom Kanton miteinander verknüpfen.Ich glaube, dieses Postulat adressiert ein ungelöstes Problem, das nicht irgendwo passiert, sondern direkt vor unserer Haustür, nämlich den Verlust an Biodiversität in unseren Wäldern. Wir haben uns bewusst für einen pragmatischen Weg entschieden, im Unterschied zu Zürich, wo es, wie gesagt, diese temporäre Leinenpflicht gibt. Wir hingegen fordern, wie gesagt, eine Sensibilisierungskampagne für alle Involvierten.
Zum Schluss möchte ich auch betonen, dass sich dieser Vorstoss weder gegen Hunde noch gegen Hundehaltende richtet. Wir sollten uns einfach als Gesellschaft so verhalten, dass möglichst niemand zu Schaden kommt, egal ob Mensch, Haustier oder auch Wildtier. In diesem Sinne freue ich mich, dass der Gemeinderat das Postulat unterstützt. Und ich hoffe, ihr tut das auch.
- InterpellationErstunterzeichnende/rWieso tötet die Stadt Bern Ratten?No. 2026.SR.0214
- Motion als Richtlinie
- Motion als RichtlinieErstunterzeichnende/r
- InterpellationErstunterzeichnende/rBrandgefahr durch Unkrautbrenner: Welche Alternativen gibt es?No. 2026.SR.0206
- PostulatMitunterzeichnende/rUmsetzung von Artikel 6 des Klimareglements voranbringenNo. 2026.SR.0185
- Kommission
- KommissionStadtrat
- Stellvertretendes Mitglied23.01.2025 – 31.12.9999
- KommissionStadtrat
- Stellvertretendes Mitglied23.01.2025 – 31.12.9999
- Partei
- FraktionStadtrat
- Mitglied01.01.2025 – 31.12.9999
Images(1)
- Version 101.01.2025 – 31.12.2199
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