Nachhaltige Erwerbstätigkeit von Flüchtlingen zusammen mit der Wirtschaft stärken
(26.4406)- Type
- Motion
- État
- Déposé
- Parlement
- Suisse
- Numéro
- 26.4406
- Début
- 1 oct. 2026
- Registre officiel
- Profil officiel
- ID externe
- 20264406
- Franziska RothParti Socialiste
- Fabio RegazziLe Centre
- Charles JuillardLe Centre
- Maya GrafLes Verts
- Eva HerzogParti Socialiste
- Titre de l'objetTitre suit
- Eingereichter Text
Der Bundesrat wird beauftragt, die nachhaltige Erwerbstätigkeit von anerkannten Flüchtlingen, vorläufig Aufgenommenen und Schutzbedürftigen zusammen mit der Wirtschaft und den Organisationen der Arbeitswelt zu fördern. Im Vordergrund stehen die Entwicklung von Branchenzertifikaten in Zusammenarbeit mit den Organisationen der Arbeitswelt sowie finanzielle Anreize für Arbeitgebende.
Er passt dazu die notwendigen gesetzlichen Bestimmungen im Ausländer- und Integrationsgesetz (AIG) und in der Verordnung über die Integration der Ausländerinnen und Ausländer (VIntA) an.
- Begründung
Anerkannte Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene finden heute zu selten eine Arbeit, die sie längerfristig behalten und von der sie leben können. Viele sind deshalb trotz Erwerbstätigkeit weiterhin auf Sozialhilfe angewiesen. Das ist weder für die Betroffenen noch für die öffentliche Hand eine gute Lösung. Wichtig wäre eine schnelle Qualifizierung. Denn wer im Schweizer Arbeitsmarkt Fuss fassen will, braucht gute Sprachkenntnisse und eine auf den Schweizer Arbeitsmarkt ausgerichtete berufliche Qualifikation.
Diese Stossrichtung verfolgt ein Pilotprogramm des SEM, welches in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft durchgeführt wird. Dabei erhalten Arbeitgeber finanzielle Zuschüsse, um den ausserordentlichen Einarbeitungsbedarf zu kompensieren. Zugleich wird in Zusammenarbeit Organisationen der Arbeitswelt (OdA) die Entwicklung oder der Einsatz von Branchenzertifikaten gefördert. Dazu gehören beispielsweise der Zertifikatslehrgang für Lastwagenfahrende (ASTAG), der Fachkurs Gebäudehülle (Polybau) oder der Grundkurs Logistik der Schweizerischen Vereinigung für die Berufsbildung in der Logistik (SVBL). In Zusammenarbeit mit Hotel & Gastro formation Schweiz wird zudem zurzeit eine Basisausbildung (HotelGastro365) entwickelt, welche den Teilnehmenden ermöglicht, zu einem späteren Zeitpunkt den Berufsabschluss für Erwachsene gemäss Berufsbildungsgesetz nachzuholen. Damit erwerben die Teilnehmenden in wenigen Monaten Kompetenzen, die in den Betrieben direkt gefragt sind.
Die Evaluation der ersten Phase des Pilotprojekts (2021-2023) des Instituts BSS zeigt, dass die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft wirkt: 90% der Teilnehmenden erhielten eine unbefristete Anstellung und das durchschnittliche Erwerbseinkommen der Teilnehmenden stieg von 3'700 Franken auf 4'400 Franken. Die Sozialhilfequote sank von 84% auf 15% in nur drei Jahren. Den meisten gelang somit die Ablösung von der Sozialhilfe.
Auch die beteiligten Branchen ziehen eine positive Bilanz. Es gilt nun dieses erfolgreiche Instrument in ordentliche Strukturen zu überführen und entsprechend gesetzlich zu verankern, damit sie nicht mit dem Ende des Pilotprogramms wegfallen.
Données: OpenParlData · CC BY 4.0