Tierpark Dählhölzli
(2024.PRD.0065)- SpeechJelena Filipovic(Grünes Bündnis)StadtratspräsidiumStadtrat
Präsidentin: Ihr habt dem Ordnungsantrag zugestimmt.
- Speech
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- SpeechJelena Filipovic(Grünes Bündnis)StadtratspräsidiumStadtrat
Präsidentin: Ihr habt den Ordnungsantrag gehört, dass wir das Traktandum 11 vorziehen, bevor wir dann zu den SUE-Geschäften gehen. Dann könnt ihr jetzt darüber abstimmen.
- SpeechTanja Miljanović(Grüne Freie Liste)StimmenzählerinStadtrat
Tanja Miljanović (GFL): Danke für das Wort. Ich möchte gerne beantragen, dass wir das Traktandum 11, den Monbijoupark, jetzt noch behandeln, bevor wir zur SUE springen. Und zwar nicht nur, weil dieses Traktandum so oft verschoben wurde, dass ich mein Votum gar nicht mehr gefunden habe, sondern weil von der Verwaltung ganz klar gesagt wurde, dass diese Motion eine Signalwirkung hat auf die Revision der Zonen für öffentliche Nutzung (ZöN). Die ZöN-Revision haben wir inzwischen behandelt. Aber immer noch nicht entschieden, was für eine Signalwirkung wir für diese ZöN schicken möchten. Ich denke, deswegen ist es einfach wirklich wichtig, dass wir endlich mal diese Motion hier im Rat behandeln.
- SpeechJelena Filipovic(Grünes Bündnis)StadtratspräsidiumStadtrat
Präsidentin: Ihr habt die Abstimmungsbotschaft so verabschiedet. Nun wäre geplant gewesen oder ist geplant, dass wir zu Traktandum 18 kommen. Wir haben letztes Mal beim Frauenfussball EM beim Schlussbericht die Diskussion abgebrochen und haben gesagt, dass wir heute in der zweiten Sitzung damit fortfahren. In der Zwischenzeit ist aber auch noch ein Ordnungsantrag eingetroffen, den gerne Tanja noch erläutern würde.
- Speech
- SpeechJelena Filipovic(Grünes Bündnis)StadtratspräsidiumStadtrat
Präsidentin: Ihr habt die Abstimmungsvorlage angenommen. Wir kommen nun noch zur Abstimmungsbotschaft. Wollt ihr die Abstimmungsbotschaft so genehmigen, dann stimmt mit Grün für Ja und mit Rot für Nein.
- Speech
- SpeechJelena Filipovic(Grünes Bündnis)StadtratspräsidiumStadtrat
Präsidentin: Herzlichen Dank. Es liegen keine Anträge vor. Wir kommen somit zur Abstimmung. Wollt ihr die Abstimmungsvorlage genehmigen zuhanden der Stimmberechtigten? Dann würde ich bitten, dass ihr jetzt mit Grün Ja stimmt, mit Rot Nein und mit Weiss Enthaltung.
- SpeechMarieke Kruit(Sozialdemokratische Partei)StadtpräsidentinStadtrat
Marieke Kruit, Stadtpräsidentin: Der Tierpark Dählhölzli ist eine Institution in Bern. Er ist Bildungsort, Freizeitort, Arbeitgeber und touristischer Anziehungspunkt und zugleich Teil eines hoch sensiblen Natur- und Landschaftsraums entlang der Aare. Genau diese Mehrfachfunktion verpflichtet uns zu einer präzisen, verantwortungsvollen Planung. Wir beraten heute die Änderung des Zonenplans im Gebiet Dählhölzli.
Was technisch klingt, ist in Wahrheit eine strategische Weichenstellung für die Stadtentwicklung Berns. Es geht um die Frage, wie sich diese Institution unter klar definierten Rahmenbedingungen weiterentwickeln kann. Im Einklang mit Natur, Landschaft und öffentlichem Interesse. Mit der vorliegenden Zonenplanänderung schaffen wir die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine zeitgemässe Entwicklung. Es geht nicht um eine beliebige Ausdehnung, sondern um eine gezielte Anpassung an heutige Anforderungen. Artgerechte Tierhaltung, moderne und nachhaltige Infrastruktur, Energieeffizienz, Hochwasserschutz sowie Massnahmen zur Klimaanpassung. Der Tierpark steht wie viele öffentliche Einrichtungen vor strukturellen Herausforderungen. Bestehende Anlagen sind teilweise in die Jahre gekommen. Gesetzliche Vorgaben haben sich verändert. Erwartungen an Tierwohl und Nachhaltigkeit sind gestiegen. Ohne eine angepasste planerische Grundlage bleibt der Handlungsspielraum eingeschränkt. Notwendige Erneuerungen würden verzögert oder verunmöglicht. Das wäre weder im Interesse des Tierwohls noch im Interesse einer langfristig nachhaltigen Stadtentwicklung. Gleichzeitig ist klar, der Schutz des Natur- und Landschaftsraums bleibt zentral. Das Dählhölzli ist Teil eines sensiblen Aarehangs mit hoher ökologischer Bedeutung. Die Vorlage wahrt die übergeordneten Umwelt- und Landschaftsschutzbestimmungen. Sie definiert klar, wo Entwicklung möglich ist und wo nicht. Sie setzt Leitplanken statt Freipass. Der Charakter des Dählhölzli als Grün- und Erholungsraum bleibt gesichert. Für den Gemeinderat war deshalb eine sorgfältige Abwägung entscheidend zwischen Nutzung und Schutz, zwischen öffentlichem Interesse und ökologischer Verantwortung, zwischen heutigen Bedürfnissen und langfristiger Perspektive. Diese Vorlage ist das Resultat dieser Abwägung.
Sie schafft Rechtssicherheit, Transparenz und eine tragfähige Grundlage für kommende Projekte ohne Automatismen, ohne Blankoscheck. Jede konkrete bauliche Massnahme wird weiterhin ordentlich geprüft werden müssen. Mit dieser Änderung handeln wir vorausschauend. Wir ermöglichen eine massvolle Weiterentwicklung innerhalb klarer Grenzen und sichern gleichzeitig das, was das Dählhölzli ausmacht, Naturraum, Offenheit und hohe Aufenthaltsqualität für die Bevölkerung. Der Gemeinderat bittet euch deshalb, der Änderung des Zonenplans Dählhölzli zuzustimmen. Besten Dank.
- SpeechJelena Filipovic(Grünes Bündnis)StadtratspräsidiumStadtrat
Präsidentin: Vielen Dank, es liegen aktuell keine weiteren Einzelvoten vor. Dann würde ich der Gemeinderätin Marieke Kruit das Wort übergeben.
- SpeechAlexander Feuz(Schweizerische Volkspartei)StimmenzählerStadtrat
Alexander Feuz (SVP), Einzelvotum: Am Kranich bin ich also unschuldig. Aber immer, wenn ein Waldrapp verschwunden wäre, hätte mich das möglicherweise in den Kreis der Tatverdächtigen geführt. Um eine kurze Historie zu erzählen: Die Waldrappen sind in der Schweiz ausgestorben, weil sie eben sehr schmackhaft sind und sich zu Fuss einfach erlegen lassen.
Ich möchte kurz antworten. Zunächst möchte ich an dieser Stelle allen Stimmbürgern danken, die unsere Initiative unterschrieben haben. Es war eben wichtig, dass wir hier Fahne gezeigt und gesagt haben: „Wir setzen uns für den Familienzoo oder den Streichelzoo ein!” Ihr wisst, ich habe früher auch geritten – mehr oder weniger erfolgreich. Aber Ponys und Pferde sind nicht unbedingt die geeigneten Tiere. Darum haben wir auch nicht gesagt, welche Tiere es sein sollen. Mir geht es darum, dass es dort eben einen Streichelzoo gibt. Für mich sind das Hühner, die fortlaufen können. Allenfalls auch Gänse. Oder Geissen, die die Menschen gerne haben, aber auch fortgehen, wenn es ihnen nicht passt. Tiere brauchen Rückzugsmöglichkeiten. Tiere brauchen den nötigen Freiraum, um sich zurückziehen zu können. Das ist wichtig. Die Bevölkerung hat uns hierbei unterstützt. Wichtig war, dass wir von der SVP hier Farbe bekennen und klarmachen, worum es uns geht. Was ich bedaure, ist die Frage der Mitbestimmung der Quartiere. Wir werden sie allenfalls heute noch bei einem Vorstoss behandeln, der drankommt. Ich sage noch hier und heute: Hätte man das Geschäft zuerst in der Quartierkommission vorgestellt und beraten, hätte man die Planung, dass der Streichelzoo weggeht, vielleicht gar nie aufgelegt. Wir haben heute auch einen anderen Vorstoss, bei dem es genau darum geht. Wenn ihr alles von unten nach oben planen wollt, dann müsst ihr die Leute eben einbinden. Das geht viel einfacher und ist viel zielgerichteter, als wenn man von oben nachher etwas aufsetzen will.
Ich bin auch froh, dass die Zufahrt jetzt neu geregelt wird. Das habe ich auch immer gesagt. Ich kenne das Gebiet gut, meine Tochter und ich waren oft dort. Zuerst war dort der Spielplatz, da war ich vor vielen Jahren Referent. Wenn ihr dort den Verkehr habt, der dort ist, dann trefft ihr zuerst die Kinder vom Spielplatz und erst danach die vom Streichelzoo. Deshalb ist es richtig, dass die Einfahrt verändert wird. Ich gebe zu, dass ich eine Einsprache gegen diesen Zonenplan eingelegt habe, um ein bisschen Druck zu machen. Ich habe die Einsprache zwar zurückgezogen, werde heute aber Ja stimmen und bitte euch, es mir gleichzutun. Ihr seht: Die SVP kämpft hart, aber wenn es eine Lösung gibt, können wir dazu stehen. Danke vielmals.
- SpeechJelena Filipovic(Grünes Bündnis)StadtratspräsidiumStadtrat
Präsidentin: Als nächstes Alexander Feuz, SVP.
- SpeechJohannes Wartenweiler(Sozialdemokratische Partei)MitgliedStadtrat
Johannes Wartenweiler (SP), Einzelvotum: Der Tierpark Dählhölzli ist ein fester Bestandteil der Stadt Bern seit geschätzt 100 Jahren. Es ist wichtig, dass er eine Perspektive hat und ich glaube, mit diesem Plan, der jetzt vorliegt, hat er auch eine Perspektive. Wir haben gewusst und schon länger gewusst, dass das Ökonomiegebäude unten an der Aare in einem ziemlich bedenklichen Zustand ist. Man hat uns durchgeführt, man hat uns gezeigt, was dort funktioniert und was nicht funktioniert und wie eng und beengend die Verhältnisse sind. Es ist nur sinnvoll und richtig gewesen, dass der Tierpark diesen Moment genutzt hat, um die für den gesamten Betrieb unheimlich wichtige Ökonomie wieder auf Vordermann zu bringen. Wir haben zu diesem Zeitpunkt auch sehr gut verstanden, dass damit gewisse Veränderungen einhergehen, wie etwa die Aufhebung dieses Kinderzoos. Dabei stellt sich durchaus die Frage, welchen Sinn ein Kinderzoo hat, etwa das Todstreicheln von Ziegen. Wir sind eigentlich auch dieser Überlegung gefolgt, weil wir gedacht haben, es ist durchaus richtig, dass man die Tiere, wenn man sie schon gefangen hält oder wie auch immer, wenn man sie wenigstens schützt.
Jetzt ist die SVP auf den Plan getreten, denn diese Tiergeschichten sind immer in jeder Richtung ein gutes Instrument, um Stimmen zu generieren. Die SVP hat, das muss man anerkennen, volle Leistung gegeben und diese 5'000 Stimmen plus Unterschriften gesammelt. Da haben sicher alle möglichen Leute mitunterzeichnet, das will ich gar nicht in Abrede stellen. Offensichtlich ist dann auch dem Dählhölzli selbst klar geworden, dass man hier möglicherweise in ein grösseres politisches Problem mit unklarem Ausgang hineingeraten könnte. Das hat zu den Anpassungen geführt, über die wir heute diskutieren und entscheiden. Zum Schluss noch eine Anmerkung: Das Dählhölzli hat eine lange Geschichte, und eine besondere Episode dieser Geschichte ist die seltsame und abstruse Situation mit dem Kranich, der in der Jugendbewegung dort gefangen wurde und dann vor der Reithalle gegessen wurde. Aber das ist nur eine Fussnote.
- SpeechJelena Filipovic(Grünes Bündnis)StadtratspräsidiumStadtrat
Präsidentin: Herzlichen Dank. Als nächstes Johannes Wartenweiler für die SP.
- SpeechThomas Glauser(Schweizerische Volkspartei)MitgliedStadtrat
Thomas Glauser (SVP), Einzelvotum: Die SVP hat von Anfang an eine klare Linie gehabt: Wir halten weiterhin an einem Streichelzoo oder Familienzoo, wie man ihn auch immer nennen will, in der Stadt Bern fest. Es geht hier darum, die Tradition sowie familienfreundliche Angelegenheiten nicht einfach vom Tisch zu wischen. In der Bildung ist es aber auch sehr gut, wenn man Feldtiere mit Schulklassen beobachten kann. Wenn der Zoo familienfreundlich bleibt, dann auch am Sonntag. Ich war viel mit meiner Tochter dort, als sie noch kleiner war. Wir haben mit der von uns lancierten Initiative Druck gemacht und 5400 Stimmen gesammelt. Wir sind jetzt eigentlich sehr glücklich, dass wir etwas bewegen konnten. Ich habe selber Unterschriften in der Länggasse gesammelt und ich muss sagen, sehr viele Wähler der SP haben unterschrieben. Sie haben gesagt, dass sie mit ihren Kindern fast jedes Wochenende dorthin gehen. Sie waren auch schon dort. Es war also nicht nur ein Anliegen der SVP. Aber ich möchte allen danken und wir haben natürlich jetzt auch den Entschluss gefasst, dass wir die ganze Angelegenheit dort befürworten.
- SpeechJelena Filipovic(Grünes Bündnis)StadtratspräsidiumStadtrat
Präsidentin: Herzlichen Dank. Wir kommen nun zu den Einzelvoten: Thomas Glauser, SVP.
- SpeechTobias Sennhauser(Tier im Fokus)MitgliedStadtrat
Tobias Sennhauser (TIF) für die Fraktion: Ich möchte die Gelegenheit nutzen und dieses Votum Sam Nüesch widmen. Er sass für uns in der Tierparkkommission und hat uns bei Tier im Fokus jahrelang begleitet, als Stratege, als guter Freund auch, und er war massgeblich daran beteiligt, dass wir überhaupt diesen realpolitischen Weg eingeschlagen haben und schliesslich auch für den Stadtrat kandidierten. Nun hat sich herausgestellt, dass er nicht an einer, sondern an zwei seltenen Krankheiten gelitten hat. Diese haben dann in aller Härte zugeschlagen, weshalb er vor ungefähr zwei Wochen verstorben ist. Jetzt ist Sam nicht mehr da und wir merken schon, wie er uns fehlt, nicht nur menschlich, sondern eben auch als Experte oder als Stratege. Es fiel uns also generell schwer, uns für eine Position hier in diesem Rat zu entscheiden. Wir hätten wirklich auch die Expertise von Sam gebrauchen können.
Was uns schwerfiel, ist, dass wir einerseits natürlich verstehen und gutheissen, dass der Tierpark barrierefrei werden soll. Und genauso finden wir auch, dass es dringend ein neues Ökonomiegebäude braucht. Wir haben es auch einmal besuchen können und es leuchtet uns zu 100% ein. Und gleichzeitig sind wir der Meinung, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist – vielleicht sogar der letzte – um im Parlament über die Zonenplanänderung und die damit verbundenen Entwicklungen im Perimeter an der Aare zu entscheiden. Und da glauben wir, dass es eben um mehr geht als um etwas Infrastruktur, sondern es geht um das Erscheinungsbild des Tierparks und auch um neue Formen der Tiergefangenschaft. Und genau hier beginnt unser Problem.
Der Stadtrat hat vor zwei Jahren unterdessen diese Gesamtplanung 2023 bis 2033 positiv zur Kenntnis genommen. Darin ist festgehalten, dass der Kinderzoo aufgehoben werden soll. Das war hier im Rat, aber auch ausserhalb ein riesiges Thema, ihr habt es mitbekommen. Ich selber habe diese Argumentation des Tierparks übernommen und mich hier im Rat gegen den Kinderzoo ausgesprochen. Das alles ist kaum ein Jahr her, aber politisch gesehen ist die Welt eine andere. Neuerdings ist die Rede von einem Familienzoo und ich finde es toll, dass mit dem Familienzoo nun doch eine gewisse kontrollierte Interaktion zwischen Menschen und Tier möglich sein soll. Das Problem ist, dass wir mit dem Familienzoo weitere Tierhaltungen begrüssen sollen, hinter denen wir nicht stehen können. Besonders stören wir uns an dem neu angekündigten "Erlebnis-Aquarium", zu dem wir in der Gesamtplanung nichts finden. Das Einzige, was wir dazu wissen, ist, dass es offenbar 18 Meter gross werden soll. Wir wissen nicht, welche Arten dort gehalten werden sollen oder woher die Fische stammen, ob aus einer Zucht oder aus Wildfang. Über all das können wir nur spekulieren.
Bis vor wenigen Jahren meinte man tatsächlich, dass Fische keine Schmerzen empfinden würden und heute zeigen zum Glück Studien, dass Fische empfindungsfähige Lebewesen sind, die nicht nur Schmerzen, sondern auch Angst und Stress empfinden können sowie soziale und kognitive Fähigkeiten besitzen. Aus unserer Sicht haben Fische deshalb in diesen künstlichen Aquarien nichts verloren. Sie dort zur Schau zu stellen, stellt für uns einen massiven Eingriff in ihre Gesundheit und in ihr Wohlbefinden dar. Hinzu kommt, dass die zoologische Forschung systematisch verzerrt ist. Besonders beliebte Tierarten wie beispielsweise Primaten oder Grossraubtiere werden deutlich häufiger untersucht als eben Fische. Und gerade bei Fischen bestehen eben im Vergleich zu vielen Landtieren weiterhin massive Wissenslücken. Diese Schieflage prägt unser Wissen und auch unsere politischen Prioritäten. Vor dem Hintergrund, dass wir über Fische einfach noch zu wenig wissen, lehnen wir das neue Aquarium gemäss dem Grundsatz "in dubio pro animale" ab.
Aber zurück zur Gesamtplanung. Wir fragen uns, welchen Sinn diese 10-Jahres-Strategie hat und warum der Stadtrat überhaupt darüber urteilt, wenn sie kurzerhand wieder geändert werden kann.
Wir sind der Meinung, dass der Stadtrat über den neuen Familienzoo mitbestimmen können sollte. Aus unserer Sicht sollte deshalb auch die Gesamtplanung erneut dem Stadtrat vorgelegt werden. Wir haben dazu einen Vorstoss eingereicht. Im Vortrag zu dieser Zonenplanänderung steht: "Damit der Tierpark den Bedürfnissen der Tiere, der Besucherinnen und Besucher sowie den Mitarbeitenden gerecht wird, soll er sich in den in den kommenden Jahren weiterentwickeln können." Das ist der allererste Satz im Dokument und es freut mich natürlich, wenn man den Bedürfnissen der Tiere nachkommen will. Aber ich finde es hier in diesem Kontext stossend, wenn man von den Bedürfnissen der Tiere spricht und gleichzeitig ein neues Aquarium geplant ist. Für mich geht das nicht zusammen.
Ich habe den Eindruck, dass es bei dieser Zonenplanänderung im Kern um etwas ganz anderes geht. Ich glaube, dass der neue Eingang dazu führen soll, dass der Tierpark attraktiver wird und mehr Menschen den kostenpflichtigen Teil besuchen. Kurz, bei dieser Zonenplanänderung geht es um die Aufwertung des Tierparks als Institution und nicht um die Tiere. Ich beschäftige mich selber seit vielen Jahren mit Zoos und ich finde es wichtig, darauf hinzuweisen, dass sich Zoos in einem ständigen gegenseitigen Wettbewerb untereinander befinden. Sie müssen sich mit neuen Anlagen, neuen Attraktionen und neuen Erlebnisangeboten überbieten. Es ist ein Wettrüsten, nicht zugunsten der Tiere, sondern der Zoos. Der Tierpark Bern ist aus unserer Sicht in erster Linie den Tieren und dem Artenschutz verpflichtet. Dazu braucht es weder neue Tieranlagen noch einen neuen Eingang. Wir lehnen die Zonenplanänderung deshalb ab und wir tun dies auch in der Hoffnung, dass Sam dies auch so sehen würde. Rest in Peace.
- SpeechJelena Filipovic(Grünes Bündnis)StadtratspräsidiumStadtrat
Präsidentin: Danke. Als nächstes Tobias Sennhauser für die AL-PdA-TIF-Fraktion. Ihr könnt euch auch gerne für die Einzelvoten anmelden.
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