Anpassungen des Beschäftigungsgrads für Eltern erleichtern
(21.413)- Abstimmung
- RedetextJean-Luc Addor(Schweizerische Volkspartei)Schweiz
Pour une minorité de la Commission des affaires juridiques, ce qui justifie la proposition de M. Fivaz de faire inscrire dans la loi un droit à une réduction du temps de travail suite à une naissance ou à une adoption, c'est, entre autres, ce qu'elle considère comme un manque de volonté des milieux patronaux de faire évoluer le droit du travail sur ce point, qui, selon elle, correspond au marché du travail actuel.
La majorité de la commission a évidemment de la compréhension pour cette idée, dont nous n'oublions pas qu'elle émane d'un père de famille. En effet, quand on a des enfants, c'est bien sûr pour s'en occuper. Nous pensons toutefois que cette proposition est inadaptée et pourrait même avoir des effets pervers indésirables.
La majorité considère que la liberté contractuelle est un facteur décisif qui permet de garantir un haut niveau d'emploi en Suisse. Or ce que propose M. Fivaz, c'est évidemment une atteinte massive à cette liberté contractuelle; les employeurs doivent pouvoir continuer à s'arranger avec leurs employés, sans subir de contrainte légale. Autre problème: dans sa formulation, cette initiative est truffée de notions indéterminées qui ne manqueraient pas de soulever d'importants problèmes d'application. Ainsi, qu'est-ce qu'une entreprise moyenne? Comment donc savoir quelles entreprises pourraient être qualifiées de petites et pourraient ainsi échapper à l'obligation de subir le droit que M. Fivaz veut créer? Ou encore, que faut-il entendre par un droit à réduire raisonnablement son temps de travail? En tout état de cause, une petite structure serait confrontée massivement aux conséquences de cette proposition.
M. Fivaz cite l'exemple des Pays-Bas. Mais là-bas, il y a des limites à ce droit, des raisons opérationnelles sérieuses - c'est encore une notion indéterminée - sans compter que le tribunal peut être saisi. N'y a-t-il pas, en Suisse, déjà assez de situations liées aux relations de travail dans lesquelles il faut saisir le tribunal pour en ajouter encore?
La majorité de la commission considère encore qu'une réduction du temps de travail est difficilement compatible avec une fonction de cadre. En lien avec cette réalité, elle craint que, dans les faits, ce soient les femmes qui aient le plus recours au système proposé qui ne permettrait ainsi pas d'atteindre l'objectif d'un partage des tâches éducatives au sein de la famille. J'ai parlé d'effets pervers: en effet, pour mettre en oeuvre la diminution du taux de travail d'un collaborateur, il faudra engager un remplaçant, qu'il faudra peut-être ensuite licencier pour laisser à nouveau la place à l'employé désireux de revenir à un temps de travail de 100 pour cent. Sous cet angle, ce que propose M. Fivaz, est une sorte de menace pour la sécurité de l'emploi.
Voilà pourquoi la commission, par 14 voix contre 10 et 1 abstention, vous propose de ne pas donner suite à cette initiative.
- RedetextPatricia von Falkenstein(Liberal-Demokratische Partei)Schweiz
Am 9. März 2021 reichte Nationalrat Fabien Fivaz die parlamentarische Initiative 21.413, "Anpassungen des Beschäftigungsgrads für Eltern erleichtern", ein. Die Kommission hat die parlamentarische Initiative an ihrer Sitzung vom 30. Mai 2022 vorberaten. Die Initiative verlangt, dass die Rechtsgrundlagen dahingehend zu ändern seien, dass Angestellte von mittleren und grossen Unternehmen das Recht hätten, ihren Beschäftigungsgrad nach der Geburt oder Adoption eines Kindes angemessen zu reduzieren.
Zur Begründung wird angeführt, dass die Schweiz zu den Ländern zähle, in denen Teilzeitarbeit am weitesten verbreitet sei; 37 Prozent der Schweizer Angestellten würden Teilzeit arbeiten. Damit liege die Schweiz im europäischen Vergleich auf Platz zwei hinter den Niederlanden. Bei genauerer Betrachtung zeige sich jedoch, dass trotz dieser hohen Zahl Teilzeitarbeitender ein deutlicher Unterschied zwischen Männern und Frauen bestehe: Im Jahr 2020 haben 60 Prozent der Frauen Teilzeit gearbeitet, während es bei den Männern weniger als 20 Prozent waren. Die Schweiz sei damit keine Vorreiterin, denn in anderen Ländern bestünden gesetzliche Rechtsansprüche auf eine Reduktion des Beschäftigungsgrades. In den Niederlanden, die europaweit Platz eins in Sachen Teilzeitarbeit belegen, gibt es einen Rechtsanspruch auf eine Reduktion des Beschäftigungsgrades für Angestellte, wenn sie seit mehr als einem Jahr im Unternehmen arbeiten und wenn das Unternehmen mehr als zehn Personen beschäftigt. In Deutschland besteht eine ähnliche Vorschrift für Unternehmen mit mindestens fünfzehn Angestellten. Die Unternehmen in diesen Ländern empfänden diese Vorschriften nicht als problematisch. Sie würden in der Teilzeitarbeit eine Möglichkeit sehen, sich ihre Arbeitskräfte zu erhalten, [PAGE 2190] die kompetent seien und eine höhere Arbeitsmotivation hätten.
Auch in Gesamtarbeitsverträgen bestünden bereits ähnliche Regelungen. Das Bundespersonal könne seit 2013 ebenfalls von einer entsprechenden, genau umschriebenen Regelung profitieren. Die Einführung einer solchen Verpflichtung für die Arbeitgeber sei ein gutes Mittel gegen die bestehende Ungleichheit zwischen Männern und Frauen hinsichtlich Erwerbs- und Betreuungsarbeit.
Die Verwaltung gab der Kommission Angaben zur Nutzung der Arbeitszeitreduktion. Seit 2015 gab es 150 Anträge, wobei zwei Drittel von Müttern stammten und ein Drittel von Vätern. Es sind also eher Mütter, welche von diesem Recht Gebrauch gemacht haben. Darin könne eine Gefahr der Zementierung der Rollenverteilung erblickt werden. So weit die Aussagen der Verwaltung.
Die Befürworter haben darauf hingewiesen, dass die Arbeitgeberseite bisher nicht freiwillig solche Möglichkeiten angeboten habe. Aus Gleichstellungsgründen müsse in diese Richtung legiferiert werden. Das Anliegen sei ja offen formuliert; die Bedingungen könnten noch im Laufe der weiteren Bearbeitung der Initiative formuliert werden. Insbesondere jüngere Generationen möchten eine andere als die bisher übliche Verteilung der Erwerbsarbeit auf die beiden Elternteile. Anstatt des traditionellen Modells, wonach der Vater weiterhin 100 Prozent arbeitet und die Mutter sich ausschliesslich dem Kind widmet, würden Modelle gewünscht, die auch der Mutter ermöglichen, nach der Geburt teilzeitlich zu arbeiten. Voraussetzung sei, dass auch der Vater dies tun kann. In solchen Modellen werde meist mehr als 100 Prozent gearbeitet.
Die Gegner der Initiative sehen grosse Schwierigkeiten bei der Umsetzung. Es gebe Firmen, in welchen eine Frau 100 Prozent arbeite und wo die Reduktion der Arbeitszeit negative Auswirkungen hätte. In der Praxis sei das Anliegen nicht bei jeder Firma umsetzbar. Es sei falsch und kontraproduktiv, die Firmen gesetzlich zu verpflichten, eine Arbeitszeitreduktion zu gewähren. Der Eingriff in die Vertragsfreiheit der Sozialpartner wäre gravierend. Die Sozialpartnerschaft solle nicht ausgehöhlt werden, indem der Staat in die Vertragsfreiheit eingreife. Auch wäre es ungerecht, nur einen Teil der Firmen mit solchen Vorschriften zu erfassen und die übrigen nicht. Solche Ungleichbehandlungen könnten zu Problemen führen. Auch könne Teilzeitarbeit während längerer Zeit zu Schwierigkeiten führen, wenn später wieder eine Vollzeitstelle gesucht werde. Die liberalen Arbeitsbedingungen seien ein wichtiger Erfolgsfaktor unserer Wirtschaft und Garant für nahezu Vollbeschäftigung in der Schweiz.
Die Kommissionsmehrheit beantragt - der Entscheid fiel mit 14 zu 10 Stimmen bei 1 Enthaltung -, der Initiative keine Folge zu geben.
- RedetextFlorence Brenzikofer(Die Grünen)Schweiz
Die parlamentarische Initiative Fivaz Fabien hat eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zum Ziel. Dies soll mit der Möglichkeit einer angemessenen Reduktion des Arbeitspensums für angestellte Mütter und Väter in mittleren und grossen Unternehmen nach der Geburt oder Adoption eines Kindes geschehen.
Diverse Studien zeigen, wir haben es vorhin gehört, dass zwischen dem Wunsch der Väter und der Realität im Berufs- und Privatleben eine grosse Diskrepanz besteht. Im Nachgang zur Corona-Krise hat eine Studie der Fachhochschule Luzern bestätigt, dass Männer den Wunsch nach mehr Teilzeitarbeit, ergo nach mehr Zeit für die Familie, haben. Mit dieser parlamentarischen Initiative soll eine unbürokratische und schlanke Massnahme eingeführt werden, die sich in Verwaltungen auf kantonaler und nationaler Ebene in den letzten Jahren bewährt hat. Zudem sind verschiedene andere Formen von Abwesenheiten am Arbeitsplatz längstens gang und gäbe - wir Politikerinnen und Politiker im Milizsystem kennen sie nur zu gut: für politische oder soziale Engagements, für Mandate in anderen Firmen oder als Fachlehrkräfte an Fachhochschulen. Wir sind auf Flexibilität angewiesen.
Wieso soll diese Möglichkeit nicht auch auf die Familienarbeit ausgeweitet werden? Der langfristige Mehrwert für Frau, Mann, Kinder und für die Wirtschaft wird kaum mehr bestritten. Dies zeigen auch Untersuchungen der OECD. Es ist eine Massnahme, deren Nutzen über das Kleinkindalter hinausgeht. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist diese Massnahme ein wichtiger Hebel für einen erfolgreichen Wiedereinstieg der Frauen in die Berufswelt und stellt eine wichtige Ergänzung zu den familienergänzenden Tagesstrukturen dar.
In der Schweiz haben wir leider noch nicht genügend institutionelle Möglichkeiten der Kinderbetreuung. Die Angebote variieren je nach Region sehr stark und bedeuten oft eine finanzielle Belastung für Familien. Wir kennen auch noch keine Elternzeit, wie sie andere Länder in Europa eingeführt haben. Die Frage, ob Handlungsbedarf besteht, kann deshalb klar mit Ja beantwortet werden.
Es werden Zweifel bezüglich der konkreten Umsetzung in KMU angeführt. Dem möchte ich entgegnen, dass wir uns in der ersten Phase der parlamentarischen Initiative befinden. In der zweiten Phase der Initiative können organisatorische und betriebliche Aspekte kritisch geprüft werden. Hier empfehle ich Ihnen das KMU-Handbuch des[NB]SECO. Darin wird klar aufgezeigt, dass bei der Förderung der Teilzeit in KMU die Vorteile überwiegen und beispielsweise die[NB]Produktivität[NB]und[NB]die[NB]Zufriedenheit der Mitarbeitenden erhöht werden.
Unterstützen Sie den Antrag der Minderheit zur parlamentarischen Initiative Fivaz Fabien. Diese konkrete, erfolgversprechende Massnahme ermöglicht Vätern eine stärkere Beteiligung an der Kinderbetreuung. Frauen können in einem grösseren Pensum arbeiten, und der Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess wird vereinfacht. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf kann massgeblich verbessert werden.
- RedetextFabien Fivaz(Die Grünen)Schweiz
Aujourd'hui, de plus en plus d'hommes et de femmes réduisent ou souhaitent réduire leur temps de [PAGE 2189] travail au moment de la naissance ou de l'adoption d'un enfant. Pour une partie d'entre eux, ce n'est simplement pas possible.
Certains employeurs, en effet, refusent toute baisse du temps de travail. Parfois même, le simple fait d'oser demander une baisse du temps de travail relègue l'employé au second plan au niveau professionnel, comme si vouloir travailler moins pour s'occuper de son enfant et participer aux tâches ménagères et éducatives se résumait à une perte de motivation.
Les Suissesses et les Suisses sont presque champions d'Europe du temps partiel: 37 pour cent des salariés suisses travaillent à temps partiel. La Suisse figure au deuxième rang européen, derrière les Pays-Bas. Mais c'est trompeur: en réalité, ce sont majoritairement des femmes qui travaillent à temps partiel. Elles sont 60 pour cent à le faire contre seulement 20 pour cent des hommes. Pour les parents, c'est encore plus compliqué: selon une étude de Swiss Life, 76 pour cent des pères continuent à travailler à plein temps après la naissance d'un enfant contre seulement 11 pour cent des mères. Les aspirations sont élevées: 92 pour cent des nouveaux parents souhaitent baisser leur temps de travail.
En Suisse, rien n'oblige légalement un employeur à accepter une réduction du temps de travail. C'est donc ce que vise mon initiative parlementaire: inscrire ce droit à réduire son temps de travail après une naissance pour les pères et pour les mères, et également lors d'une adoption.
La Confédération et certaines conventions collectives de travail intègrent cet aspect. Depuis 2013, l'ordonnance sur le personnel de la Confédération l'autorise. Les deux parents ont droit à une réduction du degré d'emploi à la suite de la naissance ou de l'adoption d'un enfant; la réduction doit être demandée au cours de la première année suivant la naissance et peut atteindre au maximum 20 pour cent, et le degré d'emploi ne peut pas être inférieur à 60 pour cent par la suite.
D'autres pays offrent cette possibilité. Aux Pays-Bas, par exemple, le droit au travail à temps partiel existe après un an d'emploi dans les entreprises de plus de dix salariés. La réduction souhaitée de la charge de travail ne peut être refusée que pour des raisons opérationnelles sérieuses. D'ailleurs, aux Pays-Bas, l'inverse existe aussi: il existe aussi un droit explicite à demander une hausse de son temps de travail. En Allemagne, les salariés des entreprises de plus de quinze salariés ont le droit de réduire leur temps de travail et de modifier leur répartition sous réserve de certains délais.
Si aucun règlement à l'amiable n'a pu être obtenu, l'employeur est tenu d'accepter cette demande à moins, comme aux Pays-Bas, qu'il n'existe des raisons opérationnelles sérieuses de ne pas le faire. Une raison opérationnelle existe en particulier si la réduction du temps de travail porte atteinte de manière significative à l'organisation, au déroulement des opérations ou à la sécurité dans l'entreprise ou entraîne pour celle-ci des coûts disproportionnés.
Au-delà des aspects juridiques, j'aimerais encore vous inviter à réfléchir au problème autrement. De plus en plus d'études montrent que le travail à temps partiel est une manière pour l'entrepreneur de conserver un personnel qui est à la fois motivé et compétent. Il y a des discussions récurrentes, par exemple sur une semaine de quatre jours, parce que les effets sur la productivité sont en réalité plus positifs que négatifs, comme l'a montré, par exemple, une expérience menée en Islande.
Je vous prie de donner suite à mon initiative parlementaire.
- Redetext
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