Skip to main content

Geschäftsbericht 2023 der Pädagogischen Hochschule Bern (PHBern)

(2024.BKD.817)Bericht DritteKenntnisnahme mit Planungserklärung
Grosser Rat Bern (BE)10.09.2024
Speeches(11)
Sorted by Speech date, Descending
11 Results
  • Speech
    Edith Siegenthaler(Sozialdemokratische Partei)
    Grosser Rat
    Vizepräsidentin. Sie haben diesen Bericht einstimmig zur Kenntnis genommen.
  • Speech
    Edith Siegenthaler(Sozialdemokratische Partei)
    Grosser Rat
    Vizepräsidentin. Sie haben die Planungserklärung 2, Krähenbühl, abgelehnt.

    Wir kommen jetzt noch zur Kenntnisnahme des Berichts: Wer den Bericht mit der Planungserklärung 1 zur Kenntnis nimmt, stimmt Ja, wer ihn ablehnt, stimmt Nein.

  • Speech
    Edith Siegenthaler(Sozialdemokratische Partei)
    Grosser Rat
    Vizepräsidentin. Sie haben die Planungserklärung 1 einstimmig angenommen.

    Dann kommen wir zur Planungserklärung 2, Krähenbühl: Wer die Planungserklärung 2, Krähenbühl, annimmt, stimmt Ja, wer sie ablehnt, stimmt Nein.

  • Speech
    Edith Siegenthaler(Sozialdemokratische Partei)
    Grosser Rat
    Vizepräsidentin. Vielen Dank. Wir kommen jetzt zur Abstimmung. Wir stimmen wieder über die beiden Planungserklärungen ab und danach darüber, ob wir den Bericht zur Kenntnis nehmen, mit oder ohne Planungserklärungen.

    Also, wir kommen zuerst zur Planungserklärung 1 der BiK. Wer die Planungserklärung 1 annimmt, stimmt Ja, wer sie ablehnt, stimmt Nein.

  • Speech
    Speech
    Grosser Rat
    Christine Häsler, BKD-Direktorin. Vielen Dank an Grossrätin Marti, die Kommissionssprecherin, für diese guten Erklärungen. Ich muss da nicht noch einmal ins Detail gehen, aber auch hier vielleicht einfach ein paar Worte zur aussergewöhnlich grossen Arbeit, die an der PH Bern geleistet wird. Wir sind wirklich sehr froh. Die PH Bern ist für uns als zuständige Direktion für die Bildung, für die Volksschule vor allem, eine ganz wichtige Partnerin, eine zentrale Partnerin. Nebst anderen wichtigen Partnerschaften wie mit dem Verband Bernischer Gemeinden (VBG), mit den Gemeinden und mit den Sozialpartnern ist es eben auch die PH Bern.

    Sie leisten gerade jetzt in Zeiten des Lehrpersonenmangels ganz gewaltig viel. Sie haben ihre Angebote angepasst an das, was man hier braucht, so gut es irgendwie geht. Sie versuchen, die Studierenden zu unterstützen, von denen sehr viele schon am Arbeiten sind, über die wir auch froh sind. Und ich habe das Gefühl, das tue auch den Studierenden gut, wenn sie bereits Praxiserfahrung machen können. Aber es ist natürlich eine grosse Herausforderung für alle Beteiligten. Für die Studierenden selbst, die neben dem Studieren bereits in der Schule arbeiten, und auch für die Schulen, die Studierende haben oder andere Quereinsteigende, die ihnen bei der alltäglichen Arbeit helfen.

    Aber auch diesbezüglich ist die PH Bern da und bemüht sich sehr, diese Schulen und Lehrpersonen zu unterstützen. Wie gesagt, auch hier in einer nicht ganz einfachen Zeit, um es einmal sanft auszudrücken, eine ganz grosse Leistung unserer Pädagogischen Hochschule. Oder ja, für die Schule insgesamt, für das Sicherstellen der Bildung, angefangen auf der untersten Stufe, für die ganze Volksschule, für die ganze Linie, für die ganze Stufe der Bildung in unserem Kanton ist die PH Bern eine ganz wichtige, gut funktionierende und hervorragend arbeitende Partnerin.

    Hier gilt dasselbe in Sachen Planungserklärung. Ich habe Ihnen gut zugehört. Wir nehmen das mit, die beiden Sachen. Ich sehe auch die Abstimmungsresultate, und ich höre auch aus Ihren Voten, was Ihnen wichtig ist. Das werden wir ernst nehmen, und das werden wir selbstverständlich auch mit der Regierung wieder anschauen. Wir versuchen, auch hier diese Situation zu vermeiden, die gegenwärtig der Fall ist, in der wir sehr viel von der Pädagogischen Hochschule fordern und nicht genauso viel liefern, was die Kantonsbeiträge angeht.

    Und auch hier: Das Anliegen bezüglich der Studiengebühren ist unbestritten. Das ist auch ein Thema, dessen wir uns immer wieder regelmässig annehmen. Das gehört dazu. Danke vielmals für die Aufmerksamkeit.

  • Speech
    Edith Siegenthaler(Sozialdemokratische Partei)
    Grosser Rat
    Vizepräsidentin. Gut, wir haben noch für die Fraktion der Grünen ... – Ah, gut, das hat sich erledigt. Wenn es keine weiteren Fraktionssprecherinnen und -sprecher gibt, gebe ich Regierungsrätin Christine Häsler das Wort.
  • Speech
    Michael Ritter(Grünliberale Partei)
    Grosser Rat
    Michael Ritter, Burgdorf (GLP), Fraktionssprecher. Ich möchte in das gleiche Horn stossen wie meine Vorrednerin. Ich muss ganz klar sagen, Kollege Grossrat Krähenbühl: Das war ein Zufallsentscheid. Ich kann dich vielleicht trösten, mich haben auch schon Zufallsentscheide auf die andere Seite furchtbar aufgeregt. Also, das ist klar.

    Aber wenn man das jetzt nur bei der PH Bern ändern würde, also, das wäre sogar fast das Gegenteil dessen, was eigentlich die Absicht derjenigen war, die es unterstützt haben, denn das ist eindeutig bei den Universitäten noch eher angemessen als bei den Fachhochschulen. Und ich bitte wirklich den Rat, hier nicht eine Differenz zu schaffen und die Fachhochschulen gegenüber der Universität zu benachteiligen. Das wäre wirklich nicht eine gute Idee.

    Und ganz zum Schluss möchte ich noch sagen, Grossrat Krähenbühl: Ich habe wirklich deine Intelligenz nicht infrage gestellt. Und ich habe jetzt vorhin darauf verzichtet, noch einmal nach vorne zu kommen. Wir beide würden da langsam zum Gespött werden. Aber daran zweifle ich also wirklich nicht. Merci.

  • Speech
    Katja Streiff(Evangelische Volkspartei)
    Grosser Rat
    Katja Streiff, Oberwangen (EVP), Fraktionssprecherin. Ich muss hier kurz etwas wegen des EVP-Abstimmungsverhaltens erläutern, denn es sind jetzt Verschiedene auf uns zugekommen und haben gesagt, wir würden doch Grossrat Krähenbühl unterstützen, und jetzt haben wir es bei der Berner Fachhochschule (BFH) abgelehnt.

    Das hat einen klaren Grund. Wir finden es wichtig; wir hätten diesen Antrag, die Planungserklärung 2, auch gerne unterstützt. Wir finden aber, dass es einheitlich gemacht werden muss. Es kann nicht sein, dass es bei der Universität abgelehnt wird, dass es die BFH und die PH Bern dann aber machen müssten. Das geht für uns nicht. Und da es nur eine Stimme Unterschied war, werden wir auch hier bei der PH Bern die Planungserklärung 2 ablehnen, denn entweder machen es alle oder niemand. Merci.

  • Speech
    Samuel Krähenbühl(Schweizerische Volkspartei)
    Grosser Rat
    Samuel Krähenbühl, Unterlangenegg (SVP), Fraktionssprecher. Eigentlich hatten wir abgemacht, dass wir nichts mehr zu den Planungsklärungen sagen, aber nach den diversen Voten von vorher muss ich dennoch noch einmal etwas loswerden. (Die Vizepräsidentin fragt, ob der Redner für die Fraktion spreche. / La vice-présidente demande à l’orateur s’il parle au nom du groupe.) Ja, ich rede für die Fraktion. Ja, das darf ich auch.

    Ich möchte Ihnen jetzt einfach Folgendes sagen. Ich verstehe es nicht: Wenn man die Löhne erhöhen will, ist die Teuerung immer enorm, und das muss man machen, und das ist schlimm, und überhaupt. Wenn man 26- respektive 28-jährige Gebühren mal vielleicht erhöhen möchte – uh, nein, und da plagt man die armen Studenten und so weiter.

    Ich verstehe das einfach nicht. Für mich ist das nicht kohärent. Ich werde mir das merken für die nächste Lohnforderung. Eigentlich reden wir ja deswegen darüber, weil man die Löhne erhöht wegen der Teuerung, aber dass man dort, wo man unanständig niedrige Gebühren hat, unanständig niedrige, aus der Zeit gefallene, ein Vierteljahrhundert alte Gebühren, einfach nichts machen will ... Und noch einmal, ich wiederhole es: In der höheren Berufsbildung hat man ganz andere Verhältnisse. Da komme ich einfach nicht mit.

    Und deswegen, ich gestatte mir jetzt die Bemerkung mal: Ich glaube, die Frau Bildungsdirektorin würde es mitnehmen, wenn wir jetzt im dritten Anlauf noch einmal den Effort schaffen würden. Dann würde sie es bei den beiden anderen Orten auch mitnehmen, die Verordnungen. Geben wir uns einen Ruck. Das finde ich einfach nicht anständig.

  • Speech
    Ursula Marti(Sozialdemokratische Partei)
    Grosser Rat
    Ursula Marti, Bern (SP), BiK-Sprecherin, Fraktionssprecherin. Die BiK hat in ihrer Sitzung vom 13. August den Geschäftsbericht der PH Bern in Anwesenheit der Verantwortlichen der BKD und der PH Bern beraten. Vorgängig haben wir eine Reihe von Fragen eingereicht, die alle schriftlich beantwortet worden sind, und zusätzlich konnten wir an der Sitzung diese Fragen gemeinsam noch erörtern.

    Die PH Bern hat ein intensives Studienjahr 2023/2024 hinter sich. Sämtliche Institute hatten mehr Studierende als im Vorjahr. Insgesamt hat es eine Zunahme von 5,6 Prozent gegeben. Allerdings hat die Studienintensität abgenommen. Das heisst, die Studierenden sind vermehrt in Teilzeit und dafür länger an der PH Bern bis zu ihrem Abschluss.

    Der Grund dafür ist schnell erklärt. Wegen des Lehrpersonenmangels sind viele Studierende bereits stark in der Unterrichtstätigkeit eingebunden und haben weniger Zeit für das Studium. 2023 waren gemäss einer Umfrage 69 Prozent der Studierenden bei einer Schule angestellt. Damit das überhaupt möglich ist, hat die PH Bern ihre Studienpläne laufend flexibilisiert. Sie leistet somit einen wichtigen Beitrag gegen den Lehrpersonenmangel. Für die Studierenden hat diese Doppelbelastung aber oft Konsequenzen. Das ist oft grenzwertig. Das ist etwas, was man im Auge behalten muss.

    Für die mittlerweile zahlreichen Unterrichtenden ohne Lehrdiplome, die nicht oder noch nicht im Studium sind, bietet die PH Bern ebenfalls verschiedene Weiterbildungs- und Beratungsangebote an. Diese werden stark nachgefragt. Ein Beispiel dafür ist dieses zweiwöchige Sommercamp, in dem die Teilnehmenden auf den Berufseinstieg vorbereitet werden. Ein neues Angebot ist auch der CAS-Lehrgang (Certificate of Advanced Studies) für Lehrpersonen mit ausländischem Diplom.

    Einen aktiven Beitrag leistet die PH Bern auch gegen den Mangel an schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen. Der letzte Studiengang konnte 25 Prozent mehr Studieneintritte verzeichnen als im Vorjahr. Auch hier absolvieren etwa 80 Prozent der Studierenden das Studium berufsbegleitend. Weiter hat die PH Bern für Personen ohne heilpädagogische Ausbildung, die aber im Bereich der Sonderpädagogik tätig sind, gezielte Angebote konzipiert, um sie für die tägliche Arbeit mit Schülerinnen und Schülern bestmöglich zu stärken.

    Die PH Bern ist mit über 3200 Studierenden weiterhin die drittgrösste Pädagogische Hochschule der Schweiz und nimmt auch zahlreiche ausserkantonale Studierende auf. Im Berichtsjahr waren das über 400. Neben der Lehre forscht die PH Bern in aktuellen Wissensfeldern nahe an der Praxis, was den Studierenden und den Schulen zugutekommt. Der Regierung ist der Aufbau des Kompetenzzentrums BeLEARN wichtig. Das ist ein Legislaturziel der Regierung. BeLEARN forscht, vernetzt, lanciert Innovationen, bietet Lösungen zu digitalen Skills und Tools im Bildungsbereich. Da ist die PH Bern natürlich ein wichtiger Partner.

    Ich komme zu den Finanzen. In der Jahresrechnung 2023 schliesst die PH Bern mit einem Verlust von rund 1,29 Mio. Franken ab. Der um 1 Prozent erhöhte Kantonsbeitrag, mehr Studiengelder und die Forschungserträge konnten den höheren Personalaufwand aufgrund von Teuerungsausgleich und Pensenerhöhungen – also Stichwort: höhere Studierendenzahlen – nicht ausgleichen.

    Wir haben in der Kommission nachgefragt, wie diese Ausgaben gesenkt werden können. Das wäre hauptsächlich möglich mit dem Streichen von Lehrgängen. Also, gerade auch die neuen flexiblen Studienangebote und Module haben ihren Preis. Flexibilität, mehr Individualisierung und Sondersetting kosten. Das gilt z. B. auch für diesen neuen Studiengang ohne von der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK) anerkanntes Lehrdiplom für Absolventinnen und Absolventen der Berufsmaturität (BM).

    Lehrgänge zu streichen, wäre aber nicht sinnvoll. Es würde den Lehrpersonenmangel wieder verstärken, was fatal wäre. Eine Reduktion der Lehrgänge hätte vermutlich auch ein Abwandern von Berner Studierenden an andere Pädagogische Hochschulen zur Folge, was den Kanton schlussendlich auch wieder teurer käme. Das ist alles herausgekommen bei diesen Diskussionen, die wir hatten.

    Insgesamt ist die PH Bern angehalten, sorgfältig und sparsam mit den Finanzen umzugehen. Die PH Bern weist Ende 2023 ein negatives Eigenkapital von minus 9,19 Mio. Franken aus. Zur Erinnerung: Die PH Bern ist von Beginn weg mit einem Negativkapital in die Selbständigkeit entlassen worden. Das schleppt sie seither mit.

    Die Finanzplanung der kommenden Jahre zeigt, dass die Verluste voraussichtlich weiterwachsen. Die PH Bern hat vermehrt Aufwendungen, die ausserhalb ihres Einflussbereichs liegen und die sie einfach nicht decken kann. Insbesondere führt das Lohnsummenwachstum gemäss kantonalen Vorgaben zu beträchtlichen Mehraufwendungen. Das kennen wir eben auch von den anderen Schulen. Und das wird eben nur teilweise kompensiert durch den erhöhten Kantonsbeitrag. Darum ist auch für die PH Bern diese Planungserklärung 1 sehr wichtig.

    Ich komme zum Schluss. Die PH Bern bewegt sich in einem mehrfach herausfordernden Umfeld. Sie verharrt nicht, sie bewegt sich. Sie versucht, diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist innovativ und gibt ihr Bestes. Die Studierendenzahlen nehmen zu. Die gute Betriebskultur ist spürbar und überträgt sich auf die Studierenden. Ihnen wird sehr viel abverlangt, Stichwort: Doppelbelastung. Ihrer Situation muss Rechnung getragen werden. Im Namen der Kommission danke ich der PH Bern für die grosse geleistete Arbeit und für die offene und proaktive Kommunikation. Die Probleme können offen angesprochen und Lösungen gemeinsam diskutiert werden. Das schätzen wir sehr. Vielen Dank.

    Jetzt würde ich gleich noch für die SP-Fraktion sprechen, wenn das okay ist. (Die Vizepräsidentin bejaht dies. / La vice-présidente répond par l’affirmative.) Die Fraktion schliesst sich diesen Ausführungen der Kommission an. Sie anerkennt und würdigt die grosse Arbeit der PH Bern in diesen nicht einfachen Zeiten, insbesondere auch ihren Einsatz, um möglichst viele Lehrpersonen auszubilden und um die Qualität der Bildung in der Volksschule aufrechtzuerhalten.

    Wichtig ist der SP-Fraktion auch, dass die PH Bern am Puls der Zeit ist, neue Lernformen integriert und sich z. B. auch mit Künstlicher Intelligenz (KI) und der Digitalisierung auseinandersetzt.

    Die SP-JUSO-Fraktion fordert die Regierung auf, die PH Bern so zu finanzieren, dass sie ihren Auftrag ohne Defizit erfüllen kann und auch das Minus im Eigenkapital dann irgendwann einmal ausgleichen kann. Die Planungserklärung der Kommission zielt in diese Richtung und wird von uns unterstützt.

    Die Planungserklärung für eine Erhöhung der Studiengebühren analog der Teuerung lehnen wir klar ab. Das ist nicht sachgerecht. Wir haben es schon gehört: Für die Gestaltung dieser Studiengebühren gibt es andere Mechanismen, die funktionieren, in Koordination mit anderen Hochschulen und Kantonen. Neben dem Formalen möchten wir aber auch noch zu bedenken geben, dass aktuell die Kaufkraft der Bevölkerung mit der Teuerung nicht mithalten kann. Studierende aus nicht begütertem Elternhaus spüren das besonders. Ihnen sollen nicht zusätzliche Steine in den Weg gelegt werden. Niemand soll wegen mangelnden Gelds nicht studieren können.

  • Speech
    Edith Siegenthaler(Sozialdemokratische Partei)
    Grosser Rat
    Vizepräsidentin. Dann kommen wir jetzt zum nächsten Geschäft, das ist das Traktandum 62: «Geschäftsbericht 2023 der Pädagogischen Hochschule Bern (PH Bern)». Dazu gebe ich der BiK-Sprecherin, Ursula Marti, das Wort. Wir führen auch hierzu eine reduzierte Debatte.

Data: OpenParlData · CC BY 4.0