Begründung

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Schweiz

- Deutlich längere Vegetationsperioden, grundsätzlich gute bis sehr gute klimatische Bedingungen und grosse Fortschritte in der Sortenzucht führen dazu, dass das Ertragspotential im Acker- und Futterbau in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist. Diese Entwicklung wird auch in den nächsten Jahren anhalten.

- In der Suisse-Bilanz und deren Grundlagen werden diese Veränderungen zu wenig berücksichtigt. Gerade im Futterbau und insbesondere bei Mais ergibt sich eine zunehmende Lücke zwischen Praxis und Vorgaben. Es ist darum nötig, dass die Grundlagen zur Düngung generell auf Praxisbetrieben überprüft werden. Dabei müssen auch Qualitätsanforderungen mit einbezogen werden wie z. B. neue Anforderungen an den Proteingehalt bei Brotgetreide.

- In der Suisse-Bilanz ist die Möglichkeit zu schaffen, dass höhere Erträge - unter Berücksichtigung des Standortpotentials - besser und einfacher als heute berücksichtigt werden können. Zwar können höhere Erträge bereits heute in der Suisse-Bilanz geltend gemacht werden. Wenn aber wegen Trockenheit oder z. B. Krankheits- oder Schädlingsbefall, das für diesen Standort anvisierte Ertragsniveau nicht erreicht wird, müssen empfindliche Direktzahlungskürzungen in Kauf genommen werden. Das ist kontraproduktiv, weil die Betriebe in Zukunft dazu angehalten sind, deutlich weniger Pflanzenschutzmittel einzusetzen. Somit tragen sie ein erheblich höheres Produktionsrisiko und müssen Mindererträge in Kauf nehmen.

- Möglichkeiten zur Abgrenzung von Lagerveränderungen sind zu prüfen. Wenn nicht jedes Jahr die exakt gleiche Fläche einer Kultur für die Futterproduktion für die Tiere zur Verfügung steht, zum Beispiel beim Mais, kann dies zu erheblichen Verwerfungen in der Suisse-Bilanz führen, da die angebaute Kultur und deren Ertrag in jedem Fall im Produktionsjahr als verbraucht gilt. Ein höheres Lager Ende Jahr kann heute nicht abgegrenzt werden.

- Die Düngung und Pflanzenernährung ist komplex und hängt von vielen nicht beeinflussbaren Umweltfaktoren ab. Der Stickstoffkreislauf und seine Umwandlungsprozesse im Boden werden bis heute nicht vollständig verstanden und abgebildet. Für Nährstoffbilanzen müssen darum zahlreiche Annahmen getroffen und Durchschnittswerte berücksichtigt werden. Das ist auf Stufe Forschung wie auch in der Praxis der Fall. Beispielsweise ist die atmosphärische N-Deposition bereits in den Düngungsnormen berücksichtigt. Düngung ist in der Praxis keine exakte Wissenschaft. Der heute in der SuisseBilanz gewährte Toleranzbereich ist darum nach wie vor von grosser Bedeutung und auch in Zukunft zwingend beizubehalten.

Data: OpenParlData · CC BY 4.0