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Priska Wismer-Felder · M-E

deRedetext
Schweiz30.09.2026

Eigentlich wollte ich zuerst von der Situation zuhause erzählen. Dieser Sommer, ich sage es Ihnen, ist noch in den Knochen, und ich glaube, bei Ihnen allen. Kühe, die über Monate nicht mehr auf die Weide können, und Wintervorräte für das Vieh, die bereits im Sommer aufgebraucht sind. Das ist etwas, das unter die Haut geht und das ich zumindest nicht mehr so schnell vergesse. Aber wir haben ja auch von anderen Leuten in diesem Raum schon gehört, wie es sich in diesem Sommer gezeigt hat. Nach all dem, was jetzt gesagt wurde, möchte ich mich auf zwei Punkte beschränken, und zwar möchte ich von Kosten und von Verantwortung sprechen.

Wir haben sehr viele Zahlen gehört, und wir haben auch gehört, was uns das kostet. Ja, die Anpassung an die veränderte Situation, wie wir sie in Zukunft vermutlich vermehrt erleben werden, kostet. Sie kostet uns etwas, unser ganzes Leben kostet. Und wir müssen ganz klar sagen: Auch wenn wir einfach nichts machen, wird es kosten, und es ist gut möglich, dass dies sogar die teuerste Variante sein wird. Um etwas Klarheit in dieses ganze Kostenkonstrukt zu bringen, hat ja das BAFU eine Studie ausgearbeitet, in der es darum geht, wie sich diese Kosten dann zeigen werden. Es freut mich, dass diese Studie bereit liegt. Leider wurde sie noch nicht publiziert, und auf eine Frage, die ich am Montag gestellt habe, hat der Herr Bundesrat geantwortet: "Das Bundesamt für Umwelt war durch die Kommunikation zur Trockenheit im Sommer stark gefordert. Aufgrund dieser Situation wurde die Publikation der erwähnten Studie zu den Kosten des Klimawandels verschoben." Die Studie wird aber in den nächsten Wochen veröffentlicht, und ich hoffe, dass wir dann wieder etwas mehr Fakten haben, worüber wir sprechen können.

Wir haben aber auch eine Verantwortung, und das möchte ich als Zweites noch erwähnen. Wir haben eine Verantwortung zu tragen und wir in diesem Raum vielleicht etwas mehr als auch die Menschen draussen, deshalb haben wir uns ja auch ins Parlament wählen lassen. Wir haben eine Verantwortung für die Sicherheit der Menschen in diesem Land. Darüber haben wir heute Morgen schon gesprochen. Wir haben eine Verantwortung für finanzielle Stabilität, sodass auch kommende Generationen gute Grundlagen haben. Auch das müssen wir ernst nehmen. Und wir haben eine Verantwortung für ein lebenswertes Leben, damit wir mit den neuen Situationen umgehen können. Wir haben eine gemeinsame Verantwortung fürs Klima. All diese Verantwortlichkeiten dürfen wir nicht gegeneinander ausspielen, sie sind alle real, und sie sind es alle wert, dass wir sie ernst nehmen. Gerade die Verantwortung fürs Klima, das haben wir auch mehrmals gehört, können wir nicht alleine tragen, das ist eine globale Verantwortung. Auch da bin ich aber ein bisschen enttäuscht, dass auf eine weitere Frage, die ich am Montag gestellt habe, ob unser Bundespräsident am COP 31 in Antalya teilnehmen wird, die Antwort kam: "Eine Teilnahme des Bundespräsidenten am diesjährigen Leader's Summit der COP 31 in Antalya ist aufgrund seiner Agenda und weiterer Verpflichtungen nicht möglich." Das finde ich sehr schade. Denn wir haben es heute in diesem Raum mehrmals gehört: Diese Verantwortung müssen wir gemeinsam tragen, und da können wir das Gespräch nur finden, wenn die verantwortlichen Personen vor Ort sind.

Abschliessend möchte ich aber alle in diesem Raum ermuntern und ermutigen: Tragen wir diese Verantwortung gemeinsam mit konstruktiven Lösungen und ohne diese gegenseitigen Schuldzuweisungen, die wir in so vielen Voten wieder gehört haben. Wir brauchen gemeinsame Lösungsansätze in offenen Diskussionen, und wir haben auch eine Verantwortung für die Arbeit und das Klima hier im Raum, in dem wir einander mit Respekt begegnen.

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Institution
Schweiz

Data: OpenParlData · CC BY 4.0