Daniel Vetterli · SVP
Grosser Rat (TG)01.04.2026
Ja, ich stehe zum zweiten Mal hier – 2016 und 2017 als Motionär stand ich schon an diesem Ort. Damals war der Thurgau extrem unter Beschuss in der ganzen Schweiz, weil wir einen Alleingang gegangen wären damals. Meine Begrüssung auf Französisch – ich mag Französisch sehr als Sprache und brauche es immer wieder – hatte es ins Radio DRS geschafft. Trotzdem sind wir damals mit einer Stimme unterlegen in der 2. Lesung. Warum kommt der Vorstoss jetzt wieder? Wir erleben ja immer wieder wiederkehrende Vorstösse, so alle acht bis zehn Jahre, mit denselben Inhalten. Ich denke, wirklich zum Entscheid beigetragen haben damals die Versprechungen des Departements, dem Frühfranzösisch ein anderes Gewicht zu geben, es anders darzubieten, eben zu investieren. Diese Versprechen wurden nicht eingelöst, oder die Bemühungen sind kolossal gescheitert. Wir haben von der GLP die Idee eines freiwilligen Französischunterrichts gehört. Ich lehne das zu 100 % ab. Die Art, in der Lektion Französisch zu unterrichten, trifft nicht alle Bedürfnisse oder die Fähigkeit unserer Schülerinnen und Schüler, die Sprache aufzunehmen. Unser Sohn hat es in der Sekundarschule irgendwann abgewählt, und prompt ist er in der welschen Schweiz im Lehrjahr gelandet und war froh um das bisschen Grammatik etc. Häufig nehmen jene, die es in der Schule nicht auf die Reihe gekriegt haben, doch ein bisschen etwas mit, und wenn sie mit der Sprache konfrontiert sind – eben im Umfeld, wo die Sprache gesprochen wird –, dann geht es plötzlich. Es ist ein anderer Zugang. Ich sage immer: „Il faut chercher une bonne amie, et ça ira“. Ja, wenn man anders berührt wird von der Sprache... Deshalb unbedingt das Obligatorium beibehalten für alle. Das schadet nichts, wenn man wenigstens „Grüezi“ sagen kann in der anderen Sprache. Es ist eine Handreichung der anderen Person gegenüber, und häufig spricht diese dann möglichst korrektes Französisch, ich Hochdeutsch und dann: „Débrouillez vous!“ Also beibehalten, aber aufgrund der Bauchlandung der zusätzlichen Massnahmen eben verschieben auf die Sekundarstufe. Es war schon damals klar, dass die Appenzeller am Schluss der Schule gleich gut Französisch können wie unsere Thurgauer, das wusste man. Bei der Einführung vor 30 Jahren hat man ja diese Untersuchungen gemacht, es war alles klar. Nur die Diskussion um den nationalen Zusammenhalt und den Alleingang Thurgau usw. hat dazu geführt, dass man festgehalten hat am Frühfranzösisch – und eben mit zusätzlichen Ideen noch. Die einzige Idee, die ich gerne gehabt hätte, die aber eben auch nicht umgesetzt wurde, waren Klassenverlegungen ins Welschland. Zwei Wochen in einer welschen Familie leben, das hätte irgendetwas ausgelöst. Man muss spüren, dass Französisch im Alltag gesprochen wird, dass man streiten kann auf Französisch, sich nette Dinge sagen, Essen bestellen etc., und dann geht es. Aber die Schulform, die greift einfach tatsächlich – da gehe ich eigentlich mit der GLP-Fraktion einig – bei etwa 70 %, und bei 30 % geht das eigentlich nicht. Die SVP-Fraktion hat die Motion intensiv diskutiert. Nicht einstimmig, aber mit grosser Mehrheit unterstützt sie die Motion. Ich bitte Sie, dasselbe zu tun. Danke.