Bernhard Braun · GRÜNE
Grosser Rat (TG)04.12.2024
Ich rede als Antragsteller zur Kontogruppe 6010. Offenbar sollen die Fluglärmmessungen und das Routenmonitoring im Thurgau per 2025 eingestellt werden. Der dafür nötige Betrag von 69'000 Franken wurde aus dem Budget gestrichen. Dies wurde vom Sekretariat DBU schriftlich bestätigt, da die Tatsache in den zur Verfügung gestellten Unterlagen nur als Randnotiz zu finden ist. Der Zürcher Souverän hat sich in diesem Jahr für den Ausbau der Piste 28 am Flughafen Zürich ausgesprochen. Es ist zu befürchten, dass dieser Pistenausbau nicht nur Sicherheitsaspekten dienen wird, sondern auch Kapazitätserweiterungen mit entsprechenden Auswirkungen für die An- und Abflüge Richtung Osten, also auch für den Thurgau nach sich ziehen könnte – Stichwort "Reduzierung der Südanflüge". Man passt dann irgendwann wahrscheinlich auch das Betriebsreglement an. Nach einer längeren Versuchszeit wurde im April 2021 eine permanente und unabhängige Fluglärmmessstation in Balterswil installiert. Später kam eine Messstelle. Diese Pionierleistung wurde später auch vom Kanton Aargau übernommen. Ein betreffender Austausch beider Kantone zu den Messdaten hat sich zwischenzeitlich etabliert. Gemäss aktuellen Informationen plant der Kanton Aargau den Ausbau des bestehenden Messkonzeptes. Der Kanton Thurgau möchte nun aber die Messungen einstellen, um den Betrag einsparen zu können. Die Messstellen sollen rückgebaut werden. Eine Hemmschwelle für den Flughafen Zürich entfällt. Ein fataler Entscheid. Bereits jetzt wird durch die beiden Messstellen belegt, dass die belastenden Werte über dem Thurgau sporadisch, über dem Hinterthurgau regelmässig, überschritten werden.