Felix Meier · SP
Grosser Rat (TG)20.12.2023
Ich wurde gebeten, bei meinen Voten nicht emotional zu sein. Ich kann Sie beruhigen. Ich werde mich nicht daranhalten, weil Politik ohne Emotionen meines Erachtens unmöglich Politik sein kann. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Rationalität und Emotion ist natürlich sehr wichtig. Parlament heisst jedoch auch "parlare", sprich Rede und Gegenrede. Zwei der vorherigen Voten rufen, ja schreien geradezu nach einer Entgegnung oder zumindest nach einer Korrektur. Zu Kantonsrätin Cornelia Büchi: Etwas Falsches wird nicht wahr, nur, weil man es permanent wiederholt. Man muss sehr vorsichtig sein, wenn man versucht, solche Dinge herbeizuzwingen. Zu Kantonsrat Marcel Witter: Es tut mir sehr leid um seine Depression. Eine solche ist sehr unangenehm. Das weiss ich aus eigener Erfahrung. Er hat jedoch von christlichen Werten und von der Schöpfung gesprochen. Niemand hat ein Monopol, sich um die Schöpfung zu kümmern, schon gar nicht ein politisches Monopol. Die Wege des Herrn sind verschlungen, und es gibt verschiedene Möglichkeiten. Wenn man aber von einem Ökopolizeistaat spricht, begibt man sich auf ziemlich dünnes Eis, ganz nach dem Motto: "Haltet den Dieb." Das ist meines Erachtens nicht ganz zulässig. Ich kann einen Tipp mitgeben, der aus der christlichen Ecke stammt, nämlich ein Zitat des grossen Philosophen Martin Buber. Das gilt auch für die gleiche Argumentation, dass zuerst einmal in China und in Afrika aufgeräumt werden soll und man dann wieder auf die Schweiz schauen könne. Martin Buber hat einmal geschrieben: "Es kommt auf dich an, aber es hängt nicht von dir ab." Dem würde ich, in aller Bescheidenheit, nichts hinzufügen.