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Elina Müller · SP

deMitglied GR
Grosser Rat (TG)20.12.2023
Ich möchte meinem Vorredner nicht noch sehr viel mehr Raum bieten, finde es aber schon sehr interessant, dass man zuerst versucht, ein Problem als Angstmacherei darzustellen und dann mögliche Lösungsansätze derart stark verzerrt, dass man allen damit Angst macht. Das bestehende Problem ist physikalischer Natur und wurde von uns mitverursacht. Ich möchte, dass wir das Problem angehen, Lösungen dafür finden und darauf regieren, auch mithilfe der Klimastrategie. Es ist nun einmal so, dass wir im Vergleich zu anderen Regionen einen sehr viel höheren Verbrauch haben. Wir haben eine grössere Verantwortung und einen grösseren Reichtum. Wir müssen diese Verantwortung annehmen und können uns nicht weiter davor drücken. Die Zukunft hat uns nämlich eingeholt. Seit Jahrzehnten gibt es Warnungen, mit welchen Folgen der Klimaerwärmung wir rechnen müssen. Wir wussten schon lange, was dann irgendwann kommt, und jetzt sind wir mittendrin. Die Auswirkungen des Klimawandels sind im Thurgau bereits deutlich spürbar. Die Thurgauer Klimastrategie kommt daher ein wenig spät. Aber gut, dass sie nun vorliegt. Es wurde und es wird natürlich schon einiges unternommen. Die bisher getroffenen Massnahmen beginnen, zu greifen. Diese Erkenntnis ist wichtig. Es kann etwas getan werden, und die Wirkung ist messbar. Wir sind auch weltweit sehr spät dran. Aber auch weltweit zeigen die Bemühungen Wirkung. Es kann damit gerechnet werden, dass im nächsten oder übernächsten Jahr beim Ausstoss der Treibhausgasemissionen endlich der Peak erreicht wird. Danach werden die Emissionen erstmals seit Beginn der industriellen Revolution wieder zurückgehen. Damit werden wir die schlimmsten Szenarien voraussichtlich abwenden können. Nun braucht es eine rasche Verstärkung der Anstrengungen, um die Klimaerwärmung auf ein erträgliches Mass zu begrenzen. Die Thurgauer Treibhausgasemissionen sinken bereits seit einiger Zeit. Es braucht aber auch bei uns noch deutlich grössere Anstrengungen, damit wir bis 2030 im Vergleich zu 1990 tatsächlich eine Reduktion von 50 % erreichen und 2050 bei NettoNull sind. Die SP-Fraktion unterstützt die Ziele klar. Die sehr grosse Zustimmung zur Klimastrategie in der Kommission über fast alle Parteigrenzen hinweg gibt mir nebst der sichtbaren Wirksamkeit der Massnahmen zum Klimaschutz im Thurgau Hoffnung. Es gibt mir zudem Hoffnung, dass die auf Grundlage dieser Strategie beschlossenen Massnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels und zum Klimaschutz im Grossen Rat ebenfalls Unterstützung finden werden. Es wäre fatal, wenn wir in den nächsten Jahren aufgrund der kantonalen Einnahmendefizite beginnen würden, bei den vorgesehenen Massnahmen zu sparen. Denn alles, was wir jetzt zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel angehen, erspart uns deutlich höhere Ausgaben in der Zukunft. Wir müssen jetzt dranbleiben, um unsere Lebensgrundlagen und unsere Lebensqualität zu erhalten. Das sind wir der Thurgauer Bevölkerung schuldig. Die SP-Fraktion ist einstimmig für Eintreten und nimmt den Bericht einstimmig zustimmend zur Kenntnis.
Institution
Grosser Rat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0