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Bernhard Braun · GRÜNE

deMitglied GR
Grosser Rat (TG)18.06.2025
In Zusammenhang mit dem Projekt WILWEST stehen wir heute einmal mehr vor einem wegweisenden Entscheid. Nachdem im Jahr 2017 die Richtplanänderung mit der Festsetzung des Entwicklungsschwerpunkts Wil West als kantonale Nutzungszone (KNZ) und im 2022 die Netzbeschlüsse betreffend Dreibrunnenallee und Fuss- und Radwege in diesem Parlament mit grossem Mehr angenommen wurden, haben wir heute die Gelegenheit, das Vorzeigeprojekt weiter voranzutreiben und ihm endgültig zum Durchbruch zu verhelfen. Mit der Realisierung von WILWEST kann die gesamte Region sowie der Kanton Thurgau und die Region Wil in vielerlei Hinsicht gestärkt werden. Die Schweiz hört nicht östlich von Winterthur auf, zeigen wir uns selbstbewusst. WILWEST ist weit mehr als nur ein Bauvorhaben auf der grünen Wiese, es ist eine Vision für die Zukunft, ein Motor für wirtschaftliches Wachstum, für Innovation und ein Schritt zur Schaffung qualifizierter Arbeitsplätze im Kanton. Dies ist auch eine Chance für unsere Bevölkerung, attraktive Perspektiven direkt vor Ort zu finden und sich beruflich weiterzuentwickeln. Oder wollen wir auch in Zukunft miterleben, wie die Pendlerströme Richtung Zürich weiter zunehmen? WILWEST wird ein attraktiver Standort für Unternehmen und Talente. WILWEST bietet die ideale Plattform für Unternehmen, sich anzusiedeln und zu expandieren. Dies führt zu einer Diversifizierung unserer Wirtschaftsstruktur und einer erhöhten Wertschöpfung im Kanton. Wir schaffen ein attraktives Umfeld für etablierte Betriebe und vielversprechende Start-ups gleichermassen. Mit WILWEST positionieren wir uns als modernen und zukunftsorientierten Kanton mit einer hohen Qualität der Arbeitsumgebung sowie hervorragender Verkehrsinfrastruktur für den öffentlichen Verkehr, den Langsamverkehr und auch den motorisierten Verkehr. Ohne WILWEST wird es keinen zusätzlichen Autobahnanschluss geben, welcher die Region Hinterthurgau und die Stadt Wil zu entlasten vermag. Der Verkehr wird auch ohne WILWEST wachsen, und die Verkehrsprobleme werden sich weiter akzentuieren. Die bestehenden Autobahnanschlüsse Münchwilen-Sirnach und Wil Ost sowie die Stadt Wil werden dicht vor einem Kollaps stehen. Das Projekt wurde von Anfang an auf Nachhaltigkeit ausgelegt und immer weiterentwickelt. Es werden moderne, energieeffiziente Gebäude entstehen. WILWEST ist somit auch ein Bekenntnis zu einem verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt. Die Kompensation der Fruchtfolgeflächen ist gewährleistet. Mit der Konzentration an einem Standort – WILWEST – wird die Zersiedelung in der Region Wil im Bereich Industrie und Gewerbe gestoppt. Die 22 Mitgliedgemeinden der Regio Wil haben sich in einer Charta dazu verpflichtet, auf neue Einzonungen zu verzichten. Kann WILWEST nicht umgesetzt werden, wird dieses Bekenntnis hinfällig. Der Druck in den Gemeinden zu Neueinzonungen wird zunehmen und damit auch die künftigen Verkehrsbelastungen in den betreffenden Gemeinden. Dies hätte für die gesamte Region negative Auswirkungen. WILWEST ist und bleibt eine einmalige Chance, die wir nicht ungenützt lassen dürfen und die meines Erachtens schweizweit seinesgleichen sucht. Wir können die Zukunft nicht verhindern, aber wir können sie aktiv mitgestalten und eine erfolgreiche und nachhaltige Entwicklung in unserem Kanton, der betreffenden Region und der Ostschweiz ermöglichen. In dieses Projekt wurden schon viele Millionen Franken investiert, um Verbesserungen zu erzielen. Die Zusammenarbeit zwischen den Kantonen Thurgau und St. Gallen, den beteiligten Gemeinden, Planungs- und Interessengruppen war und ist konstruktiv und getrieben von dem Gedanken, das Beste zu erreichen. Mein Kollege Alexander Sigg hat es schon erwähnt, man wird immer ein Haar in der Suppe finden, wenn man dies nur will. Die GRÜNEN haben sich offen und konstruktiv eingebracht über die ganze Zeit und zählen darauf, dass nebst den Nachbesserungen auch gemachte Versprechen und Aussagen eingehalten und umgesetzt werden. Der Regierungsrat wird ersucht, die flankierenden Massnahmen auf Kantonsgebiet St. Gallen mitzutragen und zu unterstützen. Jetzt habe ich vieles zum Teil wiederholt, was vor mir schon gesagt wurde. Ich bin jedoch der Meinung, dass dies nicht schadet, damit vielleicht auch dem Projekt Nichtwohlgesinnte feststellen, dass WILWEST nötig, nachhaltig, sinnvoll und sehr durchdacht ist. Mit der Zustimmung zur Vorlage sprechen wir allen am Projekt Beteiligten das Vertrauen aus. Die GRÜNE-Fraktion stimmt der Vorlage grossmehrheitlich zu.
Institution
Grosser Rat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0