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Benno Schildknecht · Die Mitte

deMitglied GR
Grosser Rat (TG)11.09.2024
Ich spreche für die Fraktion Die Mitte/EVP. Neue Technik, neue Methode: so auch in der Rehkitzrettung. Dass es aber nicht immer das Nonplusultra-Gerät gibt, das kann ich nur bestätigen. Ich habe auf meinem Betrieb beide Methoden, das althergebrachte Verblenden und die Drohnensuche, angewendet. Ich weiss also, wovon ich spreche. Das Verblenden muss am Abend vor der Mahd erfolgen. Sicher gibt es zusätzliche Arbeit und ist im hohen Gras sehr mühsam. Der grosse Vorteil ist aber, dass die Rehgeiss das Kitz aus der betroffenen Wiese führt und an einen sicheren, versteckten Ort bringt. Die Arbeit mit der Drohne ist sehr effizient. Sobald alle Daten, wie Fläche, Grenze, Parzellennummer und Flugplan, eingelesen sind, ist der Einsatz der Drohne sehr schnell und effizient. Funktioniert aber nur, solange die Sonne noch nicht über dem Horizont steht. Auch kann die Drohne Rehkitze unter Bäumen nicht erkennen. Müssen also viele Wiesen, wie in diesem Jahr, auf einmal abgesucht werden, muss die Suche früh, das heisst bald nach Sonnenuntergang, begonnen werden. Ein gefundenes Kitz muss unter Umständen sehr lange unter einer Kiste gefangen gehalten werden. Es gibt verschiedene Anbieter für die Drohnensuche: Jagdgesellschaften, Rehkitzrettungen als Vereine etc. Ich habe die Dienste von “Rehkitzrettung Regio St. Gallen Oberthurgau” in Anspruch genommen. Ein Verein auf freiwilliger Basis. Die freiwilligen Helfer sind mit Überzeugung und viel Herzblut dabei. Die Finanzierung der Drohnen und Helfer beruht vor allem auf Spenden und freiwilligen Beiträgen. Die Meinung von Ratskollege Paul Koch, dass der Kanton in der Rehkitzrettung aktiv werden soll, kann ich nicht teilen. Bis jetzt hat die Rehkitzrettung vor allem in einer Zusammenarbeit zwischen den Jagdgesellschaften und den Landwirten stattgefunden. Das sollen auch die Hauptakteure bleiben. Trotzdem würde ich es sinnvoll finden, wenn die Drohnensuche abgegolten würde. Meiner Meinung nach wäre das am einfachsten mit einem fixen Betrag pro Hektar abgesuchter Fläche. Dieser Betrag soll kantonsweit festgelegt werden. Da die Gemeinden auch an der Jagdpacht partizipieren, soll alles über die Standortgemeinde abgewickelt werden. Die Gemeinden kennen die regionalen Verhältnisse, sie kennen die Jäger, sie kennen die Landwirte, was nach meiner Meinung die Kontrolle einer künftigen Entschädigung vereinfacht. Mit einer fixen Entschädigung pro Hektar abgesuchter Fläche ist der administrative Aufwand gering. Wer über die nötigen Qualifikationen für die Drohnensuche verfügt, kann sich beteiligen. Dass es einen Wildwuchs an Drohnenpiloten gibt, glaube ich kaum. Die Geräte sind teuer, und es muss vor allem in der Nacht gearbeitet werden. Ich bin überzeugt, dass ein Miteinander von althergebrachtem Verblenden und der modernen Drohnensuche auch in Zukunft wichtig für alle ist.
Institution
Grosser Rat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0