SR

Sarah Rubin

Former member
Grünes Bündnis
Stadtrat

Mandate
Party
Grünes Bündnis
Parliament
Stadtrat
Parliament page
Official profile
Personal
Gender
Female
Born
1984
Occupation
Gärtnerin, Sozial- und Heilpädagogin
Language
German
References & source
Source body
351
Record updated
06.07.2026
First imported
14.08.2025
Voting record(1589)
  1. Ja
    Stadtrat
    Result: 66 Yes · 5 No · 1 Abst. · 7 Absent
  2. Abwesend
    Stadtrat
    Result: 1 Yes · 0 No · 0 Abst. · 79 Absent
  3. Abwesend
    Stadtrat
    Result: 1 Yes · 0 No · 0 Abst. · 79 Absent
  4. Abwesend
  5. Ja
    Stadtrat
    Result: 65 Yes · 5 No · 1 Abst. · 8 Absent
Interests(3)
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Speeches(17)
  1. Speech
    Sarah Rubin (GB) für die FraktionStadtrat
    Agenda item 8: Motion Fraktion SP/JUSO (Barbara Keller, SP/Bettina Stüssi, SP): Ganztagesschule für alle Stufen in allen Schulkreisen; Annahme/Begründungsbericht

    Sarah Rubin (GB) für die Fraktion: Ich werde einiges erwähnen, das Babs schon angetönt hat, aber so ist es halt jetzt. Ganztagesschulen sind ein kleiner, aber wichtiger und vor allem zukunftsweisender Baustein in der Stadtberner Bildungs- und Betreuungslandschaft. Bildung und Betreuung sollen als Gesamtheit zu verstehen sein. Die Ganztagesschule bildet im Kleinen ab, wie wir uns diese Zukunftsvision für alle vorstellen. Wie ihr euch vielleicht erinnern mögt, wurde vor nicht allzu langer Zeit die Tagesbetreuung der Stadt Bern neu strukturiert. Die sogenannten Tagis, die vorher im Gegensatz zur Tagesschule gezielter und gesamthafter sozialpädagogisch arbeiteten und so einen wesentlichen Beitrag zur Integration und Förderung aller Kinder beitrugen, wurden gemeinsam mit der Tagesschule in die aktuelle Tagesbetreuung überführt. Die Tagesschule hat nun dank besserem Betreuungsschlüssel – heute zum Glück wieder einmal mehr bestätigt – mehr Möglichkeiten, mit den anwesenden Kindern gezielter pädagogisch zu arbeiten. Das jedoch in jeden Tag wechselnden Gruppen, weil es den vielen verschiedenen Betreuungsbedürfnissen besser gerecht werden kann. Andererseits führt das, wie erwähnt, eben dazu, dass die Gruppe jeden Tag anders zusammengesetzt ist. Auch wechseln öfter die Betreuungspersonen. Das ist in einer Ganztagesschule anders. Hier gibt es ein Mindestmass an Betreuungseinheiten, die gebucht werden müssen. Das führt zu einer konstanteren Gruppenzusammensetzung, was pädagogisch ein grosser Vorteil ist. Für einige Kinder zum Beispiel aus einem belasteten Umfeld sogar elementar, um sich sozial sicherer zu fühlen und sich gut entwickeln zu können. Zudem können die Hand in Hand arbeitenden Fachpersonen aus Betreuung und Schule gezielter und flexibler auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen. Betreuung und Bildung sind so stärker verzahnt, was aus pädagogischer Sicht sinnvoll ist. Ganztagesschulen sind daher, wie erwähnt, ein wichtiges Nischensystem im Betreuungs- und Bildungssystem der Stadt Bern. Zudem ist die Ganztagesschule gefragt. Gerade in der Ganztagesschule Bümpliz-Höhe, da war ich mal im Rahmen meiner Schulkommissionstätigkeit in der Spurgruppe dabei, dort gibt es regelmässig Wartelisten und Schüler*innen müssen auch leider mal abgewiesen werden. Dazu kommt das Problem, das euch allen bekannt ist: Genügend und passender Schulraum ist rar und da auch die Personalsituation mit hohen Präsenzzeiten eine Herausforderung sein kann, ist es wichtig, dass vor Ort Lehr- und Betreuungspersonen sowie Schulleitungen vorhanden sind, die motiviert sind, eine solche Schule aufzubauen. Das entspricht dem Bottom-up-Ansatz, der auch vom Gemeinderat angesprochen wird. Dieser Ansatz ist wichtig im Schulsystem, wird den Lehr- und Betreuungspersonen nämlich ein System übergestülpt, hinter dem sie nicht stehen, werden sie es nicht richtig mittragen und eher früher als später weiterziehen. Es ist jedoch sehr wichtig, dass, wenn ein Anlauf aus einem Kollegium kommt, die Stadt dann wirklich auch richtig unterstützt. Mehr noch, es ist nötig, dass die Stadt potenzielle Erweiterungen und Neugründungen von Ganztagesschulen regelmässig thematisiert und Vorteile und auch Schulraummöglichkeiten, in denen ihr zur Verfügung stehenden Gremien hervorhebt. Weil es manchmal etwas Anstoss braucht, damit sich eine solche Bottom-up-Initiative erst entwickeln kann. Man könnte sich zudem Gedanken machen, wie man dafür sorgen kann, dass diejenigen Kinder und Jugendlichen, die wirklich einen grossen Bedarf auf einen Platz haben, diesen auch erhalten. Denn nach wie vor ist es so, dass bei Infoveranstaltungen zu Ganztagesschulen meistens primär sozioökonomisch bevorteilte Eltern auftauchen. Wir begrüssen es zudem sehr, dass derzeit Abklärungen zum Bedarf im Zyklus 3 laufen. Wir sehen hier eine Möglichkeit, gegen Timeouts, gegen Schulabsentismus oder Schulausschlüsse präventiv vorzugehen, denn gerade im Zyklus 3 gibt es einen grossen Bedarf an sinnvollen Möglichkeiten, dieser Problematik entgegenzutreten. Jugendliche sind, wie wir alle wissen, in einer vulnerablen Lebensphase und brauchen genauso sichere und unterstützende Räume und Beziehungen, wie es auch jüngere Kinder brauchen. Aus den beschriebenen Gründen sind wir nicht einig mit der Ansicht des Gemeinderats, dass es derzeit keinen weiteren Handlungsbedarf gebe. Wir überweisen diese Motion sehr gerne. Mit dem Begründungsbericht sind wir wie die SP auch nicht ganz zufrieden. Danke.

  2. Speech
    Sarah Rubin (GB) für die FraktionStadtrat
    Agenda item 6: Aufgaben- und Finanzplan (AFP) 2026 – 2029 mit Budget 2026; Abstimmungsbotschaft

    Sarah Rubin (GB) für die Fraktion: Auch dieses Jahr haben wir von GB/JA! uns für die Budgetdebatte inhaltliche Schwerpunkte gesetzt. Für die Direktion BSS kann man diese unter Armutsbekämpfung durch Bildung zusammenfassen. Oft wird von Chancengleichheit für Kinder in der Schweiz gesprochen. Die Forschung weiss, dass dem nicht so ist. Im Gegenteil: Laut einer Studie von Caritas ist die Bildungsmobilität in der Schweiz gering. Und nicht nur Reichtum wird weitervererbt, sondern insbesondere auch Armut. Bildung ist die Grundlage für eine funktionierende Gemeinschaft und Gesellschaft, auf die unglaublich komplexe Herausforderungen zukommen, denen wir nur gemeinsam begegnen können. Mit ungenügender Bildung und steigender Armut wird das schwierig und teuer. Es braucht uns alle, es braucht Solidarität. Was wir tun können, um die Chancengleichheit zu fördern und Armut zu bekämpfen, ist, Bildung stärken, Frühförderung ausbauen. Das sage ich, das sagt unsere Fraktion und das sagt vor allem die Wissenschaft. Ich zitiere aus dem kantonalen Leitfaden zur frühen Förderung: "Wenn es gelingt, insbesondere die Kinder mit einem hohen Förderbedarf etwa aufgrund sozioökonomischer Benachteiligungen zu erreichen, so leistet frühe Förderung auch einen wesentlichen Beitrag, faire Bildungschancen herzustellen und der Vererbung von Armut entgegenzuwirken. Individuelle Lebensperspektiven werden dadurch verbessert, gesellschaftliche Folgekosten von Bildungsabbrüchen, Arbeitslosigkeit oder Delinquenz verhindert. Eine gute Förderung kann in dieser Lebensphase besonders viel Wirkung entfalten und ist daher auch" – Achtung, jetzt kommts – "ökonomisch besonders lohnend. Frühe Förderung hat sich international, aber auch in der Schweiz als besonders geeignete Massnahme zur Verbesserung der Bildungschancen und damit auch zur Armutsprävention erwiesen."
    Um die vielseitigen Gefahren von Armut für Betroffene und die Gesellschaft zu minimieren, setzen wir von GB/JA! uns für genug Ressourcen im Bereich Bildung, für Unterstützungsleistungen für Betroffene und für Frühförderung ein. Wir lehnen daher selbstverständlich alle Anträge, die in der BSS sparen wollen, ab. Auf diese gehe ich daher nicht mehr weiter ein. Ich werde nun zu ein paar Anträgen noch kurz etwas zu unserer Haltung sagen. Zu allen Anträgen, die wir annehmen, nehmen wir auch die dazugehörenden Planungserklärungen an. Die Planungserklärung Nummer 76, in der es um ein Pilotprojekt zur Unterstützung der IV-Anmeldung und des IV-Verfahrens geht, nehmen wir an. Auch hier geht es darum, Armutsbetroffene konkret und gezielt zu unterstützen. Den SBK-Antrag 79 zum Betreuungsschlüssel nehmen wir natürlich an. Für uns muss Betreuung als wichtiger Teil der Bildung gedacht werden. 1 zu 6 hilft den Kindern in allen Zyklen und – ganz wichtig – auch dem Personal. Es ist politisch beschlossen. Aber immer wieder wird versucht, das doch noch zu verwässern. Na ja. Jetzt will man den Zyklus 2 vertrösten. Vom Zyklus 3 ganz zu schweigen. Im Zyklus 3 sind nicht viele Jugendliche in der Tagesbetreuung. Aber die, die es sind, brauchen sie und die gleich hochstehende Betreuung wie jüngere Kinder sie brauchen. Es ist eine Tagesstruktur, während der Beziehungsarbeit und Unterstützung zu Themen wie Berufswahl stattfinden. Viele Jugendliche haben das zu Hause nicht und sind gerade deswegen in der Tagesbetreuung. Auch im Antrag 81 geht es um die Tagesbetreuung. Dieser Antrag, mit dem sichergestellt werden kann, dass alle Kinder mit besonderen Bedürfnissen genug Betreuung erhalten, unterstützen wir, ebenso den Antrag 80 für die Ressourcenanpassungen in den Sekretariaten der Tagesbetreuung. Diese beiden Anträge sind übrigens die logische Konsequenz der Erhöhung des Betreuungsschlüssels. Daher geht es nicht auf, den Antrag. zum Betreuungsschlüssel zu unterstützen, aber nicht diejenigen zu mehr Ressourcen im Sekretariat, so wie den Antrag 81, in dem es eben um den Faktor 1,5 für Kinder mit mehr Unterstützungsbedarf geht. Kinder mit diesem Faktor sind so oder so da und können nicht einfach als Prozentsatz weggespart werden. Wenn dieser Antrag nicht angenommen wird, ist faktisch weniger Betreuung als 1 zu 6, und zwar für alle Kinder, gewährleistet. Antrag 82, das ist das Zvieri-Geld, stimmen wir zu. Dann hat es Anträge, die die Ressourcen im Schulamt und dem Gesundheitsdienst dem Wachstum der Schülerinnenschaft anpassen wollen, das sind Nummer 83 Sachkosten und 104 Schulärztlicher Dienst. Lea Bill hat in der Grundsatzdebatte ja bereits erwähnt, wie absurd es ist, Ressourcen nicht anzupassen und dann zu sagen, man spare ja gar nicht, man schiebe nur auf. Wenn man Probleme verschiebt, gibt man ihnen Zeit zum Wachsen. Und faktisch ist es eben nicht ein Verschieben, sondern eben eine Sparmassnahme.
    Dann kommen wir zum Antrag 84, die Lernbegleitung. Das unterstützen wir. Im Sinne meiner Eingangsworte zu Bildung und Armut ist das sehr wichtig. Dieses Angebot muss nach der jetzigen Übergangslösung unbedingt professionell aufgegleist werden. Und dafür müssen wir jetzt die Weichen stellen. Kein Leistungsabbau in der Bildung bedeutet für uns auch, dass das Geld, das durch die nicht weitergeführte ClaBi frei wird, weiterhin in der BSS belassen und im Sinne der Förderung eines zweisprachigen Unterrichts eingesetzt wird. Wie Franziska Geiser während der ClaBi-Debatte bereits betont hat, soll die Zweisprachigkeit unbedingt auch über Deutsch-Französisch hinausgehen und auch andere Erstsprachen betreffen.
    Nun komme ich zum Antrag 88 Deutschkurs Weyerli, sehr niederschwellig, sehr wirksam und vor allem für die Stadt sehr günstig. Dasselbe gilt für den Antrag 105, wo es um den Ausbau der Frühförderung geht – wirksam und trotz des vermeintlich hohen Betrages für die Stadt sehr günstig, wie ich ja bereits in den Eingangsworten ausgeführt habe. Den Antrag zu den Betreuungsgutsprachen lege ich euch ebenso ans Herz. Auch hiermit kann Armut etwas abgeschwächt und dafür gesorgt werden, dass Betroffene ihr Leben im Alter in Würde führen können. Letztes Jahr wurde von diesem Parlament per Planungserklärung dazu gefordert, die Deckelung der Betreuungsgutsprachen abzuschaffen und dafür einzuführen, dass jedes Jahr prozentual zum Wachstum der betroffenen Bevölkerungsschicht mehr Geld eingestellt wird. Nun könnt ihr zeigen, dass ihr diese Forderung auch bei einem verbindlichen Budgetantrag unterstützt. Dann bleibt noch der Antrag zu Junge Bühne und natürlich unser eigener Antrag zur VBG. Die nehmen wir selbstverständlich an. Und interessanterweise nehmen wir auch den Vorkoch-Antrag der SVP an.
    Ich komme zum Schluss. Merci, wenn ihr die von uns unterstützten Anträge ebenfalls annehmt. Es lohnt sich menschlich und finanziell.

  3. Speech
    Jahresrechnung 2024No. 2024.FPI.0084
    Sarah Rubin (GB) für die FraktionStadtrat
    Agenda item 4: Jahresrechnung 2024

    Sarah Rubin (GB) für die Fraktion: Einmal mehr sprechen wir über eine Rechnung, die viel besser daherkommt als budgetiert. Ein anstehender finanzieller Untergang der Stadt Bern ist nach wie vor nirgends in Sicht. 2022 wurde für 2024 ein Bilanzfehlbetrag prognostiziert. Davon sind wir jetzt weit entfernt. Die Rechnung der Stadt Bern schliesst trotz beachtlicher Investitionen über 136 Mio. Franken mit einer schwarzen Null – minus 12 Mio. Franken sind gleich quasi einer schwarzen Null über dieses Riesenbudget – ab. Und Bern verfügt weiterhin über 94,5 Mio. Franken Eigenkapital. Das sind 70 mehr als budgetiert. Und das alles, obwohl die Steuereinnahmen dieses Jahr im Budget bewusst höher eingeplant waren, da man von einem anhaltenden Wachstum in diesem Bereich ausgehen kann. 12 Millionen sind in Anbetracht eines Umsatzes von rund 1,52 Milliarden, wie erwähnt, eine schwarze Null, ein beachtlich gutes Ergebnis, wenn man die grossen Herausforderungen bedenkt. Der neue Gemeinderat muss deshalb auch unbedingt davon wegkommen, die Finanzlage ohne Not schlechtzureden. Es braucht nun eine Überarbeitung der veralteten finanzpolitischen Ziele und eine realistische Planung der nächsten Jahre, die die tatsächlichen Herausforderungen der Stadt Bern anpackt. Die höheren Steuereinnahmen werden auch in Zukunft nicht massgeblich einbrechen, insbesondere bei den Privatpersonen sind die Prognosen hier recht zuverlässig. Auch bei den juristischen Personen weist die Rechnung wiederum eine Zunahme der Steuern aus. Die unternehmensfreundliche rot-grüne Politik führt offensichtlich eben nicht zu weniger, sondern zu mehr Unternehmen auf Stadtgebiet. Diese guten Steuertrends müssen in den Planjahren eingerechnet werden und für zusätzliche Investitionen in Klimamassnahmen und die Armutsbekämpfung verwendet werden. Sowieso das mit den Steuern: Der Gemeinderat redet das Rechnungsergebnis schlecht, indem er darauf hinweist, dass diese rekordhoch seien, was impliziert, dass das einmalig und aussergewöhnlich sei. Aber erstens sieht es prognostisch aus, als würde sich dieser positive Trend fortsetzen. Es ist also keine unberechenbare bzw. nicht einplanbare Grösse. Und zweitens bedeuten hohe Steuereinnahmen, dass die getätigten Investitionen, in die auch im vergangenen Jahr ein grosses Finanzvolumen geflossen ist, offenbar Menschen und Unternehmen anziehen. Die eingeschlagene Politik ist also erfolgreich. Daher wäre es im Umkehrschluss fatal, von der eingeschlagenen Politik abzuweichen. Was wir sicher im Auge behalten müssen: Wenn mehr Menschen in dieser Stadt wohnen, bringt das auch mehr Ausgaben für Infrastruktur und öffentliche Angebote mit sich. Trotzdem kann man kurz zusammengefasst sagen, dass höhere Investitionen auch höhere Steuergelder mit sich bringen, weil mehr Menschen und mehr Unternehmen in die Stadt Bern ziehen. Dementsprechend möchte ich hier darauf verweisen, dass der kantonale Lastenausgleich, wie momentan angedacht, so für die Stadt Bern überhaupt nicht fair aufgeteilt ist. Da muss der Gemeinderat weiterhin dranbleiben beim Kanton. Aber das schwierige Verhältnis Kanton-Stadt ist ein Thema, auf das ich an dieser Stelle nicht weiter eingehe, auch wenn es noch einiges zu sagen gäbe, Stichwort Sozialabbau und Kostenüberwälzung auf die Stadt.

    Nun noch kurz zur so gerne hochdramatisierten Schuldensituation. Es ist klar, dass wir Investitionen nicht selber stemmen können und dafür Schulden machen müssen. Aber das ist im momentanen Zinsumfeld keine Katastrophe. Die Stadt wird zudem nach wie vor bezüglich ihrer Kreditwürdigkeit sehr gut geratet. Zudem sind Investitionen ja nicht einfach ausgegebenes Geld, das dann weg ist. Wenn man nichts machen würde, würden die Finanzen vielleicht vordergründig etwas besser aussehen, aber marode Infrastruktur fliesst in keiner Weise in den Jahresabschluss. Also wäre das ein total verfälschtes Bild. Die bürgerliche Seite spricht oft davon, dass wir kommenden Generationen gesunde Finanzen hinterlassen sollen. Meine Vorrednerin hat das auch erwähnt. Aber wenn wir dieser kommenden Generation marode Infrastruktur hinterlassen. Wenn wir keine klimaangepassten Plätze hinterlassen wollen, auf denen man sich nicht aufhalten kann im Sommer. Und wenn das Klima noch verrückter spielt, was ja jetzt bereits massive Kosten verursacht. Ist das finanziell dann kein Problem? Sicher nicht, im Gegenteil. Daher ist es unbedingt nötig, dass die Stadt weiter in die Bekämpfung der Klimakrise investieren muss. Es braucht mehr Solaranlagen. Fossile Heizungen müssen verschwinden und Gebäude müssen saniert werden. Wenn Bern nicht jetzt handelt, dann überwälzen wir die Kosten für die Klimakrise der nächsten Generationen. Und je länger wir warten, desto teurer wird es. Deshalb haben wir auch die Klimagerechtigkeitsinitiative erfolgreich lanciert. Und ebenfalls sehr wichtig ist es, jetzt die Armut mit präventiven und niederschwelligen Angeboten zu bekämpfen und nicht erst dann, wenn die Betroffenen noch stärker abgehängt werden, weil sich die Einkommensschere weiter geöffnet hat. Zudem stecken wir mitten in der Biodiversitätskrise, die nach sofortigem Handeln schreit. Ihr seht: Es bleibt viel zu tun. Wenn wir der kommenden Generation keine Schulden überlassen wollen, dann investieren wir jetzt in den erwähnten Bereichen. Danke.

  4. Speech
    Sarah Rubin (GB) für die FraktionStadtrat
    Agenda item 10: Neugestaltung Statthalterstrasse; Ausführungskredit

    Sarah Rubin (GB) für die Fraktion: Im Gegensatz zu Janosch freuen wir uns sehr über das Aufwertungsprojekt in Bümpliz. Es ist zwar nur ein kurzes Teilstück, aber für uns ein umso wichtigeres, weil es aus inklusiven, aber auch aus ökologischen Gründen wirklich wichtig ist. Der Strassenraum zwischen der neuen Besonderen Volksschule und dem Schulhaus Statthalter stellt im Moment eine Barriere dar. Eine Barriere ist ja dazu da, dass sie räumlich trennt. Eine Barriere kann aber auch sozial trennen, also einen negativen Einfluss auf das Miteinander haben. Darum freuen wir uns wirklich sehr, dass die trennende Wirkung zwischen den Schulhäusern jetzt aufgehoben werden kann, beziehungsweise, dass sie nach der Aufwertung dann nicht mehr als Barriere wahrgenommen wird, und dass es so den beiden Schulhäusern noch besser möglich ist, gemeinsam inklusiven Austausch und inklusive Projekte pflegen zu können. Das Aufwertungsprojekt ist, wie gesagt, auch aus ökologischen Gründen wichtig. Die bekannten Massnahmen wie Entsiegelung, Begrünung usw. werden im Projekt gut umgesetzt. Ich werde das jetzt hier nicht noch alles aufzählen, das hat die Referentin schon gemacht. Was ich aber betonen will, ist, dass wir sehr glücklich darüber sind, dass es ein Monitoring gibt. So kommt das Strassenraumaufwertungsprojekt nicht nur dem Teilstück bei der Statthalterstrasse zugute, sondern auch vielen zukünftigen, dringend nötigen Klimaanpassungsmassnahmen in der ganzen Stadt. Vielen Dank für das gut ausgearbeitete Projekt.

  5. Speech
    Sarah Rubin (GB) für die EinreichendenStadtrat
    Agenda item 7: Interfraktionelle Motion GFL/EVP, GB/JA (Mirjam Roder, GFL / Sarah Rubin, GB / Bettina Jans-Troxler, EVP): Brachliegende Bildungsräume nutzbar machen und in Zukunft verhindern

    Sarah Rubin (GB) für die Einreichenden: Jetzt brauche ich gerade eine Sekunde, sorry. Ja, ich bin einfach noch nicht so weit, sorry, ich muss es schnell suchen. So, jetzt habe ich es.

    Ich rede für die Einreichenden und würde das Fraktionsvotum dann auch gerade anhängen. Die vorliegende Motion ist in Zusammenarbeit mit vielen Menschen zustande gekommen, die sich täglich in Schulhäuser der Stadt Bern bewegen. Die Motion stützt sich also direkt auf die Bedürfnisse der Betroffenen ab. Die Schulraumdiskussion möchte ich an dieser Stelle gerade nicht noch einmal aufwärmen. Sie dreht sich meistens darum, wo wir einen neuen Schulraum entstehen lassen können. Trotzdem hat diese Diskussion natürlich ganz viel mit der vorliegenden Motion zu tun. Wenn der Raum knapp ist, gilt es den eigentlich bereits vorhandenen Platz nämlich optimal oder überhaupt nutzen zu können. Jetzt können wir damit leben, wenn der Gemeinderat beim Punkt 1 findet, dass man bei Neubauten sowieso schon stark auf optimale Raumnutzung achtet, beim Punkt 2 sind wir aber mit der Antwort nachher nicht ganz zufrieden. Der Gemeinderat findet es zwar auch sinnvoll, wenn bei der Sanierung eine Flächenoptimierung geprüft wird. Aber wir lesen leider nicht, ob der Gemeinderat auch vorhat, das tatsächlich zu machen. Alles bleibt vage und natürlich werden finanzielle Vorbehalte angetönt. Deshalb möchten wir im Grund an dieser Motion festhalten, aber wir machen es nicht, weil das dann auch wieder sehr knapp werden könnte, und deshalb wandeln wir das Ganze eher widerwillig in ein Postulat. Aber es gibt auch etwas, das uns Freude macht, nämlich wenn wir heute die Motion einreichen würden, würden wir bei der Forderung zu Punkt 2 sogar einen Schritt weitergehen. Wir wollen, dass eine Raumoptimierung bei allen Schulhäusern der Stadt auch dann geprüft wird, wenn in absehbarer Zeit gerade keine Sanierung geplant ist. Und genau das ist eben das, was uns Freude macht, weil im Rahmen eines Pilotprojekts – also das wurde von der Motion angestossen – wird momentan eben das umgesetzt, nämlich im Schulhaus Munzinger, in diesem über hundertjährigem Schulhaus, das natürlich selbstverständlich als Denkmal geschützt ist. Dort hat es riesige Gänge und Hallen, die bisher nicht offiziell als Schulraum genutzt werden durften, obwohl das Schulhaus wie viele andere in der Stadt Bern bis zum Rand gefüllt ist. Auch solche Zimmer sind besetzt, die eigentlich nicht als Klassenzimmer gedacht sind. Daher wie gesagt, wandeln wir eben ungern in ein Postulat und wir freuen uns über das, was bereits durch das Einreichen der Motion erfolgreich angestossen wurde. Wir hoffen, dass dieses Pilot-Vorgehen auch auf andere, vor allem auf alte Schulhäuser ausgeweitet werden kann und dass so innerhalb der bestehenden Bauten wieder ein bisschen mehr Luft entstehen kann. Danke vielmals.

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