«Wald wächst, Kulturland schwindet; braucht es ein Waldflächenkonto?»
(26.4413)- Type
- Interpellation
- État
- Déposé
- Parlement
- Suisse
- Numéro
- 26.4413
- Début
- 1 oct. 2026
- Registre officiel
- Profil officiel
- ID externe
- 20264413
- Walter GartmannUnion démocratique du centre
- Nationalrat
- Titre de l'objetTitre suit
- Eingereichter Text
Die Waldfläche der Schweiz nimmt seit Jahrzehnten zu. Besonders ausgeprägt ist diese Entwicklung im Alpenraum, wo ehemals landwirtschaftlich genutzte Flächen zunehmend natürlich einwachsen und zu Wald werden.
Gleichzeitig muss bei bewilligten Rodungen grundsätzlich Rodungsersatz geleistet werden. Mit der angenommenen Motion Würth 24.3983 «Mehr Flexibilität beim Rodungsersatz» soll dieser Grundsatz flexibilisiert werden. Eine grundsätzliche Frage bleibt offen: Weshalb wird natürlich neu entstandener Wald nicht systematisch als Rodungsersatz berücksichtigt?
Wenn in einem Kanton oder einer Region die Waldfläche über Jahre netto deutlich zunimmt, erscheint es wenig nachvollziehbar, diesen Waldzuwachs bei später notwendigen Rodungen vollständig ausser Acht zu lassen. Besonders störend ist dies, wenn für Infrastruktur- oder andere Bauvorhaben wertvolles landwirtschaftliches Kulturland beansprucht wird, während andernorts ehemals landwirtschaftlich genutzte Flächen durch natürlichen Einwuchs zu Wald geworden sind.
Es ist deshalb zu prüfen, ob bei unvermeidbarem Flächenbedarf nicht zuerst geeignete, durch natürlichen Einwuchs neu entstandene Waldflächen berücksichtigt werden können.
Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:
- Um wie viel hat die Waldfläche der Schweiz in den vergangenen 20 Jahren netto zugenommen, aufgeschlüsselt nach Kantonen?
- Wie viel dieser zusätzlichen Waldfläche ist durch natürlichen Einwuchs auf ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen entstanden?
- Wie viele Hektaren definitive Rodungen wurden im gleichen Zeitraum bewilligt und wie viel Realersatz wurde dafür geschaffen?
- Weshalb wird der nachgewiesene Nettozuwachs der Waldfläche eines Kantons oder einer Region nicht systematisch bei später notwendigen Rodungen berücksichtigt?
- Wie beurteilt der Bundesrat den Widerspruch, dass einerseits mit viel Aufwand der Erhalt von Kulturlandschaft und die landwirtschaftliche Nutzung gefördert werden, während andererseits ehemals landwirtschaftlich genutzte Flächen einwachsen und der dadurch entstandene zusätzliche Wald bei der Rodungsersatzpflicht nicht systematisch berücksichtigt wird?
- Hat der BR geprüft, ob bei unvermeidbarem Flächenbedarf für Infrastruktur, Bauvorhaben geeignete, durch natürlichen Einwuchs neu entstandene Waldflächen prioritär berücksichtigt werden können, bevor wertvolles landwirtschaftliches Kulturland beansprucht wird?
Données: OpenParlData · CC BY 4.0