Förderung der Nanotechnologie-Ausbildung in der Berufsbildung und an Mittelschulen
(11.3583)- RedetextJohann N. Schneider-Ammann(FDP.Die Liberalen)Schweiz
Die Nanotechnologie, das ist unbestritten, gehört zu den chancenreichsten jungen Technologien. Im Jahr 2008 hat der Bundesrat den Aktionsplan "Synthetische Nanomaterialien" verabschiedet. Darin spricht er sich für eine nachhaltige Entwicklung der Nanotechnologie aus. Er sucht einen differenzierten öffentlichen Dialog über Chancen und Risiken der Nanotechnologie. Im Bericht "Mangel an Mint-Fachkräften in der Schweiz", den der Bundesrat im Herbst 2010 verabschiedet hat, wird aufgezeigt, wie das Interesse an technischen und naturwissenschaftlichen Berufen auf allen Bildungsstufen zusätzlich gefördert werden kann. Sodann sind wir bei der BFI-Botschaft 2013-2016: Dort müssen geeignete Umsetzungsmassnahmen aufgezeigt werden.
Zum Stichwort Kompetenzverteilung: Ja, es ist so, dass die Bedürfnisse der Arbeitswelt in erster Linie durch die Organisationen der Arbeitswelt formuliert werden müssen. Ich gebe gerne zu, Herr Bischofberger - ich komme aus diesem Gebiet, auch aus dem Gebiet der Nanotechnologie -, es ist für die Organisationen der Arbeitswelt im jetzigen Stadium der Kenntnisse über die Nanotechnologie ausserordentlich schwierig, die Ausbildungsanforderungen alleine zu formulieren. Was der Bundesrat in seiner Antwort sagt, ist: so marktnah wie möglich. Deshalb sind hier die Organisationen der Arbeitswelt in erster Priorität genannt.
Noch zum Stichwort "Swiss Nano-Cube": Es ging um eine Anschubfinanzierung über die letzten fünf Jahre. Die Internetplattform ist aufgebaut, die Weiterbildungsveranstaltungen sind durchgeführt, die Basismodule für die Ausbildung auf Sekundarstufe II sind entwickelt. Jetzt ist es tatsächlich so, dass die Organisationen der Arbeitswelt übernehmen und das Projekt "Swiss Nano-Cube" weitertragen müssen. Ich habe aber gehört, dass Sie die Frage gestellt haben, ob man diese Anschubfinanzierung nicht prinzipiell durch eine längerfristige oder langfristige Finanzierung ablösen sollte. Ich nehme diese Frage einfach mal mit.
Wenn sich der Bundesrat in seiner Antwort nicht ausdrücklich zur Aus- und Weiterbildung geäussert hat, dann sei dies mit einer ganz kurzen Antwort auf Ihre Aussage nachgeholt. Die Aus- und Weiterbildung in diesem Bereich ist natürlich von zentraler Bedeutung, wenn man die Nanotechnologie für die unterschiedlichsten Anwendungen überhaupt dienstbar machen will.
- RedetextIvo Bischofberger(Christlichdemokratische Volkspartei der Schweiz)Schweiz
Vorab danke ich dem Bundesrat bestens für die Antworten auf die entsprechenden Fragen in meiner Interpellation. Vor allem danke ich für die hohe Bedeutung, welche der Bundesrat der Nanotechnologie mit Blick auf die Zukunft für den Forschungs- und Wirtschaftsstandort Schweiz zumisst. Ebenso danke ich für die unlängst erfolgte materielle Unterstützung der Projekte von "Swiss Nano-Cube" bis 2012 durch das BBT. Dadurch unterstreicht der Bundesrat den Handlungsbedarf in dieser bildungspolitisch wichtigen Aufgabe; dies auch unter Berücksichtigung der strategischen Zielsetzungen in den Bereichen wie Mint-Förderung und Technologiedialog.
Dennoch will ich im Folgenden - wirklich kurz - auf drei Schwerpunkte aus den Antworten des Bundesrates zu sprechen kommen.
Erstens zum Aktionsplan "Synthetische Nanomaterialien": Der Bundesrat geht in seiner Antwort nur sehr marginal auf das Thema "Aus- und Weiterbildung" ein, welches im genannten Aktionsplan überdies mit keinem Wort erwähnt wird. Hier bitte ich den Bundesrat, Möglichkeiten ins Auge zu fassen, um den aktuellen Stand nachhaltig zu verbessern, denn Aus- und Weiterbildung sind unabdingbare Voraussetzungen für einen späteren Dialog, z. B. das "Leuchtturmprojekt für Berufsbildung für Mint-Fachkräfte".
Zweitens die Vermittlung von Bildungsinhalten: Der Bundesrat schreibt in der Antwort zu Frage 3: "In der Berufsbildung bewährt es sich, dass die Festlegung der theoretischen und der praktischen Bildungsinhalte in der Verantwortung der Organisationen der Arbeitswelt liegt." Hierbei stelle ich mir die Frage, ob im Bereich der Nanotechnologie die genannten Stellen der Arbeitswelt zurzeit nicht überfordert sind, dies vor allem auch aufgrund der Tatsache, dass für Nanotechnologie aktuell noch kaum Lehrmittel respektive Ausbildungsprogramme für Lehrkräfte existieren, welche eine fundierte Auseinandersetzung mit den Grundlagen in Physik und Chemie dieser sogenannten Querschnittstechnologie ermöglichen und schliesslich garantieren.
Drittens zur Anschubfinanzierung durch den Bund und zur Weiterführung durch die Organisationen der Arbeitswelt: Der Bundesrat schreibt in seiner Antwort zu Recht, dass verschiedene Projekte, darunter auch dasjenige von "Swiss Nano-Cube", gemäss Artikel 54 des Berufsbildungsgesetzes zu befristen sind und dass die längerfristige, nachhaltige Weiterentwicklung und Umsetzung den Organisationen der Arbeitswelt respektive den interessierten Kreisen anheimgestellt sei. Aufgrund der bei verschiedenen Projekten dieser Art gemachten Erfahrungen bitte ich den Bundesrat zu [PAGE 838] prüfen, ob es allenfalls nicht sinnvoll wäre, das Prinzip der Anschubfinanzierung durch eine garantierte langfristige Finanzierung im Sinne eines klar formulierten und definierten Leistungsauftrags durch den Bund zu ersetzen. Eventuell könnte diese Thematik in die Bearbeitung des Berichtes der Bundesämter im Zusammenhang mit der Finanzierung für die Plattform von "Swiss Nano-Cube" im Bereich der Aus- und Weiterbildung, welche ja auf Ende dieses Jahres terminiert ist, einfliessen.
Mit diesen kurzen Bemerkungen danke ich dem Bundesrat noch einmal für die entsprechenden Ausführungen und werde mir vorbehalten, im einen oder anderen Themenbereich punktuell weitere Schritte zu unternehmen.
- Redetext
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