Schulabsentismus in Liechtenstein – Ursachen und Zusammenhang mit psychosozialen Belastungen im Schulalltag
(KA 30044)- Type
- Kleine Anfragen
- Parliament
- Liechtenstein
- Number
- KA 30044
- Start
- 01.04.2026
- Official record
- Official profile
- External ID
- 30044
- Beantwortet
- Eingereicht
- Antwort vom 02. April 20261. April 2026
zu Frage 1:
Die Schulsozialarbeit erfasst alle Fälle von Schulabsentismus systematisch, aber nicht explizit nach Schulart. Die konkrete Anzahl und Dauer der Absenzen werden an den Schulen erfasst und sind in den Zeugnissen der Kinder und Jugendlichen festgehalten.
zu Frage 2:
In den Schuljahren 2021/22 bis 2024/25 lag die Anzahl an Fällen von Schulabsentismus zwischen 23 und 42 Fällen pro Schuljahr. In der Sekundarstufe bewegten sich die Fallzahlen in diesem Zeitraum zwischen 14 und 38 Fällen pro Schuljahr. Die Fälle in der Primarstufe zeigten in diesem Zeitraum demgegenüber deutlich tiefere Werte und erreichten zwischen keinem und 11 Fällen pro Schuljahr. Aktuell ist eine Abnahme der Fälle von Schulabsentismus zu verzeichnen.
zu Frage 3:
Die Gründe für Schulabsentismus werden, soweit möglich, von der Schulsozialarbeit erfasst. Dabei bestehen folgende Kategorisierungen: Familiäre Probleme, Klassenklima, Mobbing und psychische Auffälligkeiten.
zu Frage 4:
Insgesamt zeigt sich im Zusammenhang mit Schulabsentismus ein vielfältiges Bild. Während ein Zusammenhang mit Mobbing nicht auffällig ist, zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen Schulabsentismus und psychosozialen Belastungen. Im Schuljahr 2024/25 wurde beispielsweise bei 12 von insgesamt 23 Fällen ein Zusammenhang mit familiären Problemen festgestellt, in 7 Fällen bestand ein Zusammenhang mit psychischen Auffälligkeiten. In weiteren 4 Fällen konnte ein Zusammenhang mit dem Klassenklima, davon in einem Fall mit Mobbing, in Zusammenhang gebracht werden.
zu Frage 5:
Es erfolgte die Ausarbeitung eines Handlungsplans zur Prävention und Intervention bei Schulabsentismus durch eine multiprofessionelle Arbeitsgruppe in Anlehnung an internationale Fachstandards. Die Übertragung auf Liechtenstein geschah in Abstimmung mit nationalen Expertinnen und Experten, insbesondere der Ärztekammer sowie dem Kinder- und Jugenddienst des Amtes für Soziale Dienste. Zudem liegt ein Informationsblatt für Lehrpersonen vor, eine entsprechende Information für Eltern und Erziehungsberechtigte soll demnächst folgen. Spezifische evidenzbasierte Programme zum Schulabsentismus bestehen deshalb nicht, da der Ursachenkomplex zu breit ist. Nachweisbar ist jedoch ein positiver Effekt von Programmen im sozio‑emotionalen Bereich auf die Reduktion von Schulabsentismus. In diesem Zusammenhang liegt am Schulamt eine aktuelle Angebotsübersicht zu geeigneten Schulentwicklungsprogrammen im Bereich psychische Gesundheit vor.
- Frage vom 01. April 202631. März 2026
Schulabsentismus stellt auch in Liechtenstein eine zunehmend relevante Herausforderung dar. Regelmässige Schulabwesenheiten können die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen erheblich beeinträchtigen und stehen oft im Zusammenhang mit sozialen, familiären oder gesundheitlichen Problemen. Aktuelle öffentliche Diskussionen zeigen zudem, dass Themen wie Mobbing im Schulumfeld eine bedeutende Rolle spielen können. So wurde kürzlich darauf hingewiesen, dass ein erheblicher Anteil von Kindern und Jugendlichen von Mobbing betroffen ist. Solche Belastungen können sich direkt auf das Schulverhalten und die Anwesenheit auswirken. Für eine zielgerichtete Prävention und wirksame Massnahmen ist daher eine verlässliche Datengrundlage entscheidend. Insbesondere stellt sich die Frage, in welchem Ausmass Schulabsentismus in den verschiedenen Schulstufen auftreten, welche Ursachen dokumentiert werden und wie systematisch diese erfasst sind. Vor diesem Hintergrund ergeben sich folgende Fragen an die Regierung:
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Welche statistischen Daten liegen der Regierung zum Schulabsentismus in Liechtenstein vor (bitte aufgeschlüsselt nach Schulstufen wie Primarstufe, Oberschule, Realschule, Gymnasium und weiterführende Schulen) sowie nach Anzahl und Dauer der Absenzen)?
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Wie hat sich der Schulabsentismus in den letzten fünf Jahren entwickelt und lassen sich dabei Trends oder Auffälligkeiten erkennen?
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Werden die Gründe für Schulabsenzen systematisch erfasst (zum Beispiel Krankheit, psychosoziale Ursachen, familiäre Gründe, Schulverweigerung) und wenn ja, wie erfolgt diese Kategorisierung?
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Welche Erkenntnisse liegen der Regierung über die häufigsten Ursachen von Schulabsentismus in Liechtenstein vor, insbesondere auch im Zusammenhang mit Mobbing oder psychosozialen Belastungen?
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Welche bestehenden Massnahmen und Programme zur Prävention und Intervention bei Schulabsentismus werden derzeit umgesetzt und wie beurteilt die Regierung deren Wirksamkeit?
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Data: OpenParlData · CC BY 4.0