Ausbildung von Medizinischen Praxisassistentinnen

(KA 16815)Kleine Anfragen
Liechtenstein02.10.2019
Profile
Type
Kleine Anfragen
Parliament
Liechtenstein
Number
KA 16815
Start
02.10.2019
References & source
Official record
Official profile
External ID
16815
Contributions(2)
Timeline(2)
  • Beantwortet
  • Eingereicht
Texts(2)
  • Antwort vom 03. Oktober 2019HTML
    2. Oktober 2019

    Zu Frage 1:

    Es sind keine offiziellen Zahlen verfügbar, wie viele Medizinische Praxisassistentinnen/Medizinische Praxisassistenten in Liechtenstein beschäftigt sind. Die Liechtensteinische Ärztekammer schätzt die Zahl auf etwa 120 Vollzeitäquivalente, wobei sich die Schätzung ausschliesslich auf ausgebildete Medizinische Praxisassistentinnen/Medizinische Praxisassistenten bezieht.

    Betreffend die Anzahl Lehrstellen kann es vorkommen, dass das veröffentlichte Lehrstellenangebot nicht mit der Anzahl an Lehrverhältnissen übereinstimmend ist. Lehrverhältnisse können zustande kommen, ohne dass die Lehrstelle zuvor dem Amt für Berufsbildung und Berufsberatung als frei gemeldet wurde. In den vergangenen fünf Jahren wurden dem Amt drei freie Lehrstellen im Lehrberuf Medizinische Praxisassistentin/Medizinischer Praxisassistent gemeldet. Jedoch haben im gleichen Zeitraum insgesamt zwölf Lernende eine solche Berufslehre in Arztpraxen absolviert.

    36 Schülerinnen und Schüler mit Wohnort Liechtenstein haben in den letzten fünf Jahren die schulisch organisierte Grundbildung in diesem Lehrberuf an der MPA Berufs- und Handelsschule in Buchs absolviert. Andererseits haben im besagten Zeitraum 26 Schülerinnen und Schüler der MPA Berufs- und Handelsschule in Buchs ihr Praktikumsjahr in Liechtenstein absolviert.

    Zu Frage 2:

    Das Land übernimmt im Rahmen der Berufsfachschulvereinbarung (BFSV) für die zwei schulischen Ausbildungsjahre der schulisch organisierten Grundbildung im Beruf Medizinische Praxisassistentin/Medizinischer Praxisassistent einen jährlich festgelegten Pauschalbeitrag. Die Höhe des Pauschalbeitrags beträgt für das Schuljahr 2019/2020 CHF 14‘600 und für das Schuljahr 2020/2021 CHF 14‘300.

    Der Praktikumsbetrieb kommt für die vertraglich vereinbarten Ausbildungskosten während des Praktikumsjahres auf. Die Ausbildungskosten beinhalten insbesondere den monatlichen Praktikumslohn, den vereinbarten Ferienanspruch sowie die vertraglich vereinbarten Versicherungsleistungen. Auch bei der dualen Berufsbildung ist es so, dass der Lehrbetrieb die Kosten für die betriebliche Ausbildung übernimmt, hingegen nicht die Schulgelder für den Besuch der Berufsfachschulen.

    Zu Frage 3:

    Die vom Praktikumsbetrieb entrichteten monatlichen Praktikumslöhne variieren zwischen CHF 1‘250 und CHF 1‘600.

    Zu Frage 4:

    Wie bereits ausgeführt, trägt die Ärzteschaft mit der Zurverfügungstellung von Praktikumsplätzen für die schulisch organisierte Grundbildung und Ausbildungsangeboten im Bereich der dualen Berufslehre zum Fachkräftenachwuchs bei. Zudem engagiert sich die Ärzteschaft im Sinne der Nachwuchsförderung auch am Projekt «BerufsCHECK», welches die Jugendlichen praxisorientiert bei der Berufswahlentscheidung unterstützt.

    Gemäss Rückmeldung der Liechtensteinischen Ärztekammer sind die Präferenzen betreffend duale Berufsbildung oder schulisch organisierte Grundbildung zur Erlernung des Berufs Medizinische Praxisassistentin/Medizinischer Praxisassistent sowohl bei den Ausbildungsbetrieben als auch bei den Lernenden unterschiedlich.

  • Frage vom 02. Oktober 2019HTML
    1. Oktober 2019

    In Liechtenstein gibt es rund 80 Ärztinnen und Ärzte mit einer OKP-Zulassung. Diese benötigen für das reibungslose Funktionieren ihrer Praxen gut ausgebildete Mitarbeitende, die sogenannten Medizinischen Praxisassistentinnen, kurz MPA. Die Ausbildung zur MPA dauert drei Jahre. Während der Ausbildungszeit verdienen die jungen Leute im ersten Lehrjahr CHF 600, im zweiten Lehrjahr CHF 800 und im dritten Lehrjahr CHF 1'100. Leider ist dies für die angehenden MPAs in Liechtenstein nur ein theoretischer Erwerb, denn wenn man auf die Homepage www.nextstep.li geht, stellt man fest, dass sage und schreibe null Lehrstellen angeboten werden. Möchte eine junge Frau diesen Beruf erlernen, so ist sie gezwungen, sich auf eine Lehrstelle in der Schweiz zu bewerben oder die MPA-Schule in Buchs zu besuchen. Gemäss Bildungsstatistik absolvierten im Schuljahr 2017/2018 15 junge Frauen an der MPA-Schule in Buchs die Ausbildung zur medizinischen Praxisassistentin. Die Ausbildungskosten an der MPA-Schule Buchs belaufen sich auf insgesamt CHF 31'720. Hier sind die Kosten für das Busabo, Verpflegung und so weiter nicht enthalten. Das heisst, es handelt sich um reines Schulgeld. In einer Lehre würde eine junge Frau in den drei Lehrjahren rund CHF 32'000 verdienen. Meine Fragen:

    1. Wie viele Arbeitsplätze, Lehrstellen und Praktikumsplätze für Medizinische Praxisassistentinnen gab es in den letzten fünf Jahren in Liechtenstein und wie viele junge Leute besuchten in dieser Zeit die MPA-Schule in Buchs?
    2. Wer trägt die Kosten für die Ausbildung an der MPA-Schule oder konkret gefragt: Beteiligen sich die liechtensteinischen Ärzte an den Ausbildungskosten?
    3. Wie hoch sind die MPA-Praktikumslöhne in Liechtenstein?
    4. Falls die Ärzte sich nicht an der Ausbildung an der MPA-Schule beteiligen, was ist die Begründung dafür, weshalb die Ärzte keine Ausbildungsplätze für zukünftige Mitarbeitende zur Verfügung stellen und keinen Beitrag an die Ausbildung der jungen Leute leisten?

Data: OpenParlData · CC BY 4.0