StHG und DBG. Unterhaltsbeiträge an volljährige Kinder in Ausbildung vom Einkommen abziehen
(23.3743)- Redetext
- RedetextHans Wicki(FDP.Die Liberalen)Schweiz
Wir kommen nun zur ersten von Nationalrat Philippe Nantermod eingereichten Motion, der Motion 23.3743. Diese fordert eine Anpassung des Steuerharmonisierungsgesetzes und des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer mit dem Ziel, dass Unterhaltsbeiträge für volljährige Kinder unter 25 Jahren, die in der Ausbildung sind, vom Einkommen abgezogen werden können. Der Motionär kritisiert, dass im Fall einer Trennung oder Scheidung zwar Unterhaltsbeiträge für minderjährige Kinder vom Einkommen des unterhaltspflichtigen Elternteils abgezogen werden können, dies aber nach Erreichen der Volljährigkeit nicht mehr möglich sei, denn dann gehe der Unterhalt nicht mehr an den anderen Elternteil, sondern an das Kind selbst. Für den zahlenden Elternteil bleibe nur noch der Pauschalabzug bestehen, der aber gegenüber den tatsächlich anfallenden Kosten wesentlich geringer sei. Dies will der Motionär ändern. Der mit der Motion beantragte Abzug soll dabei nicht nur den geschiedenen oder getrennt lebenden Eltern, sondern allen Eltern zugutekommen, die zum Unterhalt eines volljährigen Kindes in Ausbildung beitragen müssen.
Der Nationalrat hat die Motion mit 100 zu 89 Stimmen bei 3 Enthaltungen angenommen. Allerdings wird sie vom Bundesrat zur Ablehnung empfohlen. Dieser hält fest, dass Aufwendungen für den Unterhalt von Familienangehörigen grundsätzlich eine Einkommensverwendung darstellen. Die einzige Ausnahme davon sei der erwähnte Fall der Unterhaltszahlungen für minderjährige Kinder an den jeweils anderen [PAGE 616] Elternteil. In diesem Fall muss der empfangende Elternteil die Zahlungen vollumfänglich versteuern, während der leistungspflichtige Elternteil diese in Abzug bringen kann. Davon zu unterscheiden ist die Zahlung für die Ausbildung eines volljährigen Kindes. Einerseits ist dann, wie in der Motion erwähnt, nicht mehr der andere Elternteil der Empfänger, sondern das Kind selbst. Andererseits gelten die beim volljährigen Kind in Ausbildung eingehenden Zahlungen als steuerfreie Einkünfte. Zusätzlich könne der zahlende Elternteil den Beitrag von 6600 Schweizerfranken als Kinderabzug geltend machen.
Eine gewisse Differenzierung erfolgt allerdings zwischen verheirateten und geschiedenen respektive getrennt lebenden Eltern. Bei letzteren beiden kann der andere Elternteil unter Umständen auch einen Abzug geltend machen, während bei verheirateten Eltern nur der Kinderabzug möglich ist. Dies wird damit begründet, dass im Rahmen der Trennung oft eine schwierige finanzielle Situation bestehe. Zudem entstehen durch die Trennung üblicherweise höhere Ausgaben, etwa bei den Wohnungskosten. Aus Sicht des Bundesrates ist die derzeit geltende Alimentenbesteuerung eine insgesamt gerechte Lösung. Er sieht daher keinen Handlungsbedarf, umso mehr, als unsere Räte 2020 und 2021 Vorstösse mit der gleichen Zielsetzung abgelehnt haben.
In der Kommission folgten wir grossmehrheitlich der Argumentation des Bundesrates. Mit der Motion würden getrennt lebende und geschiedene Elternteile gegenüber anderen Eltern bevorzugt, die Kombination aus Alimenten und Kinderabzug sei letztlich eine übermässige Entlastung. Dabei muss beachtet werden, dass die Motion Auswirkungen auf das gesamte System hätte, etwa auch auf die Prämienverbilligung für Kinder. Schliesslich ist zu bedenken, dass eine Änderung der Steuerregeln auch zu einer Anpassung der Unterhaltsbeiträge führen dürfte. Dies könnte letztlich sogar dazu führen, dass die Motion ihr Ziel verfehlt.
Aus diesen Überlegungen heraus beantragt Ihnen unsere Kommission mit 12 zu 1 Stimmen, die Motion abzulehnen.
- Redetext
- Abstimmung
- RedetextKarin Keller-Sutter(FDP.Die Liberalen)Schweiz
Ich bitte Sie namens des Bundesrates, diese Motion abzulehnen. Aufwendungen für den Unterhalt von Familienangehörigen stellen Einkommensverwendungen dar und sind deshalb grundsätzlich nicht zum Abzug zugelassen. Es gibt heute eine Ausnahmeregelung. Diese besteht bei Unterhaltszahlungen an den geschiedenen oder getrennt lebenden Ehegatten und bei Unterhaltszahlungen für minderjährige Kinder. Sobald das Kind volljährig wird, kommt die Ausnahmeregelung nicht mehr zum Tragen. Das heisst, Unterhaltszahlungen an das volljährige Kind in Ausbildung gelten beim Kind als steuerfreie Einkünfte. Die unterhaltsleistende Person kann demzufolge die Unterhaltszahlungen nicht mehr abziehen, weil es sonst zu einer doppelten Nichtbesteuerung kommen würde. Die unterhaltsleistende Person kann für volljährige Kinder in Ausbildung aber bei der direkten Bundessteuer den üblichen Kinderabzug von aktuell 6700 Franken geltend machen.
Ich möchte hier nicht die ganze Begründung für die Ablehnung der Motion wiederholen. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass es zu Mindereinnahmen für Bund, Kantone und Gemeinden führen würde, wenn das Anliegen der Motion umgesetzt würde. Die finanziellen Auswirkungen sind schwierig zu quantifizieren, weil die Daten eben nicht verfügbar sind. Es bestehen auch keine Informationen zur Anzahl der betroffenen steuerpflichtigen Haushalte, zu deren Einkommenshöhe sowie zur Höhe des Abzugs.
- RedetextPhilippe Nantermod(FDP.Die Liberalen)Schweiz
Je suis parfaitement conscient du fait que cette question a déjà fait l'objet de nombreuses interventions au sein des deux chambres et que, jusqu'ici, il ne s'est pas trouvé de majorité pour apporter une réponse à la question épineuse des contributions d'entretien pour les enfants majeurs. Cela dit, ce n'est pas parce que nous n'avons pas encore trouvé de solution que le problème a été résolu.
En pratique, les montants dont nous parlons font partie des montants dévolus aux enfants. L'article 277 du code civil prévoit que les parents ont l'obligation d'entretenir leurs enfants au-delà de leur majorité, jusqu'à la fin de la formation obligatoire, jusqu'à la fin d'une formation nécessaire. En pratique, le moment où les enfants atteignent la majorité provoque un véritable choc fiscal pour les parents. Jusqu'à l'âge de 18 ans, les parents peuvent déduire l'intégralité des montants qui sont versés pour leurs enfants. A partir de 18 ans, ils ne peuvent déduire plus qu'un montant forfaitaire, largement en deçà des montants réellement dépensés.
L'article 127 de la Constitution dispose que la fiscalité doit se faire sur la base de la capacité économique des contribuables. C'est une notion juridique indéterminée qu'il nous appartient de déterminer, mais, en pratique, la capacité économique ne peut pas tenir compte de montants qui sont versés à d'autres contribuables. Selon la loi sur l'impôt fédéral direct, 6600 francs par année peuvent être déduits forfaitairement pour les enfants en formation: c'est 550 francs par mois. Ce montant doit être mis en comparaison avec le prix de l'écolage qui s'élève à un montant compris entre 1000 et 2500 francs par année. Le coût d'une année universitaire, selon l'Office fédéral de la statistique (OFS), se monte à 27[NB]600 francs. D'après l'OFS, 80 pour cent des étudiants peuvent compter sur leur famille pour financer leurs études.
Non, Madame la conseillère fédérale, ces 27[NB]600 francs ne sont pas à disposition du contribuable, ils sont mis à disposition de l'enfant adulte en formation.
Les interventions dont il est fait mention dans l'avis du Conseil fédéral, le postulat 19.3900 et l'initiative parlementaire 21.424, concernent uniquement les parents séparés. La proposition qui est faite ici concerne l'ensemble des parents. Il est proposé que tous les parents qui versent à des enfants une contribution d'entretien, qu'ils soient séparés, qu'ils soient toujours mariés ou qu'ils soient en couple puissent déduire cette dernière. La déduction devrait correspondre à des barèmes à définir par l'administration fiscale ou par le juge.
Le principe est que chacun paie des impôts en fonction de ce qu'il reçoit. Dès 18 ans, les personnes paient des impôts et doivent déclarer leurs revenus. Il n'y a plus de communauté familiale, du point de vue fiscal, à partir de 18 ans. Or, dans l'avis du Conseil fédéral, on peut lire que la communauté fiscale se poursuit après 18 ans, ce qui est objectivement faux. Ce qui prévaut pour les contributions versées entre conjoints séparés peut et doit aussi prévaloir pour les contributions en faveur d'un enfant aux études.
Je suis conscient que cette proposition coûte de l'argent. Mais nous devons aussi être conscients que le système actuel provoque un véritable penalty fiscal pour l'ensemble des parents qui ont des enfants majeurs à charge suivant des formations et qui doivent dépenser des montants extrêmement importants pour couvrir le coût de ces formations. Cet argent ne peut pas revenir aux mains de l'Etat: on ne peut pas à la fois le dépenser pour ses enfants et être fiscalisé pour cela. Pour ces raisons, il convient de trouver enfin une réponse adaptée à la situation de ces nombreuses familles de notre pays.
C'est pour cela que je vous invite à soutenir cette motion.
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