Ursula Marti · SP
Die geplante Sanierung ist umsichtig. Der traditionelle Stettlerbau bleibt erhalten, wird baulich auf den neusten Stand gebracht, hindernisfrei und ökologisch. Daneben wird mit einem modernen Neubau mit grosszügigen Ausstellungsräumen architektonisch ein weiterer Akzent gesetzt. Es entsteht eine Öffnung zum Aarehang – das ist auch neu – und neue attraktive Räume für Schulklassen. Und als drittes Element, die Hodlerstrasse 6, worin all die nötige Logistikbüros, Sitzungsräume – notabene für 16 assoziierte Stiftungen –, Umkleide- und Aufenthaltsräume für 76 Mitarbeitende, Archiv, Lager, Arbeitsräume und die wichtige Provenienzforschung untergebracht sind. Und sehr wichtig: ein attraktiver Gastronomiebetrieb. Das heutige Publikum erwartet, dass es nach der Besichtigung einer Ausstellung noch in dieser Museumsatmosphäre verweilen, noch etwas trinken oder sogar auch essen kann. Auch für Veranstaltungen ist die Gastronomie wichtig und auch wirtschaftlich interessant.
Das neue Gesamtkonzept wird das Kunstmuseum in eine neue Ära führen, kulturell, aber auch touristisch als offenes, zugewandtes, innovatives Haus für alle, das zu Begegnungen mit Kunstwerken aus der Vergangenheit wie auch aus der Gegenwart einlädt. Das überzeugt unsere Fraktion. Wir sind fest der Meinung, dass die Auseinandersetzung mit Kunst wertvoll ist und zum Leben gehört. Kunst als Spiegel der Geschichte, unserer Herkunft, die hilft, Ereignisse besser zu verstehen und zu verarbeiten, die Inspirationen für den Umgang mit aktuellen Herausforderungen gibt.
Der beantragte Kredit ist für uns plausibel und vertretbar. Es ist für uns ein Gütesiegel, dass ein solch grosser Beitrag von privater Seite geleistet wird. So ist es möglich, dass der Kanton für seinen eigenen namhaften Beitrag einen grossen Gegenwert erhält. Zu diesem Gegenwert gehört übrigens auch die Aufwertung der Hodlerstrasse als neue Begegnungszone. Mit dem Einbezug der Hodlerstrasse 6 rückt das Kunstmuseum ein Stück näher an den Waisenhausplatz und wird somit zu einer Fortsetzung der Achse Bärenplatz–Waisenhausplatz, die ebenfalls in den nächsten Jahren neugestaltet und aufgewertet wird.
Das Fazit unserer Fraktion: Wir unterstützen diesen Projektierungskredit voller Überzeugung und geben auch grünes Licht für das «Eiger»-Projekt.
Ich sage auch ganz kurz noch etwas zu den Anträgen 1 bis 5. Die Anträge 1 bis 3 sind für uns sinnvolle Ergänzungen und werden vollumfänglich unterstützt. Die Anträge 4 und 5 werden von uns grossmehrheitlich unterstützt. Die Stiftung Kunstmuseum sagt klar, es brauche die 81 Mio. Franken vom Kanton, darunter geht es nicht. Aber sie sagt auch klar: Das ist ein Kostendach, wir wollen und müssen mit diesem Betrag auskommen. Das können wir so unterstützen. Die Anträge 4a und 5a haben für uns die falsche Flughöhe, sind zum Teil auch redundant und für uns auch nicht angemessen. Diese unterstützen wir nicht. Danke vielmals.