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Mathias Müller · SVP

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Grosser Rat (BE)27.11.2024
Mathias Müller, Orvin (SVP), Einzelsprecher. Gestern wurde mehrmals gesagt, der Dialog zwischen den Regionen sei enorm wichtig, weil es so viele Kriege gebe wegen Religion. Meine Damen und Herren, es gibt keine Kriege wegen Religion.

Schauen Sie die Geschichte an: Kriege werden nicht wegen Religion geführt, sondern mit Religion. Religion wird missbraucht, um die Leute zu motivieren, in den Krieg zu ziehen. Religion wird gebraucht, um die Opferbereitschaft der Leute erhöhen zu können. Aber Kriege werden geführt wegen Machtansprüchen, wegen Ressourcen und wegen Ideologien, aber nicht wegen Religionen.

Ich habe gestern nachgeschaut und extra noch einmal gesucht: Welche Kriege, in welchen es nur um die Religion ging? Wir finden nicht viele! 1947 vielleicht, in der Trennung von Indien und Pakistan, Muslime gegen Hindus. Vielleicht die Punjab-Kriege im 16. Jahrhundert, als die Sikhs gegen die Muslime kämpften. Und nachher haben wir vielleicht noch die Albigenserkreuzzüge im 13. Jahrhundert, als die katholische Kirche gegen die Katharer vorging. Aber sonst sind eigentlich alle Kriege immer ideologisch aus Machtansprüchen.

Schauen wir mal im 20 Jahrhundert: Die grössten Kriegstreiber – Pol Pot, Mao, Stalin, Lenin, Kim Il-sung, Mussolini – sind alle zusammen Etatisten und Atheisten. Schauen wir Hitler an: Man kann nicht gerade sagen, ein Atheist, aber ein absoluter Religionshasser. Er hatte zwar eine gewisse Sympathie für den Islam, aber er hasste Religion. Was sie gemeinsam haben: Sie waren Atheisten, und vor allem waren sie Absolutisten – Personen, die das Gefühl haben, sie hätten eine absolute Meinung, sie hätten das Recht, das überall durchzusetzen. Meine Damen und Herren, das ist kein Argument, dieses Haus zu unterstützen.

Ich bin auch Ihrer Meinung, dass das Haus der Religionen eine gute Sache ist. Es ist ja scheinbar auch erfolgreich usw., wie erzählt wird. Dann braucht es doch keine staatliche Unterstützung, dann können es ja die Religionen selbst finanzieren, wenn ein Bedürfnis besteht. Aber einen Leistungsvertrag mit dem Kanton braucht es jetzt definitiv nicht. Also, lehnen Sie das Postulat ab.

Institution
Grosser Rat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0