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Ursula Marti · SP

de
Grosser Rat (BE)26.11.2024
Ursula Marti, Bern (SP), Fraktionssprecherin. Eine aktive Religionspolitik ist eine wichtige Aufgabe des Kantons. Die Zeiten sind längst vorbei, in denen sich der Staat nur mit den Landeskirchen befasst. Die Religionen mit ihrer ganzen Vielfalt gehören zu unserer Kultur und sie erfüllen wichtige gesellschaftliche Funktionen. Sie bieten vielen Menschen eine Heimat, sie vermitteln ethische Werte und sie tragen zum friedlichen Zusammenleben bei.

Wichtig ist, dass sich der Kanton aktiv mit den Religionsgemeinschaften befasst und sie in ihrer ganzen gesellschaftlichen Funktion unterstützt. Das bedeutet auch, Regeln zu definieren, Kriterien zu formulieren: Wie müssen Religionsgemeinschaften aufgestellt sein, welche Standards müssen sie erfüllen, damit sie unterstützt werden können? Nicht unterstützt werden sollen selbstverständlich extremistische, intransparente oder undemokratische Organisationen.

Wer eine gute, seriöse, sorgfältige, konstruktive Stossrichtung für die Förderung und das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Religionen verfolgt, ist das Haus der Religionen. Ich erlebe das Haus seit der Gründung. Ich war seinerzeit als Stadtratspräsidentin von Bern dabei, als der Spatenstich für den Bau erfolgte, und ich habe es seither miterlebt, wie sich das Haus der Religionen zu einem Kompetenzzentrum und zu einem Begegnungsort entwickelt hat. Es wurde sogar international zu einem Aushängeschild.

Das Haus der Religion und der Kanton mit seiner Religionspolitik verfolgen in meinen Augen weitgehend gleiche Ziele. Das Haus der Religionen ist deshalb ein logischer Partner für den Kanton. Der Kanton hat zu wenig Ressourcen, um in der Religionspolitik Basisarbeit zu machen. Er kann aber Organisationen gezielt unterstützen, die das in seinem Sinn machen. Das heisst, im Sinn einer demokratischen, friedensfördernden, auf Ausgleich und nicht auf die Polarisierung ausgerichteten Religionspolitik.

Die SP-JUSO-Fraktion unterstützt deshalb das vorliegende Postulat. Das Haus der Religionen kann seine Aufgaben, die ganz im Sinn des Kantons sind, nur mit einer funktionierenden Finanzierung erfüllen, und der Kanton kann dort mit einem moderaten Beitrag viel ausrichten.

Institution
Grosser Rat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0