Priska Weber-Grunder · Die Mitte
Wir haben im ganzen Kanton Bern eine grosse Wohnungsknappheit und für die drei Dörfer, in denen die Rückkehrzentren sind, wird noch verlangt, dass solche Familien gerade in diesen drei Dörfern untergebracht werden, und dass sie im schulischen Umfeld bleiben können. Die drei Dörfer verfügen gar nicht über genügend Wohnraum. Ich selber wohne in einem solchen Dorf, ich wohne in Aarwangen. Wir haben schlicht den Wohnraum gar nicht.
Das Zweite, das dazukommt: Nein, die Familien mit Kindern leben nicht 10, 20, 30 Jahre so. Die Familien fallen nach fünf Jahren aus dem Asylstatus und kommen nachher in den Sozialstatus hinein. Das heisst, dann haben sie freie Wohnungswahl und freie Ortswahl, wo sie hinwollen, in welchem Dorf sie wohnen wollen.
Ein weiterer Punkt, der für uns dagegen spricht, ist, dass diese Familien oft bei einer Nacht- und Nebelaktion von der Polizei abgeholt werden. Ob das richtig ist oder falsch, darüber wollen wir nicht urteilen. Aber wer übernimmt dann die Entsorgung, z. B. der Möbel, die Reinigung der Wohnungen oder den verbleibenden Mietzins? Darauf gibt es in der Motion gar keine Antwort.
Es ist unumstritten bei uns, dass die Kinder eine grosse Einschränkung haben und nicht wie unsere Kinder aufwachsen können. Es ist uns ganz wichtig, dass die Kinder integriert werden und die gleichen Aktivitäten gerade im Freizeitbereich machen können wie unsere Kinder auch, und dass sie normal beschult werden. Sechs Monate erscheint uns aber strategisch und organisatorisch nicht umsetzbar und viel zu kurzfristig gedacht.
Ein weiteres Argument, das bei uns von vielen kam, ist, dass man den Familien unnötige Hoffnung macht, dass sie vielleicht trotzdem bleiben können, was ja nicht der Realität entspricht, weil sie sonst nicht in den Rückkehrzentren wären.
Wir sind der Meinung, dass eine Änderung auf nationaler Ebene geschehen müsste und nicht nur kantonal. Deshalb gibt es bei uns ein paar Enthaltungen bei grossmehrheitlicher Ablehnung. Merci vielmals für Ihre Aufmerksamkeit.