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Beat Kohler · GRÜNE

de
Grosser Rat (BE)08.06.2026
Beat Kohler, Meiringen (GRÜNE), Fraktionssprecher. Die Fraktion GRÜNE/AL stimmt diesem Kredit für den Radweg einstimmig zu. Wir haben es von der Sprecherin der BaK gehört: In der Kommission wurden die Kosten kritisiert. Es geht um 1 Mio. Franken pro 100 Meter für den Radweg. Für uns ist das so weit in Ordnung. Es ist eine Querung eines Bahngleises. Da fallen entsprechende Kosten an. Für uns ist es v. a. auch in Ordnung im Vergleich zu den 250 Mio. Franken, die man für die 1,5 km lange Umfahrung Oberburg gesprochen hat, von der ja 1,1 km ein Tunnel sind. Sie können selbst rechnen, wie viele Millionen Franken dies pro 100 m Strasse sind.

Ich sage noch ganz kurz etwas zu den beiden Auflagen, die hier vorliegen. Hans Schori hat vorhin etwas gesagt, das mich ein bisschen zweifeln liess an dem, was wir in der Fraktion diskutiert haben. Wenn er sagt, er werde das künftig bei jedem Geschäft fordern, dann könnte man ja vielleicht noch einmal darüber diskutieren, dass man solche qualitativen Fruchtfolgeflächen-Aufwertungen macht, wenn Fruchtfolgeflächen verloren gehen. Auch hier wieder: In Oberburg geht mit dem Strassenbau rund zehnmal mehr Fläche verloren als jetzt mit dem Veloweg. Auch dafür hätte man eigentlich den Antrag stellen müssen, damit man dort Aufwertungen macht.

Ich möchte einfach ganz grundsätzlich anfügen, dass ein Realersatz oder Flächenersatz eigentlich nicht möglich ist. Boden ist eine endliche Ressource: Einmal verbrauchten Boden kann man nicht noch ein zweites Mal verbrauchen. Wenn er überbaut ist, ist er überbaut. Daher ist es eigentlich auch müssig, darüber zu diskutieren, ob wir dann mehr Fläche für die Ernährungssicherheit schaffen. Wir haben nur den Boden zur Verfügung, der da ist – dies ist vielleicht einfach auch zu bedenken bei den nächsten grossen Ausbauprojekten, über die wir hier in diesem Saal befinden werden. Irgendeinmal kann man auch nicht mehr mit der Aufwertung von anderem Boden mehr Fruchtfolgeflächen sichern. Verbrauchter Boden ist einfach verbraucht. Deshalb haben wir eigentlich bei uns in der Fraktion die Auflage ablehnend beurteilt.

Bei der zweiten Auflage geht es um die Entschädigung des Grunds, des Bodens. Da haben wir ein gewisses Unverständnis. Wir haben hier in diesem Saal in der letzten Session – wenn ich richtigliege – über die höheren Entschädigungen für Landwirtschaftsboden diskutiert und haben die Ansätze verdreifacht. Dass man jetzt hier für einen Einzelfall wieder eine neue Regelung machen will, verstehen wir nicht.

Zudem: Wenn ein Bauer wegen Lands von 6000 m² in seiner Existenz gefährdet ist und man ihm die Existenzsicherung zugesteht, könnten wir Folgeforderungen auslösen, die wir nicht ganz im Griff haben. Dementsprechend werden wir diese Auflage sicher ablehnen.

Institution
Grosser Rat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0