Katja Streiff · EVP
Auch – wie die Vorredner schon gesagt haben – dass es noch nie umfassend saniert wurde, zeigt einfach auf, dass es heute nötig ist. Wir haben das in der Besichtigung als BiK gesehen, das ist auch schon erwähnt worden. Der Handlungsbedarf ist offensichtlich. Die Gebäudetechnik ist stark überaltert und verursacht zunehmend hohe Reparaturkosten. Das Museum verbraucht deutlich mehr fossile Energie als nötig, gleichzeitig bestehen Sicherheitsrisiken aufgrund der ungenügenden Fluchtwege gerade im Westflügel, und das Risiko von Wasserschäden durch Dach, Leitungen und Fenster besteht und nimmt immer mehr zu.
Besonders ins Gewicht fällt für die EVP-Fraktion aber die eingeschränkte Barrierefreiheit. Das Museum verfügt heute lediglich über einen externen Lift, der regelmässig ausfällt. Die Wartungskosten betragen jährlich mehrere tausend Franken, Ersatzteile sind zum Teil kaum mehr erhältlich. Die Folge ist, dass Menschen im Rollstuhl zeitweise keinen Zugang zu Teilen des Museums haben, und das kann doch einfach nicht sein. Kultur muss in unseren Augen für alle Menschen zugänglich sein. Deshalb begrüssen wir ausdrücklich, dass die hindernisfreie Erschliessung ein zentrales Ziel dieser Sanierung ist. Wer öffentliche Kulturinstitutionen betreibt, muss auch schauen, dass möglichst alle Menschen teilhaben können.
Ebenso positiv beurteilen wir die geplante Verbesserung für die Besucherinnen und Besucher. Die neue Erschliessung ermöglicht künftig attraktive Rundgänge durch das Museum, die Orientierung wird verbessert, die Aufenthaltsqualität erhöht und das Museum kann seine Ausstellungen zeitgemässer vermitteln. Damit wird das Bernische Historische Museum nicht nur erhalten, sondern auch für die künftigen Generationen weiterentwickelt, und das ist doch ganz in unserem Sinn.
Die EVP-Fraktion unterstützt auch die Finanzierungslösung. Der Kanton beteiligt sich mit rund einem Drittel an den Gesamtkosten. Wichtig ist für uns dabei, dass die Finanzierung eben auf mehrere Schultern verteilt wird. Der Kredit wird nur wirksam, wenn auch die Stadt Bern und die Burgergemeinde ihre Beiträge leisten. Fällt eine Trägerschaft weg, fällt das gesamte Finanzierungspaket weg. Ebenso wichtig ist für uns die klare Kostenverantwortung. Der beantragte Kredit ist ein absolutes Kostendach, Kostenüberschreitungen können nicht einfach auf den Kanton überwälzt werden, zusätzliche Mittel müssen vom Museum bzw. durch weitere Finanzierungsquellen aufgebracht werden. Dieses Prinzip gilt für alle beteiligten Trägerschaften gleichermassen und schafft die notwendige finanzielle Disziplin. Die EVP unterstützt aus den genannten Gründen den beantragten Kredit.
Zum Antrag der BiK: Auch diesen erachten wir als sinnvoll. Diese Auflage stellt sicher, dass die notwendigen Erneuerungen des Museums und die weitere Entwicklung des Museumsquartiers möglichst aufeinander abgestimmt werden, aber trotzdem auch unabhängig bleiben. Deshalb werden wir auch diesen Antrag der BiK einstimmig unterstützen. Merci.