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Tanja Bauer · SP

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Grosser Rat (BE)12.06.2024
Tanja Bauer, Wabern (SP), Mitmotionärin, Einzelsprecherin. Letzten Donnerstag konnten wir auf dem Schloss Köniz unsere neue Grossratspräsidentin feiern – sie macht das übrigens unglaublich gut, grosses Kompliment! – und Sie konnten das Schloss Köniz kennenlernen. Es ist das historische Zentrum einer ganzen Region und es ist wegen seiner geschichtlichen Bedeutung im Bauinventar des Kantons Bern, aber auch ein nationales K-Objekt. Erste Funde an diesem Ort gehen auf das 8. und 9. Jahrhundert zurück. Das ist also eine sehr alte Siedlung. Im Verlauf der Jahrhunderte haben die Besitzverhältnisse immer wieder gewechselt. Das Gebäudeensemble wurde erweitert und umgenutzt. Da ist sehr viel passiert. Bis 1996 gehörte das Schloss Köniz dem Kanton. Dann hat es Köniz gekauft.

Wir haben zwar schon hier und da etwas saniert, aber ein solches Ensemble hat einen sehr grossen Bedarf an Bau-Unterhalt. Einige von Ihnen haben, als es angefangen hat, zu regnen, auf der schönen Schlosstreppe des Kornhauses Schutz gesucht. Diese ist der Rathaustreppe hier nachempfunden. Das Kornhaus ist heute komplett gesperrt. Man darf gar nicht hineingehen. Es gibt einen Sanierungsbedarf von 20 Mio. Franken, schätzt man, oder eher mehr.

Sie können sich sicher vorstellen, dass es für eine Gemeinde nicht einfach ist, das Geld neben Schulhaus, Sportinfrastruktur, Strassen usw. einfach so zu finden. Darum haben auch wir uns entschlossen, analog zum Schloss Burgdorf, dass wir das Schloss einer gemeinnützigen Stiftung übergeben möchten, die sich dann um den Erhalt dieser wertvollen Geschichte kümmern wird. Dies wird im August im Parlament in Köniz beschlossen, und wenn die Parlamentarierinnen und Parlamentarier Ja sagen, darf nachher die Bevölkerung darüber abstimmen. Es war ein langer Weg bis dorthin. Wir haben jahrelang überlegt, wie wir das machen können, und es steckt enorm viel ehrenamtliches Engagement von privater Seite darin, damit die Stiftung überhaupt errichtet werden konnte. Das ist erst der Anfang.

Ein Grund, warum man das macht, ist, dass der Kanton dies fördert. Er sagt nämlich, dass Sie Lotteriefondsgelder bekommen, wenn Sie es richtig machen. Es gibt Definitionen, liebe Kolleginnen und Kollegen, wie eine gemeinnützige Stiftung sein muss, damit sie Lotteriefondsgelder bekommt, um die Bausubstanz von historischen Ensembles zu erhalten. Dass es also keine Definitionen gäbe, ist falsch. Wir haben in einem anderen Gesetz eine solche Definition.

Es ist ein Zeichen der Wertschätzung, wenn wir Ja sagen zu dieser Motion, weil sie eine einfache Lösung für alle Schlösser und Burgen im Kanton bietet und weil man damit auch unterstützt, dass wir unser kulturhistorisches Erbe im Kanton gemeinsam erhalten können. Mich dünkt es sehr wichtig, dass dieses Zeichen vom Kanton kommt, nicht nur wegen des Geldes, sondern auch, ... (Die Präsidentin bittet die Rednerin, zum Schluss zu kommen. / La présidente demande à l’oratrice de conclure.) ... um die Bestrebungen zu unterstützen, die heute in vielen Gemeinden im Gang sind. Herzlichen Dank, wenn Sie hier zustimmen.

Institution
Grosser Rat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0