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Beatrix Hurni · SP

de
Grosser Rat (BE)03.03.2026
Beatrix Hurni, Frutigen (SP), Fraktionssprecherin. Meine Partei hat mich gerade ein bisschen im Stich gelassen, aber ich werde mich jetzt an Sie wenden. (Die Sprecherin bezieht sich darauf, dass die SP-JUSO-Fraktion den Saal für eine Besprechung verlassen hat. / L’oratrice fait référence au fait que le groupe PS-JS est sorti de la salle pour mener une discussion.) Zuerst muss ich meine Interessenbindung bekanntgeben: Ich bin Physiotherapeutin und im Vorstand des Kantonalverbands Bern von Physioswiss (Physiobern).

Der Fachkräftemangel in der Physiotherapie ist real, und er spitzt sich zu. Offene Stellen und steigender Bedarf im ambulanten Bereich zeigen klar, dass wir handeln müssen. Aber wir müssen richtig handeln. Ein Ausbau des Numerus clausus allein löst das Problem nicht. Entscheidend ist die Qualität der Ausbildung und vor allem die Verweildauer im Beruf. Gut 27 Prozent der ausgebildeten Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten verlassen den Beruf. Das zeigt: Ohne bessere Rahmenbedingungen verlieren wir wertvolle Fachkräfte.

Deshalb braucht es ein differenziertes Vorgehen. Mehr Studienplätze können sinnvoll sein, aber nur, wenn genügend Praktikumsplätze vorhanden sind. Heute sind genau diese Praktikumsplätze der Engpass. Darum ist es richtig, den Punkt 1 anzunehmen und realistisch zu prüfen, wie man Ausbildungsplätze erhöhen kann.

Zu den Punkten 3 und 4: Diese Anliegen sind bereits umgesetzt. Persönliche Kompetenzen werden in der Aufnahmeprüfung schon jetzt mit fünf Sechsteln stark gewichtet. Die Forderung, dass im Zulassungsverfahren mehr praktizierende Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten einbezogen werden sollten, ist auch schon umgesetzt. An der BFH sind über 70 Prozent der Dozierenden zusätzlich auch noch in der Praxis tätig. Im Zulassungsverfahren wirken zudem externe praktizierende Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten im praktischen mündlichen Teil als Experten mit. Deshalb: Annahme und gleichzeitige Abschreibung.

Wichtig ist aber: Wir haben einen Fachkräftemangel. Mehr Studienplätze reichen aber nicht. Wir brauchen faire Arbeitsbedingungen, bessere Tarife und Entwicklungsperspektiven ... (Die Vizepräsidentin bittet die Rednerin, zum Schluss zu kommen. / La vice-présidente demande à l’oratrice de conclure.) ..., damit die Fachkräfte im Beruf bleiben. Nur so wird der Ausbau nachhaltig wirksam. Die Motion ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber leider zu wenig ausgereift. Die SP-JUSO ... (Die Vizepräsidentin bittet die Rednerin erneut, zum Schluss zu kommen. / La vice-présidente demande encore une fois à l’oratrice de conclure.) ... nimmt den Antrag an, wie der Regierungsrat. Merci vielmals.

Institution
Grosser Rat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0