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Martin Schlup · SVP

de
Grosser Rat (BE)10.03.2025
Martin Schlup, Schüpfen (SVP), Fraktionssprecher. Werte Frau Grossratspräsidentin, werte Frau Regierungsrätin – ich habe sie vorhin gefragt, ob ich «Steuereintreiberin» sagen darf, aber das ist sie ja hier nicht, und ich glaube, es ändert im Moment auch nicht gerade viel –, liebe Kolleginnen und Kollegen. Ja, im Gastgewerbe und in der Hotellerie ist das Trinkgeld wichtig. Man gibt es für gute Leistungen, dies wurde bereits genügend erwähnt.

Es trägt auch zu einem attraktiven Arbeitsplatz bei. Sie wissen, dass man genau in dieser Branche einen recht hohen Fachkräftemangel hat. Und Sie wissen sicher auch, dass dies nicht gerade Hochlohnberufe sind. Es ist also eigentlich nichts als richtig, wenn man versucht, ein bisschen zu korrigieren, wenn man mit der Leistung zufrieden ist.

Übrigens, wenn man von Trinkgeld spricht: Wir sprechen jetzt nur von Restaurants, Beizen und Hotels. Ja, wie ist es im Altersheim? Dort weiss ich auch: Wenn man zufrieden ist mit den Pflegern oder so, gibt man ab und zu ein Trinkgeld. Wie ist es im Spital? Dort ist es genau gleich und es gibt noch viele anderen Branchen, wo das auch so ist.

Nun zum Nächsten: Wie will man denn so eine Steuer kontrollieren? Es wurde schon gesagt: Jeder Betrieb handhabt dies ein bisschen anders. Die einen können es für sich behalten, die anderen sammeln es und verteilen es. Dies wird ganz unterschiedlich gehandhabt. Kontrollieren muss man es auch noch können, weil auf den Zetteln meistens nicht steht, welches Trinkgeld gegeben wurde. Also müsste man das eigentlich so lassen. Ich weiss nicht, was man für ein wissenschaftliches Gesetz machen müsste, wenn man das eintreiben möchte.

Die aktuelle Handhabung bewährt sich eigentlich so. Lassen wir es doch so sein, wie es ist. Aber vielleicht ist der Grund der Motion: Wehret den Anfängen. Manchmal kommen einfach Ideen, die sich irgendwann weiterentwickeln. Von daher: Geben Sie von Anfang an ein bisschen Gegendruck.

Für mich ist die Absicht, Trinkgelder zu besteuern, ein bisschen eine Neidkultur, wahrscheinlich von irgendeinem Steuerbeamten im «Hinterstübli», der wahrscheinlich kein Trinkgeld erhalten wird, wenn er die Steuerrechnung verschickt.

Aus diesem Grund ist die SVP einstimmig für die Annahme dieser Motion.

Institution
Grosser Rat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0