Melanie Gasser · GLP
Warum haben wir diese Planungserklärung eingereicht? Wir sind der Auffassung, dass wir gute Beratungen wollen, aber wir haben auch in die anderen Kantone geschaut, und diese arbeiten seit Jahren mit der Dargebotenen Hand, machen gute Erfahrungen mit der Dienstleistung der Dargebotenen Hand. Darum ist uns Stand heute nicht klar, wieso denn diese Lösung für den Kanton Bern nicht geeignet sein soll. Wir haben ja heute in anderen Debatten gehört, der Kanton Bern könne ja nicht so anders sein als andere Kantone. Aber hier sollen dann die Anforderungen andere sein? Das erschliesst sich uns nicht.
Für uns ist auch klar: Der Wechsel und auch der Unterbruch oder Abbruch dieses Angebots AppElle! war für die Beteiligten ein schmerzhafter Prozess. Trotzdem müssen wir auch das Positive im Blick behalten: Der Bund wird eine einheitliche Nummer einführen. Erstmals wissen alle von Gewalt Betroffenen, wo sie sich hinwenden müssen. Für alle gilt das Gleiche: die Nummer 142. Uns ist auch wichtig, dass bei der Nummer 142 künftig nicht einfach irgendjemand das Telefon abnimmt, aber mit der Dargebotenen Hand haben wir im Moment einen Partner, der das Personal oder die Freiwilligen eben schult, damit sie genau für diese Situation gewappnet sind.
Ja, warum braucht es denn noch eine Planungserklärung? Milena und mir war es wichtig, zu sagen: Dass das Personal geschult ist, ist für uns einfach der Mindeststandard. Und mit dieser Planungserklärung wollen wir einen künftigen Abbau verhindern, das heisst, wir wollen die jetzige Richtung, die der Regierungsrat eingeschlagen hat, unterstützen. Aber wir wollen auch, dass er hier nicht weiter zurückschraubt. Wir wollen auch, dass die Qualität eben beobachtet wird, indem das Reporting, das dann auch vom Bund gefordert wird, umgesetzt wird, und dass man, wenn man sieht, dass man irgendwo eine Schwäche in der Beratung hat, eben auch die Schulungen weiterentwickeln kann, vielleicht in Zusammenarbeit mit dem Leistungserbringer, damit man die Schwächen auch wieder ausbügeln kann.
Wir haben wirklich auch das Gefühl, dass es angesichts des Fachkräftemangels gar nicht so einfach wäre, Fachkräfte während 24 Stunden an 7 Tagen zur Verfügung haben zu können. Was sind denn Fachkräfte? Sind das nur Leute, die Soziale Arbeit studiert haben? Darum der Kompromissvorschlag der GLP und von Die Mitte mit der Planungserklärung 13. Wir bitten Sie, diese Planungserklärung entsprechend zu unterstützen und die Planungserklärung 12 abzulehnen.