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Alain Pichard · GLP

de
Grosser Rat (BE)03.03.2026
Alain Pichard, Biel/Bienne (GLP), Einzelsprecher. Ich möchte Kollege Vanoni gleich Merci sagen; er hat mir nämlich einen Steilpass gegeben. Ich weiss, in welche Richtung es beim Abstimmungskampf gehen wird: Wer gegen die Bildungsinitiative ist, ist gegen Qualität. Wer gegen den Klimafonds ist, ist gegen den Klimaschutz. Wer – Kollegin Leuenberger – gegen eine Stelle bei der Behindertenkonvention ist, ist gegen die Behinderten. In diese Richtung wird es gehen, nicht?

Aber, Monsieur Gasser, d’ancrer la qualité dans une constitution, c’est absurde. De quelle qualité est-ce que tu parles ? Für meine Kollegin Pauline ist es vielleicht Frühfranzösisch schon ab der ersten Klasse. Für Kollegin Esseiva sind es zweisprachige Klassen. Für Kollege Widmer ist es Team-Teaching von unten bis oben. Für Herrn Darbellay, den Präsidenten der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK), sind es mehr Diktate. Leute, Qualität ist dehnbar. Eine Qualitätsdebatte gehört in jene Institutionen, gehört in jene Gruppen und zu jenen Autoritäten, die es angeht: ins Parlament, in die Regierung, in die Elternräte, in die Schülerräte, in die Gemeinden. Dort wird Qualität immer wieder ausgehandelt.

Ich freue mich auf diesen Abstimmungskampf, das muss ich sagen, ich freue mich. Aber dann können Sie nicht einfach ihre Traktätchen vorlesen und sagen: «Qualität ist etwas wichtiges, Qualität ist gut. Es zeigt, dass Qualität ... – Qualität ist eine Garantie, wenn man sie in die Verfassung schreibt.» Dann komme ich natürlich, und dann müssen Sie argumentieren. Warum ist der Kanton Basel-Stadt so schlecht in Sachen Qualität, obwohl er es eingeführt hat? Warum, Kollegin Weber Hadorn, investiert Basel-Stadt 10’000 Franken mehr pro Schüler und Jahr und ist trotzdem viel schlechter? Und warum ist der Kanton Freiburg, der fast die Hälfte des Kantons Basel-Stadt investiert, viel besser? Das sind Diskussionen, die wir führen müssen, und darauf freue ich mich. Ich habe überhaupt keine Hemmungen, das zu sagen. Qualität muss ausgehandelt werden.

Und, Kollege Arn, auch zu dir noch etwas: Wir haben durchaus ein Problem – die Schule ist nicht generell in der Krise, aber wir haben ein Problem. Wenn 25 Prozent unserer Schülerinnen und Schüler nach neun Schuljahren im teuersten System der Welt nicht richtig lesen und schreiben können, haben wir ein Problem. Und nochmals: Der Kanton Basel-Stadt hat das eingeführt, und dort ist die Illettristenrate noch wesentlich schlimmer. Aber diese Schüler sind Ihre Klientel, und ich bin gespannt, was Sie dort für Lösungen bringen werden.

Institution
Grosser Rat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0