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Donat Kuratli · SVP

de
Kantonsrat (SG)02.03.2026Mitglied des Kantonsrates

Kuratli-St.Gallen (im Namen der SVP-Fraktion): Auf die Motion ist nicht einzutreten.

Es gibt politische Vorlagen, die gut gemeint sind, aber am Ziel vorbeischiessen, und solche, die v.a. eines bewirken: mehr Bürokratie, mehr Kosten und weniger Eigenverantwortung. Diese Motion gehört leider genau in diese Kategorie. Ich spreche hier nicht aus der Theorie oder von Aussagen durch KI, sondern aus eigener Erfahrung. Als es die obligatorischen Hundekurse noch gab, habe ich sie selbst absolviert, weil ich mir damals einen neuen Hund angeschafft hatte. Ich sage Ihnen offen: Diese Kurse waren in weiten Teilen überflüssig für jemanden, der sich mit der korrekten Haltung von Hunden befasst hat. Sie wurden einem aber aufgezwungen. Die Kurse waren standardisiert, praxisfern und hatten wenig mit der Realität verantwortungsvoller Hundehalter zu tun. Für viele war es nichts anderes als ein Pflichtprogramm, das v.a. eines garantierte: Einnahmen für Kursanbieter, aber keinen messbaren Gewinn an Sicherheit. Oder können Sie mir sagen, wie viele Hundebisse während dieser Zeit verhindert wurden?

Vor dem Kauf eines Hundes musste man damals auch noch einen Kurs mit einer Abschlussprüfung machen, wo es darum ging, ob man sich mit der Hunderasse, die man anschaffen wollte, befasst hat oder nicht. Das war grundsätzlich eine gute Sache, denn wie Sie wissen, hat nicht jede Hunderasse die gleichen Eigenschaften. Es ist wichtig, dass man sich damit befasst, bevor man einen Hund anschafft. Doch seien wir ehrlich: Das ist doch eigentlich selbstverständlich. Doch leider kann man viel zu einfach ein Tier anschaffen. Muss hier zwingend der Staat eingreifen oder könnte man auch einmal die Vernunft walten lassen? Nebst den obligatorischen Kursen war ich gleichzeitig jede Woche im Hundesport. Nicht weil ich musste, sondern weil ich es wollte – aus Verantwortung gegenüber meinem Tier, aus Überzeugung und aus Leidenschaft. Dort findet echte Ausbildung statt und entstehen Bindung, Kontrolle sowie Vertrauen zwischen Hundehalter und Hund – nicht durch ein staatlich verordnetes Obligatorium oder ein Verbot, sondern durch Eigenverantwortung. Der obligatorische Kurs wurde sogar im Winter unterbrochen bzw. wegen der Dunkelheit auf den Tag verlegt, weil die offiziellen Anbieter des Kurses nicht einmal einen eigenen Trainingsplatz hatten. Vielen war es aus beruflichen Gründen somit nicht möglich, dabei zu sein. Bezahlen musste man im Voraus, also konnten sie sich das erlauben. Doch um das Ganze dann doch noch abzuschliessen, musste im Frühjahr dann noch der Rest absolviert werden, obwohl der Hund in Bezug auf Ausbildung und Verhalten bereits viel weiter war. Genau hier liegt der entscheidende Punkt: Der Staat darf nicht jene bestrafen, die Verantwortung übernehmen, und gleichzeitig glauben, Verantwortung könne durch Zwang ersetzt werden.

Die Regierung hält in ihrem Antrag zu Recht fest, dass es keine wissenschaftliche Grundlage gibt, um bestimmte Rassen pauschal als gefährlich einzustufen. Entscheidend ist nicht die Rasse, sondern der Halter, die Erziehung und die Verantwortung gegenüber Mensch und Tier. Neue Vorschriften würden deshalb nicht mehr Sicherheit bringen, sondern mehr Bürokratie, mehr Kontrollen, mehr Kosten und mehr staatliche Eingriffe in das Leben von Bürgern, die bereits heute verantwortungsvoll handeln. Ich frage Sie: Wollen wir wirklich einen Staat, der immer neue Vorschriften erlässt, obwohl der Nutzen nicht nachgewiesen ist? Wollen wir wirklich Bürger unter Generalverdacht stellen, statt gezielt dort einzugreifen, wo tatsächlich Probleme mit Hundehaltern bestehen?

Der richtige Weg ist ein anderer. Wir müssen Eigenverantwortung stärken, statt sie zu ersetzen. Wir müssen diejenigen unterstützen, die freiwillig Zeit und Engagement investieren. Wir müssen dort konsequent handeln, wo Halter ihre Verantwortung nicht wahrnehmen. Hier gibt es sicher noch Potenzial, härter durchzugreifen gegenüber Haltern, die einen Hund haben, der sich nicht so verhält, wie man es sich eigentlich wünscht. Auch hier spreche ich aus eigener Erfahrung – nicht wegen meinem Hund, sondern weil er verbissen wurde. Aber wir brauchen keine neuen symbolischen Vorschriften, die Sicherheit versprechen und Bürokratie liefern. Diese Motion ist gut gemeint, aber sie ist unnötig, unverhältnismässig und leider der falsche Weg. Wir wünschen uns eine bundesweite Lösung und keinen «Kantönligeist».

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sg.recapp.ch
Institution
Kantonsrat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0